Jarolim (2.v.l.) trifft gegen Slavia Prag auf seinen Vater und Bruder
München - In der Gruppenphase hat der Hamburger SV die wohl schwerste Gruppe der deutschen Uefa-Cup-Teilnehmer erwischt.
Unter anderem bekommen es die Hanseaten mit Leverkusen-Bezwinger ZSKA Sofia und dem AS Monaco zu tun. Die Kontrahenten im Einzelnen:
* ZSKA Sofia:
Der bulgarische Rekordmeister hat gerade erst in der ersten Uefa-Cup-Runde durch das Ausschalten von Bayer Leverkusen auf sich aufmerksam gemacht.
29-mal hat der Klub die Meisterschaft seines Landes gewonnen und stand als aktueller Champion kurz vor dem Einzug in die Champions League, scheiterte in der Qualifikation aber nur knapp an Titelverteidiger FC Liverpool. Die Mannschaft führt die Tabelle in Bulgarien ungeschlagen an.
Der HSV traf bereits 1991/92 im Uefa-Cup auf die Bulgaren und setzte sich in der zweiten Runde souverän mit 2:0 und 4:1 durch. International konnte der Heimatklub des Leverkusener Stürmers Dimitar Berbatov noch keinen großen Triumph erreichen.
Dreimal stieß der ZSKA bislang in das Halbfinale eines europäischen Wettbewerbs vor: 1966/67 und 1981/82 bei den Landesmeistern und 1988/89 bei den Pokalsiegern. Trainer ist Miodrag Jesic, die Mannschaft spielt im 22.015 Zuschauer fassenden "Armee-Stadion".
* AS Monaco:
Der Champions-League-Finalist von 2004 steckt zur Zeit in einer Krise, die am 19. September im Rücktritt von Trainer Didier Deschamps mündete. Als Nachfolger ist der Italiener Francesco Guidolin bis 2007 verpflichtet worden.
Der siebenmalige französische Meister aus dem autonomen Fürstentum belegt in der Meisterschaft zur Zeit nur den enttäuschenden elften Platz. Der französische Vizemeister scheiterte in der dritten Qualifikationsrunde zur Champions League an Betis Sevilla.
Der HSV spielte zuletzt 1996/97 unter Trainer Felix Magath in der dritten Uefa-Cup-Runde gegen die Monegassen und scheiterte mit 0:2 und 0:3. Im Tor von Monaco steht mit dem Ex-Dortmunder Guillaume Warmuz ein alter Bekannter aus der Bundesliga.
International hat der von Fürst Albert ideell und finanziell unterstützte Klub noch keinen Titel gewonnen. Der größte Erfolg neben dem Champions-League-Finale 2004 war das Vordringen in das Endspiel im Europacup der Pokalsieger 1992, bei dem Monaco an Werder Bremen scheiterte.
* Slavia Prag:
Gegen die Prager kommt es zu einem Familientreffen der besonderen Art. HSV-Mittelfeldspieler David Jarolim trifft bei diesem Duell auf seinen Vater und seinen Bruder. Vater Karel Jarolim trainiert den zehnfachen Meister aus Prag, während Bruder Lukas im Mittelfeld eingesetzt wird. David Jarolim selbst spielte zwischen 1991 und 1995 bei Slavia.
Die Mannschaft wurde in der letzten Saison hinter Sparta Prag tschechischer Vizemeister. In der Heimat steht der Verein im Schatten des übermächtigen Lokalrivalen und konnte nur 1996 einmal die Meisterschaft und dreimal den Pokal erringen.
Das Team erreichte die Gruppenphase im Uefa-Cups durch zwei Siege über den irischen Vertreter Cork City. In der Qualifikation zur Champions League war man am RSC Anderlecht gescheitert. Zur Zeit belegt das Team in der Meisterschaft nur Platz sieben.
Der HSV stand Slavia Prag in einem internationalen Wettbewerb 1968/69 gegenüber. Im damaligem Messepokal, dem Vorläufer des Uefa-Cups setzten sich die Hanseaten in der zweiten Runde mit 4:1 und 1:3 durch.
* Viking Stavanger:
Die Norweger sind der einzige Klub in Gruppe A, gegen den HSV noch nicht in einem internationalen Wettbwerb gespielt hat. Der bekannteste Name beim achtmaligen norwegischen Meister ist sicherlich Trainer Roy Hodgson.
Der Engländer verlässt den Verein aber im Sommer 2006 wieder und wird dann Nationaltrainer von Finnland. Er war vor der Verpflichtung von Jürgen Klinsmann kurzzeitig auch mal als deutscher Bundestrainer im Gespräch.
Stavanger hat die vergangene Saison nur auf Platz neun abgeschlossen und belegt zur Zeit den fünften Rang. Die Mannschaft durfte als Sieger der Fairplay-Wertung wie Mainz 05 an den Qualifikationsspielen zum Uefa-Cup teilnehmen.
Für die Gruppenphase qualifizierte sich das Team durch ein 1:0 und 1:2 über Austria Wien. Bekanntester Spieler bei den Nordländern, deren letzter großer Erfolg der Gewinn des norwegischen Pokals 2002 war, ist der bereits 33 Jahre alte Stürmer Egil Östenstad.
Der Nationalspieler kehrte im Sommer zu seinem Heimatverein zurück, nachdem er insgesamt sechs Jahre sein Geld bei verschiedenen Klubs in der englischen Premier League und vor einem Jahr bei den Glasgow Rangers verdient hatte.