Santa Maria (Reuters) - Der Prozess gegen den US-Popstar Michael Jackson wegen Kindesmissbrauchs soll einer Entscheidung des Gerichts zufolge am 13. September beginnen.
Der kalifornische Richter Rodney Melville schloss am Freitag allerdings einen Aufschub des Termins nicht aus. Dies sei möglich, wenn die Anwälte Jacksons gute Gründe dafür anführten. Die Entscheidung über eine Reduzierung der Kaution für den Popstar verschob das Gericht. Zudem prüft Richter Melville derzeit noch einen Antrag von Medien, die Anklageschrift gegen Jackson für Veröffentlichungen freizugeben. Jackson werden unzüchtige Handlungen an einem Jungen, Kindesentführung, Erpressung und Freiheitsberaubung vorgeworfen. Er hat sich in allen Anklagepunkten für unschuldig erklärt.
Jacksons Anwälte hatten beantragt, die Kautionssumme von derzeit drei Millionen Dollar auf das Niveau zu drücken, das auch für andere Angeklagte in der gleichen Lage gelte. Jackson sei nicht vorbestraft, es bestehe keine Fluchtgefahr und er gefährde auch nicht die Gemeinschaft, argumentieren sie. Das Gericht in Santa Barbara hatte die Kaution im April auf die Höhe festgesetzt, weil die Staatsanwaltschaft eine Flucht Jacksons befürchtete.
Laut Gerichtsunterlagen erklärte die Staatsanwaltschaft dazu: "Wenn der Tag des Prozesses näher rückt und Jackson seine Chancen für einen Freispruch und die betrüblichen aber unvermeidbaren Folgen einer Verurteilung abwägt, könnte er zu dem Schluss kommen, dass ein Leben als wohlhabender Flüchtling einer lebenslangen Haftstrafe in Kalifornien vorzuziehen ist."