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wildkatze012000 - 06.10.2004 - 23:13

Washington - Der Irak unter Präsident Saddam Hussein hat einem US-Regierungsreport zufolge keinerlei Massenvernichtungswaffen besessen. Zu diesem Ergebnis kommt laut der "Washington Post" vom Mittwoch der 1000-seitige Bericht des US- Chefwaffeninspektors Charles Duelfer.

Ein US-Soldat salutiert vor dem Grab eines gefallenen Kameraden.

Der Bericht wird im Laufe des Tages dem Streitkräfteausschuss im Senat vorgelegt werden. Allerdings habe Saddam sehr wohl die Absicht gehabt, so schnell wie möglich Massenvernichtungswaffen zu entwickeln.

Die Studie stellt dem Bericht nach fest, dass Saddam zu Beginn des Krieges im Frühjahr 2003 keine verbotenen Waffen besessen habe und damit auch keine Bedrohung für die USA gewesen sei. US-Präsident George W. Bush hatte den Irak wiederholt als Bedrohung bezeichnet.

In dem Report werde auch der inzwischen inhaftierte Saddam zitiert, der behauptet habe, der frühere Besitz von Massenvernichtungswaffen - wie Giftgase - hätten das Überleben seiner Regierung ermöglicht. Als Beispiel habe der Ex-Diktator den Krieg gegen Iran genannt.

Der Bericht verweist aber auch der "Washington Post" zufolge auf Rüstungsprogramme, die Saddam bei geringerer internationaler Aufmerksamkeit hätte erneuern können. Beispielsweise seien Pläne für Raketensystem mit einer Reichweite von über 1 000 Kilometern gefunden worden. Laut der UN-Sanktionen waren dem Irak nur Raketen mit einer Reichweite von 150 Kilometern zugestanden worden.

Saddam Hussein war nach Ansicht des britischen Außenministers Jack Straw eine größere Gefahr als ursprünglich angenommen. Dies gehe aus dem US-Bericht zu Massenvernichtungswaffen hervor, sagte Straw am Mittwoch nach Angaben der BBC in Bagdad. "Die Bedrohung durch Saddam Hussein hinsichtlich seiner Absichten war noch krasser als vorher ersichtlich", zitierte ihn die Rundfunkanstalt.

Dass die Überwachungsgruppe für den Irak jetzt keine Massenvernichtungswaffen gefunden habe, sei keine Überraschung, sagte Straw. Diese hätte er aber hergestellt, wenn er weiter an der Macht geblieben wäre, rechtfertigte Straw den Krieg gegen den Irak.

Die Serie blutiger Selbstmordattentate im Irak reißt nicht ab. Am Mittwoch sprengte sich ein unbekannter Autofahrer in der Stadt Ana, 250 Kilometer nordwestlich von Bagdad, in einem Auto in die Luft und riss nach arabischen Medienberichten mindestens zehn Menschen mit in den Tod.

Der Selbstmordanschlag wurde vor einer Kaserne der irakischen Nationalgarde in Ana verübt. Dort hatten viele junge Iraker angestanden, die sich um einen Posten bewerben wollten, berichteten Augenzeugen. Über 20 von ihnen hätten bei der Explosion des Autos teils schwere Verletzungen erlitten. Eine Autobombe explodierte außerdem in der Stadt Hit (140 Kilometer nordwestlich von Bagdad) und tötete einen Polizisten.

Rund 3000 US-Soldaten und irakische Sicherheitskräfte begannen unterdessen eine groß angelegte Operation gegen Aufständische und Kriminelle südlich der Hauptstadt. Nach Angaben des US- Militärkommandos wurden bisher 30 mutmaßliche Aufständische festgenommen und ein Ausbildungslager der Rebellen entdeckt. Krankenhäuser in der Region berichteten auch von zivilen Opfern der Operation.

Die US-Luftwaffe bombardierte in der Nacht zum Mittwoch erneut ein Gebäude in der Stadt Falludscha. Das US-Militärkommando gab bekannt, ein Unterschlupf des Terrornetzes des Jordaniers Abu Mussab el Sarkawi sei getroffen worden. Zum Zeitpunkt des Angriffs hätten sich dort führende Mitglieder der Gruppe aufgehalten.

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Ein US-Soldat salutiert vor dem Grab eines gefallenen Kameraden.

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