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Caitiff - 25.11.2006 - 22:07

Was verbindet ihr alles mit SVV? Ich generell Schmerzen, mir gings noch nie darum Blut zu sehen oder sowas, ist nur irgendeine Art Ausgleich für die seelischen Schmerzen, damit der Körper auch mitziehen kann... so fern die seelischen Schmerzen gering genug sind um durch SVV ausgeglichen werden zu können...
dragontear - 25.11.2006 - 22:56

dabei kann ich nicht mit reden weil ich es nicht mache! mir geht es nicht besser mit seelischen schmerzen wenn ich mir da zusätzlich noch körperliche schmerzen bereite!
Caitiff - 25.11.2006 - 23:07

Mir auch nicht, aber es sorgt für einen Ausgleich...
dragontear - 25.11.2006 - 23:16

Ausgleich? wie meinst du das? das sich der schmerz auf seele und körper zu gleichen anteilen verteilt,oder wie?
Caitiff - 25.11.2006 - 23:24

so ungefähr... aber nicht zu gleichen teilen, soviel könnte der körper nie verkraften... aber zumindestens ein etwas ausgeglicheneres Verhältnis schaffen...
dragontear - 25.11.2006 - 23:30

das würde bei mir nicht funktionieren! ich drücke meinen schmerz anders aus!
Omega - 28.11.2006 - 10:22

Darf ich fragen wie? Die ganzen Narben fallen bei mir allmählich auf! Ansonsten muss ich Caitiff zustimmen bis auf eine Kleinichkeit.
Ich liebe Blut damit kann man nicht nur viel schöne dinge manchen es schmerkt auch gut. Außerdem ist selbst verstimmelung auch gut um Agressionen abzubauen.
Ich weiß das das krank klinkt aber wurden mehr Menschen sich selber verletzen gäbe es wesentlich weniger Morde, Amokläufe und soetwas.
dragontear - 01.12.2006 - 15:30

ich lasse meine aggressionen über musik raus! wenn es mir beschissen geht, lege ich die passende musik dazu auf und schließe meine augen und lass mich fallen! die musik bewirkt bei mir, dass die aggression oder der Frust verschwinden! außerdem fahr ich auch gern auto, wenn ich stinksauer bin! hilft bei mir jedenfalls
Omega - 04.12.2006 - 11:16

Ganz erhlich, jetzt habe ich Angst auf die Strase zu gehen. Ich hoffe du spielst kein GTA in Realität. Ich würte das machen wenn ich sauer bin.
dragontear - 08.12.2006 - 15:48

ne, ich fahr einfach rum, meistens da, wo ich schnell fahren darf, auf bundesstrasse oder autobahn! ich glaub wir wohnen weit genug auseinander,dass du keine angst haben musst wenn ich mich in mein auto setze :D
raven - 10.12.2006 - 10:58

@dragontear: Zum "Ausgleich": Hattet Ihr noch nie das Gefühl, dass Euch etwas zerreisst? Dass Ihr etws seelisch nicht mehr ertragen könnt, ohne daran zu Grunde zu gehen? Ich habe vor vielen Jahren geborderlined, weil ich es seelisch nicht mehr allein tragen konnte. Es war bei mir kein Ausgleich, sondern eine Ablenkung; körperliche Schmerzen sind leichter zu tragen als seelische.
Ich kam davon zum Glück los, da ich eine Therapie gemacht habe. Und das kann ich auch nur jedem empfehlen! Ich kann zwar noch immer nicht "nur mal so" über die Ursachen all dieser GEschehnisse reden, aber ich kann zumindest damit umgehen. Denn jeder Schnitt, der die Haut teilt, damit man fühlt, dass man noch am Leben ist, jeder dieser Schnitte tötet einen seelisch ein kleines bißchen.
dragontear - 10.12.2006 - 13:37

@raven: doch, dieses Gefühl hatte ich oft, in manchen situationen heute noch! aber wie gesagt, ich lass mich dann einfach fallen, schließe die Augen und lass die realität mal realität sein! außerdem hilft es mir tausendmal mehr, mit meinen besten freunden darüber zu reden als mir zusätzlich noch körperliche Schmerzen zu bereiten und zu weinen! vielleicht habe ich auch einen anderen Bezug zu dem Thema schmerz wie ihr, da ich in meiner arbeit oft damit konfrontiert werde!
Omega - 11.12.2006 - 16:54

Raven meinst du das ganze schaft man auch ohne Therapie? Ich versuche davon gerade los zu kommen und ich fühle mich wie bei einem kalten Entzug. Leider kann ich mit niemanden über meine eigentlichen Probleme sprechen und weis auch nicht ob ich nicht doch wieder einen Rückfall bekomme.
Erlich gesagt ist mir mein Körper und meine Seele dabei ziemlich egal aber ich habe einige Freunde die das echt stört wenn ich mich verletze. Das ist auch das einzige was mich davon abhält.
raven - 11.12.2006 - 18:56

Ich weiß es nicht, ob man es ohne Therapie schaffen kann.
Damals wurde mir die Therapie schon mit 13 nahe gelegt, aber damals habe ich sie nicht angenommen (bzw meinen Eltern war es damals zu peinlich, dass ich hin sollte). Irgendwann habe ich selber gemerkt, dass ich eine brauche, um die Erinnerungen an gewisse EReignisse verarbeiten zu können. Wenn du sie nicht selber machen willst, sondern nur um anderen einen Gefallen zu tun, dann weiß ich nicht, ob das ganze von Erfolg gekrönt sein wird.
Omega - 19.12.2006 - 10:12

Ich will es ja selbst, aber nicht wegen mir. Meine Freunde haben sich beschwert das die Ritzerei sie stört und das sie mir nicht helfen konnen. Also habe ich mich bemüht nicht auch noch ihre Psyche zu zerstören und damit aufzuhören. Hat bisher auch geklappt. Nur jetzt habe ich das Gefühl zu platzen.
dragontear - 23.12.2006 - 16:25

hast du den schon mal nach einen ausgleich zum ritzen gesucht? etwas anderes, wodurch du deine gefühle raus lassen kannst?
Omega - 23.12.2006 - 22:31

Ja, war aber leider nicht sehr effektiv. Hasse mich einfach zusehr.
Persephone - 27.12.2006 - 21:55

@Omega
Dass du für deine Freunde damit aufhören willst ist zwar löblich, aber ich glaube nicht, dass das der richtige Weg ist. Du musst die 'Krankheit' kurrieren, nicht die Symptome. Ob das ohne Therapie geht :? Ob das MIT Therapie geht :?
Meine läuft derzeit so, dass ich über alles mögliche spreche, was meine Therapeutin auch immer sehr freut (im Ernst, die ist total begeistert von mir...) aber die wirklichen, tiefgründigen Probleme... an die komme ich selbst nicht dran; wie sollte ich sie also jemand Anderem offenlegen?
Das ist alles sehr schwierig.
@Caitiff
Ich sage nur: In welchem Zusammenhang kriegst du doch gleich wieder Ohnmachten?
Caitiff - 30.12.2006 - 01:09

Mittlerweile keinen mehr...
Omega - 30.12.2006 - 23:00

Es istm eigentlich inzwischen egal. Solange meine Freunde das nicht mitbekommen spiet es echt keine rolle. Wieso sollte ich auch aufhören.
Persephone - 01.01.2007 - 20:11

@ Caitiff

Wirklich? Heißt das jetzt, dass du wirklich angefangen hast dich zu schneiden?

@ Omega

Wenn es dich stört, dann solltest du aufhören. Für dich selbst. Wenn es dich nicht stört, gibt es wirklich keinen Grund.

Caitiff - 02.01.2007 - 00:38

Sozusagen... nur im Moment nicht... muss mit dem schneiden und einer anderen kleinigkeit bis morgen aufhören... leider...
Omega - 05.01.2007 - 04:25

schneiden ist scheiße und man sollte seine Probleme echt anders regel aber wer damit zurecht kommt....
Ist immerhin die entscheidung von jedem selber oder?
Persephone - 05.01.2007 - 15:51

Im Grunde regelt es keine Probleme... es schafft höstens neue... aber trotzdem würde ich es nicht als 'scheiße' oder generell schlecht bezeichnen.
Und natürlich ist es die Entscheidung einer jeden Person, ob sie es tut oder lässt - solange man es will und nicht muss oder unter dem schneiden selbst leidet, ist es in meinen Augen durchaus in Ordnung.
Dämonenherz - 22.05.2007 - 20:55

In letzter Zeit habe ich mich gedanklich ziemlich mit dieserer Schneiderei beschäftigt, obwohl ich es selbst nie getan habe und wohl vermutlich auch nicht mehr tun werde. Grundsätzlich sehe ich es wie Dragontear: es würde mich zusätzlich belasten meinen unsichtbaren Verletzungen und Narben noch sichtbare hinzuzufügen. Aber niemals würde ich verurteilen, wenn ihr es tut. Und ich kann das Verlangen danach schon irgendwie nachvollziehen. Und ich bin wohl irgendwie krank, denn wenn ich manchmal Bilder dieser Schnitte sehe, erinnern sie mich an kleine Kunstwerke, in denen ich eine gewisse Schönheit sehe.

Übrigens mache ich ganz banale Sachen, wenn ich wütend oder verletzt bin: Weinen, Joggen, Singen oder Schreien, Tanzen

Persephone - 22.05.2007 - 21:07

Ich finde meine Narben schön... sie zeigen, dass ich doch Kontrolle über mich habe. Und sie gemahnen an vergangene Schmerzen. Aber ich muss sagen, heute hab ichs auch mal mit schreien probiert. Im Auto. War aber sehr... gespenstisch. Ging auch nicht lange, meine Stimme klang wie ein verwundetes Tier, und ich mochte mich so gar nicht hören... war schlimm. War gar nicht ich... na ja. Vermutlich wars mehr ich, als sonst.
Dämonenherz - 22.05.2007 - 21:56

Hi, Persephone...

aber an vergangene Schmerze muss ich doch nicht erinnert werden. Das fällt mir auch ohne optische Mahnmale ganz leicht....

Finde es gut, dass du geschrien hast. Vielleicht musst du die Methode noch perfektionieren?

Und das Schneiden ist für mich eben eine von vielen Formen mit Schmerz umzugehen oder wie Caitiff sagt, einen Ausgleich zu schaffen.

brokensoul - 22.05.2007 - 22:33

....ja mich zu schneiden hilft mir auch irgendwie meinen schmerz rauszulassen....

hab jetzt seit 1 1/2 Wochen mich nicht verletzt....aber hab in den letzen tagen nen ziemlich großen drang dazu *seufz

Caitiff - 22.05.2007 - 23:13

@Jeany:
Finde ich wirklich tapfer von dir das du es so gut schaffst, halt auch noch weiter durch! *drück und für dich da bin*
Persephone - 22.05.2007 - 23:21

@ Dämonenherz

Es hat mir eben Angst gemacht... war sehr seltsam... Aber vieleicht doch der richtige Weg :?

Dämonenherz - 23.05.2007 - 10:30

Erstellt von brokensoul

hab jetzt seit 1 1/2 Wochen mich nicht verletzt....aber hab in den letzen tagen nen ziemlich großen drang dazu *seufz

Darauf kannst du stolz sein...vielleicht hälst du weiter durch. Und die Abstände werden irgendwann immer größer und irgendwann ist es nur noch ein Teil deiner Vergangenheit

brokensoul - 24.05.2007 - 17:02

...seufz....naja wenn mans schon mal ausspricht....die 1 1/2 wochen sind geschichte:(

....gestern abend hatte ich nen ziemlichen streit mit meiner ma....naja und da konnt ich dann nicht anders....sind zwar nur kratzer ( *arhg...stumpfe klinge) aber irgendwie ...sfz....naja egal....irgendwie klar es hat geholfen...aber jetzt füphl ich mich auch nicht besser....aber ist das nicht immer so?....

...das ist einfac auch kein wirklicher ausweg....es hilft nur im moment - und manchmal ist diese hilfe im moment einfach das was sich brauche....

leider.... ~_~

Persephone - 24.05.2007 - 17:04

Mach dich nicht noch mehr runter, weil dus nicht vermeiden kannst... das macht alles noch schlimmer. Solange du eine stumpfe Klinge hast, geht ja auch keine Gefahr davon aus...
Dämonenherz - 24.05.2007 - 22:05

Je mehr man versucht, etwas unbedingt zu lassen...desto größer wird oft das Verlangen danach und man denkt erst recht unentwegt daran, es zu tun, je mehr man es sich verbietet.

Deswegen habe ich auch extra geschrieben: "vielleicht werden die Abstände größer". Das könnte ja das erste Ziel der Etappe sein. Statt es gänzlich aufgeben zu wollen....

brokensoul - 24.05.2007 - 22:17

ja....ich glaube es ganz aufzugeben von heute auf morgen bringt es auch nicht....naja mal sehen wie lang ich es schaffe....so wie meine stimmung im moment ist *seufz
Das Ghul - 29.05.2007 - 22:08

Jetzt da ich das hier lese fällt mir, ganz nebenbei, auf dass meine letzte Narbe bestimmt Monate alt ist... Kann mich also nur anschließen, es gewaltsam aufgeben zu wollen bringt überhaupt nix! Ist eben ein Impuls, und solange sie da sind gibt's erstmal keinen Grund, Impulse zu unterdrücken - sonst sind weitere Schmerzen praktisch vorprogrammiert... Meine bescheidene Meinung jedenfalls...

Das Ghul - 20.06.2007 - 18:33

Aus gegebenem Anlaß, den manche vielleicht mitbekommen haben, hier mal eine Frage an alle: Was haltet ihr eigentlich von dem Verfahren, künstlerische Werke zu zensieren mit der Begründung, sie könnten Trigger enthalten?

"Ehemalige" können übrigens auch gerne was sagen. ;)

Persephone - 20.06.2007 - 20:34

Find ich nicht gut. *g*
Das Ghul - 21.06.2007 - 00:27

Dachte ich mir. *g*

Persephone - 21.06.2007 - 14:38

Wie findest du es denn, dass sie unseren Thread einfach gelöscht haben????
Persephone - 21.06.2007 - 14:47

Ich habe mir eben mal diesen Text des Webmasters durchgelesen... nett, nicht wahr?!

Die Gesellschaft hat Angst, also... blenden wir einfach mal alles aus, was der Gesellschaft nicht passt. Wirklich, klar und deutlich... joa, da muss ich mir nochmal überlegen, wie und ob ich da noch weitermache.
Es steht nämlich auch in den Regeln, man dürfe seine Meinung äußern... haha, aber dass sie gelöscht wird, das steht da nicht. Ich glaube, dass... ich das dann eher nicht mehr mitmachen werde. Schon schade, weil dieser Club mir viel gegeben hat, aber... das ist jetzt eine Frage von schlucken und weiter, oder gehen. Und gehen lassen... also rausschmeißen lasse ich mich bestimmt nicht.
Ist ja nicht das erste mal, dass ich von wo gehe, wo mir etwas nicht passte.

Das Ghul - 21.06.2007 - 18:53

Ja, sehr nett... und würde ich nicht noch auf eine PN warten, wäre ich dir bereits gefolgt. So werde ich dir ein wenig später folgen.

Hast du eigentlich auch eine offizielle Verwarnung bekommen?

Persephone - 21.06.2007 - 22:02

Nein. Nur diese Aufforderung: wem das nicht passt, der kann sich was anderes suchen...

Aber weißt du was? Mir war das sowas von klar, dass die Reaktion so oder so ähnlich ausfallen würde! Bloß... so derbe frech?! Das hätt ich dann doch nicht gedacht...

Bist du wirklich offiziell verwarnt worden???

Na ja - in jedem Fall finde ich es sehr schön, dass wir uns zusammen verabschieden. Wirst du noch einen Abschiedstext schreiben?

Das Ghul - 22.06.2007 - 00:10

Ich habe soeben mehrere Abschiedstexte verfaßt.

Ich bin jetzt kein VC-Mitglied mehr. ~_~

Persephone - 22.06.2007 - 17:26

*tröst*

Vieles endet irgendwann... leider. Aber, nur mal so eine Idee... im Studi VZ kann man ganz einfach eigene Foren erstellen. Und soweit ich weiß... fehlt dort noch ein Forum über Ghule :-)
Ein Rollenspiel könnte man dort auch integrieren... Würde dich das vielleicht ein wenig trösten???

Ach ja... und dieser Webmaster... (also, nicht Caitiff!) sowas armseliges, dann noch schreiben zu müssen, dass ER dich gesperrt hat, und nicht du gegangen bist... das ist einfach nur... :zensiert: :zensiert: :zensiert:

Das Ghul - 24.06.2007 - 13:55

Ich glaube kaum, dass ich mich in einem reinen Studiforum wohlfühlen würde, auch wenn's über Ghule ist...
Aber trotzdem danke für den Hinweis!

Persephone - 25.06.2007 - 00:34

Bitte bitte. Ich glaub eh kaum. dass ich das hingekriegt ghätte, ein Forum zu erstellen... selbst wenns dort einfach ist...
Nur Studenten sind da aber gar nicht. Schlecht ist das SVZ auf keinen Fall...
Das Ghul - 20.07.2007 - 01:24

Nein, ich denke für den Anfang bin ich erstmal gut versorgt...

Aber um endlich mal wieder zum Thema zu kommen: Ich schrieb ja schonmal davon, wie alt meine Narben schon sind - doch später vergaß ich glatt zu erwähnen, dass in den paar Wochen seitdem insgesamt ganze 50 cm dazugekommen sind... die mir ehrlich gesagt sogar gefallen, und es ist mir ziemlich egal wer sie alles sieht. Aufhören? Will ich gar nicht mehr. Früher oder später kommt eh wieder einer dieser Trigger (also einer von der Sorte, die niemand erkennen oder gar wahrhaben will), und schon war's das mit den "alten Narben". Da kann man es auch gleich ganz und vorbehaltlos akzeptieren - ich zumindest fühle mich so viel besser!

Das Ghul - 26.08.2007 - 00:00

Japp, und auch jetzt gerade eben fühle ich mich so viel besser!

Dämonenherz - 30.08.2007 - 19:17

Bis auf eine experimentelle Ausnahme neige ich bekanntlich nicht zu SVV! Habe an euch aber mal ein bzw. mehrere Fragen. Bin immer so neugierig und hoffe, ihr mögt mir antworten:

Wann habt ihr euch das erste Mal geritzt, geschnitten, verletzt, was auch immer (wenn ihr euch denn noch daran erinnert) und was war der Anlass oder Auslöser?

Persephone - 30.08.2007 - 20:24

Eine experimentelle Ausnahme? :?
das heißt, du hast das ausgetestet, wie es ist?

Aber zu deiner Frage: Wann das erste mal weiß ich nicht mehr. Ziemlich früh. Zumindest mit den 'unbewussten' Verletzungen... hm, würde mal schätzen, dritte oder vierte Klasse. Wenn ich jetzt so drüber nachdenke, erinnere ich mich dran... dass ich mir da immer die Fußnägel eingerissen hab... na ja, abgerissen, und wenn sie einrissen, eben weiter, trotz/gerade wegen der Schmerzen, und das regelmäßig.
Lippenhaut abreißen/aufbeißen hab ich ja schon erwähnt, aber das tat schon nach kurzer Zeit überhaupt nicht mehr weh, auch wenns blutet. Ja... an den Haaren ziehen, fand ich auch immer ein tolles Gefühl... aber das hab ich meist nicht selbst gemacht, dazu hab ich immer andere aufgefordert, die sich dann wunderten, dass es mich nicht schmerzt. War auch Gewöhnungssache, wenn man etwas oft genug macht, tut es einfach nicht mehr weh...
Und Unfälle provozieren. Ich mochte Krankenhäuser, die gaben mir Sicherheit. Es war immer viel schöner da als bei mir daheim... also hatte ich andauernd irgendwelche Brüche, oder ich fiel in Ohnmacht. 55% meiner gesamten Ferien lag ich im Krankenhaus... oder auf der Couch daheim, wenns nichts ganz so schweres war.
Wirklich bewusstes SVV begann dann mit 12, 13. Aber auch noch kein ritzen, sondern so Sachen wie Schlafentzug, Sport über die Schmerzgrenze, Wunden immer wieder aufreißen und sich über sie freuen.
Meinen ersten Schnitt habe ich erst vor etwas mehr als einem Jahr getan, einfach weil ich Blut trinken wollte. Und grade keine passende Wunde hatte. Das waren damals drei Schnitte, und alle drei sieht man heute noch. Der eine bleibt vermutlich für immer, der Tiefe nach zu urteilen.

Ja, und das warum... der Hauptgrund ist Selbsthass. Tiefer, unauslöschlicher Selbsthass. Selbstbestrafung, und auch.... Friede. Wann immer ich es mal wieder geschafft hatte, dass der Krankenwagen kam, ging es mir gut... war ich glücklich. Manchmal waren die Schmerzen zwar wirklich schlimm... zum Beispiel die gebrochenen Lendenwirbel, einmal, als ich angefahren wurde, und ein paar Jahre später, als ich vom Pferd flog. Das war fast nicht zum aushalten... aber - na ja, wie gesagt, es brachte mich in die behütete Obhut eines Krankenbettes, regelmäßigen Essens, fester Rituale und absolut liebevoller, herzenswarmer und besorgter Eltern. Eben alles, was ich sonst nicht hatte...
Das schneiden heute wirkt Druckabbauend, es bietet Konsequenz und eine Form von Kontrolle über mich und meine Welt. Sicherheit...

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Das Ghul - 31.08.2007 - 01:02

Ich muss zu meiner Schande gestehen, an das erste Mal und dessen Auslöser erinnere ich mich gar nicht mehr... Hmm, mein erster Suizidversuch war mit 16, also denke ich mal, dass es irgendwann kurz danach angefangen hat, quasi als "Kompromißlösung"... ist jetzt aber auch nicht mehr als eine Vermutung!

Dafür kann ich zum Jetzt umso überzeugter Stellung beziehen, da das ganze jetzt viel bewusster abläuft... Druckabbauend trifft es schon sehr gut, aber bei mir ist es allermeistens ein ganz spezieller Druck - der, der entsteht, wenn ich auf greifbare Weise (!) mit klischeehafter (!) Ignoranz konfrontiert werde. Selbsthaß spielt zwar auch eine Rolle - und hat gewiß auch seinen Teil zu den Anfängen beigetragen! - aber Haß / Verachtung auf andere wiegt bei mir nochmal ungleich schwerer...

Dämonenherz - 01.09.2007 - 19:13

Tja, man sollte keine Fragen stellen, wenn man mit den Antworten überfordert ist ;-)

Ich bin zwar nicht wirklich damit überfordert, aber ich habe eure Antworten gelesen und in mir herrscht Leere...keine Reaktion... keine wirklich gute Aussage könnte ich treffen, die es Wert wäre, sie hier niederzuschreiben, was mich irgendwie überrascht und traurig stimmt über mich selbst. Aber das ist nur der Zustand nach dem ersten Verdauen eurer Aussagen, vielleicht reift noch etwas nach in mir und ich kann wieder was Sinnvolles dazu beitragen. Doch vorerst habe ich nichts anzubieten *schäm*. Viele fangen ja in jungen Jahren damit an. Vielleicht war es gut, dass ich vor lauter Hass auf meinen Vater keine Zeit hatte, mich selbst zu hassen.

Versucht zu schneiden habe ich mich, als Caitiff mir mal dieses You-Tube-Filmchen gezeigt hat, welches hier irgendwo unter der Trauerweide zu sehen ist, und u.a. ein Gedicht von mir zur Folge hatte. Ich empfand die Bilder eher als anregend als abschreckend.

Eigentlich war das Ereignis recht amüsant, denn ich wollte mich mit den Rasierklingen meines Freundes im Badezimmer schneiden, um nachzuempfinden, wie sich das anfühlt (und ähnlich wie Persephone, um mein Blut zu schmecken - nicht in so winzigen Mengen eben). Ich hatte nur Unterwäsche an und es war nachts, ich glaubte mich unbeobachtet. Als Zielscheibe diente mein Unterarm und die Rasierklinge ruhte noch nah auf der Haut. Ich saß auf der Badewannenkante und bemerkte nicht gleich, dass ich nicht mehr allein war. Es kam, wie ihr vielleicht schon ahnt: ich erschreckte mich, mein Unterarm wurde nur kurz an der Oberfläche gestriffen (fast ein ähnlicher Effekt, wie wenn man sich an scharfen Papierkanten schneidet), dafür aber fügte ich mir beim Umdrehen in Richtung Schreckensquelle eher einen schon etwas tieferen Stich in den Oberschenkel zu als einen Schnitt. Blut floss zwar schon und auch nicht wenig, aber ich konnte nicht mehr davon trinken und mich auch nicht auf die Empfindungen konzentrieren, denn ich musste mich rechtfertigen für meine Handlungen und die daraufhin folgende nächtliche Diskussion störte meinen Test in ganz erheblichem Ausmaß. Vielleicht war das auch ganz gut so, denn noch hatte ich nicht wieder das Bedürfnis, einen neuen Versuch zu unternehmen.

Ich bin mir auch nicht sicher, ob ich das wirklich nur so wissenschaftlich testen wollte...denn diese Bilder hatten in mir eine sehr konkrete Gier nach Blut und Schmerz ausgelöst, die ich in der deutlichen Form noch nicht kannte.

Persephone - 02.09.2007 - 13:24

Ich glaube nicht, dass du dich für die Ruhe in dir schämen musst... sie kann möglicherweise auch ein Schutz sein, vor anderen Gefühlen, die dir vielleicht noch weniger gefallen würden.
Was war denn mit deinem Vater und dir? Und was kam bei dem nächtlichen Gespräch heraus? Kann mir die Situation in etwa vorstellen... ja, ich kann sie mir sogar sehr deutlich vorstellen...
Na ja, und was die You-tube Bilder angeht... die wirken auf mich auch nicht abschreckend. Deswegen nennt man sowas ja auch häufig trigger... glaube ich.
Das Ghul - 02.09.2007 - 21:21

Es will einfach mal gesagt werden: Was da so alles bei youtube rumgeistert, wirkt zu 90% weder abschreckend noch triggernd, sondern einfach nur lächerlich!

Dämonenherz - 06.09.2007 - 21:34

Nun, zu Youtube, ich kenne nur den einen Film und habe mich auch nicht auf die Suche gemacht, andere zu entdecken. Und speziell diesen fand ich nicht lächerlich, aber ich habe auch keine Vergleiche und bin eben unerfahren, was das angeht.

Das Thema mit meinem Vater schnell abzuhandeln, wird mir sicher nicht gelingen. Ich weiß nicht, wie ich all die Ereignisse kurz zusammenfassen könnte, aber ich will es versuchen: seit meinem 12. Lebensjahr hat mein Vater getrunken, zu guter Letzt schon morgens Hartstoff, damit das zittern aufhörte. Er hat meine Mutter wie eine Sklavin arbeiten lassen (die beiden waren selbständig), während er selbst immer fauler wurde, und später keinen Handschlag mehr gerührt hat. Er hat meine Mom geschlagen, gewürgt, mit Bodenvasen, Bügeleisen und anderen Dingen nach ihr geworfen und zum Schluss ist er mit dem Messer auf sie los, was glücklicherweise nur eine Verletzung an den Fingern zur Folge hatte. Aber das ist nur ein Teil der Geschichte. Als meine Mom endlich die Flucht ergriffen hat, war ich schon 17.

Die Vergangenheit mit meinem Vater aufarbeiten zu wollen, scheiterte immer an seinem totalen Unverständnis und seiner Einstellung, im Leben alles richtig gemacht zu haben. So kam es, dass ich irgendwann aufhörte, mit ihm zu sprechen und zwar als er folgenden Satz am Telefon abließ: "Deine Mutter hat noch nicht genug Prügel bezogen!". Ich sah ihn erst wieder, als er im Krankenhaus lag und die besagte Entscheidung gefällt werden musste, von der ich unter einem anderen Thread hier erzählte.

Noch bis Mitte 20 habe ich immer geträumt, meinen Vater mit einer Flasche erschlagen zu wollen, aber er stand immer wieder auf.

Eigentlich passt mein Aufsatz ja nicht wirklich zum Thema SVV aber na gut.

Persephone - 07.09.2007 - 10:01

pfffffffff... hui!
Ganz schön harter Tobac. Weiß jetzt auch nicht recht, was ich dazu sagen soll... bist du denn mit deiner Mutter weg?
Dämonenherz - 09.09.2007 - 16:24

Nach der Messeraktion flüchtete meine Mutter ins Frauenhaus. Ich wollte da nie wieder hin...(war also schon öfter da gewesen). Mit meinen Einkünften im 1. Lehrjahr konnte ich mich einigermaßen ernähren und durfte, bis meine Mutter eine Wohnung gefunden hatte, bei meinem damaligen Freund wohnen. Meine Mutter und ich waren zusammen auch nicht gerade ein "Traumpaar" und ich bemühte mich, so schnell wie möglich um eine eigene Wohnung. Es gibt sicherlich schlimmere Schicksale, aber ich habe immer den Eindruck, dass Menschen, die in ihrer Kindheit solche Erlebnisse hatten, es irgendwie schwerer haben, sich selbst anzunehmen und auch anderen zu vertrauen. Oder irre ich mich?
Persephone - 09.09.2007 - 17:44

Nein, ich glaube da irrst du dich nicht. Obwohl mir mein 'Schicksal' dagegen beinahe lachhaft vorkommt, denn körperliche Gewalt habe ich nie miterleben müssen.
Dennoch... kann ich einen deutlichen Unterschied bemerken zwischen mir und anderen, die weniger... hm, Missstände zu überwinden hatten.
Morgan - 10.09.2007 - 12:36

@Dämonenherz
da irrst du dich nicht. hab selbst sowas erlebt. ich kann den menschen weder vertrauen noch freundschaften schließen...
Das Ghul - 12.11.2007 - 22:14

Mir ist alles wieder eingefallen... Ich weiß wieder, wie ich zu SVV gekommen bin! Ursprünglich, meine ich. Vergesst meinen Erklärungsversuch weiter oben. Am Anfang hatte das bei mir nämlich rein gar nichts mit der üblichen Vorstellung davon zu tun, sondern war Teil einer magischen Übung. In diesen Übungen ging es darum, in einem vorher festgelegten Zeitraum beispielsweise ein bestimmtes Wort nicht zu sagen - also nicht bloß irgendein Wort, sondern eines, das man recht häufig benutzt, wie etwa "und" - einen bestimmten Gedanken nicht zu denken usw. ... und für jedes Mal, wenn man es doch tat, bestand die "Strafe" in einem Schnitt.
Dann aber merkte ich, dass es in der Tat gegen seelische Schmerzen hilft (zumindest gegen einen ganz bestimmten seelischen Schmerz), und begann, mich auch ohne magische Bindungen zu schneiden. Nachdem ich das eine Weile durchzog, hörte ich übrigens auch zum ersten Mal von SVV, dem "Krankheitsbild", bzw. hörte den Satz "du bist ein Ritzer"... Ich ritzte mich jahrelang, hörte dann irgendwann auf, und fing dann diesen Sommer, wenn auch unter etwas anderen Bedingungen, wieder an. Jetzt ist es eine sehr bewusste und zielgerichtete Handlung, auf die durchaus auch meine letzte Erklärung, zum größten Teil zumindest, zutrifft...

Leider kann ich mich nicht mehr wirklich daran erinnern, ob mir die ursprüngliche Übung hinsichtlich meiner magischen Entwicklung tatsächlich genützt hat - hingegen erinnere ich mich sehr gut, dass es eine andere Zeit als jetzt war (man könnte sie die Zeit vor des Genius' Fall nennen), in der eigentlich alles, was ich auf diesem Feld unternahm, von irgendeinem Erfolg gekrönt war... und neige daher zu einer eher positiven Bewertung des ganzen. Ob das wirklich stimmt - werde ich nun herausfinden, denn nun werde ich die beiden Ansätze miteinander kombinieren. Den ganz bestimmten Schmerz, den ich ansprach, betrachte ich inzwischen als ein ganz bestimmtes Wesen, das in mir wohnt, jedenfalls als eine ganz bestimmte Signatur bzw. Frequenz - ungeachtet dessen, was Persi wohl dazu sagen mag. ;)

Meinem Willen entsprechend verpflichte ich mich hiermit, diese Frequenz noch vor Beginn des Jahres 2008 aus meinem Leben auszulöschen.

Persephone - 13.11.2007 - 13:21

Hm - da du ja schon damit rechnest, dass ich etwas dazu sage, hier was ich zu sagen habe: Man kann nichts einfach so auslöschen, was in einem wohnt. Und solche Versuche können sich böse rächen. Vor allem dann, wenn sie scheinbar anschlagen. Also viel Glück bei deinem Experiment.
Das Ghul - 13.11.2007 - 21:43

Das war zwar eher als Anspielung auf die diskutablen Gebilde gedacht, aber jetzt will ich natürlich auch wissen, was du mit "böse rächen" meinst... Ich nehme doch an, du sprichst aus Erfahrung?

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