Was ist chronischer Schmerz?
Im Gegensatz zum akutem Schmerz (Schutzschmerz), der dem Gehirn ein Warnsignal für körperliche Störungen meldet, hat sich der chronische Schmerz von der ursprünglichen Funktion abgelöst und existiert selbstständig. Die Nervenzellen des Betroffenen melden dem Gehirn mitunter Schmerzen, wo gar keine sind. Nach Angaben der Deutschen Schmerzliga leiden mindestens acht Millionen Bundesbürger an schweren Dauerschmerzen.
Man unterscheidet - wie bei der akuten Schmerzsymptomatik auch - drei Grundtypen von Schmerzen:
Periphere Projektionsschmerzen (Trigeminusneuralgie, Sudeck-Syndrom, usw.)
Zentraler Schmerz (z.B. brennender Dauerschmerz nach einem Schlaganfall, "Thalamusschmerz")
Übertragungsschmerz (der Schaden eines inneren Organs projiziert sich als Schmerz auf ein bestimmtes Hautareal, "Head-Zonen")
Wie entsteht chronischer Schmerz?
Chronische Schmerzen sind kein natürlicher Zustand des Körpers, sondern eine Verselbständigung von Nervenimpulsen. Sendet eine Nervenzelle zu lange und dauerhaft beispielsweise nach einer Verletzung einen Impuls an das Gehirn, verändert sich ihr Stoffwechsel. Ist schließlich kein Reiz mehr vorhanden, kann die Zelle nicht mehr abschalten und sendet die Impulse trotzdem. Die Zelle hat gewissermaßen eine Art Schmerzgedächtnis entwickelt.
Um diese Fehlleistung der Nervenzelle zu stoppen, liegt der Behandlungsansatz von chronischen Schmerzen zum einen in der Unterbrechung der Schmerzleitung, zum anderen auch in einer Veränderung der Schmerzwahrnehmung des Patienten