Alle Beiträge und Antworten
Milli - 03.01.2005 - 15:28
Klar liegt es auf der Hand, dass bei Lok Nazi-Klientel am Start ist. Es sind aber sehr wenige, heutzutage gibt man sich rechtsliberal/konservativ.
Ich halte es für einen Fehler nach außen so autonom zu wirken, immer schwarz gekleidet zu sein und Lok zu denunzieren.
Bei Spielen in Drecksdörfern jenseits der Elbe finde ich Aktionen gegen Nazis in Ordnung. Aber in Leipzig gibt es doch kaum was zu tun und dann steht man schnell als Buhmann da, wenn man zu Silvester Böller Richtung Polizei schmeißt.
Chemiefans haben genug nach der Wende gegen die Neo-Nazis in Leipzig gekämpft, für mich ist es einfach nicht uptodate. In Leipzig wohlgemerkt!
Denkt mal bitte nach und vergesst nicht, dass Chemie Leipzig zwar eher als Arbeiterverein gilt, durch die Geschichte zu DDR-Zeiten aber auch bürgerliche Leute und nach der Wende alternative Leute angezogen hat. Wenn man sich politisch gibt, immer auch Inhalte und Symbole hinterfragen, auch wenn sie gutes vorgaukeln wollen. Sag´s mal so, Roter Stern ist für mich o.k., aber bei Hammer und Sichel habe ich meine Bedenken, ebenso bei dem Bild des Vermummten auf einer Fahne, der zu sehr an die Chiapas erinnert, die vom Subkommandante in die Freiheit geführt werden sollen.
Übrigens heißt es für mich McDonalds und nicht McDoof. Wir waren in Deutschland bestimmt die einzige Antifagruppe, die ihren Treffpunkt immer beim McDonalds hatte.
1104775493]
1104788674]
mausi - 03.01.2005 - 20:47
ich finde es immer richtig, gegen nazis vorzugehen (auch in leipzig) - nur: wenn einer eine flasche nach mir wirft und mich als nazi beschimpft, obwohl ich gegen nazis am start bin, werde ich ihm auch nonverbal zu verstehen geben, dass hier etwas in schieflage geraten ist (kleine silvestergeschichte eines älteren lokisten) - damit will ich sagen: lok ist nicht gleich nazi, sondern richtig ist, dass derzeit wieder mehr naziscum zu lok aus dem umland heranfährt, als es vor zwei jahren der fall war - und außerdem ist es richtig, dass von den älteren bei lok sich durchaus auch einige gegen nazis engagieren - ich finde im übrigen das autonome gehabe auch nicht sonderlich prickelnd, obwohl ich eingestehen muss, selber aus dieser ecke zu kommen - daher war es mir eine kleine freude, in zwickau meine blüten-weiße mütze zu präsentieren :) - auch der bezug auf nationale befreiungsbewegungen (chiapas) ist eine sache, die mich bei chemie sehr nerven würde - die bezeichnung mcdoof kommt im übrigen von den gruseligsten antiglobalisierungs-hoschis, die sich die welt mit antisemitischen denkmustern zusammenstricken (die da oben beuten uns arme hier unten aus, ergo müssen die mächtigen beseitigt werden, damit der kapitalismus menschenfreundlicher wird...) - aber das ist eine längere diskussion, die ich hier nur führen werde, wenn der wunsch danach geäußert wird, oder ich vor wut nicht an mir halten kann
Menne - 03.01.2005 - 23:36
Naja das Ding mit Mc Doof, würde ich nich sooo überbewerten. Auf manchen Flyern etc. findet man auch die Ausgeschriebene Version. Aber MC Doof Ist nunmal kürzer und passt damit auch optisch besser auf Flyer. Bis auf wenige Ausnahmen setzt sich hier denke kaum einer mit den Folgen von Globalisierung und etwaigen Schuldzuweißungen auseinander. Und bei MC Donnalds essen eh alle gern... ;) Selbst Hippies.... hehehe
Das Problem zu Sylvester, war ja die aufgeheizte Stimmung und das einige vermeintliche Angreifer vom Mittwoch erkannten! Das nachdem dieser Vorwurf ausgeräumt wurde eigentlich die Füsse still zu halten sind ist klar. Nur wenn lauthals LOK gerufen wird, ist es klar das sich Loite angepisst fühlen und aktiv werden, bzw dies wollen! Zumal es wieder einiges an Gerüchten und auch eine "Droh-sms" gab. Und das es mittlerweile diese Polarisierung der beiden Vereine (wenn auch sicher nicht von allen gewollt) gibt ist sicher nicht rückängig zu machen.
Und wenn in Markleeberg der ganze Lok-Block: Zigeuner-Pack ruft, sind antifaschistische Rufe bzw. ein entgegentreten denke schon wichtig. Erst recht wenn Leute wie Larrisch (richtig geschrieben?), der 15 Jährige mit zum Hess-Geburtstag nimmt im anderen Block stehen!
Hammer und Sichel kamen ja bei uns bisher nicht vor. (Von dem auf der Antira WM erworbenen Shirt mal abgesehen). Ich würde die Verwendung von diesem für die Gruppe aber auch kritisch sehn. Zu sehr wiegt einfach die Vergangenheit der SU. Außerdem ist Arbeiterklasse und arbeiten eigentlich uncool ;)
Ich denke nicht, dass die Symbolik des Vermumten auf dieser Fahne dem Zeichner bzw Eigentümer der Fahne bewußt ist. Und auch sonst können nur wenige "Checker" was damit anfangen. Mich erinnert er übrigens eher an die Zappatisten. ;) Bin mir zwar jetzt nicht sicher aber glaube die stehen nicht für eine nationale Freiheitsbewegung sondern für ihre Recht auf Annerkennung des Lebens! Kann mich aber in diesem Punkt auch irren.
Naja, dieses Autonome birgt halt eine ziemlich große Faszination. Auch sicherlich durch die gewisse Vorbildwirkung "in Sachen Riot und Black Bloc" um es mal ganz, ganz blöd auszudrücken. Aber auch der Einfluss durch Demos ist sicher allgegenwärtig.
Desweiteren finde ich aber auch das diese homogene Masse, ohne das dabei jemand allerdings seine eigene Indentität aufgeben muss oder soll, einfach in einem Fanblock besser wirkt.
Das dies vielleicht nicht übelst krass p.c. ist, dürfte sicher klar sein. Aber gerade in dem immer krasser werdenden Radikalisierungsprozess, ist dieses Auftreten vielleicht von Nöten.
Das kurz meine Gedanken.... schlaft gut und wäre cool, wenn sich auch andere mal äußern würden.
Milli - 05.01.2005 - 16:20
@mausi
Mit diesen Lok-Poppern will ich aber auch nichts zu tun haben. Und es ging gegen Bullizei und nicht gegen Nazis. Aber am Ende bin ich weder Freund
von Gelhaaren noch von Dreadlocks. Man kann gepflegt durch die Kante laufen, ohne gleich wie ein Discomacker auszusehen.