Veränderungen
“Nein, verdammt noch mal!”
“Schrei mich nicht so an!”
“Du schreist ja genau so! Und sag mir jetzt ja nicht, dass du es darfst aber ich nicht!”
“Rede nicht in diesem Ton mit mir!”
“Ich rede wie es mir passt!”
Es knallte und langsam wurde ein roter Handabdruck auf der sonst blassen Wange des Mädchens sicher, während sich deren Augen erschrocken weiteten und sich ihr Mund zu einem stummen Schrei öffnete.
Kein Laut jedoch kam mehr aus ihrem Mund und das Mädchen schickte der Person gegenüber nur noch einen unverständlichen und verletzten Blick, ehe sie nach der Jacke griff, die neben ihr auf dem Bett lag und mit raschen Schritten das Zimmer verließ.
Das war vor drei Tagen…
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“Hey Gina! Gina!”, rief ich und versuchte verzweifelt den rießigen, braunen Umzugskarton festzuhalten und mich gegen Biancas kleine Hündin Neela zu ‘wehren’, die mich fröhlich ansprang und unbedingt gestreichelt werden wollte.
Das ging allerdings sehr schlecht, da ich keine Hände frei hatte und so musste Gina mir helfen und den Karton halten wähend ich Neela begrüßte.
Schließlich aber nahm ich ihr das Ding wieder ab und schleppte es dann unzählige Treppen durch die Villa nach oben, das Heim unserer ‘Chaos-WG’ in die ich heute einziehen würde.
Natürlich freute ich mich rießig darüber, doch so ein Umzug machte wirklich ganz schöne Schwierigkeiten und so war ich froh, als ich endlich meine gesamte persöhnliche Habe nach oben geschleppt hatte. Bett, Schrank und ein Sofa befanden sich schon darin, das hatte ich mir neu gekauft, damit mein Zimmer zu Hause nicht all zu leer war, doch so Dinge wie Zeichenzubehör, Bücher und Schulzeug musste ich natürlich mitnehmen - man konnte sich ja schließlich nicht alles doppelt anschaffen, auch wenn das vielleicht mal eine Idee gewesen wäre…
Nach etwa einer Stunde hatte ich auch schon das meiste von meinem Zeug eingeräumt, der Schrank quoll beinahe über vor lauter Kleidung und ich spielte langsam mit dem Gedanken mir vielleicht noch einen zweiten zu kaufen, doch als ich mich so umsah konnte ich keinen Platz finden, wo vielleicht noch ein zweiter Schrank platzg ehabt hätte und so verwarf ich die Idee wieder.
Lieber ‘schmiss’ ich meine alten Jeans und die Stallklamotten in eine große, dunkle Holztruhe, dann war auch im Schrank wieder etwas mehr Platz und die Tür ging auch wieder ganz zu, ohne dass man etwas davorstellen musste.
Zufrieden sah ich mich um und schlüpfte dann schnell in meine bequemen, beigen Turnschuhe ehe ich das dunkle, weite T-Shirt welches ich zum Umzug angehabt hatte gegen ein rotes Top tauschte und mir kräftig Sonnencreme auf die Haut schmierte - ich als Deutsche war noch immer ‘ein wenig’ empfindlich was die Sonne anging und fing mir relativ schnell einen Sonnenbrand ein.
Eine viertel Stunde später hopste ich dann fertig eingecremt und umgezogen fröhlich die Treppe hinunter, stolperte fast über Neela und rannte dann zur Tür hinaus. Später, nachdem ich mich um meine Pferde gekümmert hatte, würde ich auf Entdeckungsreise gehen bzw. Gina würde mich durch die Villa führen, damit ich auch ja nicht Gefahr lief mich auf dem Weg von meinem Zimmer zum Esszimmer zu verlaufen und am Ende ohne Essen ins Bett gehen zu müssen^^
Jetzt waren aber erst einmal die Vierbeiner dran, denn zu Prince hatte sich seit meinem Geburtstag auch noch die kleine, zierliche Fuchsstute Sahara Diamond gesellt, deren Fellfarbe mich immer ein wenig an Tomaten-Sahne-Soße erinnerte…
Gerade eben eingeritten, hatte ich mir vorgenommen die Stute in der ersten Zeit gar nicht oder nur ein wenig zu Reiten, sondern ihr erst einmal Vertrauen beizubringen und ihr zu zeigen, dass man nicht immer vor alles und jedem Angst haben musste, doch ich wusste, dass ich mir damit eine wirklich große Herausforderung gestellt hatte und das ganze wirklich lange dauern würde.
Zuversichtlich, da Diamond schon gestern nicht mehr vor mir zurückgeschreckt war, als ich mit dem Schubkarren ankam um ihre Box auszumisten, schlenderte ich über den Hof, grüßte hier und da einige Mitglieder und befand mich kurz darauf vor Diamonds Box, deren Boden dick mit Stroh bedeckt war.
“Na meine Kleine?”, sprach ich die Stute mit ruhiger Stimme an, was Diamond dazu veranlasste mit den zierlichen Araberohren zu spielen.
Ihre Mähne war noch relativ kurz, doch ich hatte die Absicht sie länger wachsen zu lassen, a es ihr bestimmt stehen würde. Der Ton ihres Langhaares war eine Nuance dunkler als ihre normale Fellfarbe und während ich nachdenklich mit den kurzen, rötlichen Strähnen spielte summte ich leise vor mich hin.
Lulabye, von Billy Joel nannte sich das Lied und ich kannte fast den gesamten Text auswendig, so gut hatte es mr damals gefallen.
Noch immer strich ich Diamond zärtlich über den schlanken Hals, fühlte sie unter mir erzittern und pustete vorsichtig gegen ihre dunkle Nase.
“Keine Angst, meine Kleine!”, wisperte ich ihr zu und strichelte sanft den Stern auf ihrer Stirn, dessen Form mich immer an das Abzeichen von Prince erinnerte - vielleicht hatten das beide von Suleika?
Langsam löste ich mich schließlich von der jungen Stute und betrachtete sie nachdenklich. Die ersten drei, vier Tage hatte ich sie mehr oder weniger in Ruhe gelassen, ihr nur ab und ein eine Möhre gebracht oder sie auf die Koppel gelassen und mit ihr geredet, doch gestern hatte ich mich zum ersten Mal zu ihr in die Box gesellt und lange mit ihr geschmust.
Es schien, dass es die Kleine wirklich genossen hatte und so wiederholte ich das noch einmal, während ich mir vornahm sie je nach Stimmung morgen oder am späten Nachmittag noch einmal aus ihrer Box zu holen und sie zu putzen.
“Das hast du langsam nämlich wirklich nötig!”, erklärte ich der Fuchsstute lächelnd und ließ mich langsam ins Stroh fallen während Diamond neugierig ihre Nase zu mir hinunter senkte und an meinen Knien schnoberte.
Schon früh hatte ich festgestellt, dass sie ruhiger wurde, sobald man kleiner war als sie, sprich sobald man saß und so hielt ich die ganzen Schmusestunden auch immer im Sitzen ab, da es mir ja in erster Linie darum ging, dass Diamond anfing mir zu vertrauen und sich entspannte.
Freilich, ihr Kopf blieb nicht immer bei mir, oft wanderte die Stute auf der Suche nach vereinzelten Heuhalmen durch ihre Box, doch meistens kam sie immer wieder zu mir zurück, ließ sich liebkosende Worte ins Ohr flüstern und an der Stirn kraulen, was ich jedes Mal tat wenn ihre Nase mich vorsichtig anstupste.
Seit dem ersten Mal, an dem ich Diamond gesehen und gestreichelt hatte, war die junge Stute ein klein wenig frecher geworden und wenn ich sie nicht streichelte, obwohl sie mir auffordernd die Nase entgegen streckte, dann puffte sie mich leicht gegen den Arm. Zwar noch zögerlich und immer in ‘Hab-acht-Stellung’, doch sie wurde zunehmend selbstischerer in meiner Gegenwart.
Es gefiel mir und ich lächelte jedes Mal, wenn sie mich anstupste und wartete oftmals sogar, bis sie mich ein weiteres Mal, ein bisschen fester anstupste ehe ich ihrer ‘Aufforderung’ nachkam und sie streichelte und kraulte.
Ein Prusten und ein Stups gegen die Schulter riss mich aus meinen Gedanken, hatte ich es doch glatt verpasst Diamond die ‘fälligen’ Streicheleinheiten zukommen zu lassen, woran sie mich nun nachdrücklich erinnerte.
Nach gut einer Stunde, in der ich Diamond Geschichten erzählt, Lieder vorgesungen und mit ihr geschmust hatte, streckte ich mich vorsichtig und erhob mich dann langsam, während ich mir das Stroh von der Kleidung klopfte und die paar Halme, die Diamond mir in den Ausschnitt hatte fallen lassen, herausfischte.
Die junge Fuchsstute beobachtete mich dabei interessiert und nahm dann mit einer vorsichtigen Bewegung das Stück Möhre, welches ich ihr auf der flachen Hand hinhielt. Es krachte, als ihre kräftigen Zähne das orange Gemüse in zerbissen und grinsend fing ich die Hälfte davon auf, da Diamond es irgendwie immer schaffte genau ein Stück von der Möhre abzubeisen und zu zerkaufen, während der Rest zu Boden fiel.
Geduldig wartete ich also erst einmal ab, bis sie gekaut hatte und reichte ihr dann den Rest, der diesmal nicht mehr auf dem Boden landete.
Mit einem leichten Tätscheln und einem auf ihre Nase gehauchten Kuss verabschiedete ich mich von der roten Araberin und machte mich dann erst einmal auf den Weg ins Haus um mir einen Apfel aus der Küche zu klauen - ihr wisst ja gar nicht, wie hungrig Schmusen machen kann!^^
Schnell hatte ich mir das grüne Obst aus der Schale gemopst und schlenderte dann gemütlich wieder nach draußen, als mein Handy bimmelte und X-Tina anfing ‘Ain’t no other man’ zu singen - mein Klingelton.
Hastig kramte ich mein Handy hervor und warf einen kurzen Blick auf das Display, auf dem normalerweiße der Name des Anrufers stehen sollte. In diesem Fall stand dort aber nur Anonym und so drückte ich achselzuckend auf den Annahmeknopf.
“Ja?”
“Hi Caro”
“Hey…”
“Sag, hast du jetzt eigentlich endlich ein Pferd zum Ausreiten?”
“Nein, hab ich nicht. Nur El Arrabiata, aber mit dem wollte ich heute Dressurarbeit machen. Warum eigentlich?”
“Ich wollte dich eigentlich fragen, ob du nicht mir mir ausreiten willst.”
“Wollen schon…”
“aber?”
“Tja, ich weiß nicht. Warte mal eben”
“Ok”
Während ich das Handy vom Ohr nahm sah ich mich suchend um und erblickte schließlich Claire.
“huhu, Claire!”, rief ich über den Hof und lief schnell auf sie zu.
“Hi Caro”
“Hey! Sag, weißt du wo Kathi is?”
“Vorher war sie noch in der Halle…”
“Danke!”
Während ich mich also eiligst auf den Weg zum genannten Ort machte, biss ich endlich von meinem Apfel ab, ehe mich eine Stimme am anderen Ende der Leitung unterbrach.
“Klapperst du jetzt den ganzen Hof nach nem Pferd ab, oder wie?”
“Ach quatsch, aber Kathi hat mir eh angeboten, dass ich ihren El Sharif reiten und pflegen kann…”
“Ach…”
“Ja, weil ich ihn doch in Beritt hatte…”
“Ach…”
“Ja!”
Endlich hatte ich die Halle erreicht, welche Kathi gerade verließ um sich mit Shijatana auf den Weg ins Gelände zu machen, doch ich kam gerade noch rechtzeitig, obwohl ich erst einmal kräftig nach Luft schnappen musste, ehe ich mein Anliegen vorbringen konnte.
Zum Glück war Kathi sehr geduldig und als ich sie mit großen Augen ansah und fragte, ob ich heute El Sharif reiten konnte, nickte sie und wünschte mir viel Spaß.
“Danke, dir auch!” rief ich ihr noch hinterher und führte dann mein Handy wieder ans Ohr.
“Wann?”, fragte ich nur und am anderen Ende der Leitung ertönte ein sanftes Lachen.
“Wie lange brauchst du?”
“Öhm, nicht so lange, ich glaub Sharif wurde heute schon einmal geputzt.”
“Gut, dann bin ich in einer halben Stunde bei dir, nicht dass du dich auf dem Weg zum Treffpunkt noch verirrst!”, neckte Danny mich und ich schnitt eine Grimasse.
“Haha. Also bis nacher”
“Ciao”
Nachdem ich aufgelegt hatte, schaute ich bedauernd auf meinen Apfel, den ich nun nicht mehr vollständig essen konnte, doch eine Lösung war geschwind gefunden. El Sharif bekam den halb aufgegessenen Apfel, bevor ich ihn aufhalfterte und zum Putzplatz führte.
Sanft strich ich dem schwarzen Hengst über das glänzende Fell und hauchte ihm einen Kuss auf die Stirn, während ich ihn zärtlich umarmte. Bereits, als ich ihn zum ersten Mal gesehen hatte, hatte ich den Rappen lieb gewonnen und um so glücklicher war ich nun, da Kathi mir angeboten hatte ihn auch zukünfitg zu pflegen und zu reiten.
Mit einem mahnenden ‘du bist schön bav, ja?’ gab ich Sharif einen sanften Klaps und lief dann davon um den Putzkoffer, Sattel und Trense sowie die Gamaschen aus der Sattelkammer zu holen. Zwar brachen mir bei dem Gewicht fast die Arme, doch endlich hatte ich es geschafft und legte das ganze Zeug aufseufzend neben dem Rappenhengst auf den Boden.
Schnell waren Trense und Sattel über die Anbindestange gelegt, die Gamaschen daran gehängt und der Putzkoffer geöffnent - es konnte losgehen.
“Gib Huf”, sagte ich bestimmt und tippte leicht gegen Sharifs schlanke Araberbeine woraufhin der Hengst brav das Vorderbein hob und ich seinen Huf auskratzen konnte, während ich lächelnd daran dachte wie lange ich gemeinsam mit Kathi daran gearbeitet hatte, bis der Kleine sein Gleichgewicht auf drei Füßen halten konnte.
Jetzt allerdings war es kein Problem mehr für ihn und ich klopfte lobend den dunklen Hals, nachdem alle vier Hufe von Dreck und zusammengeklumpftem Sand befreit waren. Danach griff ich mir eine Kardätsche und putzte noch einmal flüchtig über das nur mäßig schmutzige Fell des Rappen ehe ich mir den Mähnenkamm schnappte und begann Knoten und Flechten daraus zu lösen.
Bald schon fiel seine Mähne seidig auf den schwarzen Hals, doch als ich einen Blick auf die Uhr warf fiel mir vor Schreck der Kamm aus der Hand.
“Hilfe”, jammerte ich, sammelte den Mähnenkamm ein und warf ihn in den Putzkoffer zurück, ehe eine belustigte Stimme mich dazu veranlasste einen Luftsprung zu machen, so plötzlich kam das.
“Na, hast du gerade gemerkt, dass du ziemlich getrödelt hast?”, fragte Danny amüsiert und ich lief leicht rot umd die Nase an.
“Bin sofort fertig”, nuschelte ich und legte El Sharif trotz unserer vorherigen Trödelei vorsichtig und langsam den Sattel auf den Rücken. Diesen verschnallte ich dann rasch, ehe ich Sharif die Gamaschen anlegte und ihn auftrenste.
Fünf Minuten später standen wir dann auch schon fertig zum Reiten vor Danny der mit einem frechen Grinsen langsam in die Hände klatschte.
“Toll, ihr seid richtig schnell!”, bemerkte er trocken, woraufhin ich ihm die Zunge rausstreckte (richtig kleinkindmäßig^^) und mich dann grinsend in den Sattel schwang.
Während ich also ritt und El Sharif lobte, weil er beim Aufsteigen so brav gewesen waren, ging Danny neben uns her und gemeinsam überquerten wir den sandigen Hof, bis wir zum Tor kamen. Dort stand, in der Hand hellbraune Zügel, Gina und strich einer hübschen Fuchsstute zärtlich über die Nase, sodass deren Oberlippe anfing zu zucken und Gina lachte.
Neugierig musterte ich die Quarter-Stute und zupfte leicht am Zügel, da auch Sharif sich neugierig an Cassie herangemacht hatte um sie näher zu begrüßen. Da ich allerdings nicht wusste wie sich die Stute gegenüber frechen, draufgängerischen Junghengsten verhielt, stoppte ich den Kleinen lieber schon vorher ehe hier noch eine Keilerei ausbrach oder ähnliches.
Während Danny kurz mit seiner Stute sprach, sie streichelte und sich dann in den Sattel schwang stellte Gina sich neben Sharif und blinzelte verschwörerisch zu mir auf.
“Du bist ja ne ganz schnelle, du! Gerade mal nen Monat hier und schon nen Kerl an der Angel!”, kicherte sie leise und lief dann lachend davon, als ich ihr einen empörten Klaps verpassen wollte.
“Das könnte dir so passen”, rief ich ihr noch hinteher, doch ich lachte dabei und versuchte tunlichst Danny nicht anzusehen, da ich befürchtete doch recht rot geworden zu sein^^
Der allerdings hatte natürlich alles schon wieder mitbekommen und während wir im Schritt vom Hof ritten hackte er ach.
“Was hat sie denn gesagt?”
“Nichts…”
“Glaub ich dir nicht…”
“Is aber so!”
“Wers glaubt…”
“Dann glaubs halt”
“Tu ich aber nciht, also erzähl!”
“Himmel bist du neugierig!”
“Neugierig? Was ist das?”, fragte er lachend und ließ zum Glück von mir ab, sodass ich aufatmen konnte und bevor er doch noch auf die Idee kam das vorherige Thema noch einmal anzuschneiden, fragte ich ihn lieber gleich nach seiner Stute.
“Das is also Cassie?”
“hm…”
“Wie alt ist die eigentlich?”
“10, aber immer noch so hibbelig wie ein 3-Jähriger!”
“Echt? Sieht man gar nicht…”, meinte ich und warf einen raschen Seitenblick auf die dunkle Fuchsstute, die mit wippenden Ohren gemütlich neben El Sharif herdackelte - sah wirklich nicht so aus…
“Naja, jetzt noch nicht. Sie schläft nämlich noch, aber wenn sie erst einmal aufwacht…”
Er grinste, denn noch immer blickte ich ein wenig skeptisch. Bald jedoch verlangte der junge Rapphengst unter meinem Hintern vollste Aufmerksamkeit, da ein verstörter Feldhase über den Weg gehoppelt kam und Sharif sich vor Schreck fast auf seinen fürstlichen Hintern hockte.
Aber nicht nur der Araberhengst erschrack, sondern auch Cassie. Während El Sharif allerdings ‘nur’ erschrack, machte die Dunkelfuchsstute ein richtiges Theater daraus, stieg und bockte und schnaubte, als stände der Weltuntergang bevor - hysterisches Pferd…
Danny jedoch ließ sich nicht aus der Ruhe bringen, er war das ja scheinbar schon gewöhnt. Mit ruhiger, tiefer Stimme redete er auf die Stute ein, strich sanft über ihren Hals und drückte ihr dann unmissverständlich die Beine in die Seiten.
Vorwärtsgehen sollte sie, der Hase war schon längst verschwunden und nach einigem Herumgezicke setzte sich Cassie auch wieder in Bewegung. Ab diesem Zeitpunkt war die Stute dann wieder völlig ruhig und ihr Schritt auch nur einen Tick schneller als zuvor und auch mein Kleiner hatte sich wieder beruhigt.
“Puh, reagiert die immer so?”, fragte ich doch Danny winkte nur ab.
“Normalerweiße viel schlimmer. Eigentlich bockt und steigt sie nur so lange, bis der Reiter am Boden liegt, dann bleibt sie stehen und wartete bis er wieder aufgestiegen ist. Dann kanns weiter gehen und sie benimmt sich so, als wäre nichts gewesen.”
“Hat sie dich schonmal runtergebockt?”
“Ja, öfter aber sie rennt ja nicht weg, das ist recht praktisch”, grinste Danny und klopfte Cassie kurz den Hals, was die Stute mit einem Schauben beantwortete. Genüsslich streckte sie ihre Nase nach vorne und schnoberte am Boden entlang.
Eine Weile ging das alles gut und auch Kathis junger Hengst benahm sich sehr manierlich, sodass ich ihn am langen Zügel laufen lassen konnte, doch schon bald schien ihm das Schrittgehen langweilig zu werden und ich bemerkte wie er unruhig wurde.
30 min. waren seitdem vergangen, seit wir den Hof verlassen hatten und so beschlossen wir unsere Pferde ein klein wenig schneller gehen zu lassen. Auf meine Frage, wo es denn hinginge lächelte Danny nur geheimnisvoll und schwieg. Das einzige, was ich erfuhr, war, dass wir uns in Sachen Tempo vielleicht ein wenig zurückhalten sollte.
Daran hielten wir uns auch und so trabten wir nicht übermäßig viel und lgten en Weg größtenteils im Schritt zurück, was die beiden Pferde nach dem ersten Trab auch nicht mehr zu stören schien.
Eine Stunde später riss ich erstaunt die Augen auf und schnappte vor Überraschung nach Luft.
“Wow”, entfuhr es mir während ich beinahe regungslos auf El Sharif saß.
Der junge Hengst war auch lieb und stand still neben Cassie, während mich dieser unglaubliche Ausblick verzauberte. Die Sonne stand hoch am Himmel und ihre Strahlen ließen das Wasser glitzern, welches ruhig vor uns lag und nur durch gelegentliche Wellen in Bewegung gebracht wurde.
Ein heller, fast weißer Sandstrand erstreckte sich am Rand des Meeres und die kleine Anhöhe, auf der wir uns befanden war der ideale Platz um dieses Paradies zu überblicken.
Vereinzelt spendeten kleine Palmen Schatten am Strand und ich seufzte leise.
“Schön?”
“Wunderschön”, erklärte ich aus vollem Herzen und schaute zu Danny der fröhlich lächelte und mit dem Kopf nach unten deutete.
“Komm”, sagte er nur und lenkte seine Stute dann den Hügel herunter, sodass Sharif folgte ohne auf ein Zutun zu warten.
Ich ließ ihn, noch immer verzaubert von der Schönheit dieses Ortes und konnte mich gar nicht sattsehen am Meer und am Strand, bis es mir siedenheiß einfiel.
“Ehm, Danny hast du vor.. Baden zu gehen?”, fragte ich vorsichtig und zögerlich woraufhin ein Nicken des Blonden folgte und ich mir aufstöhnend die Hand auf die Stirn klatschte.
“Du Depp, warum hast du das nicht vorher gesagt? Ich hab kein Badezeug dabei!” fuhr ich ihn wütend und enttäuscht zugleich an, denn ich wäre wirklich gerne ins Meer gegangen.
“Na und?”
“Wie ‘na und’?2, fragte ich säuerlich, woraufhin Danny sich halb im Sattel umdrehte und anzüglich mit den Augenbrauen wackelte.
“Wofür gibts Unterwäsche, meine Liebe?”, flötete er, ehe er sich grinsend wieder umdrehte und so zum Glück nicht sah wie mir die Röte ins Gesicht schoss.
Inzwischen waren wir unten am Strand angekommen und so konnte ich wieder neben Danny reiten, wobei ich beschloss den Spieß jetzt doch einfach mal ein wenig umzudrehen.
“Soso, du willst mich also unbedingt in Unterwäsche sehen, hä?”, fragte ich ihn grinsend und bemerkte zufrieden die dezente Röte, die sich um seine Nase ausbreitete ehe er mir ein entwaffnendes Lächeln schenkte.
“Ertappt.”
“Du…”, fing ich an, doch dann musste ich auch lachen und winkte nur ab, vor allem weil er mir gerade das nächste ‘Problem’ eröffnete.
“Geht Sharif eigentlich ins Wasser?”
“Tja…”
Ich zuckte nur nichtwissend mit den Schltern, doch schlussendlich beschlossen wir es einfach auszuprobieren und schwangen uns aus dem Sattel um den Pferden eben diesen abzunehmen. Zusätzlich beförderte Danny noch zwei Halfter aus seinen Satteltaschen hervor (ich hatte mich ja schon gefragt, was er da alles drinnen hatte) damit die Trensen nicht nass wurden.
Schnell hatten wir die Zügel an den Halftern befestigt und sie unseren Pferden angelegt, ehe Danny mir (ganz Gentelman^^) auf El Sharif half und sich dann selbst auf seine Cassie schwang.
Der Junghengst tänzelte etwas, war ich doch noch nie ohne Sattel oben gesessen, doch er schien bald zu bemerken, dass es gar nicht so schlimm war und beruhigte sich wieder.
“Erst baden oder erst ein Galopp über den Strand?”
“Och, ich denke wir galoppieren erst einmal, baden dann und wenn wir lustig sind galoppieren wir nochmal, ja?”
“Okay, also auf die Plätze…”, fing Danny an und ich krallte schonmal vorsorglich eine Hand in Sharifs Mähne, damit es mich beim Start nicht vom Pferd haute.
Diese Befürchtung erwies sich aber als nichtig, denn während Cassie losschoss, stand Sharif brav an Ort und Stelle, guckte ein wenig dumm und wartete ansonsten ab, was ich oben machen würde.
Nun, ich tat auch etwas, aber wohl nicht das erwartete, denn ich musste so lachen, dass ich mich nun mit beiden Händen an Sharif festklammern musste um nicht vor Lachen vom Pferd zu fliegen.
“Kleiner, du bist genial”, japste ich während mir die Lachtränen über die Wangen rollten und ich mich wieder gerade hinsetzte. Von Danny und Cassie war nur noch eine ferne Staubwolke zu sehen, doch ich drückte dem Rapphengst fest die Beine gegen den Bauch und schnalzte auffordernd mit der Zunge.
“Lauf, mein Kleiner!” rief ich woraufhin sich El Sharif gesittet in Galopp setzte.
Bad jedoch schien er bemerkt zu haben, worum es hier ging und schaltete ‘den Turbo an’, sodass auch wir nun eie rießige Staubwolke hinter uns herzogen und langsam zu Danny und Cassie aufrückten. Der schien mittlerweile bemerkt zu haben, dass wir ziemlich weit hinten waren und ließ die Dunkelfuchsstute langsamer galoppieren, etwas, das Cassie mit einem empörten Buckler beantwortete, bei dem Danny beinahe vom Pferd gesegelt wäre, da er sich gerade nach mir umsah.
Schließlich aber hatten wir ihn erreicht und wir ließen die Pferde wieder schneller galoppieren, bis etwa zur Hälfte des Strandes, wo wir sie wieder in den Griff bekamen und ihnen lobend die feuchten Hälse klopften.
Schnaufend lenkten wir Sharif und Cassie wieder zurück und Danny fragte mich warum wir so lange gebraucht hatten, woraufhin ich ihm die Geschichte erzählte und er vor Lachen wirklich vom Pferd rutschte. Daraufhin brach auch ich wieder in Gelächter aus und gemeinsam lachten wir so sehr, dass es dem Blonden auch nicht einmal mehr gelang sich auf Cassies Rücken zu schwingen und er die Stute zurück führen musste.
Bei unserem ‘Satteldepot’ angekommen rutschte auch ich vom Pferderücken und eine Weile standen wir nur stumm da, bis Danny schließlich die Zügel seiner Cassie losließ und begann sich bis auf die Shorts auszuziehen. Die Fuchsstute kannte diese Prozedur bereits und blieb ruhig stehen, doch scheinbar war Danny ihr heute ein wenig zu langsam und sie wollte unbedingt ins Wasser, jedenfalls zwickte Cassie ihr Herrchen einmal kräftig in den Hintern, als er gerade beim Ausziehen inne gehalten hatte.
Der strafende Klaps und die Schimpftirade danach waren nicht von schlechten Eltern und während Danny mit wütenden Schritten auf seine Stute zustiefelte und diese rückwärts das Weite suchte ließ ich kichernd Sharifs Zügel los, mahnte ich brav stehen zu bleiben und begann meine Hose aufzuknüpfen.
Bald stand ich nur noch in Slip und Top da, während Danny noch immer mit seiner Stute ‘Vorwärts-und-Rückwärts-Lauf’ spielte.
Inzwischen allerdings sah das bei den beiden eher wie ein Spiel aus und schon nach kurzer Zeit standen Danny und Cassie wieder vor mir. Der eine breit grinsend, die andere sichtlich ungeduldig - sie wollte ins Wasser!
“Mach hinne!”, trieb ich ihn an und endlich hatte auch er sich wieder auf seine Stute geschwungen und wir konnten ins Wasser.
Während Cassie allerdings eiligst und zielstrebig ins Wasser watete, blieb El Sharif stehen, als es etwa knietief war und reagierte weder auf meinen Schenkeldruck noch auf Zurufe oder Schnalzlaute. Kräftig haute der Hengst mit dem Vorderhuf ins Wasser, sodass es hochspritzte und die tausenden und abertausenden Tröpfen im Licht der Sonne glänzten.
Zugegeben, es war ein wundervolles Schauspiel doch nass wurde man dabei auch von oben bis unten und das fand ich weniger toll, da ich schon nach 5 min. aussah wie ein begossener Pudel. Danny lachte über meinen Gesichtsausdruck und schnitt Grimassen, während ich ihm die Zunge rausstreckte und mir schon die best mögliche Rache überlegte als Cassie mir dieses abnahm und sich (samt Reiter) mit einem zufriedenen Prusten ins Wasser legte, sodass das Meer über ihrem Rücken zusammenschwappte und Danny bei dieser Aktion pitschnass wurde.
Nun war es an mir schallend loszulachen und endlich konnte ich auch den jungen Hengst dazu bewegen, weiter zu gehen sodass ich schon bald neben Cassie stand, die noch immer im Wasser lag, einen angesäuert dreinblickenden Danny auf ihrem Rücken.
“Tja, das kommt davon, wenn du dich mit uns Frauen anlegst!”, erklärte ich ihm kichernd und erntete dafür einen skeptischen Blick.
“Ach ja? Und weißt du auch was passiert, wenn du dich mit uns Männern anlegst?”, fragte er schelmisch grinsend und trat neben El Sharif, der mit der Nase fröhlich gegen die kleinen Wellen stupste die an seinen Füßen brachen.
Lagsam beugte ich mich zur Seite, bis mein Gesicht etwa auf Höhe von Dannys war und bemühte mich ein ernstes Gesicht zu machen.
“Was soll schon passieren, hm? Du als Mann bist hier nämlich eindeutig in der Unterzahl, der Kleine hier geht höchstens als Baby durch!”
“Dann lass dir mal von einem sich in der Unterzahl befinden Mann vom Pferd helfen!”, rief er los und so schnell, dass ich nicht einmal den Hauch einer Chance gehabt hätte, hatte er mich gepackt und mit einem lauten Platsch vom Pferd gezogen, sodass wir beide in den Fluten landeten.
“Hey!”, rief ich empört, nachdem ich prustend und nach Luft schnappend wieder an die Oberfläche gekommen war, und schaufelte Danny eine Ladung Wasser ins Gesicht, woraufhin er mich unter viel Geplansche erneut untertauchte - Fiesling!^^
Endlich gelang es mir, mich zu Cassie zu retten, während El Sharif noch immer in das Spiel der Wellen vertieft war - der Kleine sah wirklich zu süß aus^^
Danny wagte daraufhin nicht mehr mich vollzuspritzen, doch er versprach mir den Frieden, wenn ich wieder von seiner Stute wegkommen würde, da ihm ja langsam langweilig würde, so ganz ohne mich.
“Nur damit du mich wieder tauchen kannst, vergiss es!”, lachte ich doch er schüttelte den Kopf und versprach erneut mich nich unterzutauchen, vorrausgesetzt ich wäre auch brav.
Schließlich ließ ich mich auch davon überzeugen und kletterte über Cassie, die noch immer im Wasser lag und das ganze scheinbar richtig spitze fand.
Bald aber beschlossen wir, dass es mit Baden heute gut sei und nachdem Danny mir erneut auf El Sharif geholfen hatte versuchte er seine Stute zum Aufstehen zu bewegen.
“Komm Cassie, hoch mit dir!”
Ne, keine Lust
“Cassieeeee!” (sichtlich genervt)
Waaaaaaas? (ebenso genervter Blick)
“Komm schon, meine Schöne, wir kommen morgen wieder her, aber jetzt steh’ doch bitte, bitte wieder auf!” (schmeichelnd)
Morgen? Na schön… (nachgebend)
Mit einem resigniert klingenden Schnaufen richtete die dunkle Fuchsstute sich wieder auf, schüttelte das Wasser aus ihrem Fell und wartete geduldig bis ihr Herrchen oben saß, ehe sie sich auf den Weg zum Strand machte. Sharif dackelte brav hinterher, doch da unsere Pferde noch zu nass waren um sie zu satteln, beschlossen wir noch eine Weile über den Strand zu reiten und als wir nach der Hälfte der Strecke umdrehten und uns von den Pferderücken gleiten ließen, waren nur noch die Stellen auf denen wir gesessen hatten, nass. Als wir dann aber wieder bei unserem Zeug angekommen waren, waren sowohl die Pferde als auch wir vollständig trocken und so konnten wir die beiden Vierbeiner und uns für den Rückweg bereit machen.
Als wir dann endlich auf den Pferden saßen gings im gemütlichen Schritt zurück zum Hof.
Dort allerdings trennte Danny sich von uns, da es Cassie in den heimatlichen Stall zog, und wir verabschiedeten uns voneinander und während Danny einen flotten Trab einschlug saß ich am Tor ab, lockerte den Sattelgurt und führte El Sharif dann zum Putzplatz zurück.
Als wir dort ankamen nahm ich dem Rappen erst einmal Sattel und Trense ab, legte ihm sein weiches Halfter an und führte ihn zum Waschplatz, wo er noch einmal eine kräftige Dusche bekam, die das Salzwasser aus seinem Fell wusch, ehe ich ihn auf die Koppel ließ.
Ein Blick auf die Uhr zeigte mir, dass es bereits fünf Uhr war und da mein Magen sich auch langsam bemerkbar machte schlenderte ich schnell in die Küche, schnappte mir zum wiederholten Mal an diesem Tag einen Apfel und verzog mich damit auf mein Zimmer um endlich diese ‘salzige’ Kleidung loszuwerden, da es langsam umbequem wurde.
Fertig umgezogen und noch immer an meinem Apfel knabbernd machte ich mich auf den Weg zu Prince.
Da mein Kleiner aber eigentlich nicht besonders viel Beschäftigung benötigte, schnappte ich mir einfach noch zwei seiner Boxkumpels und brachte die drei Fohlen gemeinsam in die kleine, helle Halle. Dort durften sie rumtoben und spielen so viel sie wollten, während ich etwas anderes erledigte.
Vorsorglich, für diejenigen, die den Lärm nicht schon auf 10 Kilometer Entfernung hören würden, hing ich noch ein Schild an die Hallentür auf dem in großen, fetten Buchstaben geschrieben stand:
Achtung, drei freilaufende, spielende Fohlen in der Halle. Wer öffnet muss auch wieder einfangen, reitet also lieber draußen oder sucht mich (Caro) ^^
Danke!
Zufrieden betrachtete ich mein mit rotem Edding geschriebenes Werk, biss krachend von meinem Apfel ab und wanderte kauend über den Hof.
Francesca oder Shadin, Fracnesca oder Shadin…
Schließlich entschied ich mich für den großen, schwarzen Hengst den ich vor nicht all zu langer Zeit von Bianca übernommen hatte. Viel wusste man nicht über seine Vergangenheit, nur, dass er auf Menschen, Berührungen und eigentlich alles besonders empfindlich reagierte.
Zwar hatte Bianca ihn mit liebevoller Führsorge soweit daran gewöhnt, dass man sich in seiner Nähe aufhalten konnte, allerdings nur, wenn man sich nicht zu schnell bewegte, nicht laut sprach und ihn nicht berührte.
Dann - das hatte ich schon ein paar Mal erlebt - stand Shadin in der hintersten Ecke seiner Box, die Ohren und Augen auf das Geschehen gerichtet und rührte sich keinen Milimeter, bis alle wieder gegangen waren.
Nachdenklich schlenderte ich über den Hof, denn Shadin war in einem etwas abgelegenen Schuppen untergebracht, damit er vor all dem Alltagstrubel seine Ruhe hatte.
Dieser Schuppen umfasste eine große, geräumige Box mit einem großen, breiten Fenster durch welches Shadin auf eine weitläufige Wiese hinausblicken konnte und einem mittelgroßen Vorraum in dem man ihn, wenn es einem gelang ihn anzufassen, anbinden und putzen konnte.
Einen letzten Bissen nahm ich noch von meinem Apfel, dann betrat ich langsam den Schuppen.
“Shadin?”, fragte ich leise und mit tiefer Stimme, da ich bereits festgestellt hatte, dass der schwarze Hengst auf hohe und beinahe schrille Töne wesentlich heftiger reagierte als auf tiefe.
Die Reaktion auf meine Frage war ein Rascheln und als ich in die Box blickte stand der Araber wieder in der hintersten Ecke und beobachtete mich angespannt.
Ich seufzte.
“Mein Hübscher, mein Lieber, mein Bester. Warum bist du nur so geworden, hm?”, murmelte ich leise, meinen Blick auf den Boden gerichtete und trat langsam an die Box heran.
Mit vorsichtiger, ruhiger Bewegung ließ ich den Apfelbutzen in den Trog gleiten, sodass ein dumpfes ‘Klong’ ertönte und Shadin mit dem Ohr zuckte.
“Du bist ein hübsches Pferd, ein toller Hengst. Ein stolzer Hengst. Sie haben dich nicht geborchen, stimmts? Aber sie haben es versucht…”
Noch immer war meine Stimme ruhig und tief, doch ich war einige Schritte von der Box zurückgetreten und lehnte nun statt dessen etwa 3m entfernt an der gegenüberliegenden Wand.
Die Ohren des Schwarzen spielten, doch der Rest seiner Haltung blieb unbeweglich und nur die Augen zeigten an, dass es keine bemalte Steinstatue war die sich dort in der Box befand.
Augen, in denen sich Angst, Zweifel, Verwirrung und Müdigkeit standen. Müde nicht im Sinne, von erschöpft, sondern viel mehr schien es eine Müdigkeit zu sein, das Leben zu ertragen.
Es hatte ihm nie gutes gebracht, warum sollte es in Zukunft auch besser werden? Der Zweifel war da, das Misstrauen und die Angst. All das hielten den Hengst davon ab herzukommen, den Apfel zu fressen, sich berühren zu lassen und zu vertrauen.
Würde ich es wohl jemals schaffen? Würde ich ihn jemals dazu überreden können mir zu vertrauen? Sich von mir anfassen, putzen und führen lassen und sogar eines Tages dulden, dass ich auf seinem Rücken saß?
Nie würde ich mit dem Hengst auf Turniere gehen können, dessen war ich mir vollstens bewusst und ich würde auch nie irgendwelche anderen Veranstaltungen mit ihm gehen können, bei denen zu viele Menschen zusammenkamen, aber das war mir egal.
Was ich wollte, war diesem Pferd wieder zu zeigen wie man lebte. Wie man lebte ohne jeden Augenblick befürchten zu müssen, dass jemand mit Sattel oder Peitsche ankommt um ihm seinen Willen aufzuzwingen.
Leben, wie ein Pferd leben sollte…
- Fin -
caro der ist echt mega und bei dir bereue ich es, im gegensatz zu anderen leuten, nicht das ich dir shadin gegeben habe *Frooi*
Und danke dir, Bianca, ich werd mich auch gut um ihn kümmern!
Für mich bitte auch Schockolade mit viel Sahne!^^ Aba ohne Schockostreusel...