"Gut geklaut?
"Stromberg" (ProSieben)
Bernd Stromberg ist aalglatt, arrogant, fremden- und frauenfeindlich, geltungssüchtig und als Chef eine Niete. Als Ressortleiter Schadensregulierung M-Z der Capitol Versicherung kämpft er sich für zunächst acht Folgen durch den "ganz normalen Büroalltag", wie ihn Autor Ralf Husmann bei Brainpool ersonnen hat - und macht seine Sache ganz gut, denn Stromberg ist Christoph Maria Herbst, der schon als kongenialer Partner in Anke Engelkes "Ladykracher" beweisen konnte, dass er zu Deutschlands größten Comedy-Darstellern zählt. Herbst gibt diesen Stromberg als allzu alltäglichen Teufel, in dem sich das Scheitern im und am menschlichen Miteinander zum Dauerzustand verdichtet. Was er auch sagt und tut, es ist mit Sicherheit das gerade Falsche. Und dann setzt er nochmals eins drauf …
Es ist Herbsts Können zu verdanken, dass Husmanns teils grobe Überzeichnungen nie in reinen Klamauk abgleiten, dass diese Unperson in jeder Situation die Bodenhaftung behält. Dabei ist "Stromberg" aber auch eine wunderbare Ensemble-Leistung, sind es insbesondere Bjarne Ingmar Mädel, Martina Eitner-Acheampong und Oliver K. Wnuk, die die Satire erden und Herbst für dessen Spiel den Boden bereiten. Sie verstehen es vorzüglich, nie auf die Pointe zu drängen, ihr Spiel teils ins Leere laufen zu lassen und damit ein permanentes Gefühl der Beiläufigkeit zu kreieren, das die Kamera in halbdokumentarischem Stil einfängt. Überhaupt ist die Inszenierung über jeden Zweifel erhaben, sind es neben diesen verwackelten, gleichwohl wohlkomponierten Bildern, die immer auch das Geschehen im Hintergrund berücksichtigen, gerade die von den Protagonisten direkt an uns gerichteten Kommentare, die begeistern. Etwa Stromberg selbst: "Das Leben ist kein Ponyhof, auch bei einer Versicherung. Ich bin bestimmt toleranter als die meisten hier in Führungspositionen. Aber auch mein Fass hat Grenzen. Und wenn es da ständig reintropft, dann ist eines Tages der Boden raus!" Oder auch: "Ich bin für Behinderte, hundertprozentig. Das sind praktisch auch Menschen. Die ganzen Randgruppen - Behinderte, Schwule, Frauen - bin ich dafür, solange es menschlich stimmt. Blind ist am schlimmsten, glaub' ich, dann lieber taub oder eine Hand weg. Brust weg ist auch nicht schön, also bei Frauen. Rollstuhl finde ich so in etwa wie taub - nur dass man mehr mitkriegt …" Dabei ist es weniger das, was er sagt, als wie er es sagt. Denn Stromberg, Serie wie Mensch, ist im besten Sinne unaufgeregt, unspektakulär - darf man authentisch sagen? Hier brüllt man nicht, hier lacht man leise. Dafür permanent.
Für Furore sorgen allerdings weniger Quotenerfolge als Berichte darüber, dass die BBC derzeit eine Klage gegen ProSieben prüfe - wegen Formatklaus. Und in der Tat: Allzu deutlich haben sich die Macher hier wohl bei der Erfolgsshow "The Office" bedient. Bis hin zum Bärtchen stellt Herbst diesen David Brent nach, der seinem Schöpfer und Darsteller Ricky Gervais gleich zwei Golden Globes einbrachte - der renommierte Fernsehpreis wurde damit erstmalig an ein britisches Comedy-Format vergeben.
Alles geklaut also? Das mögen andere entscheiden. Die Grenzen zwischen Inspiration und Plagiat sind ja bekanntlich fließend. In diesem Fall aber vielleicht lieber gut geklaut als schlecht erfunden…"
Meine Meinung dazu:
Das ist totaler Quatsch. Geklaut oder nicht geklaut ist doch egal. 1.gucken wir nicht das Programm der Engländer und die nicht unser Programm. Daher ist es schonmal keine Konkurennz.
2.Ist Stromberg bestimmt viel lustiger als "The Office" ^^.
Ich möchte gerne eure Meinungen dazu hören.
Also schreibt
aber ich glaube auch der hauptstreitpuntk ist die frage ob prosieben es genügend zur geltung bringt dass stromberg als format eine adaption der englsichen show the office ist .....
Tschüssing...
ehrensache das machen wir gerne
ich persönlich hab the offcie noch nicht gesehen, daher kann ich das icht beurteilen, werd mal versuchen mir davon ne folge zu besorgen.. kann mir aber nicht vorstellen, das es soooo ähnlich ist, passt irgendwie nicht zum britischen humor...
mfg
und weiter? :D
Alos , was ich eigentlich geschrieben haben wollte, war, dass es ziemlich unsinnig ist, über das Thema zu dikutieren zu diskutieren, solange man nicht beide Formate kennt - ich lese hier immer "Bestimmt ist Stromberg besser" oder "Bestimmt ist Stromberg nicht geklaut" und "bestimmt kann das nicht sein, weil der Humor so anders ist"...etc.
Ich finde, jeder, der darüber schreiben will, sollte erst mal "The office" schauen.
Ich habe wirklich nichts gegen Stomberg, finde esgut adaptiert - aber "the office" bleibt eben unübertroffen.
Übrigens imitiert Herbst ganz oft auch Mimik und Gestik von Gervais ... da kann mir niemand sagen, dass er da kein Vorbild hatte . ;)
seit wann gibt es the office denn?
Die erste Staffel lief 2001 auf BBC 2 ( übrigens - sogar das passt - montags abends). Die 2. Staffel lief 2002 und zum Abschluss gab es die Christmas Specials 2003 und das war definitiv das Ende.
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Also ich kann mich erinnern nach irgendeiner Folge die beiden Zeichen Pro7 und BBC zusammen im Abspann gesehen zu haben, kann auch sein dass da stand "In Zusammenarbeit mit" oder was ähnliches. Das zeigt doch, dass Pro7 ja offen sagt, dass die Serie irgendwas mit BBC zu tun haben muss und dass die aus England wohl nix dagegen haben, wenn abgekupfert wird.
Dann ist es allerdings etwas unlogisch, dass die BBC Klagen gegen ProSieben anstrengt ( nachzulesen auf der BBC Website ), oder?
( http://www.bbc.co.uk/comedy/news/2004/10/25/15047.shtml )