Alexander schaute aus dem Fenster, die ganze zeit hatte er gehofft dass es an seinem Geburtstag zu schneien beginnen würde. Aber das tat es nicht. Statt dessen regnete es ununterbrochen schon den ganzen tag. Mit den Augen verfolgte der Junge schon seit Stunden die Regentropfen. Platsch! Platsch! Wie lange mochte er schon hier am Fenster stehen?
Von unten drang Gelächter hoch. In seinen Ohren hallte die Stimme von Alina wieder. Sie war glücklich. Auf Alexanders Gesicht erschien ein Lächeln. Er stellte sich gerade vor wie Alina mit ihren Freunden lachte und tanzte.
„Alex?“, huch plötzlich konnte er so nah die Stimme seiner Schwester hören als wenn sie hinter... . Alexander drehte sich vom Fenster um und sah zur Tür, da stand sie. Er hatte sich doch nicht ihre Stimme eingebildet. Vorsichtig trat diese nun näher und lächelte ihren Bruder an. „Hey, warum kommst du nicht mit runter? Es ist unser Geburtstag und Weihnachten ist auch“.
Alexander ließ sich auf sein Bett fallen und schaute wieder zum Fenster. „Es regnet“.
Verwirt schaute Alina ihren Bruder an. Dann setzte sie sich neben ihn auf sein Bett. „Hey, Xan was ist los du bist doch nicht krank oder?“.
Alexander musste lachen, Alina hatte es wieder geschafft. Sie musste nur diesen albernen Namen aussprechen und dann war er glücklich. Seine Mutter hatte ihn früher so genannt, als er noch klein war und wenn er traurig war, dann hatte die Mutter immer gesagt: „Hey Xan, wein doch nicht du bist doch schon ein großer Junge. Und dann hatte er sich auch so gefühlt.
„Na komm schon“, stupste ihn Alina an. „Alle warten“.
„Geh ohne mich. Ich bin nicht in Stimmung“, er konnte ihr doch nicht sagen was wirklich mit ihm los war, wie würde sie ihn dann sehen. Sie würde ihn hassen, als pervers darstellen.
„Hey, wie sieht das aus, ein Zwilling allein, das geht doch nicht“, Alina gab nicht auf.
Alexander legte sich quer in sein Bett und setzte seine Kopfhörer auf, er wollte nichts mehr hören. Das Mädchen schüttelte den Kopf, so ein Spielverderber, drückte ihrem Bruder einen Kuss auf die Wange und verschwand dann aus seinem Zimmer.
„Er kommt nicht“, wandte sich Alina an ihre Familie und ihre Freunde.
„Schade“, meinte eine von den Mädchen. „Was machen wir jetzt?“.
„Was haltet ihr von Kuchen?“, gerade war Anna, Alinas und Alexanders Mutter in das Wohnzimmer gekommen. Damit waren alle einverstanden und versammelten sich um den großen Tisch. Natürlich waren nie viele beim Geburtstag die meisten feierten mit ihren Familien Weihnachten und so konnten sie nicht zu Alinas oder Alexanders Geburtstag kommen.
Dieses Jahr konnten nur zwei Mädchen zu ihrem Geburtstag kommen. Melanie die beste Freundin von Alina und ein Mädchen namens Sandra, auch sie war gut mit den Geschwistern befreundet. Zur Zeit unterhielten die zwei Freunde sich gerade über die Geschenke die sie zu Weihnachten bekommen hatten. Alina saß still neben Melanie. Ihr erster Geburtstag ohne Alexander. Er war heute noch gar nicht runter gekommen seid dem morgen schon saß er in seinem Zimmer und ließ keinen, mit Ausnahme von ihr, zu sich. Aber selbst wenn sie kurz zu ihm kam saß er nur auf seinem Bett und hatte seine dämlichen Kopfhörer auf.
‚Was ist denn nur mit ihm los?’, Alina wusste es nicht, so ging es schon einige Wochen. Waren sie vorher noch unzertrennlich gewesen mied er jetzt jegliche Zeit mit ihr. Dabei hatten sie sich nicht mal gestritten.
„...lina“, das Mädchen schaute hoch. Melanie hatte sie nun schon mehrmals gerufen aber keine Antwort bekommen. „Mensch träumst du oder was? Ich red mit dir!“.
„´Schuldigung, ich hab nur eben überlegt was mit Alexander los sein könnte“, Alina versuchte ein unschuldiges lächeln doch es wollte nicht so recht klappen.
„Ach lass ihn vielleicht hat er ´ne Phase oder so was“, grinste ihre Freundin sie an.
Die drei Mädchen unterhielten sich noch eine weile dann beschlossen sie, dass sie ein bisschen spazieren gehen wollten, also zogen sie sich an und verließen das Haus.
Zunächst gingen sie nur die Straße endlang, natürlich war diese recht leer die meisten Leuten waren zu Hause bei ihrer Familie. Kurzendschloßen liefen sie auf das naheliegende Feld, dort besaßen Alina und ihr Bruder ein Baumhaus. Die Mädchen kletterten drauf und Sandra zog eine Flasche Sekt aus ihrer Tasche, die ging nun reihum und jeder nippte an ihr.
So verstrich die Zeit und die zwei Freundinnen verabschiedeten sich von Alina da sie noch nach Hause mussten, schließlich sei Weihnachten ein Familienfest und ihre Familie würde warten, also machten sich die drei auf den Heimweg. An der Kreuzung, dann, mussten sie sich trennen und jeder ging seinen Weg. Alina war froh das sie wieder alleine war, klar sie feierte gerne aber es war doch schön wenn man dann wieder Zeit für sich hatte.
Zu hause angekommen machte diese sich gleich auf den Weg in ihr Zimmer, sie hatte noch ein paar Sachen zu erledigen.[B...
Alexander lag in seinem Bett, die Schule fiel heute für ihn aus. Er hustete und sofort war seine Mutter zur stelle: „Wie geht es dir, mein Schatz?“, fragte sie ihn besorgt. „Es geht“, antwortete er ihr, wie sollte es ihm auch gehen mit einer Lungenendzündung.?
Anna, seine Mutter, strich über Alexanders Kopf und stellte ihm seine Medizin hin. Dann warf sie noch einen besorgten Blick auf ihren Sohn und verließ das Zimmer. Seufzend machte sie sich wieder an die Arbeit. Wie immer hatte sie die Hausarbeit in der Küche begonnen und war nun schon mit dem gröbsten fertig. Ihre Gedanken waren jedoch bei ihrem Sohn. Sie hatte als Mutter doch mitbekommen wie sich ihr Junge verändert hatte. Er hatte sich immer mehr abgekapselt und keinen mehr an sich herangelassen. Nicht ein mal Alina. Seine Noten waren immer schlechter geworden und auch sonst hatte er sich ziemlich verändert. Da war es doch nur klar ,wenn der Körper nicht mehr mit machte. ‚Wenn er doch nur mit jemanden reden würde, aber Alexander schließ sich nur immer in sein Zimmer ein und kam dann nicht mehr heraus.
Alina saß in der Schule und versuchte dem Deutschunterricht zu folgen, was sich als ziemlich schwer herausstellte. Nicht nur das es tot langweilig war, dass sie fast einschlief, sondern auch noch der Typ neben ihr sie andauernd dumm von der Seite anredete. Zum dritten mal hatte er sie nun schon gefragt wo sie denn ihren Bruder gelassen hätte, weil er sie angeblich noch nie ohne Alexander gesehen hätte ,und zum dritten male hatte sie ihm geantwortet das er krank sei und im Bett läge. Aber ihm interessierte gar nicht die Antwort sondern wollte sie nur nerven.
„Stefan, lass mich doch mal in Ruhe“, schrie sie ihn an. Es reichte ihr „Halt doch einfach mal deine Klappe“. Alina nahm ihre Sachen und verließ das Klassenzimmer.
Jetzt wo sie aus dem Raum war musste sie sich eingestehen , dass sie mal wieder überreagiert hatte. Eigentlich hatte sie nur einen Grund benötigt den Unterricht zu verlassen.
Alina ließ sich auf eine Bank , auf dem Schulhof, fallen und kramte in ihrer Tasche nach einer Zigarette. Eigentlich war es nicht erlaubt auf dem Schulhof zu rauchen aber in der Stunde würden eh , außer dem Hausmeister, keine Erwachsenen herum laufen.
Danach ging´s ihr besser und sie suchte in ihrer Tasche nach ihrer Haarbürste und begann ihre Haare zu kämen. Das war eine Angewohnheit von ihr, wenn sie wütend war. Als ob sie die Wut raus kämen wollte.
Es klingelte und die Türen sprangen auf. Heraus kam eine Scharr von Schülern , die sich auf dem Schulhof verteilten.
„Hey Alina, süße, was machst du für Sachen? Melanie eilte auf ihre Freundin zu.
„Der Lehmann hat ´nen Anfall bekommen, haust einfach ab“, meinte diese mit ernster Miene. Konnte diese aber nicht lange halten und begann zu kichern.
„Coole Aktion“, meinte auch Sandra.
Die Clique sammelte sich und begab sich zu ihren Stammplatz.
„Och, nö“, kam es plötzlich von Alina: „der Idiot kommt her“, und deutete damit auf Stefan. So lange sie denken konnte lief er schon hinter ihr her, obwohl sie ihm schon oft gesagt hatte, dass sie ihn nicht leiden könne. Nicht das er schlecht aussah: Er hatte schönes dickes braunes Haar, das ihm bis zu den Ohren ging, jedoch oft hochstylte. Er besaß zwei große braune Augen, die meistens stark leuchteten, vor allem weil er immer lachte. Alina hatte ihn noch nie ernst gesehen. Sein Mund war ein bisschen zu groß und in ihm waren die weisesten Zähne die Alina je gesehen hatte. Sein Körper war durchtrainiert und mit langen Beinen abgesetzt.
Kein Wunder das er so sportlich aussah, da Sport das größte für ihn war.
Eigentlich würde jedes Mädchen bei ihm schwach werden und auch Alina war nicht abgeneigt, aber irgendwas hielt sie immer von ihm fern. Meistens hieß dies ‚Irgendwas’ Alexander. Aber der war heute nicht da.
Melanie stellte sich schützend vor Alina, als Stefan die Clique erreichte. Erst schaute er ein wenig verwirt sammelte sich aber wieder schnell.
„Lass mich vorbei Melanie“, wandte der sich an die Freundin.
„No way“, antwortete diese und viel ihm um den Hals „was willst du mit Alina? Die denkt eh nur an ihren Bruder“, stellte sie fest und fügte hinzu: „Nimm mich, ich gebe dir keinen Korb“.
Stefan grinste sie an, näherte sich mit seinem Mund ihren Hals, flüsterte dann: „dass dumme ist nur du interessiert mich nicht“, und schob sie kühl zur Seite.
„Hey Alina, kommst du mit?“, das Mädchen schaute den Jungen genervt an. Konnte er sie nicht in Ruhe lassen? Aber zu ihrer eigenen Verwunderung ließ sie sich von ihrer Clique und dann hinter eine Mauer ziehen.
„Alina?“.
„Hm...“.
„Warum gibst du mir keine Chance?“,
„Weil du nicht mein Typ bist“, das Mädchen hatte wirklich keine Lust sich weiter um dieses Thema zu kümmern, das Thema war abgeharkt.
„Ich bin jedermanns Typ“, gab Stefan jedoch trotzig zurück.
Ein Mann mit weißem Kittel kam in das Zimmer. Sie war also im Krankenhaus. Was war nur passiert? Er machte Alexander darauf aufmerksam, dass die Besuchszeit zuende war. Der Junge nickte, gab seiner Schwester einen Kuss auf die Wange und verließ das Zimmer. Alina blieb allein zurück, sie schloss ihre Augen und es dauerte nicht lange bis sie wieder einschlief.
Alexander ließ sich auf sein bett fallen und erst jetzt konnte er seine Gedanken ordnen. Nach dem Mann zuurteilen, der Alina gefunden hatte, war sie einfach mitten auf dem Weg umgekippt und hatte leblos auf dem Erdboden gelegen. Er hätte sie dann ins Krankenhaus gebracht. ‚Sie sei ganz blau gewesen’ hatte er dann auch noch hinzugefügt. Der Arzt hatte ihm gesagt, dass seine Schwester zusammen gebrochen sei, weil ihr Herz ausgesetzt hatte. Wenn der Fremde sie nicht gefunden hätte wär es wohl mit ihr zuende gewesen.
Alexander erinnerte sich, er war total geschockt und hatte gefragt ob es ein Herzinfarkt gewesen sei. Doch das verneinte der Arzt. Es würde such zwar seltsam anhören, aber, auch wenn sie den Ausgangspunkt wussten, wüssten sie nicht was es genau passiert war und woran es genau gelegen hatte.
Der Junge sprang auf und ging zu seinem Fenster, es regnete schon wieder. Seit seinem Geburtstag hatte es nun schon geregnet und der war immerhin schon zwei Wochen her.
Wann es wohl aufhören würde?
„Alexander bist du zuhause?“, Anna klopfte gegen die Tür und öffnete dann diese. „Hast du mich nicht gehört?“
Die junge Frau musterte ihren Sohn. Die Sache mit Alina ging ihm sogar näher als ihr. Langsam näherte sie sich ihm und legte ihm ihre sorgenvolle Hand auf die Schulter.
Der Junge zuckte zusammen.
„Die Ärzte wollen ihr Herz weiter untersuchen“, erzählte er seiner Mutter und fügte, nach einer kurzen Pause, hinzu: „In der Hoffnung, dass sie etwas finden“.
„Wann werden sie sie entlassen?“.
„Wahrscheinlich am Wochenende“.
Anna nickte und ließ dann ihren Sohn allein zurück.
**DOMP** Als er die Tür zugehen hört ließ er sich auf sein Bett fallen - und weinte.
Am nächsten Morgen klingelte das Telefon. Es war Jan, der sich nach Alexanders Befinden erkundigte.
„Hey Kranker!“
„Hi Jan“
„Was los? Du hörst dich ja echt nicht gesund an”
Alexander stutzte einen Moment, aber dann begann er Jan zu erzählen was mit Alina passiert war.
„Hm, das hört sich ja echt scheiße an“, meinte der darauf „dann gehst du wohl ins Krankenhaus und kommst nicht zur Schule, oder?“
„Ja“, antwortet Alexander seinem Freund und verabschiedete sich von ihm, es war schon spät und Jan musste zur Schule.
‚Gut’, dachte Alexander ‚dass er erst zur zweiten hat.’ Jan hätte wegen ihm noch die erste Stunde versäumt.
Er schleppte sich in die Küche, doch vom Essen bekam er nichts runter. Er wartete bis ihn seine Mutter los gehen ließ. Dann schnappte er sich seine Jacke und verließ das Haus.
Das Krankenhaus war nicht sehr weit weg von Alexander Haus, doch zu Fuß dauerte es trotzdem zu lange und so nahm er den Bus.
Alina wachte auf, wie lange hatte sie geschlafen? Unsicher blickte sie auf die Uhr, die auf dem Nachtisch stand.
Es klopfte an der Tür, ein Arzt kam herein, der sich als Dr. Heinz vorstellte. Dann erklärte er Alina, dass er ein Spezialist auf Herzkrankheiten sei und sie untersuchen wollte um heraus zu finden ob die Ohnmacht wirklich am Herzen lag. Alina nickte nur kurz also fuhr der Arzt fort.
„Wir treffen uns dann heute um eins im Untersuchungsraum“.
Er schenkte ihr noch ein Lächeln und verließ dann das Zimmer.
Alina schlug die Decke weg und wollte aus dem Bett steigen. Als sie aufstand um zum Waschbecken zu gehen zitterten ihre Knie und sie hatte Mühe sich auf den Beinen zu halten. Angekommen stützte sie sich auf das Waschbecken und sah in den Spiegel. Sie sah schrecklich aus, ganz bleich, wie eine Leiche. Plötzlich wurde ihr schwarz vor Augen und sie beschloss sich lieber wieder hinzulegen.
Alexander war zu einer Art Bar gegangen. Er wollte weder nach Hause noch zur Schule, aber ins Krankenhaus konnte er auch nicht. Er saß auf einem Barhocker an der Bar und hatte vor sich ein Glas Cola stehen. Alkohol trank er aus Prinzip nicht, obwohl es ihm wohl dann nicht so dreckig gehen würde wie jetzt. Ständig kamen Leute in die Bar rein und gingen wieder, aber plötzlich viel sein Blick auf ein Mädchen, das gerade die Kneipe betrat.
Sie fiel ihm sofort auf. Sie war zwar nicht so schön wie Alina, jedoch hatte sie seltsame Ähnlichkeit mit seiner Schwester. Ihr scheuer Blick, ihr lächeln und ihre langen braunen Haare, die ihr locker über die Schulter hingen.
Vorsichtig verfolgte er ihre Schritte, sie setzte sich, einige Stühle von ihm entfernt, an die Bar. Kurzentschlossen nahm er sein Glass und setzte sich neben sie.
Das Mädchen schaute auf und lächelte ihn an.
„Darf ich dich einladen?“, fragte Alexander ungeschickt das Mädchen, doch dies lächelte dankbar.
„Sagst du mir deinen Namen?“, fragte er weiter nachdem er bestellt hatte.
„Laura“, meinte diese und nippte an ihrem Getränk.
„Du siehst nicht aus, als ob du öfter hier her kämmst“, stellte sie dann fest. Als erzählte er ihr den Grund warum er hier sei und das Mädchen hörte ihm höflich zu. Zwar verwunderte es sie, dass er nur über seine Schwester sprach, jedoch ignorierte sie es.
‚Wie spät es wohl sein mochte’, fragte sich Alexander und schielte vorsichtig auf seine Armbanduhr.
Langsam wurde auch das Mädchen, welches sich als Laura vorgestellt hatte, unruhig. Irgendwann an diesem Morgen verabschiedete es sich.
„Ich muss leider los, ich hatte nur zwei Stunden frei.“, dann fügte sie noch hinzu: „Es war schön. Ich mag dich und würde dich gern wiedersehen“.
Irritiert schaute Alexander sie an, er verstand nicht ganz, sollte das eine Verabredung sein? Noch nie hatte er sich mit einem Mädchen verabredet. Nicht, dass die Mädchen keine Interesse hatten, es war nur so, dass es für ihn nur Alina gab.
Alina - „Was ist?“, Laura hatte sich zum gehen bereit gemacht. Alexander blinzelte kurz, als sei er gerade aus einem Traum erwacht. Zu seiner Überraschung sagte er: „Gerne“, er zog seine Jacke an und umwickelte seinen Hals mit einem weißen Schal.
Alina - es war ihrer, doch sie hatte ihn ihm geliehen. Er war so erkältet und es hatte geschneit, sie hatte ihn von ihrem schönen schlanken Hals abgebunden und ihm gereicht.
Wieder riss das Mädchen ihn aus seinen Gedanken, weil sie ihm einen Zettel in die Hand drückte. Nach einen erneuten verwirten Blick erklärte sie ihm mit einem lächeln, dass es ihre Telefonnummer sei. Dann wandte sie sich ab und verließ die Bar.
Auch Alexander verließ sie, ein wenig daneben ging er nach Hause - Alina sollte morgen aus dem Krankenhaus entlassen werden.
Später, am Mittag dachte Laura an Alexander. Er war wirklich süß und irgendwie schüchtern. Anscheinend machte es ihm wirklich zu schaffen, dass seine Zwillingsschwester im Krankenhaus war. Sie hatte auch gespürt, dass er sie ziemlich lieben musste. Noch nie hatte sie so eine enge Beziehung zwischen Geschwistern erlebt. Sie selbst hatte eine Schwester und einen Bruder, aber sie redete gerade mal mit ihnen wenn sie eine Meinungsverschiedenheit hatten. Ansonsten lebte jeder sein Leben.
Alina wachte früh am morgen auf, sie hatte Kopfschmerzen. Gestern hatten sie zig Untersuchungen mit ihr gemacht. Doch die Ärzte hatten nur seltsame Blicke ausgetauscht.
Heute durfte sie nach Hause. Doch freuen tat sie sich nicht. Alina dachte an ihre Mutter, sie hatte gehofft. Dass ihre Mutter sie besuchen würde, doch diese war nicht einmal vorbei gekommen.
Und Alex? Auch an ihn konnte sie sich fast nicht erinnern. Hatte er sie denn überhaupt nicht vermisst? Sie vermisste ihn so sehr und hasste es jedes Mal von ihm getrennt zu sein.
„Guten Morgen Alina“, der Chefarzt betrat das Krankenzimmer. Im Schlepptau zig Krankenschwestern und die zwei Ärzte die auf Herzkrankheiten spezialisiert waren - und doch nichts fanden.
Nun begann wieder alles, was jeden Tag bei Visite war. Der Arzt schaute sich die Akte an, stellte dumme Fragen und grinste dämlich vor sich her.
„Und du willst heute nach Hause, Alina?“, fragte er nun sie.
Unschlüssig nickte sie.
„Wirst du abgeholt?“.
„Wahrscheinlich“, antwortete sie.
Dann verabschiedete der Arzt sich und verließ das Krankenzimmer um die anderen Kranken zu besuchen.
Jetzt war sie wieder allein. Sie wollte nicht mehr alleine sein. Wo war Alex? Ihre Hand glitt zum Telephon, doch als sie es berührte zog sie die Hand schnell wieder fort. Nein! Sie müsse Vertrauen haben.
„Alina“, leise hauchte der Junge den Namen seiner Schwester. Sie stand jetzt mitten in seinem Zimmer. Sein Körper zitterte. Plötzlich konnte er nicht mehr an sich halten. Er sprang auf, lief auf sie zu und drückte sie zu Boden. Er küsste ihren Mund, ihre Augen, ihre Hände, alles von ihr. Langsam fuhren seine Finger unter ihren Pullover. Zärtlich streichelte er sie, doch dann bewegte sich Alina plötzlich. Ihre Hände erfassten seine, hielten sie zurück: „Nicht, Bruder!“.
Alexander riss seine Augen auf. Sein Atem ging schnell, sein Herz raste. Verwirt sah er sich um. Als er erkannte, dass er sich in seinem Bett befand atmete er erleichtert auf.
„Fool!“, schrie er sich an was war aus ihm geworden? Ein Perversling. Er liebte seine Schwester. Er wollte mit ihr schlafen. Er brach in Gelächter aus. Aus seinem Lachen wurde ein Schreien. Leise flossen ihm Tränen über die Wangen. Er vergrub sein Gesicht in seine Hände. Hilflos war er seinen Gefühlen ausgeliefert.
Als er das zweite Mal an diesem Morgen erwachte, war es schon spät. Schnell wusch er sich und zog sich an. Dann lief er zum Telephon. Seine Mutter nahm er nur flüchtig war, ihre Worte prallten an ihm ab. Kein Wort drang zu ihm durch. Sein Herz klopfte lauter als alle anderen Geräusche in diesem Haus.
Hastig wählte er die Nummer, verwählte sich, wählte erneut. Dann ein tuten und dann - ihre Stimme.
„Ja?“, so zerbrechlich. Für einen Moment vergas Alexander sich selbst.
„Hallo?“.
„Alina?“.
Stille. Alina schloss ihre Augen und atmete tief ein.
„Wie geht es dir?“, Alexander bemühte sich um eine normale Stimme.
Man hörte ein Luftzug und dann - „Was stellst du für dämliche Fragen, hol mich endlich hier raus!“, keifte Alina ihren Bruder an.
Ein Lächeln bildete sich auf seinen Lippen: „Es geht dir also gut!“, neckte er sie und fügte dann hinzu: „Ich komm dich gleich holen, mach dich fertig“.
Er legte auf. Für ein paar Sekunden war es wie früher gewesen. Schnell hatte er sich fertig gemacht und das Haus verlassen. Seine Mutter hatte hinterhergerufen, dass sei doch zusammen mit Auto fahren könnten. Doch Alexander wollte alleine gehen.
Bis er das Krankenhaus erreichte war für ihn eine Ewigkeit vergangen. Zuerst ging er zum Schwesternzimmer, klärte das mit den Papieren, dann sprach er mit einem Arzt und nun stand er vor ihre Tür. Sein Herz klopfte wie wild, zitternd öffnete er die Tür und trat ein. Er traf ihn wie ein Schlag. Da saß Alina, angezogen, gewaschen, geschminkt und gekämmt und - wunderschön. Seine Knie gaben nach und er musste sich an der Türklinke festklammern. Er stand einfach nur da. Fragend sah Alina ihn an.
„Hallo“, sagte sie und grinste.
Nun lief er auf sie zu, knapp vor ihr hielt er inne, seine Hände fassten ihr Gesicht und er blickte in ihre schönen Augen. Alina grinste, dann fing sie an zu kichern und schmiegte sich an seine Hände. Zögernd küsste der Junge nun ihre Stirn.
Plötzlich ein Räuspern. Alexander wandte sich um, eine Krankenschwester stand in der Tür. Sie strahlte: „Ein süßes Pärchen, seid ihr zwei doch“.
Alexanders Augen weiteten sich, er wollte wiedersprechen, doch kein Wort kam über seine Lippen. Er schloss seinen Mund, blickte sich zu Alina um.
Das Mädchen hatte ihre Hände auf ihre Wangen gelegt. Unter ihnen konnte man einen roten Schimmer erkennen.
„Lass uns geh´n“, sagte Alexander mit einer ruhigen Stimme. Er fasste bei der Hand und mit der anderen ihre Tasche. Dann zog er sie aus dem Zimmer. Verwirt rief sie der Krankenschwester ein „Ciao!“ zu.
„Wie schön es hier doch ist“, stellte Alina fest.
„Ach Alex ich hab dich so vermisst“, dachte sie weiter.
Das Mädchen hatte sich an ihren Bruder geschmiegt, ihre Arme umfassten seinen Körper.
Nach dem sie vom Krankenhaus zu Hause angekommen waren, hatte Alexander sein Moped geholt und gemeint er wolle mit Alina wegfahren. Also waren sie los gefahren. Eigentlich immer gerade aus. Doch jetzt hielt er plötzlich an.
Sie waren auf einen leeren Parkplatz kurz vor der Autobahn. Es war schon kurz nach Mittag und da es im Winter früher dunkel wird war schon der Mond aufgegangen.
Alina schaute zum Himmel: „Ich liebe den Mond“, sagte sie.
Jetzt schaute auch Alexander auf: „Mir gefallen die Sterne mehr, vor allem der!“, er zeigte auf einen großen Stern, der stark leuchtete. Alina wandte ihr Gesicht vom Himmel ab und beobachtete ihren Bruder. Seine Augen strahlten.
Plötzlich wollte sie ihn berühren, seine Haare, seinen Mund, seine Hände. Sie wandte sich von ihm ab.
„Xan!“, neckte sie ihn.
Der Junge zog seine Brauen hoch, dann lachte er.
„Komm mit!“, sagte er und zog sie hinter sich her. Nach einiger Zeit hielt er an, dann zeigte er auf einen Hügel. Zusammen kletterten sie hinauf. Alina riss ihre Augen auf.
„Wie schön!“, hörte Alexander sie sagen. Zufrieden setzte er sich auf die Erde.
„Kitschig, nicht wahr?“.
Verwirt schaute Alina ihn an: „Was redest du für´n Stuss?“.
Ihr Blick glitt über den Berg. Gerade aus sah man nun den dunklen Horizont und da unter weit und breit Wasser. Ein großer See erschreckte sich vor ihr. Sachte bewegte der Wind das Wasser und Sterne und Mond spiegelten sich wieder.
„Es ist so schön, woher wusstest du?“, wandte sie sich an ihren Bruder.
„Es war mein Lieblingsplatz in den letzten Tagen. Ich hab gewusst, dass er dir gefällt“.
Alina grinste, dann setzte sie sich neben ihren Bruder und zog ihre Beine an, mit ihren Armen umfasste sie sie und legte ihren Kopf auf ihre Knie. Der Wind wehte durch ihre braunen Haare. Sie zitterte leicht, nach so langen Krankenhausaufenthalt war sie es nicht gewohnt, dass es kalt war.
Alexander bemerkte es und machte Anstalten seine Jacke auszuziehen.
„Nicht!“, meinte Alina, „sonst frierst du auch noch“.
Alexander lächelte dann legte er seine Arme um sie.
„Ich hab dich so vermisst“, sagte er.
„Ach ja? Und wo warst du dann?“, gab Alina zurück.
Alexander zuckte mit den Schultern: „hatte zu tun!“.
„Ah ja, du musst mich sehr vermisst haben“, keifte sie.
„Alina! Warum ich dich hergebracht habe. Ich muss dir etwas sagen“.
Das Mädchen schaute ihn neugierig an. Alexander rutschte von ihr weg und began dann zu erklären: „Jan meint ich solle es nicht tun. Wahrscheinlich ist es auch ein riesen Fehler. Er meinte auch ich solle dir aus dem Weg gehen. Aber das kann ich nicht.“, Alexander musterte das verwirte Gesicht von Alina.
„Ich muss einfach. Lin, Alina, ich ... Scheiße, dass ist voll schwer. Also wahrscheinlich wirst du mich danach hassen, aber ich ... ich ... „, er brach ab.
War es wirklich so oder bildete er es sich ein? Aber für einen Moment sah es so aus als wenn er Angst in ihren grünen Augen sehen konnte. Dann fasste er sie an ihre Handgelenke und zog sie unsanft an sich ran.
Alina verzog das Gesicht, wehrte sich aber nicht.
Alexander spürte ihren Atem, ihr Herz klopfen. Dann verschwand alles um ihn herum, er küsste sie zärtlich auf den Mund. Plötzlich erwiederte das Mädchen den Kuss. Vor Schreck lies er von ihr.
Die Stille die nun zwischen ihnen lag wurde immer unerträglicher.
Doch plötzlich wurde sie von einem leisen schluchzen unterbrochen. Schockiert sah Alexander seine Schwester an, die ihren Kopf in ihren Händen vergraben hatte.
Unentschlossen stand er neben ihr. Alinas Handgelenke waren ganz rot.
„E... Es tut mir leid“, stammelte Alexander.
Alina sah ihn mit verweinten Gesicht an.
„Tu mir nie wieder weh, Alexander“.
Erschrocken zuckte er zusammen. Er konnte sich nicht daran erinnern, dass seine Schwester ihn je Alexander genannt hatte.
Zitternd suchte Alina nach einer Zigarette, die sie auch fand, und anzündete.
Alexanders Augen blitzten, er machte einen Schritt auf sie zu und entriss ihr die Zigarette.
„Bist du verrückt“, schrie er sie an, „dein Herz...“.
Er hielt inne, denn Alina sah aus als ob sie wieder weinen wollte. Das war zu viel noch nie hatte er sie so oft weinen gesehen. Er lief fort. Wie er es immer tat, wenn er mit etwas nicht klar kam lief er einfach fort.
Das Mädchen blieb allein zurück. Sie sah ihm nach wie er fort lief. Dann setzte sie sich auf die Erde, wieder suchte sie nach einer Zigarette, doch dann zog sie ihre Hand wieder weg. Alina vergrub ihr Gesicht in ihre Hände und dachte nach: ‚Warum hatte er sie weggestossen? Wollte er sie nur testen??`
Von Vogelgezwitscher erwachte Alina. Wie sie es liebte so geweckt zu werden. Durch die aufgehende Sonne und dem morgendlichen Gezwitscher der Vögel. Auch wenn das sehr selten im Winter vorkommt.
Sie gähnte, dann viel ihr Blick auf ihren Bruder. So friedlich wie er da lag. Sie stemmte sich hoch, dann küsste sie ihn zärtlich.
Alexander zwinkerte. Als er registrierte was passierte, stieg ihm die Wärme ins Gesicht und wahrscheinlich war er ganz rot im Gesicht geworden. Doch schnell fing er sich wieder, er schlang seine Arme um den schlanken Körper von Alina und zog sie an sich.
Alina schloss ihre Augen und genoss es.
Noch eine ‚halbe Ewigkeit’ lagen sie so zusammen bis sie sich anschickten nach Hause zu fahren.
Zuhause angekommen wurden sie schon von Anna erwartet: „Was denkt ihr bloß, um drei Uhr Mittags erst nach Hause zu kommen...“
Doch Alexander schob seine Schwester nur still in sein Zimmer und schloss die Tür hinter ihnen zu.
Ängstlich kauerte sich das Mädchen auf sein Bett zusammen. Alexander ging zum CD-Player und drückte auf play. Es ertönte Linking Park mit Breaking a Habbit. Der Junge grinste verlegen: „nicht ganz so das richtige, oder?“, er ließ es aber dann doch an und drehte den Ton nur leiser.
Dann ging er zu Alina, stellte sich vor sie. Mit eine Finger strich er über ihre Lippen. Dann zog er sie zu sich hoch. Das Mädchen, das etwa zwei Zentimeter kleiner war, schaute, nun noch ängstlicher, in Alexanders blaue Augen. Der Junge küsste sie sanft. Mit seiner rechten Hand fuhr er durch ihre Haare und küsste dann ihren Hals. Alina schloss ihre Augen. Zärtlich fuhr der Junge mit seiner Hand unter ihren Pullover und streichelte ihren Rücken. Dabei küssten sie sich innig.
Alina ließ sich auf Alexanders Bett fallen und der Junge legte sich, auf seine Arme stützend, über sie. Während dem küsste er sie immer wieder, ganz süchtig war er danach sie zu küssen und ihre Haut zu spüren. Sie roch so gut und ihre Haut war ganz weich.
Irgendwann legte er sich neben sie und schloss sie in seine Arme.
Das hämmern an die Zimmertür schreckte beide auf.
„Was macht ihr denn da drin? Wie lange soll ich noch klopfen? Alexander!“, Anna klopfte an die Tür. Doch es war schon kein klopfen mehr. Waren sei eingeschlafen?
Alexander erhob sich und ging zur Tür. Als er den Schlüssel umdrehte bekam er fast die Tür an den Kopf.
„Ist doch gut Mum! Wir haben ... geschlafen“.
„GESCHLAFEN?“, schrie sie ihn an, „zusammen?!“, verwirt schaute sie ihre Kinder abwechselnd an. Alina saß noch immer auf Alexanders Bett und knirschte mit den Zähnen.
„Mensch Mum werde erwachsen“, antwortete Alexander gelassen, „Natürlich nicht zusammen, ich hab da auf dem Kissen gelegen“, antwortete er und zeigte auf ein Kissen, das auf dem Fußboden lag.
„Na ja kommt essen, okay!“, meinte Anna.
Alexander ging seiner Mutter hinterher, drehte sich aber noch einmal zu Alina und zwinkerte ihr zu.
Alina folgte ihrem Bruder ins Esszimmer.
„Alex wir müssen vorsichtiger sein, wenn Manchie m...“, Alexander schnitt ihr das Wort ab indem er seinen Mund auf ihren drückte. Gerade als Anna von der Küche ins Esszimmer kam. Schnell ließ Alexander seine Schwester los und setzte sich auf seinen Platz.
Die Winterferien die so schön begannen endeten auch genauso.
Eines Nachts schlich Alexander sich in Alinas Zimmer und weckte sie. Dann zog er sie bei der Hand raus in den Garten. Auf der Wiese, die man vom Haus aus nicht sehen konnte, war eine Decke ausgebreitet. Kahle Sträucher standen im Garten und ein großer dicker Baum, der im Sommer Schatten auf den kleinen Garten warf. Jetzt jedoch stand er traurig und kahl herum. Die gefrorene Erde glitzerte im Schein der Sterne.
Alexander dirigierte das Mädchen auf die Decke. Dann setzte er sich selber hin.
Alina schmiegte sich vorsichtig an ihn. Zusammen beobachteten sie die Sterne. Sie sprachen kein Wort sondern genossen es einfach zusammen zu sein.
Alexander beobachtete seine Schwester. Plötzlich hellte sich ihr Gesicht auf. Sie grinste, schloss ihre Augen und bewegte ihre Lippen. Aber sie sagte nichts. Der Junge schaute wieder zum Himmel und sah die Sternschnuppe die gerade wieder verschwand. Jetzt lächelte auch er, er stemmte sich hoch und küsste Alina.
Überrascht öffnete sie ihre Augen und lachte.
„Siehst du“, sagte nun Alexander, „dein Wunsch ist schon in Erfüllung gegangen“.
Doch nun endete der letzte Ferientag.
Beide freuten sich schon auf den ersten Schultag, denn dann konnten sie ihre Freunde, die sie in den Ferien missachtet hatten, wiedersehen. Sie hatten zwar oft angerufen doch Alexander wie auch Alina hatten immer abgesagt. Jetzt wo sie endlich zusammen waren wollten sie auch die Zeit zusammen verbringen.
Hey meine Schöne!
Wie schön, du bist also wieder gesund.
Hat meine Karte dir also geholfen.
Hab dich vermisst.
Kann ich dich in der großen Pause treffen?
Stefan!!!
Genervt musterte sie den Typen neben ihr, doch dann nickte sie.
Die Stunde schlich wie alle Schulstunden voran und als es endlich klingelte sprang Jan sofort auf.
„Moment mein Herr, den Unterricht beende immer noch ich“, meinte der Lehrer und Jan nickte.
„Schon klar. Ist die Stunde zu ende?“, gelangweilt sah er den Lehrer an , der sich am Kopf kratzte und dann meinte: „Geh schon!“.
Damit erhob auch der Lehrer sich und verließ das Klassenzimmer. Im gleichen Moment war Jan schon bei Alexander.
„Bist du jetzt ganz verrückt geworden? Oder war das alles nur verarsche?“, er deutete auf Alina, die sich mit Melanie unterhielt, und setzte sich auf den Tisch.
„Ach Alter, weißt du, dass hat sich alles geklärt“, sagte Alexander.
„Du spinnst doch. Ich sehe doch wie du sie angrinst und vor dir her träumst. Wie ein verliebter Ochse!“.
„Okay, okay“, begann Alexander, „ich hab es ihr gesagt, verstehst und sie hat die selben Gefühle für mich“.
Jan fasste sich an die Stirn, dann begann er an zu lachen. Verwirt sah ihn sein Freund an.
„Und damit denkst du, dass alles in Ordnung ist? Du bist ein Narr. Schon mal was von Inzucht gehört?“, fraget Jan.
Doch Alexander schüttelte seinen Kopf: „Es ist alles in Ordnung!“, damit verließ er seinen Platz und ging zu Alina.
„Hi Mel“, begrüßte er seine Freundin und gab ihr einen Kuss. Dann wandte er sich an Alina.
„Haben wir ja Glück gehabt. Der Idiot ist normaler weise nicht so locker. Hatte bestimmt ´nen guten Tag“.
Viel zu früh empfand der Junge das Klingelzeichen, das ihn zwang sich zurück auf seinen Platz zu setzen.
Als endlich die Klingel zur Pause läutete hielt es keiner länger als nötig im Klassenraum aus.
Stefan war als erster aus dem Klassenraum und wartete nun auf Alina.
„Ich habe höchstens noch ein halbes Jahr!“, wiederholte Stefan nun diesen Satz zum dritten mal.
„Wozu hast du nur noch ein halbes Jahr?“, fragte das braunhaarige Mädchen, das nun die Tür erreicht hatte.
Stefan schrak aus seinen Gedanken.
„Gehen wir in die Raucher?“, fragte Stefan.
„Ich rauche nicht mehr“, gab Alina kühl zurück.
„Oh! Okay dann gehen wir zur Mauer“, beschloss Stefan.
Die Mauer war ein altes, brüchiges Stück Mauer, die am Ende des Schulhofes stand und eigentlich gar keinen Sinn hatte außer dort zu stehen. Mittlerweile war sie zu einer Art Grenze vom Schulhof geworden. Doch daran hielt sich eh keiner.
„Was willst du?“, fragte Alina.