Name: Robert Benjamin Coltrane
Spitznamen: Rob
Alter: 57 Jahre (Mensch Mitte zwanzig)
Rasse: geborener Werwolf
Clan/Rudel: rex mundi-Rudel
Aussehen
- Augenfarbe: grau mit leichtem Blaustich
- Haare: kastanienbraun
- Größe/Statur: 1,82 m; schlank, schmale Schultern, jedoch nicht hager, sonder athlethischer Körperbau
Robert Coltrane ist für einen Werwolf durchschnittlich groß. Mit seiner Statur wirkt er weder zu schmächtig, noch mächtig oder übermäßig stark.
Er trägt sein glattes, kastanienbraunes Haar bis zu den Schultern und zumeist offen oder zu einem Zopf gebunden. Robert besitzt zwar eine weich geschwungene Kinnlinie, dennoch ist es so breit, dass seine Züge sehr männlich wirken. Seine vollen Lippen sind nicht sehr konturiert.
Zwar scheinen seine Augen eher klein, aber dadurch, dass sie sehr auffallen, sind sie wie das Highlight in seinen sonst wenig kantig scharfen Zügen.
Dabei bestechen Roberts Augen nicht dadurch, dass sie sehr eindringlich sind. So hell, wie sie auffallend scheinen, so grau sind sie jedoch auch. Sie strahlen eine Grundsicherheit aus. Etwas einfaches, ohne dabei mehr zu versprechen, als da zu sein. So sanft, wie er ist, so sanft sind auch seine Augen. Aus ihnen spricht weder Aggressivität, noch eine Emotionalität, die ihn unberechenbar handeln lässt. Verschlossenheit wird man in ihnen ebenso nicht finden.
Seine Augen sind Roberts Spiegel seiner Seele.
Ach ja… außerdem trägt Robert einen kurzen Vollbart. Er ist, definitiv nicht ohne anzutreffen.
Geschichte (Biographie):
Robert Coltrane ist in einer dunklen Dezembernacht 1556 geboren. Seine junge Mutter Catherine starb in dieser Nacht, während ihr Sohn ahnungslos von der Bauernfamilie umsorgt wurde, bei der die hochschwangere Catherine Zuflucht gefunden hatte.
Begonnen hatte alles im Frühjahr des Jahres 1556. Die junge Catherine Coltrane, die Tochter einer frommen Pfarrersfamilie, wird in dieser einen Nacht mehrere Male von einem unbekannten Monster vergewaltigt und empfängt dadurch ein uneheliches Kind in Schande.
So beschreibt die kleine Gemeinde im Grenzgebiet zwischen England und Schottland den Vorfall, bei dem die junge Frau von sechzehn geschwängert wird, einem Vertreter der Inquisition, den Catherines Vater selbst anforderte.
Der Geistliche betrachtet den Fall und rät der Familie letzten Endes als einzig gottesfürchtige Lösung, ihre Tochter zu verstoßen oder sie, so sehr sie mit Sünde beladen sei, in ein weit entferntes Kloster zu geben und sie der Gnade Gottes zu überlassen.
Der Nachkomme dagegen müsse sofort nach der Geburt geläutert werden. Noch bevor der Geistliche abreist, rät er John Coltrane, seine erste Tochter besser jetzt wegzuschicken, als die Geburt des Kindes abzuwarten. In jedem Falle aber, werde die Kirche sich dem Sündenfall annehmen. Ein Vertreter käme, sobald sich die Geburt ankünde.
So erlebt die junge Frau mit dem rotbraunen Haar einen Sommer der Isolation, in dem ihr Kind in ihr heranwächst und sie selbst von ihren Eltern gemieden wird, die ihr ein Lager in einem Stall zudenken, es aber nicht über ihr Herz bringen, sie fortzuschicken. Catherine ahnt zu Anfang nicht, was mit ihr geschehen soll, doch als der Geburtstermin näher rückt, kommt ihre jüngste Schwester Helen zu dem kleinen Verschlag und sperrt ihn auf. Die gerade einmal 11- jährige erzählt Catherine, dass sie fort geschickt werden soll, sobald sie ihr Kind geboren hat. Auf die Frage hin, was mit ihrem Kind passiere, gesteht Helen neugierig, die wahre Natur des Kindes zu erfahren, es solle der Kirche übergeben werden.
In wenigen Minuten entscheidet Catherine sich, wegzulaufen. Sie bittet ihre Schwester, zurück ins Haus zu gehen, verabschiedet sich von ihr daraufhin unter Tränen.
Nur mit den Sachen, die sie trägt und einer Decke über den Schultern flieht Catherine in das Schneegestöber dieses Jahres. Wohin sie fliehen soll weiß sie nicht, aber das Geheul der Wölfe treibt sie immer tiefer in den Wald, der an die Gemeinde ihres Vaters angrenzt.
Hochschwanger und seit nunmehr sechs Monaten eingesperrt, kann sich die junge Frau kaum auf den Beinen halten. Ihre Schritte tragen sie nur mühsam durch den Schnee, der ihr bis zu den Knien reicht.
Als die Sonne aufgeht, verkriecht Catherine sich kraftlos unter einem Felsvorsprung und betet zu Gott, dass er sie und ihr Ungeborenes beschützen solle.
Sie schläft ein, obwohl sie es nicht möchte und erlangt das Bewusstsein erst durch die Schmerzen ihrer Wehen wieder. Schon mitten in der Geburt findet sie sich im Stroh eines Stalles, indem eine Hebamme umringt von einfachen Bauern um das Leben von Catherines Kind kämpft.
Bevor Catherine an den Erschöpfungen stirbt, erfährt sie, dass der Bauer sie im Wald gefunden und auf ihren kleinen Hof gebracht hatte.
Catherine fleht die beiden an, sie sollen auf ihr Kind acht geben und nennt den Jungen, der in dieser Dezembernacht gegen Morgen geboren wird, Robert.
Mehr, als ein schmales Kreuz aus Silber, in das der Name seiner Mutter graviert ist, bleibt Robert nicht. Die Bauern, die nicht wissen, was sie mit der toten Frau tun sollen, beerdigen sie im Wald und nehmen den Säugling bei sich auf. Aufgezogen mit Schafsmilch, bleibt er der einzige Sohn des kinderlosen Paars.
Da der Hof der beiden abgelegen von anderen Dörfern liegt, weil das Land ehemals das Land von Lorcans Vater und dessen Vorfahren gewesen war, fällt es nicht auf, das die Bauern McDrain ein Kind aufzogen, dass vor allem nicht alterte, wie normale Kinder es täten.
Nach zehn Jahren schien Robert Coltrane noch immer nur ein kleiner Junge von vier oder fünf Jahren.
McDrains ereilte in dem Frühjahr 1567 ein schreckliches Schicksal.
Ihr Hof wurde von einer Gruppe herumstreichender Flüchtiger überfallen. Während sie die Frau von Lorcan mehrere Male vergewaltigten, bevor sie sie aufhängten, quälten sie Lorcan selbst, nunmehr ein Bauer Ende dreißig, langsam zu Tode.
Ohne nachzudenken hatte Robert getan, was ihm seine Ziehmutter im Schlafzimmer immer wieder zuflüsterte, während Lorcan versucht hatte, die dunklen Gestalten wegzuschicken.
Sie befahl ihm, er solle weglaufen und nicht mehr zurückkommen, bevor sie ihn aus einem der Fenster half, das hinter das Haus führte. Ohne einen Blick zurück zu werfen lief Robert los und verkroch sich instinktiv im Unterholz des Waldes. In der Morgendämmerung kehrte Robert zurück zu dem Haus der Leute, die ihm Eltern gewesen waren. Er schlich sich näher, erkannte einige der Männer schlafend in der Wohnstube. Er fing mit seinen blauen Augen das Bild von Lorcan McDrain auf, der gefesselt und zerschlagen auf einem Stuhl saß. Ein schriller Schrei einer Frauenstimme ließ ihn zusammenzucken. Mit geweiteten Augen rannte Robert erschreckt davon. Aber anstatt Hilfe zu holen, rannte er zurück in den Schutz der Bäume. Er verkroch sich wieder unter Gestrüpp und weinte zusammengekauert bis in die Nacht hinein.
Dann erreichte ihn plötzlich Wolfgeheul. Dieser beängstigende Ruf lockte Robert aus seinem Versteck. Von einer Neugier gepackt, die ihm unbekannt war, stolperte der schmächtige Junge durch das Unterholz, ließ sich immer tiefer in den Wald führen, bis er auf die Tiere traf, die ihn gerufen hatten. Er ließ sich auf Hände und Füße nieder, erreichte Augenhöhe des gelbäugigen Wolfes mit schwarzbraunem Fell. Das knurren des Tieres schreckte ihn nicht zurück. Robert verlor jeden Verstand, der dem Kind sagte, es wisse nicht, was zu tun sei.
Er unterwarf sich dem Wolf, während in dieser Nacht das erste Mal auch schwarzes Fell im Mondlicht auf seiner Haut schimmerte. Er formte die Laute in seiner Kehle, die denen der sich sammelnden Wölfe ähnelte und adaptierte ihre Rudelrufe. Das Rudel nahm das Menschenkind auf, dass ein Werwolf war.
Robert wurde vom Menschen zum Wolf. Er lebte in dieser Gestalt, zog mit den Wölfen durch das schottisch-englische Grenzland und wurde als die Legende vom Wolfskind bekannt.
Der Volksmund fürchtete und liebte die Geschichte von dem Kind, dem sich Wölfe angenommen hatten und dass jetzt aus den Wälder kommt, um Schafe zu reißen, wobei es gesichtete worden sein sollte. Die einen erzählten sich, es wäre ein Junge, die andere, es sei nicht zu sagen, welches Geschlecht es hätte. Während manche behaupten, es heule in Vollmondnächten für seine tragisch verstorbenen Eltern, so erzählten sich andere wiederum, sie hätten es getroffen und wären vom wilden Blick des Kindes erschüttert und gleichzeitig gelähmt gewesen.
Robert Coltrane wurde zu einem Mythos, den die Leute den Namen Benjamin Gordon gaben. Der Junge hatte vor Jahrzehnten auf schreckliche Weise seine Eltern verloren, die von Wölfen zerrissen worden waren. Nun sagte man, dieselben Wölfe haben den drei-jährigen verschont und ihn wie eines ihrer Kinder aufgezogen.
Der Sage vom Schwarzfell Ben ging auch der junge Adlige John Hawthorne nach, der im Frühjahr 1595 nach Dumfries reiste. John spürte das Rudel auf, folgte ihnen und konnte schon bald ausmachen, was die Menschen sich erzählten. Der Wolf, der sich von den anderen abhob, war dauerhaft halb Mensch, halb war er ein Tier.
Es hatte nicht viel gegeben, was John erschüttern konnte, aber später gestand er seinem Bruder, so etwas selbst noch nie gesehen zu haben.
Robert, der sich nicht daran erinnerte, selbst ein Mensch zu sein, stürzte sich in einer Nacht auf den Mann, der das Rudel seit Wochen zu verfolgen schien und schreckte mit aufgerissenen Augen zurück, als der Mann, der unter ihm lag, sich in einen Wolf verwandelte.
In den folgenden Wochen gewann John das Vertrauen des verschreckten Mannes, der nicht einmal mehr sprechen konnte. Immer wieder suchte er Robert, brachte ihn dazu, ihm zu vertrauen. John folgte den Wölfen und legte selbst einen Teil seiner menschlichen Natur ab, um sich sicherer bewegen zu können.
Sobald Robert bereit war, sich in einen Menschen zu verwandeln, nahm John ihn mit in die Menschenwelt. Robert, der sich darin nicht mehr zu bewegen wusste, musste jeden Schritt neu erlernen. So vergingen ein Winter und ein Frühjahr, indem Robert in einem kleinen Zimmer einer Pension der Ortschaft Johnston die Fähigkeit zu sprechen wiedererlangte, sich angewöhnte, in Betten, anstatt auf dem Boden zu schlafen und zubereitete Nahrung zu sich zu nehmen. John lehrte ihn den Umgang mit Kleidung und wie er sich nicht erschrecken solle, sobald ein fremdes Geräusch an seine Ohren drang. Aus der anfänglichen Angst gegenüber, vor Kutschen eingespannten, Pferden, wurde für Robert ein tiefes Vertrauen, mit dem er mit den Tieren umgehen konnte.
Wenn er den Drang verspürte, sich zurückzuverwandeln, begleitete John ihn in nächtlichen Ausflügen.
Hin und Wieder rief Robert auch nach dem Wolfsrudel, das ihm nicht mehr antwortete.
Während Robert lernte, ein Mensch zu sein, forschte John über Roberts Geschichte nach. Bis er herausfand, dass es sich bei dem Wolfsmenschen um Robert Coltrane handelte, hatte auch John ihn Benjamin genannt.
Aufschluss gab die Kette mit dem Anhänger, den Robert um seinen Hals trug, seitdem er denken konnte. Das kleine Kruzifix aus Silber hatte auf seiner Haut, dort, wo es aufliegen würde, wenn er aufrecht ging, die Haut vernarbt. Abgenommen hatte er es dennoch nie, denn es war die einzige Erinnerung an seine Mutter geblieben, die er gehabt hatte. Jetzt schien die Stelle unempfindlich gegen die Berührung mit dem kleinen Kreuz. Der Name Catherine führte John zusammen mit der Geschichte der jungen Frau dazu, Robert bei seinem rechtmäßigen Namen anzusprechen, nachdem auch das Alter sehr wohl stimmte.
John und Robert reisen in die Gegend aus der Robert stammt und finden gemeinsam den Hof, auf dem er bei den McDrains gelebt hatte. Erst hier gewinnt Robert Aufschluss über seine Geschichte, die ihn seit jeher immer wieder in Träumen heimsuchte. Jetzt gibt vieles einen Sinn, anderes wird es nicht mehr tun. So erfährt er niemals, in welcher Nacht er geboren wurde und unter welchen Umständen. Auch ein Bild seiner Mutter werden die beiden nicht mehr finden. Der McDrain-Hof ist unterdessen von einer anderen Familie wieder aufgebaut und besiedelt.
So begleitete Robert Coltrane John im Jahre 1596 nach Rynedale. Er gibt sich selbst den Zweitnamen Benjamin, da er ihn an jene Zeit erinnert, in der er wieder ein Mensch wurde und er mit diesem Namen einen Teil seiner Geschichte verbindet.
Als John mit Robert auftaucht, lehnt James vorerst konsequent ab, den jungen Mann aufzunehmen. Er unterstellt seinem Bruder Unachtsamkeit, mit der er das Rudel und damit die letzten ihrer Linie in Gefahr brachte.
Auf Robert treffend, ändert James seine Meinung nach einem Gespräch mit ihm unerwartet. Selbst John, der nicht mehr daran glaubt, dass sein Bruder einwilligt ist überrascht, als jener Robert Coltrane akzeptiert.
Welche Worte zwischen den Männern gefallen sind, was James Hawthorne bewogen hat, erfährt niemand.
Robert lebt sich gut auf Rynedale ein. Er ist ein stiller und kaum auffälliger Bewohner, der mit jedem gut auskommt. Robert unterhält sich oft stundenlang mit dem jungen Werwolf Keith Hawthorne und erfährt von ihm, wie dieser die Welt sieht, die Robert noch immer so schwer fassen kann.
Im Gegenzug hört er ihm zu und versucht sich mit Keith als geduldigen Lehrer immer wieder im Sprechen. Alle sind bemüht, dem Fremden das Leben so wenig schwer wie möglich zu machen. Sie versuchen ihm vielerlei beizubringen und doch zieht es Robert Coltrane in der Nacht immer wieder von der Burg weg und in den Wald oder zumindest aus dem Zimmer. Er hat dabei keinen unsäglichen Freiheitsdrang wie Blake Hawthorne oder kann nicht in einem Bett schlafen. Robert kommt nie wirklich auf Rynedale an. Seine Träume werden quälender, umso mehr er am Leben in Rynedale teilnimmt. Es scheint als hänge alles zusammen, Vergangenheit und Gegenwart.
Ohne einen Blick für die Zukunft zu besitzen, weiß Robert nicht, was er dagegen tun soll und doch kann er sich niemandem anvertrauen, da es nichts gibt, dass er anvertrauen kann. Er spricht mit James und John über seine Träume und die Last, die er für alle sein muss. Beide weisen diese Gedanken von sich.
Dennoch ändert sich an Roberts Zustand nichts, bis eines Winterabends 1603 Ryan Campbell mit Charlotte Brandworth in Rynedale eintrifft.
Neben der Nachricht, die für alle so deutlich scheint, John bleibe Rynedale weiterhin fern, begegnen sich die Blicke von Charlotte und Rob. Das fünfzehn Jahre alt scheinende Mädchen berührt etwas in dem Werwolf, dass er nicht fassen kann. Er senkt seinen Blick mit einem Lächeln und ist überrascht, als Charlotte ihn zwei Tage später in einer stillen Ecke im hinteren Teil des Stalls aufsucht und klarstellt, sie wolle nur Charly genannt werden.
Robert nimmt ihre nachdrückliche Forderung mit einem Nicken an und ist überrascht, als Charly sich zu ihm setzt, anstatt wieder zu gehen.
Er lässt sie erzählen, was sie sagen möchte und hört ihr selbst gebannt zu. Und Charlotte Brandworth weiß viel zu erzählen. Immer häufiger findet sie Robert in all jenen Verstecken, in denen andere ihn nicht finden.
Er genießt ihre Anwesenheit immer mehr und zwischen den beiden verlorenen Kindern entwickelt sich eine tiefe Freundschaft. Das tiefe Vertrauen wächst innerhalb von vier Jahren so sehr an, dass sie 1606 nicht mehr darüber hinwegsehen möchten.
Dass, was ihn damals, in der Winternacht berührt hatte, stellte sich als tiefe Liebe gegenüber der Werwölfin heraus.
1607 heiraten die beiden. Selbst John kommt aus London, um der Feier beizuwohnen. Er ist ein wahrer Kämpfer geworden und weiß die wildesten Geschichten aus London zu erzählen, über die die meisten Hawthornes nur ungläubig den Kopf schütteln können. Selbst Blake Hawthorne runzelt bei Johns Berichten von Kämpfen gegen Vampire skeptisch die Stirn. Tom Felton fragt nach Details, die Ryan ihm unter neckenden Protesten einer Frau gern bereit ist, näher zu erläutern. Keith saugt wissbegierig alles in sich auf, während Robert bei James immer zu erkennen glaubt, wie sehr er im Stillen unter dem Weggang seines Bruders leidet.
Seit sechs Jahren verheiratet, erwarten Charly und Robert nun ihr erstes Kind.
Charakter:
Robert Coltrane scheint ein sehr ausgeglichener und stiller Charakter. Er lächelt stets leicht, wenn auch nur aus seinen Augen heraus.
Aber es ist für die meisten schwierig, zu sagen, was Robert bewegt.
Denn es ist schwierig auszumachen, was seine Vergangenheit aus dem Mann gemacht hat und was davon einfach so ist, weil er eben auch solch ein Mensch ist. Robert leidet unter keinem Komplex. Seine Vergangenheit ist ihm kein Gräuel. Die Zeit als Wolf hat gewiss Spuren hinterlassen, doch niemals könnte man deshalb behaupten, sie wäre, was schwer auf dem Werwolf lastet.
Wie ich geschrieben habe, fiel es ihm lange Zeit schwer, in Rynedale heimisch zu werden. Er schlief oft abgesondert von allem Bekannten. Doch nicht aus Ablehnung dem gegenüber.
Eher aus Vorsicht und auch deshalb, weil er und das scheint ein ausgeprägter Wesenzug von Robert, niemanden zur Last fallen möchte.
Er ist sehr emotional, dennoch gleichermaßen sehr ruhig.
Ihm fehlt es nicht an dem Vermögen, sich in andere hineinzufühlen, aber dennoch mangelt es an Lebendigkeit im wiedergeben seiner Eindrücke, die er von anderen gewinnt. Robert stellt sich, nicht bewusst, nicht auf andere Menschen ein. Er läuft mit seiner eigenen Geschwindigkeit durch sein Leben und legt diese auch nicht ab, wenn er anderen zuhört. Er ist kein großer Ratgeber, sondern lediglich ein Mann, der einfach da ist. Er macht sich zu vielem Gedanken, dennoch lässt er bei Fragen, die man ihm stellt und bei denen man seine Meinung hören will, sein Herz sprechen. Und das ist, für all dass, was Robert erlebt hat, sehr groß.
Er hat das Vertrauen weder in seine Wolfnatur noch in Menschen verloren.
Ach, wenn man es so betrachtet, ist Robert Coltrane wohl das vertrauensseligste Wesen zwischen Himmel und Hölle, das Rynedale je gesehen und erlebt hat.
Er könnte niemals ein schlechtes Wort über einen anderen sagen oder lügen. Rob ist sanft und scheut das kämpfen. Er gibt lieber nach, als andere durch ein Widerwort zu verletzen. Dass er das tun kann, liegt jedoch nicht daran, dass Robert sich für alles und jeden aufgibt. Aber er ist sehr genügsam und bescheiden. Solange nicht jemand wirklich vorhat, in das Wichtigste einzugreifen, dass er besitzt, nämlich seine Frau Charly, nimmt er vieles mit Ruhe und einem unendlich dehnbaren Gemüt hin.
Er profitiert sehr vom Schutz des Rudels, selbst aber schützt er vor allem Charly, für die er sein ganzes Wesen schlagartig umstellen kann, um sie zu schützen.
Er ist ein stilles Wasser, das sehr tief ist. Um ihn in Bewegung zu versetzen, muss man wohl auf den Grund tauchen. Das mag nicht schwer sein, weil es nicht schwer fällt, auf den Grund zu sehen. Aber eigentlich verschätzt sich jeder (ausgenommen seiner Frau) dabei, den Grund zu erreichen, weil das Wasser viel, viel tiefer ist, als man angenommen hätte und man so gezwungen wird auf halbem Weg umzukehren.
Das es so tief ist, scheint wohl der einzige Schutz, den Robert besitzt. Wohl ist das das, was ein Mann mit seiner Vergangenheit mindestens besitzen sollte.
Fähigkeiten:
Robert kann weder lesen noch schreiben. Beides hat er auch als Kind nicht gelernt. Er ist an sich wenig gebildet und gibt auch nicht viel auf Bildung. Es zieht ihn nicht in fremde Länder und er selbst würde nicht auf die Idee kommen, sich Studien zu widmen. Aber er liebt es, wenn Charly von all dem erzählt, was sie weiß.
Rob ist ein Wolf, der zuhört. Allem, bei jeder Gelegenheit. Wenn Wissen erzählt wird, nimmt er es anders auf, als wenn es geschrieben vor ihm liegt. Er ist ein sehr praktischer Mann, der lebt, um zu leben.
Und so kümmert er sich auf Rynedale hauptsächlich um die Tiere. Er erledigt zusammen mit Tom viele Reparaturarbeiten. das Denken ist nicht seine Stärke, behaupten andere.
Doch er ist zufrieden damit, sich nicht mit den Sachen beschäftigen zu müssen, die er nicht greifen kann, also Buchhaltung, Verwaltung und all dass, was ihn so grundverschieden von Ryan Campbell macht und die beiden Männern dennoch gut befreundet sein lässt.
Er ist, wie erwähnt ein guter Zuhörer. Robert sieht in jedem, der mit ihm spricht, dessen guten Kern. er sieht, wenn sie unglücklich sind oder voller Freude. Er sieht ihre Probleme und wenn bei ihnen die Notwendigkeit besteht, reden zu müssen. Dennoch gibt er nicht aufbauende Ratschläge, sondern ist fähig, mit einem Lächeln eine Zuversicht und eine Sicherheit zu spenden, die schon erschreckend ehrlich sein kann.
Tja, was kann er noch, der Robert?
Er kann Geschichten erzählen, die stets ein gutes Ende nehmen.
Deshalb ist er so wichtig für das Rudel.
Waffen:
Robert kann nicht mit Waffen umgehen. Nicht einmal den Umgang mit dem Schwert oder einem Messer beherrscht er. Er hätte als Waffen natürlich die, die ihm als Werwolf zur Verfügung stehen, verteidigend kann er damit umgehen. Aber er lässt solche Situationen auf sich zukommen.
Er vertraut auf sein Können, wenn es benötigt wird, ohne es selbst genau zu kennen.
Besonderheiten:
Robert kann sich, wie alle anderen geborenen Wölfe in einen Werwolf verwandeln. Er tut es relativ selten, weil er selbst vor 17 Jahren die Entscheidung bewusst getroffen hat, ein Mensch sein zu wollen. Wenn er sich dennoch verwandelt, weil er damit kein Problem hat, dann wird er zu einem schwarzen Wolf, der weiß graues Fell auf der Brust, hinter den Ohren und auf einem schmalen Streifen auf dem Rücken hat. Wenn man ihn necken will, nennt man ihn deshalb Silberrücken.
Seine Augen als Wolf sind grau.
Dadurch, dass er lange in halber Wolfsgestalt gelebt hat und dafür einen Teil seiner Menschlichkeit vollkommen aufgab, beherrscht Robert das Zwischenstadium, indem er so lange Zeit lebte, sehr gut. Er kann sich beinah blind in diesen verwandeln. Dieser andauernde Zustand der Verwandlung kostet Robert nicht soviel Kraft, es nimmt ihm dafür aber einen großen Teil seines Verstandes und er kann in diesem Zustand selten nicht einfach nur instinktiv handeln.
Avatar: Martin Henderson