Ergebnisprotokoll vom 15.11. 2005
Folgende Fragestellungen wurden in unserer Arbeitsgruppe thematisiert:
- Sollen wir einen Vergleich zwischen Fernsehen in den 50er Jahren und heute anstellen?
- Wie relevant ist das Kinderprogramm für das "Unterschichtenfernsehen" (Teletubbies, Sesamstraße)?
- Was ist "Unterschichtenfernsehen"
·Fernsehen über die Unterschicht
·Fernsehen für die Unterschicht
·Sendungen, die von der Unterschicht gesehen werden
- Ist der Verfremdungseffekt von B. Brecht für unser Thema relevant?
- Unterscheiden sich die öffentlich-rechtlichen Sender von den Privaten?
- Warum und wie wurde ARTE gegründet?
Folgende Meinungen wurden zusammengetragen:
- Es gibt keine bloße Differenzierung zwischen Unterhaltungswert und Informationswert einer Sendung.
- Anhand der 5 Erlebnisfaktoren lassen sich beispielsweise Unterschiede in der Wahrnehmung von Sendungen zwischen Hauptschülern oder Gymnasiasten feststellen.
- Laut GFK schauen bestimmte „Schichten“ auch bestimmte Sendungen (hier auch die Sinus-Milieus berücksichtigen).
- Wir könnten versuchen, dass „Unterschichtenfernsehen“ nach dem Ausschlussprinzip zu definieren. D.h. Sendungen, die sich nicht gleich für jeden erschließen lassen, gehören nicht ins „Unterschichtenfernsehen“.
- Fernsehsender müssen auf ihren „Verkaufswert“ achten, deshalb könne man nun auch Telenovelas auf den öffentlich-rechtlichen Kanälen sehen. Diese versuchen so, laut „Spiegel“, ihr Zuschauerproblem zu lösen.
- Im privaten Fernsehen wurde schon immer nur auf die Einschaltquote geachtet.
- Auch die öffentlich-rechtlichen Sender müssen inzwischen mehr auf ihre Quote achten und somit auch die „Unterschicht“ ansprechen.
- Wir leben heute in einer Gesellschaft, in der alles über das Fernsehen thematisierbar ist. Dieses werde besonders bei den Privaten zum Gegenstand.
- „Unterschichtenfernsehen“ gibt es als solches nicht, der Begriff will nur provozieren.
- Menschen neigen dazu, sich Dinge anzuschauen, die sie selber nicht kennen.
- Wird in den Talkshows der Verfremdungseffekt aufgegriffen? Wer guckt sich sowas an? Was ist hier die Sensation und vor allem, für wen ist was Sensation? („Je krasser, desto besser“)
- Soll „Unterschichtenfernsehen“ abgeschafft werden?
- Was unterhaltsam ist, hängt alleine vom Rezipienten ab (sozialem Milieu).
- Es gibt zwei Arten von „Unterschichtenfernsehen“: 1. dasjenige, was Bildungschancen eröffnet und 2. das kommerzielle Unterschichtenfernsehen
Folgende Thesen lassen sich aufstellen:
à Es gibt keinen Unterschied mehr zwischen dem Programm der öffentlich-rechtlichen Sender und den Privaten.
à Wenn es ein „Unterschichtenfernsehen“ gibt, muss es auch ein „Oberschichtenfernsehen“ geben. Dieses wäre dann jedoch ein Spartenfernsehen.
à Kritischer Journalismus findet nur im öffentlich-rechtlichen Fernsehen statt.
à Sendungen ohne Bildungsgehalt gehören dem „Unterschichtenfernsehen“ an.
à Sendungen, die sich an Randgruppen richten, werden nicht zur Hauptsendezeit ausgestrahlt.
So wollen wir weiterhin vorgehen:
- Am Anfang der Präsentation soll auf jeden Fall die Definition der „Unterschicht“ stehen.
- Wir suchen uns dann Sendungen raus, an denen wir das „Unterschichtenfernsehen“ verdeutlichen können.
- Die 5 Erlebnisfaktoren (Media Perspektiven) sollen als Hilfestellung für die Gruppe der Programmanalyse dienen, damit nach entsprechenden Kriterien möglichst objektiv Sendungen bewertet werden können.
Ebenso sollen sie aber auch Basis zur „Begriffdefinition“ (Gruppe 1) werden (Richtig???).
- Stefanos und Thomas werden sich mit der GFK+ AG.MA sowie der AGF beschäftigen.
- Die Gruppe der Programmanalyse wird sich über das Forum absprechen, wer welchen Sender für die Analyse übernimmt und zu welchen Uhrzeiten analysiert werden soll.