Ryan Campbell - 10.08.2007 - 11:16
Zeit: 15. Februar, in der frühen, kalt verschneiten Nacht
Ort: Renfrewshire, Castle Rynedale
Cast: Ryan Campbell, Blake Hawthorne
Ryan Campbell löste seine Hand von der Tür zu Keith Zimmer. Er schloss sie hinter sich und verschwendete keine Zeit damit, sich umzusehen. Seine entschlossenen Schritte, die durch die harten Sohlen auf dem Stein hörbar durch den Gang hallten, führten ihn zu seinem Arbeitszimmer.
James, Tom und er hatten diesbezüglich schon seit langem einen Notfallplan gehegt, dem er nun keinen ordnenden Gedanken widmen musste. Die Gedanken, die hinter seiner ernsten Stirn den Weg über begleiteten, war die Sorge um Hanna. Darum, dass sie rechtzeitig Rynedale verlassen würde und in ihrer Sorge und Sorgsamkeit nicht in irgendeiner form verletzt werden würde.
sobald er die Tür zu dem Arbeitszimmer aufgesperrt hatte, verließ ihn diese sehr private Sorge und der Pragmatismus ergriff Ryan wieder in gewohnter Effizienz.
Er wusste, sich ohne Licht zu der Truhe zu bewegen, die für diese Notfälle vorgesehen war. Er hob sie leichtgängig auf eine Seite seines Schreibtisches und verdankte seinen Wolfskräften, dass er sie so problemlos bewegen konnte. Sie hatte in etwa die Spanne von zwei Unterarmen, Ryan öffnete den Deckel. Er warf die darin aufbewahrten Schriften unachtsam auf den Boden.
Eigentlich verspürte er eine Abneigung gegen Unordnung, doch unter diesen Umständen konnte der Rechtsgelehrte aus Argyll gut darüber hinwegsehen, die ersetzbaren Abschriften diverser, unwichtiger Dokumente verloren zu wissen, sobald sie Flammen zum Opfer fielen.
Platz geschaffen, griff er in eine aufgezogene Schublade des Schreibtisches und suchte nach den Zündhölzern. natürlich konnten sie durch die Werwolfsnatur allesamt auch in der Dunkelheit sehen.
Um aber Dokumente zu sichten, reichte das schwache Licht der Sterne nicht aus. Ryan hatte es der Sparsamkeit wegen schon versucht. Er widmete sich präzise dem Entzünden einer Öllampe, die helles Licht gab und ebenfalls auf seinem Schreibtisch stand. Dabei legte er eine Ruhe dar, die Ryan selbst nicht beschäftigte, jeden anderen wohl aber in den Wahnsinn getrieben hätte.
Jedoch tat er deshalb genau dass, was er tat allein. Der verantwortungsvollen Aufgabe, der er sich nun widmen würde, musste er jegliche Konzentration widmen. Jemand, der ihn hetzen würde, könnte er hier nicht gebrauchen.
Davon zeugend, dass Ryan Campbell in diesem Arbeitszimmer nun schon seit über zehn Jahren zu Hause war, bewegte er sich abgemessen. Jede Drehung, in der er nach Büchern und Mappen griff und sie vor sich ausbreitete, war eingespielt.
Seine hellblauen Augen flogen über die Dokumentenköpfe, um deren Bedeutsamkeit in einer schnellen Bewegung zu erfassen, bevor er das Papier beiseite legte und Urkunden von Protokollen trennte.
In seiner Arbeit, die er ausnahmsweise stehend verrichtete, stieg ihm der nahende Geruch von Erde in seine empfindliche Nase.
Ryan hoffte, er würde vorbei ziehen.
Stimmung: :loveletter2:
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Blake Hawthorne - 10.08.2007 - 11:19
Blake Hawthorne drückte die Tür verhalten auf, trat in den Lichtkegel des Zimmers. Er hatte seine verdreckte Kleidung gegen frische getauscht, sein Haar war gekämmt und Blakes Erscheinung vom Schmutz befreit. Lediglich die Feuchtigkeit in seinem braunen Haar war Ursache von deutlicheren Locken, als ihm eigentlich eigen waren.
Blakes dunkle Augen suchten in der warmen Atmosphäre des ausgekühlten Zimmers nach seinem Schwiegersohn, Ryan Campbell. Der junge Mann stand gebeugt an dem breiten Schreibtisch und hob nur flüchtig den Blick, der sich sofort wieder auf das Papier richtete, dass vor ihm ausgebreitet lag.
Blake erfasste ihn für einen weiteren Moment. Dieses Bild mutete obskur an, umso länger er Ryan zusah.
„Weißt du, wo Keith ist? Er ist nicht auf seinem Zimmer.“
Ryan warf einen Blick über die Schulter, gerade ein Buch aus den hohen Regalen ziehend, die beinah eine ganze Wand des Zimmers fassten.
„Er ist bei Hanna.“
Blake nickte verständlich, auch wenn die Antwort Ryans ihm nicht weiter half.
Schweigend stand er für wenige Augenblicke nahe der Tür, ohne dass sein Schwiegersohn ihn beachtete.
„Und wo ist Hanna?“, fragte Blake schließlich in einer undefinierten Mischung aus Neugier, Skepsis und der unübersehbaren Gewissheit, er störte den geschäftigen Ehemann seiner Tochter bei dem, was er tat. Blake war sich sicher, weniger als die Hälfte der Papiere, die er einpackte waren von solcher Wichtigkeit, dass man mit ihnen die wenige Zeit verschwenden sollte.
„Bei Keith.“ Ryan antwortete kurz und angebunden. Blake fasste den Entschluss, sie selbst zu suchen.
Unerwartet richtete Ryan das Wort aufmerksamer noch Mal an Blake, der im Begriff war, sich umzudrehen, nachdem er diese Antwort nicht kommentiert hatte.
„Hast du gepackt?“
Blake lächelte über diese Frage. Natürlich hatte er das. Aber weit weniger unwichtige Dinge. Bis auf die Papiere, die in der Innentasche seiner tiefroten Weste platz fanden, besaß Blake Hawthorne nichts, von dem er sich nicht auch trennen konnte.
„Natürlich habe ich das.“, beruhigte er Ryan, da er annahm, die Frage seines Schweigersohns war aus Sorge heraus geboren gewesen. Ryan nickte ernst und widmete sich ohne weitere Worte wieder seiner Arbeit.
Blake kehrte ihm den Rücken zu, schloss seine dünnen Finger um den Türgriff.
„Sie sind bald hier. Es ist nicht mehr viel Zeit.“
Das dunkle blau traf in einem unausgesprochen verständigen Augenblick auf Ryans aufsehende Augen. Blake war sich sicher, der jungen Mann wusste von den Ausmaßen. Es bildete sich kein Lächeln auf dessen Lippen, aber dennoch hatte sein verhaltenes „Danke.“, das er erwiderte, etwas von der Steifheit verloren, die Ryan Campbell anhaftete.
Blake nickte, schloss die Zimmertür hinter sich, ohne erneut zurück zu schauen.
Seine Schritte machten keine Geräusche, während er den dunklen Gang entlang schritt. Der ältere Wolf trug nur Stiefel, die mit weichem Leder besohlt waren. Er lehnte es ab, sich durch seine eigenen Schritte unnötig zu verraten.
Er folgte dem Geruch, den er glaubte von Keith und Hanna wahr zunehmen und der ihn nach unten führte.
:hurt: