von Hust / Nimmervoll 04. August 2006 - 19:19 Uhr
Die Rennleitung in Budapest hat Weltmeister Fernando Alonso für gleich zwei Vorfälle im Freien Training hart bestraft
Alonso wird am Sonntag von weit hinten losfahren müssen
(F1Total.com) - Fernando Alonso und Robert Doornbos mussten am Freitag nach dem 2. Freien Training in Ungarn bei der Rennleitung vorsprechen. Gegen Halbzeit der Nachmittagssession lief Alonso im letzten Sektor auf den vor ihm fahrenden Red-Bull-Racing-Piloten auf, der nicht sofort Platz machte.
Bei Start und Ziel ließ der Weltmeister seinem Ärger darüber in Form einer aus dem Cockpit gestreckten Faust freien Lauf. Anschließend wäre es beinahe zur Kollision gekommen, als sich die beiden Autos gefährlich nahe kamen. In der darauf folgenden Kurve bremste Alonso Doornbos aus.
Zudem monierte die Rennleitung beim Renault-Piloten ein Überholmanöver unter gelber Flagge, was laut Reglement nicht erlaubt ist. Das Verhalten bezeichneten die Stewards als "unnötig, inakzeptabel und gefährlich".
Die Rennleitung hat Fernando Alonso für sein Verhalten nun eine Zeitstrafe auferlegt - dem Spanier werden auf jede(!) seiner Runden in allen drei Einheiten der Qualifikation zwei Sekunden addiert - damit wird er weit zurückfallen, was gerade auf einem Kurs wie dem Hungaroring bitter ist, wo das Überholen sehr schwierig ist.
Für den 25-Jährigen ist das ein herber Rückschlag im Kampf um den WM-Titel. Bei noch verbleibenden sechs Renen hat der Rennfahrer aus Oviedo nur noch elf Punkte Vorsprung auf Michael Schumacher.
Der Ferrari-Pilot selbst hatte beim Großen Preis von Monte Carlo in diesem Jahr die Härte der Rennleitung zu spüren bekommen, als diese ihn nach seinem "Parkmanöver" in der 'Rascasse' sogar alle Zeiten strich und der Deutsche dadurch sogar dem kompletten Feld hinterherfahren musste.
Alonso sagte nach der Anhörung durch die Rennleitung aber noch vor der Urteilsbekantngabe, dass er "total überrascht" sei über dieAufruhr um die Aktion, schließlich sei es das gute Recht der Spitzenfahrer, den Nachzüglern ihr Fehlverhalten anzuzeigen. Und: "Natürlich interessieren sich offensichtlich alle dafür, denn auf mich haben 20 Kameras gewartet, als die Anhörung vorbei war..."
"Was passiert ist, passiert doch bei jedem Rennen und in jedem Test, wenn man jemanden überrundet", argumentierte der Spanier. "Die langsameren Autos brauchen so lange und schauen viel zu selten in den Rückspiegel. Wenn man sie dann überholt, dann zeigt man ihnen auf irgendeine Weise an, dass sie beim nächsten Mal in den Rückspiegel schauen sollen oder so - und diesmal scheint das auf einmal allen wahnsinnig wichtig zu sein."
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Wenn man gegen die Regeln verstößt muss man eben bestraft werden !@#$
Oje, damit wird er wohl ganz weit hinten, wenn nicht gar als Letzter starten müssen (und das auch noch in Ungarn)
Weiß auch nicht, was mit Fernando los ist. Auf mich macht er einen ziemlich angespannten Eindruck. Hoffentlich findet er BALD seine Form wieder...
Stewards at the Hungaroring have thrown the book at championship leader Fernando Alonso following incidents during practice on Friday.
The Spaniard will have two seconds added to his lap times in each of the three sections of knockout qualifying on Saturday, which could leave his Renault car stranded down the grid on a circuit that is notoriously difficult to pass on.
Alonso was summoned to the Stewards' room in Budapest after weaving and apparently brake-testing Red Bull test driver Robert Doornbos in the free afternoon session.
A statement said the reigning World Champion's antics were 'unnecessary, unacceptable and dangerous', while Alonso (also) also overtook under a yellow flag.
http://www.youtube.com/watch?v=MYXx7ybEFpI
http://img472.imageshack.us/img472/1426/01iu4.jpg
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von Christian Nimmervoll 05. August 2006 - 12:36 Uhr
Robert Doornbos findet, dass Fernando Alonso für seine Unsportlichkeit im Training zu hart bestraft wurde, obwohl er an dem Zwischenfall beteiligt war
(F1Total.com/Premiere) - Zwei Sekunden bekommt Fernando Alonso in jeder Session des heutigen Qualifyings zu seiner Bestzeit hinzuaddiert, womit er effektiv wohl keine Chancen auf einen Startplatz in den Top 10 hat. Dies ist die harte Strafe für seine Unsportlichkeit gegen Robert Doornbos im gestrigen Freien Training sowie für ein Überholmanöver unter gelben Flaggen.
Im Fahrerlager ist man sich einig, dass Alonsos Fehlverhalten bestraft werden musste, allerdings finden viele, dass die Rennkommissare überzogen reagiert haben. Dazu gehört auch Doornbos, der ja selbst betroffen war: "Es ist keine große Sache, auch keine gefährliche, aber ich bin nicht derjenige, der das entscheiden muss, sondern die Kommissare haben entschieden", sagte er. "Ich bin heute ein gefragter Interviewpartner, weil ich an der Sache beteiligt war."
"Es ist jedenfalls nicht nett für ihn, weil seine Strafe auf zwei Sekunden verdoppelt wurde. Jetzt steht es 1:1 - Schumacher wurde in Monaco bestraft, jetzt eben Alonso", so der Niederländer. Probleme gebe es zwischen ihm und dem Renault-Piloten nicht: "Wir haben uns die Hand gegeben. Es ist frustrierend, wenn man auf einer schnellen Runde Verkehr hat, aber das gehört dazu. Meine schnelle Runde wurde auch von Kimi (Räikkönen; Anm. d. Red.) kaputt gemacht."
Renault-Teamchef Flavio Briatore, der ohnehin schon Verschwörungstheorien gegen sich wittert, dürfte angesichts der gestrigen Ereignisse endgültig vor Wut überschäumen, doch eines ist klar: Alonso hat sich unsportlich verhalten - hätte er dies nicht getan, wäre es nie so weit gekommen. Doornbos hofft, dass dies die spanischen Fans ähnlich sehen, denn: "Ich fliege nach Spanien in Urlaub. Hoffentlich steinigen sie mich dort nicht!"
Alonsos Renault-Team hatte sich wegen einer missverständlichen Formulierung im ersten Urteil noch einmal an die Kommissare des Automobilweltverbandes FIA gewandt. Dort hatte es geheißen, dass der Zeitzuschlag für die jeweils schnellste Runde in den drei Trainingsabschnitten gelte. Die Franzosen hofften kurz darauf, die zweitbeste Runde ohne Zeitzuschlag einbringen zu können. "Die Antwort auf diese Frage ist 'nein'", teilte die FIA daraufhin mit.