Vielleicht würde es helfen, wenn du hier die Fragen reinstellst, die du beantwortet haben willst. Ich werde noch einen generellen Überblick geben, aber für speziellere Fragen, das Weltbild betreffend, kannst du die ja einfach hier posten, ich pack das dann alles zusammen in den ersten Post.
Der Glaube der Waldmenschen für den Eiligen Leser:
Hauptgötter: Kamaluq (vor allem Dschungelstämme), Obaran (vorwiegend waldinsel-utulus)
Weitere Götter: Takehe (Geisterspinne), die Nachtschwarze Herrin, Burdaq (besiegter Widersacher Kamaluqs.
Geister: Nipakau (gute und böse Geister in jedem Ding und Lebewesen), Tapams (unsterbliche Schutzgeister jedes Waldmenschen), Satuul (dämonisch pervertierte Tapams)
Schöpfungslehre: Kamaluq als Schöpfer des Waldes und der Waldmenschen; Kinder einer anderen Welt, die vor der Nachtschqarzen Herrin in den Dschungel flohen.
Verbreitung: Waldmenschen (Regengebirge und seine Flanken, Waldinseln, Loch Harodrôl; als Sklaven im ganzen Süden, vor allem auf Plantagen - dort meist verwässerter bis völlig verdrängter Glaube)
Derische Vertreter: Schamanen (Medizinmänner oder Geisterseher, meist Männer)
Weltliche Aufgaben: Kontakt zur Geisterwelt, Austreibungen, Errichtung und Bewachung von Tabuzonen, Totenbestattung, Heilung
Heilige Orte (Tabus): Tempel der Roten Jaguare in Gulagal, Kun-Kau-Peh (verlassene Stadt Kokanu, Geisterspinne), Gron'gu'mur, H'raabal, Toteninselns Ibekla und Ibonka, Shan'r'Trak
Heilige Tiere: (roter und schwarzer) Jaguar, Waldelefant (weitere je nach Stamm und Sippe), Nebelspinne
Feiertage: keine
Toleranz gegenüber Andersgläubigen: mittel (viele Vorurteile gegenüber 'Blasshäuten' und anderen Fremdem, die als Wesen ohne Tapam gelten - andererseits wird ihnen gerade deswegen oft vieles verziehen); auf den Waldinseln: gering
Feindbilder: Sklavenjäger, Schlangen, Alligatoren, Echsen
Glaubenslehre: Unsterblichkeit des Tapam, Beseeltheit aller Dinge und Wesen; es gibt Böses in der Welt, das nicht besiegt werden kann - darum muss es bewacht werden.
Glaubensziele: Bewahrung der großen Tabus, Geleitung der Tapams ins 'Land hinter der Sonne'
Jenseitsbild: keines - Der Tapam geht in das 'Land hinter der Sonne', um dann wiedergeboren zu werden; Der Nipakau geht in den Dschungel ein.
Tschopukikuhas: Kamaluqs dampender Dschungel.
Bestattungsriten: Vernähen aller Körperöffnungen, Begräbnis an einem Totenkultplatz (bei den Insulanern eigene Totendörfer oder - inseln) oder Versenken im Meer (Tocamuyac)
Weltbild: Unsere Welt ist der Dschungel. Warum sollten wir ihn verlassen, und warum betretet ihr ihn?
Selbstbild: Nur Waldmenschen besitzen einen Tapam.
Stärkstes Argument: Die Stimmen der Ahnen und des Dschungels sind weise.
Lebensinhalte der Gläubigen: Das Überleben der Stammesmitgloieder und ihrer Tapams.
Die Großen Tapams:
Kamaluq: ('Hand-machen-Urgrund'), der Göttliche Jaguar, ist den meisten tayas (Glaubenslehren) zufolge der Schöpfer des Waldes und der Waldmenschen. Die übrige Welt und andere Geschöpfe hingegen 'waren einfach schon da'. Bisweilen werden sie auch als das Werk anderer mächtiger Geister angesehen. Kamaluqs Hütte steht am Himmel; das Licht, das aus seiner Tür fällt, ist der Los-Stern.
Kamaluq ist der Herr der Geister und des Dschungels und Meister über Leben und Tod, vergleichbar mit einem mächtigen Tier, das kaum natürliche Feinde hat. Deswegen gelten nahezu unbesiegbare Kreaturen auch als Diener, Sendboten oder bisweilen gar Inkarnationen Kamaluqs. Diese heiligen Tiere unterscheiden sich von Stamm zu Stamm, stets zählen aber Jaguare und Waldelefanten dazu. Kaum eine Sippe kennt allerdings ein Tabu, das die Jagd auf heilige Tiere verbietet. Das Fell des Jaguars gilt vielmehr gar als größte Trophäe, da es nur getragen werden darf, wenn das Tier alleine erlegt wurde. Es ist sogar eine Ehre, von Kamaluq für einen Kampf gegen einen Jaguar ausgewählt zu werden - denn kein Krieger würde es wagen, das heilige Tier aus eigenen Stücken zu jagen: Die Herausforderung muss immer vom Jaguar ausgehen.
Den Herren der guten Geister stehen die Gebieter der bösen Geister gegenüber, sie werden 'Große Satuul' genannt. Der unbestritten größte und furchtbarste Satuul ist die Nachtschwarze Herrinm deren Name nur wenigen Schamanen bekannt ist und der nicht laut ausgesprochen werden darf. Den Tayas vieler Waldinsel-Stämme zufolge ist ihr Reich das tiefe und unergrüdliche Meer voller Ungeheuer und Gefahren, doch des Nachts kann sie ihre Schrecken auch an Land senden. Darum sind die amphibischen Alligatoren ihre Geschöpfe, und wer ihnen zum Opfer fällt, dessen Tapam wird von ihnen verschlungen und verwandelt sich in einen Satuul. Die Nachtschwarze Herrin wird oft als die Erzrivalin Obarans gesehen, die ihm die Farben seiner Macht rauben will: Das ist der Grund weshalb Tote bleichgraue Haut bekommen, und das Yag-Hai (Untoter: "Raubkatze-zum-zweiten-mal" ) gilt als ihre gefährlichste Waffe. Nicht wenige Waldinsel-Utulus munkeln darum, dass die Blasshäute, die zudem über das Meer reisen, ganz offenkundig zu den Dienern der Nachtschwarzen Herrin zählen.
neben der nachtschwarzen Herrin sind kaum weitere Große Satuul bekannt, die nicht bereits gebannt wurden (andererseits werden auch fremde Götter oft unter die Großen Satuul gerechnet).
(Ein Taya der nördlichen Stämmen berichtet von Burdaq, einem mächtigen WIdersacher Kamaluqs, der jedoch schon vor Urzeiten vom Göttlichen Jaguar seines Tapams beraubt wurde; Das Meeres-Ungeheuer Tschomatachap (Schwarz-frisst-Berg) wurde angeblich von Kucanha, dem Urahn der Darna, besiegt; und der Spinnenkult der Keke-Wanaq sieht in Skorpionen de Sendboten eines Großen Satuuls, der mit deren Hilfe aus seinem Gefängnis ausbrechen will.)
Gefürchtet wird auch Anpa-Tonku (giftig-starker-Geist), der weiße Panther, der die Lykanthropie unter die Waldmenschen getragen haben soll.