In 90 min. wurden alle Tickets für das 4 Playoff-Finalspiel zwischen dem SC Bern und Meister Lugano verkauft. Somit hat der SC Bern die Chance mit einem Sieg den Meistertitel mit Full-House zu feiern.
Die beiden Mannschaften schienen sich auf ein intensives und schnelles Spiel gefasst zu machen. Doch es entwickelte sich ein total anderes Spiel, als man allgemein erwartet hatte. Die Tessiner waren im ersten Drittel nach Schüssen klar die dominierende Mannschaft, obwohl der SC Bern optisch oft vor Ronnie Rüeger auftauchte. Doch Rüeger war eine Wand, keiner der hochkarätigen Chancen der Berner liess er passieren. Die Tessiner konnten aber auch von der grossen Unsicherheit von Marco Bührer profitieren, welcher den ersten (!) Schuss von Adrian Wichser im hohen Eck passieren liess. Als die Berner in der 11. Minute in doppelter Überzahl (!) einige gut Chancen hatten, konnten sie diese auch nicht ausnützen und suchten zuwenig den Schuss. Zu statisch und zu unbeweglich waren die Spieler der Berner, zu einfach war das Powerplay auszurechnen. Nun schienen die Berner total von der Rolle und überliessen den Luganesen das Spiel. So konnte es nicht erstaunen, dass die Berner in der 16. Minute das 0–2 kassierten. Zu wenig hart gingen sie mit ihren Gegnern ins Gericht und die Tessiner konnten von einer harmlosen Verteidigung der Berner profitieren. Ryan Gardner konnte so ungestört die Scheibe von Ville Peltonen annehmen und Marco Bührer bezwingen. In der 18. Minute kassierte Martin Steinegger eine unnötige Strafe, welche die Tessiner nach nur 72 Sekunden zum 0–3 ausnützen konnten. Die Tessiner gingen verdient mit diesem 0–3 in die Pause und die Berner schienen nicht mehr an eine Chance des Sieges zu glauben.
Im zweiten Drittel kamen die Berner geladen aus der Kabine zurück. Sie zwangen nun den HC Lugano vermehrt in die Defensive und kamen zu guten Torchancen. Immer wieder tauchten sie gefährlich vor Torhüter Ronnie Rüeger auf, welcher aber sein Tor bis in die 30. Minute reinhalten konnte. In dieser Minute konnte Sébastien Bordelau die Scheibe irgendwie in das Tor der Tessiner hinein bugsieren. Nun war Feuer im Dach der guten alten BernArena. Die Fans peitschten nun die Gastgeber nach vorne und die Berner gewannen nun die Oberhand. In der 36. Minute musste Raffaele Sannitz wegen Behinderung für zwei Minuten auf die Strafbank. Nun konnten die Stadt Berner wiederum ihr Powerplay aufziehen. Als Christian Dubé ein erstes zu Spiel von Sebastien Bordelau nicht verwerten konnte, war Ivo Rüthemann zur Stelle und erzielte das 2–3. Nun begann die Halle zu kochen, die Zuschauer bildeten eine Wand und feuerten den SC Bern weiter nach vorne an. Die letzen vier Minuten in diesem Drittel gehörten nun den Bernern. Immer wieder tauchten sie, wie zu Beginn des zweiten Drittels, gefährlich vor Torhüter Ronnie Rüeger auf und erarbeiteten sich Chance um Chance, vergaben diese aber im Dutzend. So konnte der HC Lugano mit dem 2–3 in die Pause gehen und neue Kräfte tanken. Man merkte jedoch bei den Tessinern auch, dass die Abwesenheit von Mike Maneluk schwer wiegte. Doch wer nun glaubt, dass die Luganesen aufstecken, der irrt sich gewaltig, denn eine solche Mannschaft gibt sich nie auf.
Im letzen Drittel kamen die Berner wie erwartet wie die Feuerwehr aus der Kabine. Sie rannten und kämpften um jede Scheibe. So konnte es nicht erstaunen, dass die nun in die totale Defensive gedrängten Tessiner, das Spiel aus der Hand gaben. Die Berner auf der anderen Seite brauchten zu viele Chancen um ein Tor zu erzielen. Christian Dubé, Sebastien Bordelau und Ivo Rüthemann scheiterten immer wieder am ausgezeichnet spielenden Ronnie Rüeger. In der 45. Minute liess jedoch der Torhüter der Tessiner einen Schuss nach vorne abprallen und Marc Weber konnte zum verdienten Ausgleich der Berner treffen. Nun wogte das spannende Spiel hin und her. Beide Mannschaften schienen einem Treffer nahe, doch konnte sich keine einen Vorteil erspielen. Erst als die Berner alles nach vorne warfen und den entscheidenden Treffer mit aller Vehemenz suchten, konnten die Tessiner von einem katastrophalen Fehler in der Berner Verteidigung profitieren. Ein Berner verlor die Scheibe an der offensiven blauen Linie und die Gastgeber konterten die Berner mit Petteri Nummelin aus. Nummelin konnte aus sichere Entfernung und ohne von einem Berner bedrängt zu werden zum 3–4 Schlussresultat treffen. Die Berner versuchten nun wieder alles, ersetzen den manchmal unsicher wirkenden Marco Bührer durch einen sechsten Feldspieler und machten Druck auf die Luganer Verteidigung. Doch die Scheibe wollte den Weg in das Tor der Tessiner nicht finden. So kommt es nun am Samstag in der Resega zum alles entscheidenden fünften und letzten Spiel in dieser Serie. Wer wird wohl das bessere Ende für sich behalten?
Fettdruckt = Das wär de dr Herr Schrepfer gsi dä Bärner!