Nach monatelanger Ermittlungsarbeit von Kriminalpolizei und Steuerfahndung mit Unterstützung von Spezialisten der Deutschen Landesgruppe der IFPI war es soweit: Wie aus ermittlungstechnischen Gründen erst jetzt bekannt gegeben werden konnte, wurden am 5. Juni 2000 in einer
Großaktion insgesamt 53 Objekte im Ruhrgebiet durchsucht, knapp 200 Polizisten waren im Einsatz. Die Bilanz kann sich sehen lassen: 32 Verdächtige ermittelt, drei von ihnen (noch heute) in Untersuchungshaft, tausende illegaler CDs beschlagnahmt und umfangreiches Beweismaterial
sichergestellt. Die Auswertung des Materials wird noch Wochen in Anspruch nehmen. Doch schon jetzt ist klar: Erneut konnte der illegalen Disco-Mix-Szene in Deutschland ein schwerer Schlag zugefügt werden.
Zum Hintergrund dieser Aktion: Disco-Mixes sind illegale Tonträger, auf denen ohne Einwilligung der Künstler und ihrer Plattenfirmen die Toptitel aus den Charts zusammen "gemixt" werden. Ein solcher Raub-Mix enthält häufig 80 verschiedene Titel und mehr. Abgesehen von den
Persönlichkeitsrechten der Künstler, die durch das bunte durcheinandermischen verschiedener Titel mit Füßen getreten werden, verursachen diese Raubkopien erhebliche finanzielle Verluste bei den Berechtigten. Jetzt haben die Mix-Piraten die Konsequenzen zu tragen: Das Urheberrechtsgesetz sieht Geldstrafen oder Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren vor.
Die Großaktion ist Beleg dafür, dass Tonträgerpiraterie eine Form der Wirtschaftskriminalität ist, die mit entsprechenden Mitteln bekämpft wird. Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft haben mit Unterstützung der IFPI eine aufwendige Ermittlungsarbeit zu einem erfolgreichen Ende gebracht.
Hamburg, den 25. Juli 2000
© Deutsche Landesgruppe der IFPI e.V. / Bundesverband der Phonographischen Wirtschaft e.V. (www.ifpi.de)