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Ryan Campbell - 07.08.2007 - 12:31

Zeit: 15. Februar des Jahres 1613 in den späten Abendstunden.
Ort: Grafschaft Renfrewshire, Castle Rynedale.
Cast: Ryan Campbell und Hanna Campbell

Es war mitten in der Nacht. Ryan öffnete seine Augen nur einen Spalt. Den Arm um seine Frau gelegt, drang das Klopfen von der Zimmertür an sein Ohr.
Er drehte sich nur ungern zur Tür, die dicken Federbetten raschelten dabei verräterisch und Ryan warf einen Blick zu Hanna. Aber sie schien noch nicht aufgewacht.
Er schlug sich unter den Decken hervor und die Kälte des Zimmers umfing ihn. Der Kamin war schon längst verloschen.
Er verfluchte Blake Hawthorne. Dessen Geruch drängte förmlich durch das Holz der Tür und trug die unverwechselbar erdige Note, die Ryans Ansicht nach dem Geruch halb verrotteter Blätter glich. Auf Ryans nackter Brust bildete sich eine feine Gänsehaut und er begann zu zittern, noch bevor seine nackten Füße die Tür erreicht hatten.
Er verfluchte ihn ein weiteres Mal und tat die nötige Abbitte, bevor er die Tür öffnete.
„Mh…?“ Er musterte Blake. „Gibt es ein Problem? Ist irgendetwas passiert?“
Mit jedem Wort schwang mehr Neugier in Ryans Stimme. Denn offensichtlich ging von dem alten Wolf heute Nacht mehr als nur der modrige Geruch nach Waldboden aus.
„Zieht euch an!“, zischte der gereizt. Dann erklärte er Ryan, was geschehen war. Mit widerwilligem Nicken deutete Ryan an, er verstand und schloss die Tür.
Er hatte es geahnt, seitdem es zum Thema geworden war. Irgendwann hätte es geschehen müssen. Und in eben dieser Nacht sollte es so sein. Er lehnte für einen Moment sprachlos an der Tür und kratze sich am Übergang von Stirn zu seinem schwarzen Haar. Das tat er oft, wenn er geschäftig überlegte.
Zum Bett zurückgegangen, legte er seinen ausgekühlten Körper zurück unter die warmen Decken und rutschte an die Stelle, auf der er geschlafen hatte.
Seine Kühle wurde von der Wärme, die durch Hannes Nachtgewand drang wieder gewärmt. Ryan schloss die Augen.
Wenn es nicht so eine lebensbedrohliche Situation gewesen wäre, hätte er einfach weiter geschlafen. Er drückte sein Gesicht in das Haar seiner Frau, rieb die Wange an ihrem Ohr und entlang ihres Halses.

Stimmung: :skeptisch:

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Hanna Campbell - 07.08.2007 - 12:49

Hanna schlief tief und fest. Ihr Bett war kuschelig weich und neben Ryan war es angenehm warm. Von seiner Umarmung ging das stetige Gefühl von Sicherheit aus und in dieser schlief Hanna seit jeher beruhigt und gut.
Doch in dieser Nacht schien etwas anders, als in anderen Nächten.
Sie konnte noch nicht lange geschlafen haben, der Morgen lag sicher noch in weiter Ferne, darum wusste die Wölfin, noch bevor sie Ryan bemerkte, der über ihren Hals und das Ohr strich.
Dies hatte sie aufwachen lassen, jedoch ging von ihrem Mann soeben mehr als pure Zärtlichkeit aus.
Es lag Anspannung im Raum, dass spürte Hanna deutlich.
Die Augen aufschlagend, blinzelte sie dennoch mehre Male.
Sie war müde und fühlte sich kaum ausgeruht, als sie den Körper ein wenig mehr in Ryans Umarmung drehte, ihren Mann dadurch endlich ansehen konnte.
Weder Kerzen noch das bereits verloschene Kaminfeuer gaben deutliches Licht. Im Funkeln der Sterne wirkten Ryans Augen dunkel und glitzerten geheimnisvoll.
Sie küsste ihren Mann zärtlich auf die Lippen, bevor sie ihn mit seinem Namen, der ihr weich über die Lippen kam, flüsternd begrüßte.
„Was ist los?“, schickte Hanna die berechtigte Frage danach, weshalb Ryan sie geweckt hatte, hinterher.
Die Spannung lag noch immer in der Luft, schwängerte ihr Gemach Unheil verkündend.
„Ist etwas passiert, Ryan?“
Hannas Augenbrauen zogen sich von Ernst tief in ihr zartes Gesicht.
„Ist etwas mit Charly? Oder Keith?“ Alarmiert, spannte sich auch Hannas Körper an, ohne sich dabei zu regen, oder aus der Umarmung ihres Mannes zu lösen.

Stimmung: :oho:

Ryan Campbell - 07.08.2007 - 13:04


Ryan begegnete seiner Frau für einen Moment mit starrem Blick. Er dachte für diesen einen Moment noch einmal über das nach, was Blake Hawthorne ihm soeben gesagt hatte und prüfte es auf Schlüssigkeit.
Seine Züge waren scharf und angespannt, bevor er sich ein leichtes Lächeln abrang.
Es half ihnen nicht, wenn er genug Zeit bekam, der Bedeutung genügend Luft zu geben. Ryan verfügte über eine gute Selbstbeherrschung. Selbst, wenn seine Frau in seinen Armen lag. Zumindest in Situationen wie dieser.
Er drückte seine Lippen schließlich sanft auf den Bogen einer Augenbraue Hannas und küsste den verkrampften Zug über ihren Augen, damit sie sich wieder entspannten.
Er schaffte es, dabei nicht zu seufzen. Das stand ihm auch wenig. Sich von ihr lösend, lockerte sich seine Umarmung, jedoch nur, um seine Frau deutlich ansehen zu können.
„Es ist weder etwas mit Keith, noch mit Charly.“, antwortete er knapp und präzise.
„Hör mir jetzt gut zu.“ Er nickte und wartete auf ein Zeichen seiner Frau, dass nicht deutlich ausfallen musste. Er ließ ihr nicht genügend Zeit, eine Frage zu stellen. Aber Hanna vertraute ihm, er würde ihr alles Wichtige sagen. Das, wofür noch Zeit bliebe. Ansonsten wäre er ihr gegenüber nicht so ernst, wie er es gerade war.
„Hanna, ich will, dass du jetzt ein Reisekleid anziehst und alles zusammen packst, was dir wichtig ist. Nimm nicht zuviel mit.“ Er lächelte dünn, zeigte damit, dass er ihr das nicht unterstellte. „Geh danach zu Elise. James hat sie heute Nacht gebissen. Du musst sie reisefertig machen. Verstehst du das?“
Seine gedämpfte Stimme hatte in der Art, wie er sprach etwas Alarmierendes. Das aber lag an der Ruhe, die Ryan mit allen Mitteln auszustrahlen versuchte.
„Versprich mir, dass du in allem, was du tust, so schnell wie nur eben möglich sein wirst.“
Sein Kiefer spannte sich an, während er in ihren im Schatten liegenden Augen zu lesen versuchte oder wenigstens aus ihrer Mimik eine Antwort zu deuten versuchte.

Stimmung: :ernst:

Hanna Campbell - 07.08.2007 - 13:06

Hanna bemerkte genau wie Ryans Züge sich kurzzeitig auflockerten, als er versuchte ihr ein Lächeln zu schenken.
Hanna mochte nicht, wenn er das tat. Nicht weil er es tat, sondern weil sie es nicht mochte, wenn Ryan nicht ehrlich lächeln konnte, sondern sich eben zu jenem zwingen musste.
Das bedeutete nichts Gutes und Hanna sah ihren Mann nicht gerne so angespannt.
Nicht, wenn es sich nicht um den Ernst einer Diskussion im Familienkreis über Pächterfragen oder andere mehr philosophische Weltanschauungen handelte.
Nicht, wenn der Grund für Ryans konzentrierte Ruhe darin lag, dass scheinbar etwas passiert war.
Ohne Ryan jedoch zu unterbrechen, beinah ohne sich zu rühren, lag sie weiter ruhig in seinen Armen und wartete darauf, dass er weiter sprach.
Dass sie selbst angespannt war bemerkte Hanna erst, als Ryan ihre Augenbrauen und die Stirn küsste. Ihre angespannte Stirn entspannte sich sofort bei seiner zärtlichen Berührung.
Hanna schloss kurz die Augen, öffnete sie jedoch sofort wieder, als sie Ryans Stimme vernahm.
Ryan hatte die Umarmung etwas gelockert und sie konnte ihn jetzt besser sehen.
Seine Stimme war klar und ruhig, als er ihr die Sorge nahm, etwas sei mit Keith ihrem Halbbruder, oder Charly der hochschwangeren Frau von Robert Coltrane.
Das ausgeschlossen ahnte Hanna nicht was sonst passiert sein könnte, aber sie beschlich die böse Vorahnung es handelte sich um etwas wahrlich Schreckliches.
Nach Ryans Anweisung lief Hanna eine kalte Schauder den Rücken hinunter und dennoch konzentrierte sie sich, ein knappes Nicken als Antwort, auf das was ihr Mann ihr zu sagen hatte.
Ein Reisekleid…alles zusammenpacken was ihr wichtig war…nicht zuviel.
Eine Flucht.
Warum und vor was, wusste Hanna nicht.
Aber sie musste nicht fragen. Sie vertraute Ryan und wenn er sagte sie solle sich anziehen und für eine Flucht vorbereiten, ohne dieses schreckliche Wort selber zu verwenden, dann würde Hanna genau das auch tun.
Außerdem gab sie sein Lächeln ehrlich wieder, weil sie beide darum wussten, dass alles was Hanna wirklich wichtig war neben ihr lag. Sie brauchte nicht viel mitnehmen, wenn Eile geboten war.
Elise…gebissen….reisefertig machen.
Hanna nickte so knapp, wie Ryans Worte es gewesen waren.
Sie würde sich um James Hawthornes Frau kümmern.
Sie konnte nicht behaupten sich dabei gut zu fühlen.
Es wäre James Aufgabe sich um alles Wichtige zu kümmern, sollten sie hier als Gemeinschaft fliehen müssen und es sich nicht nur um sie und Ryan handeln.
Aber gleichzeitig wusste Hanna wie sehr sein Platz jetzt an der Seite seiner neuen Frau gewesen wäre.
Hanna wusste gut darum, wie es war wenn man jemanden gebissen hatte und wie es für den war, der das neue Blut in seinen Adern fühlte.
Es war gut möglich dass die zierlich und zerbrechlich wirkende Frau von James eine Reise in diesem Zustand nicht überleben würde. Aber dennoch sollte es seine Liebe sein, die ihr Schutz gewährten und Kraft, wenn er sich entschieden hatte die Gabe der Nacht mit ihr zu teilen.
Solange er das nicht tun könnte, würde sie sich um Elise kümmern. Daher nickte sie.
Sie hatte verstanden.
Sah jedoch erneut die Brauen angespannt ins Gesicht gezogen zu Ryan, als dieser sie anhielt bei allem, dass sie tat schnell zu sein.
Versprechen…
Ryan forderte nicht oft Versprechen, wenn sie ihm nicht wirklich wichtig waren. Sie kannte ihren Mann.
Sie hob ihren Oberkörper an und küsste in einer zärtlichen, aber kurzen Berührung, Ryans Lippen, lächelte dann ernst.
„Ich werde schnell und vorsichtig sein, Ryan.“
Sie musste es nicht versprechen, dass Versprechen lag in der Art, wie sie ihre Worte ausgesprochen hatte.
Sich etwas weiter in der Umarmung aufrichtend sah sie ernst zu ihrem Mann.
„Wirst du mir sagen was passiert ist, oder haben wir keine Zeit für Erklärungen?“
Sie versuchte bereits vollends wach zu werden und den Rest der Müdigkeit abzuschütteln, der ihr noch in den verschlafenden Knochen steckte, die kaum geruht hatten.

Stimmung: :angel:

Ryan Campbell - 07.08.2007 - 13:09

Er schloss die Augen bei ihrer Berührung und versuchte sich zu beherrschen. Immer wieder dachte Ryan an die Gefahr in der sie schwebten und gestattete sich nur diesen einen Augenblick, ihre Lippen auf seinen bewusst zu wissen.
Wer auch wusste, was morgen früh wäre.
Ohne dunkle Gedanken aufkommen zu lassen, öffnete er die Augen, sobald Hanna sich von ihm gelöst hatte. Die Anspannung hatte er ihr nicht nehmen können, aber er hätte es auch nicht gekonnt. Den Ernst der momentanen Situation konnte man nicht übersehen und sollte man auch in vollen Zügen fassen können.
Leben oder Tod.
Darum ging es, Ryan ahnte nicht nur, weshalb. Er wusste es, weil er es beobachtet hatte, seitdem alles angefangen hatte. In einem halben Jahre konnte sich alles verändern.
Er nickte auf eine für ihn typisch verhaltene Art. Hannas Bestätigung war soviel wie ein Versprechen, Ryan entgegnete dem Blick seiner Frau ohne auszuweichen.
Auf ihre Frage hin, zog auch er die Brauen tiefer ins Gesicht.
„Doch.“ Er strich ihr einige Haare von der Wange, die vorgefallen waren. „Doch, aber wir müssen uns anziehen.“ Die Umarmung lösend, schlug er die Decken zurück.
Jetzt umfing die Winterkälte sie beide.
Ryan konnte diesbezüglich sehr erbarmungslos sein. Ein Mann, der einen verkrusteten Wundverband mit einem Ruck abriss und nicht langsam. Er hegte eine Abneigung gegen Verzögerungen, sobald sie von ihm ausgingen. Aus dem Bett gestiegen gingen seine nackten Füße über den Steinfußboden zu seiner Kleidung, die ordentlich gefaltet an ihrem Platz lag. Er stieg in die schwarze Hose, sah auf, auch Hanna machte sich fertig.
„Sie kommen aus Inverton. An die vierzig bewaffnete Mann. Sie werden bald hier sein.“
Den Kragen seines Hemdes richtend, in das er ruhig geschlüpft war, drehte er erklärend nüchtern seine Hand, als argumentiere er mit der Wahrheit für seine Sache.
„Einfache Bauern, Handwerker, fromme Menschen.“
Er zog die schwarze Jacke über, die zu seiner Hose gehörte und zog gelassen die Schultern zu Recht, als kleide er sich wie jeden morgen an.
„Ich werde Keith zu dir schicken. Weise ihn an, er soll Elise zu dem Wagen tragen und die Pferde einspannen.“
Nachdem Ryan die weißen Kniestrümpfe unter der Hose verborgen hatte, zog er sich die weichen Lederstiefel über, die er für gewöhnlich trug. Das schwarze Leder war von hohem Tragekomfort. Er ging zu seiner Frau herüber, half ihr routiniert in ihr Kleid und behielt ihr Bild, die Linie ihres Rückens, ihr dunkles, langes Haar, jede ihrer Bewegungen dieses Augenblickes im Gedächtnis.
„Wenn du alles beisammen hast, bleibe unter allen Umständen im Wagen, bei Elise. Ich komme in jedem Fall nach.“
In einer fließenden Bewegung trafen sich ihre Augen nach seinen konkret anweisenden Worten erneut. Hanna wollte nicht, dass er nachkam.
Sie hatten soviel zusammen durch gestanden.
Ryan musste nicht nicken, um ihr zu zeigen, es wäre Zeit. Er verlor nicht viel davon.
Mit einem Lächeln trat er von ihr weg. Diesmal hatte es keinen gezwungenen Charakter.
Sie sollte sich daran erinnern, wenn die Zeit für seine Pflichten nicht ausreichen würde, sowie er es veranschlagt hatte.
„Sei bitte vorsichtig.“
Aber er verkalkulierte sich selten, verbeugte sich zum Abschied, um seinen Blick zu lösen und verschwand aus dem Zimmer.

Stimmung: :peace:

Hanna Campbell - 07.08.2007 - 13:13

Hanna war darauf vorbereitet, dass Ryan nun aufstand und die Decke erbarmungslos so zurückschlug, dass sie beide von der Kälte ihres Zimmers in Empfang genommen werden würden.
Es war nicht das Handeln ihres Mannes, dass Hanna bedächtig die Luft einsaugen und noch bedächtiger wieder ausatmen ließ. Es war vielmehr die Erkenntnis wie kalt es ohne die Wärme des Federbetts und ihren Mann wirklich im Raum war.
Ihren Körper bedeckte schon beim zweiten Atemzug eine Gänsehaut.
Um die sie überkommende Starre los zu werden, gab es nur ein zureichendes Mittel und das war, aufstehen!
Hanna tat dies, indem sie ihr Haar hinter die Ohren strich und die Beine auf ihrer Seite des Bettes über eben dies schwang.
Sich aufrichtend, empfing ihre warmen Füße der eisige Steinboden, der diese schnell ebenso kalt werden ließ, wie der Rest ihres Körpers zu frieren begann.
Missmutig nahm Hanna das nur kurz zur Kenntnis, streifte bereits ihr Nachtkleid über den nackten Körper, um es auszuziehen.
Ihre Augen fanden dennoch Ryan, der zu erzählen begann.
Inverton…vierzig Mann, bewaffnet und sie würden bald hier sein.
Hanna ahnte weswegen sie kamen. Aber sie wagte nicht den Gedanken zu Ende zu denken. Sie wollte weder falsche noch voreilige Schlüsse ziehen.
Abgesehen davon halfen Schuldzuweisungen ihnen kaum weiter.
Was geschehen war, war heute Nacht nicht mehr zu ändern.
Alles was ihnen scheinbar blieb war in kurzer Zeit präzise eine Flucht zu organisieren und zu warten bis der Mob enttäuscht abgedreht war und sie zurückkehren konnten.
Hanna nickte nach Ryans Erklärung, um was für Menschen es sich handle, kurz, dann schlüpfte sie in frische Unterwäsche. Sie wählte mit bedacht ein leichtes Korsett ohne Schnürung, darüber ein Unterhemdchen und noch ein Unterkleid.
Die Nächte waren eisig zumindest wenn man vor hatte ihr in menschlicher Gestalt zu begegnen.
Sie griff entschlossen nach einem dunkelgrünen Kleid, welches sie oft bei Reisen trug. Es war schmucklos und bequem, für lange Stunden in einer Kutsche genau das richtige.
Ein Blick genügte, um zu erkennen Ryan war bereits fertig angekleidet.
Sie hielt inne und nickte zustimmend.
Keith sollte bei ihr sein, dass war gut. Sie fühlte sich sicherer, wenn sie wusste dass ihr Halbbruder in ihrer Nähe sein würde.
Der Junge sollte bei Elise im Wagen bleiben, während sie einiges zusammen packte, was sie für die Fahrt benötigen würden.
Außerdem musste sich jemand um die Pferde kümmern und den Wagen vorbereiten. Wenn Ryan sagte, Keith solle das tun, dann waren offensichtlich alle Anderen bereits mit Anderem beschäftigt.
Hanna sprach die Frage, ob er ihr Kleid schließen könne, stillschweigend aus. Sie waren eingespielt und Ryan hatte keine Mühe ihre Verschlüsse zu schließen, die kleinen Häkchen einzuharken und es oben am Kragen zuzubinden.
Hanna hielt währenddessen ihr rotes, langes Haar hoch, damit es nicht zwischen die Verschlüsse geriet und sich verklemmte.
Als Ryan fertig war ließ sie es fallen, wandte sich in ihrer Aufmerksamkeit wieder ihrem Mann zu.
Seine Anweisung, sie solle, sobald sie alles Wichtige zusammen gepackt habe, unter allen Umständen im Wagen bei Elise bleiben, nahm Hanna zur Kenntnis ohne einverstanden zu nicken.
Das sie es tun würde, bedurfte keinen konkreter Zustimmung.
Wenn ihr Mann sie darum bat, dann würde Hanna es tun.
So wie sie schweren Herzens akzeptieren würde, dass Ryan alles erledigen würde, dass er meinte tun zu müssen.
Wenn er sagte er käme nach, würde er es auch.
Schwer fiel es dennoch ihn gehen zu lassen. Vieles konnte passieren, vieles Unerwartete vor allem in einer solchen Nacht, die für sie alle neu war.
Hanna wusste darum wie schwer Entscheidungen manchmal sein konnten.
Die hier wog so schwer wie die Entscheidung damals, als sie einem Mann seinen größten Wunsch erfüllte, ohne das diesem klar war oder sie ihm erklären konnte wie groß ihre Angst war ihn zu verlieren, ohne das er um die Gefühle wusste, die sie schon länger für ihn hegte.
Sie hatte es getan, weil sie Ryan liebte und sie würde seinem Wort auch jetzt vertrauen, weil sie ihn liebte.
Es fiel schwer. Jedes Wort wäre zu viel. Jeder Blick war beinah ein Abschied und Hanna wollte sich nicht verabschieden.
Sie tat es auch nicht.
Fühlte aber wie sie erleichtert der pragmatische Drang, zu wissen was sie tun musste und es nun in aller Eile auch zu tun, überfiel, sobald Ryan die Tür hinter sich zugezogen hatte.
Hanna war eine Frau, die gut darin war alles zu organisieren und sich auf mehrere Dinge in größter Eile zu konzentrieren.
Mit Fluchten war sie aus dunklen Zeiten ihrer Vergangenheit durchaus vertraut.
Sie fasste ihr Haar mit einem dunkelgrünen Stoffband und schnürte es fest, aber ohne große Aufmerksamkeit zusammen.
Es sollte sie nur nicht behindern.
Dann begann sie zu packen.
In einen eleganten Koffer packte Hanna nur das nötigste. Ein paar Hemden für Ryan, zwei weitere Hosen und zwei Jacken. Ein paar warme Strümpfe, Unterwäsche und etwas für die Nacht.
Für sich, drei weitere einfache Baumwollkleider, die warm hielten und durch Unauffälligkeit glänzten. Ein beigefarbenes Ballkleid, an dem sie hing, weil es Ryans Hochzeitsgeschenk gewesen war.
Ebenfalls Socken, Unterwäsche und etwas für die Nacht, sowie zwei Schultertücher.
Außerdem fanden drei Bücher, ein paar Haarbänder und ihr Schmuck den Weg in den Koffer, den sie mit einer festen Bewegung schloss.
Ihren beigen Reisemantel überziehend, schlüpfte die schlanke Frau anschließend in die hellen Lederstiefel, schnürte diese auf dem Bet sitzend.
Wie lange sie gebraucht hatte?
Hanna nahm an nicht mehr als fünf Minuten.
Den Koffer in der Hand öffnete sie den Flur.
Sie hatte sich geweigert aus dem Fenster zu sehen und in der stürmischen Nacht nach einem Zeichen der kommenden Meute zu suchen.
Sie würden kommen. Wichtig war, dass sie dann alle nicht mehr hier waren.

Stimmung: :aufgeregt:

Elise Hawthorne - 07.08.2007 - 13:14

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