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gentlemen - 18.05.2004 - 13:13
Betrachtet man die Geschichte des Weines, so braucht man eigentlich nur in der christlichen Bibel nachzulesen, wenn man wissen möchte, was es mit dem Getränk Wein seit Jahrtausenden so auf sich hat. Ja seit Jahrtausenden war es das festliche Getränk für alle Anlässe. Wer ihn sich leisten konnte, trank ihn jedoch wann immer er ihn bekommen konnte. Wie Aufzeichnungen besagen, soll sogar Christus selbst auf der Hochzeit von Kanaan dafür gesorgt haben, dass sich die leeren Amphoren sofort wieder mit neuem Wein füllten. Wie viel schöne Sprichworte ranken sich um den Wein: im Wein liegt Wahrheit oder wer nicht liebt Wein, Weib und Gesang..
Die christliche Kirche stellt ihn noch heute in den Mittelpunkt der heiligen Messe als Symbol des für die Menschheit vergossenen Blutes. Selbst die römischen Bauernheere, die über Hunderte von Jahren ein riesiges Imperium eroberten, durften ihre Ansprüche auf gerechte Zuteilung ihrer Rationen geltend machen. Weingarten, Weinstock, Rebe oder Traube, ob Weinkelch oder Weinkrug, Weinbauer, Küfer , Kellermeister oder Fass, des vom Wein Trunkenen, Weinzecher oder Weindieb, alle und alles hat in Liedern, in der Literatur, in Dramen, auf Bildern, in Geschichten und auf und in Gegenständen seine Spuren hinterlassen, sei es mit dem Weinheber, oder gar der Weinbergschnecke, Weinvogelraupe und der Weinpalme. Sogar in die Sprachwelt ist Wein begriffsbildend eingegangen: weintrunken griff er nach dem wieder gefüllten Weinglas, neben ihm in der Weinstube des Winzers stand der Weinkühler des Winzers aus dem österreichischen Weinviertel.
Was ist es an diesem Getränk, das es eine so große Bedeutung gewonnen konnte? Doch nicht überall! Das völkerreichste Land der Erde, die Chinesen, kannte bis in das zwanzigste Jahrhundert hinein so gut wie keinen Wein, der sich nur aus den Trauben der Weinrebe gewinnen lässt. Erst Ende des letzten Jahrhunderts um 1980 begann auch hier der Siegeszug. Bis dahin hatte man nur die als wichtigste Rebe die Beichun- und die Lonyan-Trauben im Nordosten des Landes in geringer Zahl angebaut, um Wein zu gewinnen.