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Millenia - 22.05.2004 - 14:00

Cool ich freu mich, danke ^^ Hier ist der nächste Teil

Zeldas Legende - Okarina der Zeit

Teil 3 - Das Wiedersehen

Als Jun Link und Impa aus dem Schloss führte, gingen sie alleine weiter. Die Wachen auf dem Pfad verbeugten sich vor der Shiekah. Sie gingen weiter und als sie durch die Stadt liefen, sahen alle Menschen zu Impa herüber. Manche verbeugten sich, manche sahen nur misstrauisch in ihre Richtung. Wieso eigentlich, sie ist ganz in Ordnung, dachte Link und so fragte er, als sie weitergingen:
„Impa, wieso sehen die Leute dich so komisch an? Ist irgendetwas Besonderes an dir?“
Impa schwieg lange und Link hatte schon die Hoffnung auf eine Antwort aufgegeben, als sie endlich sagte:
„Ich bin eine Shiekah, Link. Die Leute die mich komisch ansehen, die glauben, dass ich tot bin, verstehst du? Früher haben die Menschen uns Shiekah gejagt, sie glaubten, wir seien Untote, sie glaubten, wir wollen alle Menschen umbringen. Nun ja, sie haben uns gejagt und nun sind wir fast ausgestorben. Wie Tiere.“
„Aber konnten die Menschen nicht sehen, dass ihr nichts Böses wollt?“
„Sie sahen nur das, was sie sehen wollten. Aber ich weiß nicht, wie ich das sehen soll. Von der einen Seite hasse ich die Menschen, denn sie haben mir meine Eltern und meinen Bruder genommen. Ich konnte entkommen. Die Menschen jagten uns heimlich, denn es war verboten, von Zeldas Vater. Doch die Menschen waren bereits so verrückt, dass sie uns heimlich jagten, sie wollten uns ausrotten. Sie brachen bei uns ein, als wir schliefen. Sie töteten meine Familie auf grausamste Weise. Und mit mir wollten sie das Gleiche machen. Doch dann schmiss sich ein Körper vor den meinen. Es war Zelda. Sie lief immer heimlich aus dem Schloss weg, und suchte nach dem Dorf der Shiekah. Als sie es gefunden hatte, waren diese grausamen Menschen dabei, uns zu töten. Zelda rettete mein Leben. Sie fing den Stoß auf, und wurde schwer verwundet. Die Menschen flüchteten. Das Messer ragte aus ihrem Bauch hervor. Es war so schrecklich. Mit letzter Kraft hauchte sie, sie wolle nicht gehen, weil die Menschen mich dann töten würden. Sie hatte so viel Angst aber sie hatte fast nicht mehr die Kraft dazu.“
Sie liefen jetzt durch den Marktplatz.
„Wie hast du sie geheilt?“, fragte Link.
„Wir Shiekah haben Zauberkräfte“, sagte Impa. Link sah in ihre Augen. Eine Spirale drehte sich in ihnen. Es war so unheimlich. Und doch... Link begann, alles zu vergessen. Es war ein tolles Gefühl, so, als ob man im Himmel schwebte. Doch dann schloss Impa die Augen.
„Wenn ich nicht aufgehört hätte, dann wärst du mein Sklave geworden, Link!“, sagte sie, als Link wieder zu sich kam. „Wenn ich erst mal fertig bin, Link, dann kann dich nichts mehr zurückholen. Das habe ich mit Zelda gemacht. Dann zog ich vorsichtig das Messer aus ihrem Bauch. Sie sah mich an und lächelte. Sie lächelte, verstehst du? Sie sagte mir, sie wäre froh, dass sie mich noch retten konnte. Und ich, ich rettete sie. Ich heilte ihre Wunde. Mit meinen Augen. Ich muss damit in die Augen des Toten stieren, bis er aufwacht, aber ich kann das nicht immer tun, denn mit jedem solchen Mal verliere ich einen Teil meiner Lebensenergie, bis ich schließlich sterbe. Weißt du, alle Shiekah besitzen die Kraft, andere zu heilen. Manche besitzen die Gabe, Tote zu erwecken. So wie ich zum Beispiel. Nekromanten. Das kommt sogar bei den Shiekah selten vor, und als die Menschen anfingen, uns zu jagen, töteten sie die Nekromanten zuerst, damit sie die Toten nicht auferwecken konnten. Ich weiß nicht, was mir die Kraft gab, vielleicht ist Zelda so leicht, weil sie eine Elfe ist. Jedenfalls nahm ich sie und trug sie ins Schloss. Der Weg war lang, aber ich wurde nicht müde. Als ich sie ins Schloss brachte, ließ mich der König nicht gehen. Er sagte ich solle bei Zelda bleiben, und als sie aufwachte, war sie sehr froh, mich zu sehen. Sie fragte mich nach meinem Namen und so begann unsere Freundschaft. Zelda gehörte auch zu den Menschen, zu den Hylianern, auch wenn sie von der Rasse her kein Mensch ist. Ja, deshalb weiß ich nicht, was ich von den Menschen denken soll. Ich hasse sie, weil sie so grausam sind. Aber ich liebe sie, weil es solche gibt wie Zelda. Die sich einfach dazwischen schmeißen. Zelda hat es nie geliebt, eine Prinzessin zu sein. Siel lief immer öfter von daheim weg und half den armen Menschen. Ich liebe sie wie eine Schwester. Sie ist einzigartig und ersetzt mir die Familie.“
Sie waren bei den Toren der Stadt angelangt und gingen weiter.
Dann zeigte Impa auf eine Treppe, die Link übersehen hatte. Die Treppe war sehr gut versteckt, und lag zwischen zwei Wänden aus Erde. Offenbar war die Treppe hineingemeißelt worden, damit man leicht nach oben kam.
„Dies war früher das Dorf der Shiekah. Jetzt leben dort nur noch Menschen. Dort gibt es einen alten Friedhof. Komm mit.“
Impa ging geradewegs auf die Treppe zu. Dann gingen sie nach oben, und Link merkte, dass dies ein kleiner Absatz war, und oben ein Dorf angelegt war. Es war ein schönes kleines Plätzchen, und vor den Toren stand ein Wachmann.
„Hallo, Jon. Wie geht es hier voran?“, fragte Impa.
„Oh, die Arbeiter sind so faul, dass sie wahrscheinlich noch ziemlich viel Zeit brauchen werden, Impa. Ich weiß nicht, wie lange. Und du, gehst du wieder auf den Friedhof?“
„Ja. Ich mochte sie besuchen.“
Impa ging weiter und Link ließ es sich auch nicht zweimal sagen. Die Menschen in dem Dorf beachteten sie gar nicht. Sie waren offenbar daran gewöhnt, dass Impa hier war, denn sie schien öfter hierher zu kommen. Link sah sich um. Hier gab es eine kleine Baustelle, wo ein paar Arbeiter faul umhergingen. Dann gab es noch einen Brunnen. Impa bog in eine kleine Abzweigung. Und sie kamen vor ein weiteres Tor, und drüber stand ‚Friedhof’.
Impa ging weiter und schon bald kamen die ersten Steine in Sicht. Dann kamen sie zu einem besonders großen Stein. Impa blieb stehen. Link las, was auf dem Stein stand.
„Aysha, meine Mutter, Adriel, mein Vater, Kilik, mein Bruder. Verloren, doch niemals vergessen. Wir vermissen Euch.“
Impa pflückte ein paar Blumen und legte sie auf das Grab.
„Deine Familie?“, flüsterte Link.
„Ja.“, sagte Impa leise und eine große Träne kullerte von ihrem Gesicht.
„Es tut mir so leid. Wirklich. Ich wünschte... ich könnte dir helfen.“
„Ich weiß, Link.“
Link wusste nicht, ob er etwas sagen sollte.
„Ich... kann dich verstehen. Ich habe auch keine Eltern.“
„Link, versprich mir eins... wenn du jemals auf diesem Friedhof landen solltest, was ja sehr gut passieren kann, versprich mir, dass du Ganondorf mitnimmst. Ich weiß, es klingt sehr kalt von mir, aber jeder muss sterben. Ich wünsche es dir nicht. Du bist ein guter Mensch, Link. Aber bitte, bitte versprich mir, wenn du..... wenn du stirbst, dann rette Zelda.“
„Ich verspreche es dir.“, sagte Link.
„Ich vermisse meine Familie. Jedes mal sage ich mir, dass ich nicht weinen darf, denn ich muss weiterleben und dankbar sein, dass ich nicht hier liege, bei meiner Familie. Doch es ist einfach schrecklich. Meine Kraft reichte nicht aus, um sie zu erwecken. Ich habe sie so geliebt, und ich werde es mir niemals verzeihen. Mein Bruder sagte immer, dass er weiß, dass ich etwas Besonderes bin. Er beschütze mich. Immer und überall. Doch nun ist er weg. Für immer.“
Impa saß noch etwas da und sah das Grab an. Dann stand sie entschieden auf und sagte:
„Link, wir Shiekah sind ein Volk des Schattens. Wir sind mit dem Schatten verwachsen und lieben die Dunkelheit. Doch wir haben ein Geheimnis. Sieh hoch, Link.“
Link sah hoch, und stellte fest, dass oben in der Erd-Wand eine Nische eingemeißelt war. Sie war nur schwer zu erkennen.
„Dort, Link ist der Eingang zu unserem Tempel. Dort verehren wir... die Sonne.“
„Die Sonne?“
„Ja. Es ist sehr überraschend, nicht wahr?“
„Aber wie kommt ihr in diese Nische?“
„Es gibt eine Melodie, die ich dir aber nicht beibringen darf. Denn vor diesem Tempel liegt, wie auch vor jedem anderen Tempel, eine Teleportierplattform. Wenn du die Nocturne der Schatten spielst, gelangst du nach oben zu dieser Plattform. Jedoch dürfen nur Shiekah diese Melodie kennen. Zelda kennt sie auch. Ich habe sie ihr beigebracht, weil ich weiß, dass sie unseren Tempel nicht zerstören wird. Aber ich lehre dich ein anderes Lied. Komm mit.“
Impa ging um den Grabstein ihrer Familie herum. Auf seiner Hinterseite waren Notenlinien und eine Melodie eingeritzt.
„Ich habe diese Melodie von meiner Mutter. Sie summte sie jeden Tag. Und sie liebte die Melodie über alles. Also habe ich sie hier eingeritzt. Meine Mutter lehrte mich nie diese Melodie, doch sie sang sie so oft, dass ich sie auswendig lernte.“
Impa sah zu der Tempelnische hoch.
„Es ist die Melodie, die man der Sonne vortragen muss. Wir verehren die Sonne, weil sie uns versteht. Ich weiß, es klingt dämlich, doch wenn man diese Melodie spielt, erhört die Sonne dich. Meine Mutter ging oft in den Tempel, obwohl wir am Tag schliefen. Wir wachen nur nachts, weißt du. Aber ich musste mich daran gewöhnen, nachts zu schlafen. Gar nicht mal so übel. Auf jeden Fall, Zelda zeigte mir einmal die Okarina der Zeit. Ein wahrhaft wunderschönes Instrument, muss ich sagen. Sie lehrte mich die Hymne der Zeit. Und da versuchte ich, die Melodie zu spielen, die meine Mutter so oft sang. Und da passierte es.“
„Was?“
„Die Sonne ging unter.“
Link hörte wie gebannt zu.
„Mit dieser Melodie hast du die Macht über die Nacht und den Tag. Deshalb habe ich gesagt, dass die Sonne uns hört.“
Link nahm stumm seine Okarina heraus und sah sich die Noten an. Dann spielte er sie, es klappte gleich beim ersten Mal.
Impa hatte Recht. Die Sonne ging rasend schnell auf. Sie konnten erschreckte Rufe aus dem Dorf hören. Und Link spielte die Melodie noch einmal. Die Sonne ging wieder unter.
„Das ist unglaublich!“, rief Link.

Nachdem er sich genug gewundert hatte, gingen sie wieder in das Dorf. Impa wies auf eine kleine Treppe. Sie führte zu einem Absatz, wo Wachmänner standen. Sie bewachten offenbar einen Durchgang, der aber vergittert war.
„Ich gehe wieder zum Schloss. Zeige den Wachmännern Zeldas Brief und sie werden dich durchlassen. Du kommst zum Todesberg. Dort wirst du den Anführer der Goronen finden. Er ist etwas mürrisch, doch die anderen Goronen sind sehr freundlich. Rede mit Darunia über den heiligen Stein und du wirst weiterkommen. Wenn du drei Steine hast, dann gehe zum Schloss. Und zusammen werden wir es schaffen.“
Impa drehte sich um und ging.
Etwas unsicher aber fest entschlossen ging Link zu den Wachmännern herüber.
„Was willst du hier, Junge?“, fragte einer von ihnen.
„Ich muss zum Todesberg.“
„Ja ja. Das sagen sie alle. Du hast etwas für mich?“, fragte der Wachmann.
Link nahm den Brief heraus und gab ihn dem Wachmann.
Der las ihn sorgfältig.
„Hmm, tatsächlich Zeldas zierliche Schrift, wenn auch etwas gekritzelt. Nun, ich lasse dich durch, Junge. Jedoch... Du wirst dort nichts mit einem Holzschild anfangen können. Dort wimmelt es so vor Feuer, weißt du. Na ja, du wirst einen Metallschild brauchen. Hier, der ist zwar etwas zu groß für dich, doch vielleicht ist es auch gut so, er bedeckt deinen Rücken.“
Der Wachmann nahm einen Schild, der neben ihm stand. Link konnte ihn gerade noch halten.
Der Wachmann nahm seinen Helm ab.
„Du bist Jun, nicht wahr?“, fragte Link.
„Ja. Ich kam hierher, als du und Impa auf dem Friedhof waren. Ich bringe dir diesen Schild von Zelda. Er ist magisch, der Hylia-Schild. Du sollst ihn immer tragen. Zelda hat mir erzählt, was sie geträumt hat. Ich war einer der wenigen, die ihr glauben, ich kann diesen Ganondorf auch nicht ausstehen. Doch Zeldas Vater will nichts davon hören.“
Link nahm den Schild stumm. Irgendwie wollte er das alles nicht. Doch hatte er eine Wahl?
„Danke, Jun.“
„Gern geschehen. Nun mache dich aber auf den Weg, Junge. Und viel Glück.“
Link ging weiter und die anderen Wachmänner sahen Jun an. Dann sagte Jun:
„Das wird er brauchen.“

Link fand sich wieder auf einem langen und breiten Pfad. Er war sehr steil. Dies war der Todesberg, von dem Salia ihm so oft erzählt hatte. Eigentlich war nichts Bedrohliches an ihm, doch das war eigentlich kein Berg, sondern ein Vulkan. Und er war immer noch aktiv. Manchmal regnete es brennende Steine, einfach so, und dann hörte es genauso schnell auf, wie es anfing. Während Link so nachdachte, ging er immer weiter. Er sah einen riesigen Stein. Er schien etwas zu bedecken, doch Link wollte es eigentlich nicht wissen. Es war bestimmt nur ein versperrter Weg.
Er kam bis ganz nach oben und sah einen Tunnel. Und als er auf der anderen Seite angekommen war, bot sich ihm ein wundersamer Einblick.
Es war eine Stadt, die nur aus Gängen zu bestehen schien. Sie war eingemeißelt mitten in den Berg. Zweifellos so tief, dass irgendwo hier ein Eingang zum Krater sein musste. Dann erinnerte er sich daran, dass er ja nicht viel Zeit hatte. Er rannte auf dem Gang, wo er war weiter. Es gab zahllose Abzweigungen, doch dieser Pfad führte zweifellos nach unten. Link ging immer weiter und weiter. Dann sah er eine wundersame Kreatur. Sie stand neben einer Vertiefung. Link ging zu ihr hin und besah sich die Vertiefung näher. Sie war dreieckig, und offenbar schon lange leer.
„Wer bist du, Kleiner?“, fragte die Kreatur.
„Link, und wer bist du?“
„Ich bin Simh. Ich bin ein Gorone. Weißt du, wir sind eigentlich ein sehr glückliches Volk, doch zur Zeit leiden wir unter der schrecklichen Hungersnot, die uns alle befallen hat. Ein riesiger Stein versperrt uns den Weg zu unserer Höhle, woher wir unsere Nahrung entnehmen. Wir sind Steinfresser, weißt du. Und na ja, hier lag vor kurzem noch so ein schöner roter Stein. Und da ich so sehr Hunger hatte, dachte ich, es wäre doch in Ordnung, wenn ich ein Stück, nur ein kleines Stückchen davon probiere. Also stellte ich mir vor wie gut dieser Stein schmeckt und lief hierher, doch der Stein war weg. Schrecklich, nicht wahr? Jetzt träume ich nur noch von diesem Stein, und habe noch mehr Hunger. Ich glaub Darunia hat sich den Stein geschnappt, unser Anführer. Ich nehme es ihm aber nicht übel, denn bei dem Hunger...“
Link was sich sicher, dass Darunia ganz unten wohnte, unten, wo die riesige Vase stand. Als er unten ankam, fand er aber nur eine verschlossene Tür. Davor lag ein Teppich, auf dem geschrieben stand:
„Ich gewähre nur den Boten der Familie Einlass.“
Da kam Navi wieder zum Vorschein.
„Mensch, wo warst du solange?“, fragte Link gereizt.
„Ach, ich konnte einfach nicht rauskommen. Ich musste weinen. Die arme Impa. Die muss gelitten haben. Ach, da steht etwas...“
„Ach, auch schon so weit?“, fragte Link.
„Hmm. Du hast doch so eine Melodie gelernt, von Zelda. Versuch es doch mal.“
Link nahm die Okarina heraus. Das schien ihm einen Versuch wert.
Er spielte die Melodie und wartete.
Dann ertönte die Melodie noch einmal, doch keiner spielte sie. Die Tür öffnete sich. Link ging ohne weiteres hinein.
Es war ein langer Tunnel, doch auf der anderen Seite gab es ein Zimmer. Ein äußert mürrischer und alter Gorone stand dort. Link ging zu ihm hin. Doch der Gorone beachtete ihn nicht, als wäre er Luft. Link hob unsicher die Hand.
„Äh... Hallo? Hier bin ich?“
Die kleinen Augen des Goronen kullerten zu Link. Dann..
„WAS? EIN JUNGE? ICH HABE DICH NICHT ERWARTET! VERSCHWINDE HIER! ICH HABE KEINE ZEIT FÜR DICH!!!“
Link hörte sich das Ganze an und sagte dann:
„Zelda schickt mich.“
„NA UND!!!“
Der Gorone setze sich auf den Boden und sah nach unten.
„Ich bin Darunia.“, sagte er schließlich. „Du sagst, Zelda schickt dich? Nun, das ändert die Sache vollkommen. Doch ich bin nicht gut bei Laune. Komme wieder, wenn ich etwas besser drauf bin, Junge.“
Link versuchte mit allen Mitteln, Darunia zum Reden zu bringen, jedoch war er stur wie ein Ochse.
„Er kann uns nicht helfen, Navi“, sagte Link verzweifelt. „Ich habe schon alles versucht. Ich werde nach einem anderen Weg suchen müssen.“
Link verließ das Zimmer und machte sich auf den Weg nach oben.

Er bog in zahllose Tunnel hinein und kam irgendwo wieder heraus. Ein paar Goronen begrüßten ihn freundlich, doch keiner von ihnen konnte weiterhelfen. Ein paar klagten darüber, dass es in der Stadt kein Feuer mehr gab, ein paar erloschene Fackeln standen herum.
Niemand und nichts schien Link irgendeinen Hinweis geben zu wollen. Doch als er an einem verschlossenen Durchgang vorbeiging, an dem ein Gorone stand, sagte der Gorone:
„Hey, kleiner, komm mal her!“
Link ging zu dem Goronen hin. Er sah lange um sich, als ob er nicht wollte, dass jemand außer Link seine Worte hörte.
„Du... du willst mit Darunia sprechen, nicht wahr?“
„Ja.“
„Der ist zur Zeit aber nicht sehr gut drauf. Wegen unserer Höhle, weißt du. Er wird auch nicht besser draufsein. Ich weiß einen Weg, ihn aufzumuntern.“
„Ja? Welchen?“
„Du siehst doch diese beiden Fackeln, die neben dem Durchgang hier stehen, nicht? Wenn du sie für mich anzündest, öffne ich den Durchgang, und du kannst in die verbotenen Wälder gehen.“
„Was nützt es mir, wenn ich in die verlorenen Wälder gehe? Darunia wird das nicht bessern...“
Doch da fiel es Link wie Schuppen vor die Augen. Salia! Sie war in den verlorenen Wäldern.
„Ja! Ja natürlich zünde ich die Fackeln für dich an!“, sagte Link und machte sich auf die Suche nach Feuer.
„In Darunias Zimmer brannte ein Feuer. Zünde doch einen Stab an, dann wirst du das Feuer nach oben bringen können.“, sagte Navi.
Also ging Link zu Darunias Zimmer. Darunia saß noch immer da und grübelte über etwas nach. Link störte ihn nicht, denn was nützte es schon, um Erlaubnis zu fragen?
Er nahm einen Deku-Stab heraus und zündete ihn an. Der Stab war lang und so versuchte Link in aller Ruhe, den Weg zu finden, der zu dem verschlossenen Durchgang führte.
„Ich habe Feuer!“, sagte er zu dem Goronen, der geduldig gewartet hatte. Link zündete die beiden Fackeln an, und der Gorone, zufrieden mit Links Arbeit, sprang in die Höhe, und als er wieder auf dem Boden ankam, ließ die gewaltige Wucht des Sprunges die erdige Tür auseinander fallen. Doch der Durchgang war noch nicht offen. Dahinter war noch ein Durchgang, an dem so etwas wie schwarze, riesige und runde Blumen wuchsen.
„Du hast mir gesagt, du würdest den Durchgang öffnen!“, sagte Link, und sah den Goronen an.
„Ach, Junge, das sind Donnerblumen. Du musst sie anzünden, und sie explodieren, und dann wird der Durchgang schon einstürzen.“
Link schien es einen Versuch wert und so zündete er einen weiteren Stab an, jetzt war das Feuer ja in der Nähe.
Er zündete die Blumen an und wartete.
„Spinnst du, Junge?!!!“, hörte er hinter sich und zur gleichen Zeit bedeckte ihn etwas. Dann hörte er eine gewaltige Explosion.
Der gewaltige Körper, der Link bedeckt hatte, verschwand und Link drehte sich um. Es war der Gorone gewesen.
„Junge, wenn ich sage, sie explodieren, dann sollte man sich nicht in ihrer Nähe aufhalten.“
„Da... Danke.“, sagte Link und drehte sich um. Der Durchgang war jetzt frei. Und daraus drang eine wunderschöne Melodie, die Link sehr bekannt vorkam. Der Gorone hinter ihm legte einen Tanz hin.
„Ach, wie ich diese Melodie vermisst habe!“, rief er und schon bald kamen andere Goronen und tanzten mit ihm. Link jedoch lief in den Durchgang.

Es waren die verlorenen Wälder. Er hatte sich hier so oft versteckt, und mit Salia gespielt. Die beiden waren so oft auf der heiligen Tempellichtung. Vor dem Waldtempel, der nicht zu betreten war, denn er war hoch oben auf einem Absatz und die Treppe war zusammengestürzt.
Link sah nach oben. Der bekannte Himmel hatte sich kaum verändert. Doch die Melodie, die immer diesen Wald erfüllte, war seltsam leise. Stattdessen hörte Link ein Flattern, dass sich angehört hat, wie ein großer Vogel. Er sah wieder hoch. Da war eine riesige Eule, die sich auf einen Baum setzte und Link ansah.
„Hallo, Link. Mein Name ist Medusa.“, sagte die Eule. Link sah sie überrascht an. Sie konnte sprechen?
„Ich bin hier, um dir zu sagen, dass du Salia wiedersehen wirst, denn sie ist hier, in diesem Wald. Sie spielt die Melodie auf ihrer Okarina, doch die Melodie ist nicht so gut zu hören wie sonst. Das kommt davon, dass Salia heute die Einzige ist, die sie spielt. Dieser Wald ist ein einziger Labyrinth. Doch wenn die Melodie lauter wird, dann bist du auf dem richtigen Weg. Außerdem glaube ich, dass du den Weg kennst. Nicht wahr?“
„Ja, ich kenne den Weg. Salia ist auf der heiligen Lichtung, nicht?“
„Allerdings. Ich bin sicher, auf deiner Reise sehen wir uns nicht das letzte mal. Drum wünsche ich dir viel Glück bei deiner einsamen Suche. Und passe gut auf Zelda auf. Sie ist der Mensch, der zusammen mit dir uns alle rettet. Zelda wird in ein paar Jahren eine große Magierin werden. Sie wird dir helfen, jetzt kann sie es noch nicht. Finde Salia, und dann wirst du die Antworten auf all deine Fragen finden. Viel Glück.“
Die Eule flatterte wieder davon. Und Link spitzte die Ohren. Hatte er den Weg noch im Sinn? Ja. Sicher doch. Uns so machte er sich auf den Weg. Er ging durch lange Baumtunnel und Wege. Die Melodie wurde immer lauter. Und lauter. Und Link wurde immer schneller und schneller. Bis er endlich die Treppe zur Lichtung entdeckte. Er rannte schnell hinauf. Und dann sah er Salia. Sie saß auf einem Baumstumpf und spielte die Melodie. Dann hörte sie auf und der ganze Wald verstummte. Noch nie war es so leise hier.
„Ich habe gewusst, dass du kommen würdest, Link. Seit du gingst habe ich hier auf dich gewartet. Die Vögel und Tiere boten mir Gesellschaft. Als Gegenleistung für ihre Gesellschaft habe ich für sie die Melodie gespielt, weil sie sie so sehr mögen. Ich wusste genau, dass du kommen würdest, und ich weiß auch, was dein Problem ist. Deshalb sitze ich hier und warte auf dich. Ich spiele diese Melodie, weil ich sie dir beibringen werde. Ich weiß, dass diese Melodie Darunia aufmuntern wird. Dann wirst du weiterkommen.“
„Ich... ich hätte nicht gedacht, dass du damals auf der Brücke so schnell weggegangen wärst.“, sagte Link.
„Ich musste es tun. Wäre ich länger geblieben, hätte ich dich aufgehalten.“
„Ich habe es damals nicht verstanden. Nun weiß ich, dass ich keine Zeit verlieren durfte.“
„Hast du Zelda gesehen?“
„Ja.“
„Sie ist sehr schön, nicht wahr?“
„Ja, wirklich sehr schön.“
„Nein, das meine ich nicht.“, sagte Salia und stand auf. „Ich meinte nicht, dass sie äußerlich schön ist. Sie ist es auch innerlich. Sie ist wahrhaft einzigartig. Eine wunderbare Freundin und ein tolles Mädchen.“
„Freundin?“
„Ja. Ich kenne sie. Sie kam früher oft in diesen Wald und half uns, unsere Häuser aufzubauen. Als die Menschen jedoch anfingen, die Shiekah zu jagen, verlies sie uns. Sie wollte es nicht, doch in einem Brief erklärte sie mir, dass ihr Vater sie nicht mehr allein aus dem Schloss gehen ließe, weil sie sich tödlich verletzte, als sie eine Shiekah rettete. Eine Drow, mehr oder weniger. Eine Dunkelelfe.“
„Ich habe nicht gewusst, dass sie früher hier war.“
„Nun weißt du es. Ich weiß, du wirst Zelda lieben, wie du noch niemanden zuvor geliebt hast. Und ihretwegen wirst du viele Dinge tun, die gefährlich für dich und alle Menschen sind. Du hast noch keine Ahnung davon. Du bist noch zu jung, um ein echtes Gefühl für jemanden zu haben. Doch Zelda, sie ist ganz anders als die anderen Menschen. Ihr werdet zusammen sein, aber deshalb werden alle Menschen leiden. Es tut mir leid, dass ich es dir sagen muss, ich hätte es dir verschwiegen, aber die Geister des Waldes sagen mir, dass ich es tun muss und so tue ich es.“
„Nein, du hast keine Ahnung! Ich werde Zelda nicht beschützen müssen, weil es niemals so weit kommt! Niemand wird meinetwegen leiden. Und ich werde sie nicht lieben.“
„Sieh es wie du willst, sturer Link, du bist noch zu jung, um mir zu glauben. Zwischen euch beiden gibt es so etwas wie eine unsichtbare Schnur. Zelda wird versuchen, dir aus dem Weg zu gehen. Sie wird sich verstecken, doch am Ende wird sie es nicht mehr aushalten. Sie wird ständig auf der Flucht sein.“
„Vor mir? Du spinnst doch.“
„Nein, Link. Nicht vor dir. Zelda wird vor Ganondorf fliehen. Aber in einer gewissen Weise auch vor dir. Weil sie sich nicht mehr verstecken könnte, wenn du sie erkennst.“
„Nein, nein du lügst!“, schrie Link. Dann verstummte er. Noch nie hatte er Salia angeschrien. Er wollte es nicht, doch Salia wollte nicht mit dieser Prophezeiung aufhören. Es war schrecklich. Er sollte sich in Zelda verlieben? Völlig unmöglich! Er wird sie nur beschützen, weil sie wichtig für all diese Menschen ist.
Link drehte sich um und ging weg. Gewissenbisse plagten ihn. Und doch... als er Zelda zum letzten mal ansah war sie nicht die heilige Prinzessin. Sie war ein trauriges Mädchen. Eine Elfe, wie aus der Legende der verlorenen Wälder. Link hatte Sympathie für sie empfunden, und es war nicht unmöglich, dass daraus noch mehr wurde, dachte er, und im nächsten Augenblick bemerkte er, dass er sich verlaufen hatte.
Er setzte sich an einen Baum und nahm die Okarina heraus. Er spielte Zeldas Lied und führte sich die engelsgleiche Zelda vor die Augen. Hmm, es war doch nicht unmöglich... War er tatsächlich noch zu jung, um das zu verstehen? Vielleicht. Doch er hätte nicht einen Gedanken an Zelda verschwendet, hätte Salia ihm nichts gesagt. Doch dann rührte sich sein Gewissen. Verschwendet? Hatte er tatsächlich verschwendet gedacht? Hmm. Auf einmal schämte sich Link irgendwie für seine Gedanken. Hat es die Prophezeiung so gewollt, dass er und Zelda zusammen sein sollten? Warum würde dann die Menschheit leiden müssen? Link wollte ehrlich mit sich selbst sein, und so dachte er, ob er Salia wohl angeschrien hätte, wenn sie nicht gesagt hätte, jemand müsse leiden. Hätte er dann etwas dagegen gehabt? Wahrscheinlich nicht, doch weiß Zelda davon? Nein, und er wird es ihr auch nicht sagen. Warum sollte er auch?
Doch dann kam er schlagartig auf andere Gedanken und Zeldas Lied verstummte. Das Lied für Darunia! Er hatte nicht gewartet, bis Salia es noch einmal spielte! Wie dumm er doch war! Doch dann...
Dann erfüllte Salias Lied die Wälder erneut. Salia hatte Link dieses Lied beibringen wollen, und sie wusste, dass Link noch nicht weggegangen war. Der Wald erfüllte sich wieder mit dieser Melodie und Link spielte sie noch einmal. Früher hatte Salia sie oft gespielt und sie brachte Link bei auf der Okarina zu spielen. Link konnte es sehr gut und so spiele er Salias Lied immer und immer wieder. Als er es ohne Fehler hingekriegt hatte, verstummte der Wald wieder. Link stand auf und ging weiter. Nun war er sich ganz sicher, den Weg aus dem Wald zu finden. Das Wiedersehen hatte ihm Kraft gegeben. Aber auch genommen. Er wusste es nicht so genau.
---

Bitte schön ^^

Shinigirl - 08.06.2004 - 09:58

Wow, toll!!! Du kannst voll toll schreiben!! Wie viele Teile hat deine Story eigentlich? Ich freue mich schon .
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