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gisi - 07.02.2004 - 11:44

Was ist eigentlich Stress??

Stress ist das Einwirken verschiedener Faktoren auf die Psyche des Menschen. Solange man in der Lage ist, diese
aktoren zu bewältigen, so spricht man vom positiven Stress (Eu-Stress). Erst wenn einem "alles über den Kopf wächst"
entsteht der negative Stress (Dis-Stress).

Stress und Krankheit

Unter Stressbedingungen stellt der Körper ein Höchstmaß an Energie zur Verfügung um die erhöhten Anforderungen
bewältigen zu können.
Damit der Körper gesund und leistungsfähig bleibt, müssen sich Leistungs- und Ruhephasen im gesunden Rhythmus
abwechseln. Ein Mensch der zu vielen Stressfaktoren und stressauslösenden Lebensereignissen ausgesetzt ist,
steht nur noch unter "Dauerstrom".
DIE FOLGE: Es stellen sich gesundheitliche Probleme wie Gedächtnisstörungen, Ermüdungserscheinungen, Gereiztheit,
Herz- Kreislauferkrankungen ein.
Häufige oder ständige Anspannung der Muskulatur kann zu Kopf-, Nacken und Rückenschmerzen führen. Permanent
verlangsamte Verdauungsfunktionen können zu Verdauungsstörungen wie Gastritis bis hin zu Magengeschwüren führen.
Die Schwächung des Immunsystems kann Krankheitsanfälligkeit auslösen. Ständige Erkältungen, Grippe und/oder Bronchitis
sind dann die Folge.

Stress - Ein Relikt aus der Urzeit?

In der Urzeit war es überlebensnotwendig, dass der Körper in Gefahrensituationen Stresshormone produzierte.

Stellen Sie sich einen urzeitlichen Jäger vor. Nur mit einer Keule bewaffnet sitzt er an einen Felsen gelehnt. Plötzlich nimmt er
hinter sich ein knackendes Geräusch wahr. Sein Gehirn signalisiert: "Gefahr!!" Er dreht sich um und sieht einen riesigen Bären
auf sich zu kommen. Was spielt sich nun in seinem Körper ab??

Das vegetative Nervensystem arbeitet auf Höchststufe. Es bilden sich verstärkt Stresshormone, die dem Körper kurzzeitig
ungeheure Energien zur Verfügung stellen. Alle Muskeln sind angespannt, die Aufmerksamkeit ist geschärft.
Unser Jäger entscheidet sich in Anbetracht der Größe des Bären nicht zum Kampf, sondern er zieht die Flucht vor.
Durch sein - von seinem Körper zur Verfügung gestelltes - Energiedepot rennt er so schnell er kann davon.

Nach der erfolgreichen Flucht sinkt er erschöpft zu Boden und genießt die Erholung. Dem Körper wird wieder "Normalzustand"
signalisiert. Würde diese Erholungsphase nicht stattfinden und der Körper würde immer wieder aufs Neue gefordert werden
ohne sich ausreichend erholt zu haben (Dauerstress), so wäre der Jäger nicht mehr in der Lage mit den Belastungen fertig
zu werden.

Stress heute

Besonders in unseren hektischen vom Leistungsdruck geprägten Gesellschaft leiden immer mehr Menschen unter Dauerstress.
Der Körper hat nicht mehr die Möglichkeit seine - durch Stress - aufgebauten Energien abzubauen. Der urzeitliche Jäger hingegen
konnte durch die Flucht seine aufgebauten Energien verbrauchen und den Körper wieder auf "Normalzustand" bringen. Der
Mensch in der heutigen Zeit kommt gestresst und müde von seinem Arbeitsplatz nach Hause, lässt sich dann auf die Couch fallen
und döst vor dem Fernseher ein. Trotzdem findet sein Körper keine richtige Entspannung. Die Spannungen können nicht abgebaut
werden und die Gedanken kreisen immer noch um die Geschehnisse des Tages.

Richtiger wäre es, sich trotz der Erschöpfung aufzuraffen und dem Körper die Möglichkeit des Abreagierens zu geben. Ein
Spaziergang, eine halbe Stunde walken oder joggen, Entspannungsübungen etc. und der Körper hätte die Möglichkeit,
seine - durch Stress -aufgestauten Energien verwerten und wäre in der Lage, sich wieder zu entspannen. Das Gleichgewicht
zwischen Leistungs- und Ruhephase wäre wieder hergestellt. Würden wir stattdessen den Abend auf der Couch verbringen,
so ist dem Körper die Möglichkeit genommen worden, seine aufgebauten Energien abzubauen.

Stellen Sie sich ein Gummiband vor, welches ständig straff gespannt ist. Irgendwann reißt es!!

Ändern der Lebens- und Arbeitsgewohnheiten

Ist der Stress keine Ausnahmesituation (z.B. durch Krankheit oder Urlaub der Kollegen etc.) und man steht nur noch "unter Strom",
dann sollte man schleunigst etwas an seiner Situation ändern. Was nützt einem das tollste Gehalt wenn man mit 45 Jahren den
ersten Herzinfarkt hat? Wer die Möglichkeit hat, seine Lebensumstände zum Positiven zu ändern, sollte nicht zögern, dies zu tun.
Manchmal gehört vielleicht auch etwas Mut dazu, sich von alten Gewohnheiten zu lösen. Doch für seine Gesundheit und ein erfüllteres
Leben sollte jeder prüfen, ob er nicht seine alten eingefahrenen Bahnen verlassen oder zumindest ein kleines Wegstück neu erkunden kann.

Sind Körper und Geist entspannt, gelingt es uns, mit Stresssituationen wesentlich gelassener umzugehen.

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