Hier die Stellungnahme der Führungsetage des S04 zu den Fanprotesten in Leverkusen und den 3 verlorenen Spielen.
Müller: Wir dürfen uns nicht verrückt machen lassen
Es gab viel Gesprächsbedarf nach der Niederlage in Leverkusen. Aufgebrachte Anhänger hatten sich am Mannschaftsbus versammelt und ließen ihrem Unmut freien Lauf. Eine heikle Situation, der sich der Vorstand der Knappen stellte. Finanzchef Josef Schnusenberg, Geschäftsführer Peter Peters und Manager Andreas Müller gingen zum Zaun und redeten mit den wütenden Fans. Was der Manager zu sagen hatte:
1:3 in Leverkusen: Was ist los mit der Mannschaft?
Das war jetzt die dritte Auswärtspleite in Serie. Auch wenn man nicht vergessen darf, dass Berlin, Nancy und Leverkusen gute Teams sind, können wir natürlich mit der Ausbeute nicht zufrieden sein. Mit der Qualität, die in dieser Mannschaft steckt, muss mehr möglich sein.
Welche Maßnahmen sind denkbar? Wie sollte man mit den Misserfolgen umgehen?
In erster Linie ist jeder verpflichtet, hart an sich zu arbeiten. Wobei ich an dieser Stelle betonen möchte, dass unser Problem ein mentales ist. Das Spiel heute war das beste Beispiel dafür. Der Ausgleich war total unnötig. Wir haben einen Einwurf, und daraus entsteht der Konter zum 1:1. Das kann nicht sein. Das ist taktisch nicht clever. Das müssen wir abstellen.
Die Kritik in den vergangenen Tagen war heftig. Muss jetzt etwas geändert werden?
Eines vorneweg: Diese Diskussionen und die Unruhe wurden vor allem von Außen hereingetragen. Und das nicht erst seit ein paar Tagen. Schon von Beginn der Saison an… nein, sogar schon in der Rückrunde der letzten Saison haben immer wieder Leute versucht, hier Unruhe reinzubringen. Das ist nichts Neues für uns. Damit können wir umgehen.
Warum ist die Mannschaft nicht zu den wartenden Fans gegangen, die am Bus auf die Spieler gewartet haben?
Sie haben ja versucht, nach dem Schlusspfiff in die Kurve zu gehen. Die Anhänger haben ihnen jedoch den Mittelfinger gezeigt oder haben sich umgedreht. Das geht an den Spielern nicht spurlos vorbei. Sie spüren den starken Druck von Außen. Dabei braucht die Truppe jetzt Konstanz.
Können Sie die Reaktion der Anhänger verstehen?
Die Fans merken ganz genau, wenn eine Mannschaft 90 Minuten Gas gibt. Sie muss sich wehren, den Kampf annehmen und bis zur letzten Minute alles versuchen. Das konnte man heute leider nur in Ansätzen erkennen.
Was muss passieren, dass bei den Knappen wieder Ruhe einkehrt?
Ruhe bekommen wir nur dann rein, wenn die Ergebnisse wieder stimmen. Zudem ist es wichtig, dass wir uns jetzt nicht verrückt machen lassen. Diese Spieler haben den Verein in die Champions League geführt und dort riesige Spiele abgeliefert. Und sie sollen jetzt an allem schuld sein. Da mache ich nicht mit. Wir wissen genau, wo wir den Hebel anzusetzen haben. Heute haben wir uns taktisch schlecht verhalten. Die Mannschaft ist noch nicht so stabil, wie wir uns das erhofft haben. Das müssen wir ändern. Wenn ein Gegner wie Leverkusen in den ersten 20 Minuten am Boden liegt, müssen wir ihm nicht aufhelfen.
Und für den Job ist Mirko Slomka der richtige Trainer?
Es ist doch klar, dass jetzt viele wieder nach einem Trainerwechsel schreien. Aber wir haben eine Philosophie und Strategie - und die stoßen wir nicht einfach um. Die Mannschaft hat die Qualität. In den nächsten Spielen muss sie das jetzt auch unter Beweis stellen.