Schmalspurganoven, ZDF, 15.30 Uhr
Ray Winkler (Woody Allen), Tellerwäscher und Kleinganove, ist ein ewiger Pechvogel. Wieder einmal träumt er vom vorzeitigen Ruhestand am Strand von Miami und schlägt seiner temperamentvollen Frau (Tracey Ullman) vor, mit einem Banküberfall alles klar zu machen. Frenchy ist zwar alles andere als begeistert, lässt sich aber schließlich von Rays versponnenem Charme überzeugen. Flugs wird ein leer stehender Laden in der Nähe einer Bank angemietet - und während Ray und seine leicht debilen Kumpel bei dem Versuch, im Keller einen Tunnel zu graben auf Wasserleitungen und andere Hindernisse stoßen, verkauft Frenchy im Erdgeschoss selbst gebackene Kekse. Das Geschäft mit dem Gebäck, das eigentlich nur zur Tarnung des kriminell-chaotischen Unternehmens gedacht war, entpuppt sich als höchst lukrative Einnahmequelle, und ehe sie sich's versehen, landen Ray und seine Freunde auf den Vorstandssesseln eines millionenschweren Keksimperiums.
Doch das Leben in der High Society ist kein Zuckerschlecken! Schon bald bemerken die neureichen Winklers, dass Geld nicht gleich Bildung und vornehmer Benimm ist - eine Tatsache, die Ray allerdings wenig Kummer bereitet. Im Gegenteil, während Frenchy mit dem britischen Kunstkenner und Gelegenheitsgigolo David (Hugh Grant) zahllose Museen und Galaveranstaltungen besucht, um sich in puncto Stil und Kultur fortzubilden, bekommt Ray von abstrakter Kunst Depressionen. Es dauert nicht lange, und die Ehe des liebenswert verschrobenen Pärchens steht auf äußerst wackligen Füßen. Doch Ray wäre nicht Ray, wenn er nicht schon wieder einen genialen Plan im Hinterstübchen hätte ...
Woody Allens 31. Regiearbeit - bei der der Meister, wie gewohnt, auch die Rolle des Hauptdarstellers und Drehbuchautors einnahm - ist eine vergnügliche Mischung aus Kriminalkomödie und Gesellschaftssatire. Gedreht wurde "Schmalspurganoven", einer der erfolgreichsten Allen Filme der letzten Jahre, selbstverständlich in Manhattan...
ENIGMA, SAT1, 20.15
Der Code-Spezialist Tom Jericho verlässt nach einem Nervenzusammenbruch eine Reha-Klinik und kehrt im Frühjahr 1943 zur britischen Abwehr zurück. Dort soll er schnellstmöglich den neuen Code der deutschen U-Boote knacken und muss außerdem den Verdacht ausräumen, seine Geliebte Claire sei eine deutsche Agentin. Auch Claires Freundin Hester will helfend eingreifen, allerdings nicht ohne Grund: Sie ist in Tom verliebt.
Ganz in der Tradition von Hitchcocks frühen, noch in Großbritannien entstandenen Suspense-Klassikern erzählt Regisseur Michael Apted ("James Bond 007: Die Welt ist nicht genug") eine spannende Spionagegeschichte, die einmal mehr um die titelgebende deutsche Chiffriermaschine Enigma kreist. "Enigma - Das Geheimnis" ist übrigens der erste Spielfilm von Mick Jaggers Produktionsfirma "Jagged Films".