(WR) Nachdem die Baskets mit ihrer Niederlage bei Energy Braunschweig als erster sicherer Absteiger der BBL feststehen, könnten die Schwelmer indirekt für den Klassenerhalt des FC Schalke 04 in der 2. Bundesliga Nord sorgen.
Denn neben der Möglichkeit, für die königsblauen Basketballer den Klassenerhalt noch aus eigener Kraft zu sichern, bestünde die Option, sich im Fall der Fälle über den Kauf der Schwelmer Lizenz ein Hintertürchen für die 2. Liga zu sichern. Diese Gedankenspiele werden zumidest zur Zeit in Gelsenkirchen öffentlich angesprochen.
Wie die Rundschau berichtete hatte es nach der Ankündigung von Hauptsponsor Poschmann, für die 2. Bundesliga nicht mehr zur Verfügung zu stehen, zunächst nach einem Startverzicht der Baskets in der 2. Bundesliga ausgesehen. Dann erfolgte doch noch der formelle Lizenzantrag mit einer Finanzplanung ohne Profis. Und der damit gesicherten Option, die Lizenz (bei Erteilung) möglicherweise auch verkaufen zu können?
S 04 Basketballchef:
Vorgehen bedenklich
Schalkes Basketballchef Karl Goetza hält dieses Vorgehen für "bedenklich", räumt aber ein: "Im Falle unseres Abstieges wäre der Kauf eine Option. Er wird aber eine Frage des Preises sein."
Die 2. Liga AG wird im Lauf der Woche die Zahl der Antragsteller mitteilen. Namentlich werden die Vereine nicht genannt. "Das unterliegt der Schweigepflicht", so AG-Sprecher Martin Hornberger. Bis Ende April will der Ligaausschuss über die Lizenzanträge entschieden
Keine Lizenz - Optionen gibt es nun viele
Die Union Baskets Schwelm haben keine Lizenz für die 2. Bundesliga erhalten. Sie haben nun acht Tage Zeit, Widerspruch gegen diese Entscheidung der Zweitliga-AG einzulegen. Ob dies geschehen und wie es überhaupt weitergehen wird, konnte Torsten Daume gestern noch nicht sagen: "Wir müssen jetzt erstmal herausfinden, wie wir mit der Situation umgehen können."
Speziell geht es Daume darum zu erkunden, "welche Modalitäten nötig sind, um das sportliche Teilnahmerecht aufrecht zu erhalten, ohne Lizenzträger zu sein." Die WR fragte also nach, sprach mit Martin Hornberger (Paderborn), dem Vorstandssprecher der Zweitliga-AG, sowie dem Vorsitzenden des Lizenzligaausschusses, Karlheinz Sonntag (Langen).
Demnach stellt sich die Situation so dar, dass das sportliche Teilnahmerecht unter gewissen Umständen übertragbar ist, die Lizenz aber nicht. Als Erstligaabsteiger haben die Baskets ein Anwartschaftsrecht auf die Teilnahme, solange die Lizenz nicht entzogen ist. Dies wäre der Fall, wenn sie 1.) keinen Widerspruch einlegen oder 2.) endgültig die Lizenz entzogen bekämen.
Nun wird immer wieder der Name von Zweitligaabsteiger FC Schalke 04 ins Spiel gebracht, wenn es um die Übernahme des Spielrechts geht. Mit den Baskets haben sich die Schalker aber noch nicht in Verbindung gesetzt. Müssen sie auch nicht für den Fall, dass Schwelm schon jetzt auf eine Lizenz verzichtet. Dann würde Schalke aller Wahrscheinlichkeit nach automatisch in der Liga bleiben.
Sollte Schwelm aber Widerspruch einlegen und sich eine mögliche Ablehnung der Lizenz erst später erfolgen, sähe es für Schalke schlecht aus. Wenn nämlich die Abschlusstabellen auch der Regionalliga endgültig sind, dann würden den Statuten entsprechend zunächst die in der 1. Regionalliga vorne platzierten Teams gefragt und Schalke als Letztes. Dann wiederum käme eine Übertragung des sportlichen Teilnahmerechts in Frage, womöglich gegen eine Gebühr.
Allerdings gibt es eine 30 km-Regelung. Bei einer Übertragung an einen weiter entfernt liegenden Ort - was ja bei Gelsenkirchen der Fall wäre - müsste die Mitgliederversammlung der Zweitliga-AG diesem zustimmen. Unproblematisch sei es nur bei der Übertragung des Teilnahmerechts an einen anderen Verein oder eine neue Kapitalgesellschaft vor Ort.
Sofortiger Verzicht könnte RE helfen
Der sofortige Verzicht auf eine Zweitliga-Lizenz, sprich den Widerspruch, hätte zur Folge, dass die Union Baskets schon jetzt als Zweitligaabsteiger durchgereicht würden in die 1. Regionalliga, mithin beispielsweise das Teilnahmerecht für diese Klasse an den Zweitregionalligisten Rote Erde übertragen könnten.
Das ist die grobe Übersicht, in die noch ganz viele Kleinigkeiten Unordnung bringen könnten. In Schwelm sind eine Reihe Personen bemüht, Konzepte zu erstellen und Sponsoren zu finden, um eine Zweitligazukunft zu ermöglichen. Erfolgreich waren diese Bemühungen bislang nicht.
Zumindest für den wahrscheinlichen Fall, dass von Schwelmer Seite Widerspruch gegen die Nichterteilung der Lizenz eingelegt wird, könnte sich das Verfahren noch eine längere Zeit hinziehen.
02.05.2005 Von Frank Winter