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Claire - 02.11.2006 - 12:04

So, jetzt gibt es auch mal wieder einen neuen Bericht von mir ;) .
Claire - 02.11.2006 - 12:04

Beißende Kälte schlug mir entgegen, als ich heute Morgen nach dem Frühstück aus dem Haus ins Freie trat. Mein Atem gefror sofort zu einem hellen Schleier, der langsam in den wolkenlosen, strahlend schönen Novemberhimmel aufstieg. Jetzt ließ sich der nahende Winter wirklich kaum noch verleugnen. Über Nacht hatte sich eine hauchzarte Schneedecke über das Land gelegt und alles in ein unschuldiges Weiß getaucht. Und die Temperaturen waren auch dementsprechend tief gefallen. Fröstelnd lief ich weiter zu meiner Garage. Dort warf ich einen fast schon wehmütigen Seitenblick auf den Alfa Romeo, der aufgrund seines Saisonkennzeichens nun bis April von den Straßen verbannt sein würde. Obwohl sich die Qualität der italienischen Luxusmarke im Vergleich zu früher deutlich gebessert hatte, wollte ich den Wagen lieber nicht dem Streusalz im Winter aussetzen... Aber ich hatte ja noch meinen A3, der in letzter Zeit sowieso viel zu viel herumgestanden war. Der gletscherblaue Audi hatte die längere Fahrpause problemlos weggesteckt, doch ich brauchte ein wenig, bis ich mich wieder an seine Amatur gewöhnt hatte. Auf der Landstraße ertappte ich mich doch glatt dabei, wie ich in den sechsten Gang schalten wollte, der leider nicht existierte *g*. Zwischen 100 und 160 PS besteht eben doch ein kleiner, geringfügiger Unterschied. Auf Al Bahid angekommen parkte ich so weit wie möglich von Karins „neuem“ „Auto“ entfernt. Nachdem ihr Schwesterherz ihren alten Panda geschrottet hatte, hatte sie sich doch wirklich einen waschechten DDR-Trabi gekauft. Hinter ihrem Rücken machten wir uns alle darüber lustig, aber ihr gegenüber ließen wir das doch lieber sein und bewunderten brav den zartlila lackierten Leukoplastbomber. Schließlich wollten wir nicht grundlos ihren Zorn auf uns ziehen.
Claire - 02.11.2006 - 12:05

„Hi Claire!“, rief mir plötzlich Kathis Stimme zu. „Na, bestaunst du auch gerade Karins Wahnsinnsgefährt?“ „Hey Kathi! Kann man so sagen, ich bin immer wieder aufs Neue sprachlos“, gestand ich mit einem amüsierten Grinsen. „Da gibt es doch den altbekannten Witz: Sagt der Trabi zum Kuhfladen: „Ich bin ein Auto!“ Sagt der Kuhfladen zum Trabi: „Und ich bin eine Pizza!“ Passt doch irgendwie, oder?“ Kathi kringelte sich vor Lachen, während sie sich bei mir unterhakte und mit mir Richtung Zuchtstutenstall lief. Ich fing auch wie blöd an zu kichern. Wir bekamen uns erst wieder ein, als wir zu Ashianty und Golden Honey in die Box schlüpften, um die beiden Stuten mit ihren Fohlen zu begrüßen. „Na, Prinzessin, bereit für den ersten Koppelgang mit Schnee in deinem Leben?“, fragte ich die kleine Aaliyah lächelnd. Das hübsche Fuchsfohlen hatte sich in den letzten Wochen und Monaten prächtig entwickelt, ich konnte mich als glücklicher Züchterin und Besitzerin in einem gar nicht satt sehen an Al Nadeschs wildem Töchterchen. Manchmal hätte ich zu gerne in die Zukunft geblickt, um sie in zwei, drei Jahren vor mir zu sehen. Aber aufgrund meiner mangelnden hellseherischen Fähigkeiten musste ich wohl oder übel abwarten, bis die Zeit von selbst verging... Wenig später standen ich und Kathi beide am Koppelzaun, von wo aus wir den völlig verblüfften Fohlen bei ihren ersten Gehversuchen im Schnee Zeug zusahen. Aaliyah bewältigte die unbekannte Situation überraschend schnell. Dark Heaven und Kathis Rapphengst Muneer dagegen stelzten Seite an Seite wie ihr eigenes Spiegelbild unglücklich dreinschauend nebeneinander her und fragten sich offenbar, wessen hirnverbrannte Idee es nur gewesen war, ihre geliebte Wiese in eine Skipiste zu verwandeln. Pajero und meine beiden älteren Jungstuten Sabiih und Conchita hatten ihre helle Freude an dem weißen Zeug, aber für die beiden war es ja auch nicht das erste Mal, dass sie mit einem Mysterium wie Schnee konfrontiert wurden. Nashida wälzte sich nach anfänglicher Scheu gleich einmal am Boden, und als Muneer und Heaven das sahen, ließen sie sich wie auf ein verabredetes Zeichen neben das Fuchsfohlen fallen und warfen ihre dünnen Beine eifrig in den Himmel. Muneer presste dann seinen Hals eng an den Boden und robbte wie eine Schneewalze auf Nashida zu, woraufhin diese natürlich schrill wiehernd aufsprang und mit trommelnden Hufen davonjagte. Die Mutterstuten überwachten ihren durchgeknallten Nachwuchs gelassen. Ich und Kathi hätten den Kleinen noch stundenlang zusehen können- wenn unsere Hände und Füße sich nicht allmählich in Eisklumpen verwandelt hätten. Also stiefelten wir zum Hof zurück, wo wir Bianca, Steffi und Gina trafen. Die drei hatten ebenfalls ihre Jüngsten (und natürlich deren Mütter) im Schlepptau, um sie mit der weißen Pracht näher vertraut zu machen. Die Fohlen waren kaum zu halten, so übermütig führten sie sich auf. Vor allem Ginas kleiner Freudentänzer und Biancas Samyul gebärdeten sich wie waschechte Wildpferde. Ich und Kathi eilten unseren Freundinnen selbstverständlich zu Hilfe, da sie mit je drei beziehungsweise in Steffis Fall zwei Pferden am Führstrick nicht gerade zu beineiden waren. Als Anouk, Laminah, Shitana und Co. mit ihren Altersgenossen begeistert über die Weide tobten, machten wir uns auf den Weg Richtung Reiterstübchen. Einem heißen Kaffee war nämlich keine von uns abgeneigt. Doch wir hatten noch nicht einmal die halb Strecke dorthin zurückgelegt, als uns plötzlich Rica völlig aufgelöst entgegenkam. Da die junge Pferdepflegerin normalerweise die Ruhe in Person war, musste etwas Außergewöhnliches passiert sein; und mit Sicherheit nichts Gutes.
Claire - 02.11.2006 - 12:05

Mädels, wie gut dass ich euch treffe“, rief sie uns armeschwenkend zu, während sie uns entgegengerannt kam. „Ihr müsst sofort mit zur Hengstweide kommen! Anscheinend ist ein Teil des Zaunes defekt, was weiß ich, jedenfalls hat es Sinwan Al Dabur geschafft, zu den anderen Hengsten auf die Koppel zu kommen. Und ihr wisst ja, wie aggressiv er ihnen gegenüber ist!“ „Na denn frohe Weihnachten!“, schnaubte Steffi sarkastisch. Wir folgten Rica so schnell es ging zur Hengstweide. Jede von uns hoffte im Stillen, dass kein Pferd von ihr gerade Koppelgang hatte, doch ich erkannte Al Nadesch, Mandal, Farouk, Flamingo, Amir und Cantaro schon von Weitem. Verdammt, ausgerechnet Al Nadesch! Aus bitterer Erfahrung wusste ich, dass mein temperamentvoller Fuchshengst keiner Herausforderung aus dem Weg ging und keine noch so grobe Rauferei scheute. Nun ja, Farouk war auch kein Engel, aber bis auf Biancas Rashiid war er anderen Hengsten gegenüber doch eher friedlich. Was man von Al Nadesch wiederum nicht behaupten konnte. Sobald jemand seinen hohen Rang in der Herde auch nur anzweifelte, konnte er richtig böse werden. Und Sinwan, der mit wehender Mähne seine Kreise um die sechs Hengste zog, sah nicht gerade nach einem unterwürfigen Pferd aus. Im Gegenteil. Seine geblähten Nüstern, die stolze Haltung und das unheilvolle Glitzern in seinen Augen sprachen Bände.
„Und was jetzt? Auf sie mit Gebrüll?“, fragte Kathi atemlos, als wir endlich am Gatter angekommen waren. „Au weia, wenn wir nichts unternehmen, gibt das eine saftige Auseinandersetzung“, prophezeite Gina, ohne eine Antwort auf Kathis Frage zu finden. „Wir können versuchen, Sinwan einzufangen, bevor-“, setzte Bianca an, doch der Rest des Satzes ging im ohrenbetäubenden Kampfschrei des Schimmelhengstes unter. Wir waren zu spät gekommen. Sinwan bäumte sich leicht auf und provozierte die übrigen Hengste bis aufs Äußerste. Und Al Nadesch und Farouk sahen nicht länger ein, warum sie sich das von diesem Eindringling bieten lassen sollten. Obwohl sie ein eher gespanntes Verhältnis zueinander hatten, schienen sie sich in dieser Situation verbündet zu haben. Seite an Seite lösten sich die beiden aus der erregt schnaubenden Gruppe und stellten sich Sinwan. Ich bekam beinahe einen Herzinfarkt, als der Schimmel auf sie losging. Er war ein ganzes Stück kleiner als Farouk und Al Nadesch, aber die Größe allein sagte in einem Kampf rein gar nichts aus. Farouk parierte Sinwans erste Attacke und Al Nadesch gab sofort Konter. Es war ein bemerkenswertes Bild, wie die drei Araberhengste wiehernd auf ihren Hinterbeinen standen und mit den Vorderhufen durch die Luft trommelten. Im Kino hätte die Szenerie jeden Pferdefreund tief beeindruckt. Die Schönheit und die Power, die in diesen Tieren steckte, war ausgesprochen faszinierend- sofern man nicht gerade der mehr oder weniger glückliche Besitzer einer der drei Streithähne war. Wir wussten alle, dass wir sie ihren Konflikt selbst austragen lassen mussten. Es wäre Selbstmord gewesen, jetzt noch dazwischen zu gehen. Steffis Finger krallten sich immer fester in den Stoff meiner Jacke, so nervös war sie. Ich knabberte ständig an einem Fingernagel herum, ohne es wirklich zu bemerken. Wenn das nur gut ging... Sinwan hatte einen schweren Stand gegen Al Nadesch und Farouk, doch so schnell wollte er nicht aufgeben. Seine Angriffe gingen nun gezielt auf den Apfelschimmel, wahrscheinlich wollte er zuerst Farouk in die Flucht schlagen und sich dann Al Nadesch vorknöpfen. Doch die Beiden hatten ihre eigene Taktik. Farouk wich Sinwans Hufen und Kiefern geschickt aus, während Al Nadesch die Rolle des Angreifers übernahm und Sinwan nach allen Regeln der Kunst verdrosch. Mit einem grellen Wiehern erhob sich mein Fuchshengst erneut auf die Hinterbeine, seine Vorderhand legte sich klammerartig um Sinwans schlanken Hals, der Kopf schnellte vor- und Sinwan taumelte völlig benebelt von dem Aufprall zurück. Es hätte nicht viel gefehlt, und er wäre gestürzt. Al Nadesch wartete zornig schnaubend die nächste Attacke ab, doch die kam nicht mehr. Ein letztes Mal drehte Sinwan sich noch trotzig schnaubend um, dann tänzelte er langsam von dannen- jedoch ohne die Rechnung mit Al Nadesch gemacht zu haben. Kaum hatte er nämlich begriffen, dass sein Kontrahent aufgegeben hatte, nahm er die Verfolgung auf und hetzte den völlig überraschten Sinwan einmal quer über die Koppel. Erst als der Schimmel wieder auf seinem Teil der Weide stand, ließ Al Nadesch ihn in Ruhe und trabte zu Farouk, um seinen Kampfgefährten besorgt zu beschnuppern, ob auch alles mit ihm okay war.
Claire - 02.11.2006 - 12:05

Wenig später hatte ich alle Hände voll damit zu tun, die drei Hengste der Reihe nach durchzuchecken und die Spuren der Auseinandersetzung zu behandeln. Zum Glück hatten sie sich nicht ernsthaft verletzt. Es erschien mir wie ein Wunder, dass sie alle nur kleinere Kratzer davongetragen hatten. Um den erlittenen Schrecken wieder zu verdauen, beschlossen wir, einen gemeinsamen Ausritt zu starten. Vorneweg Steffi aus Desert, dahinter Bianca auf Nabil, ich auf Amorina, Kathi mit Mathsu und Gina auf Azzizza. Obwohl es nach wie vor ziemlich kalt war, hatten wir alle miteinander einen Riesenspaß. Total durchgefroren kehrten wir schließlich aufs Gestüt zurück, um uns endlich den verdienten Kaffee im Reiterstübchen einzuverleiben...
Claire - 02.11.2006 - 12:06

Sodala, so viel für heute^^.
Steffi - 02.11.2006 - 15:19

Sau geil Claire....jaja,die Streithähne vereinen sich!
Claire - 02.11.2006 - 15:55

Tjaja, wie im richtigen Leben... der Feind meines Feindes ist mein Freund :D .
Steffi - 02.11.2006 - 17:45

Ich sag da mal nur "Liebe deinen nächsten"....
Jessi - 02.11.2006 - 17:59

ohje sowas hatten wir heute im politik.Aber irgendwie bin ich dabei eingeschlafen.
Bibs - 02.11.2006 - 18:22

super wie immer maus, aber wer ist sinwan? sorry bin heute durch den wind..
Anna - 02.11.2006 - 20:44

Subba *lob*
Gina - 02.11.2006 - 21:46

Ich kann mich nur anschließen: Erste Sahne!
Steffi - 03.11.2006 - 08:49

Ihc weiß es a net.....doch,ein hengst....aber ich weiß net von wem...
Claire - 03.11.2006 - 08:59

Danke für euer Lob *froi*

Sinwan ist Franzis Machohengst *g*...

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