Ich habe mir gedacht ,vielleicht wollt ihr in einem Rallyespiel mal eure Wagen einstellen, nur ihr wisst nicht wie oder braucht einen Tipp.
In einem solchen Fall nützt euch die Hilfe die jetzt hier geschrieben steht ein bisschen weiter.
Grundlagen, bevor ihr anfangt an dem Wagen rumzuspielen.
1. Welche Streckenverhältnisse sind gegeben ?
- Schotter, Asphalt, Schnee, Sand etc.
- Wetter (Temperatur, Regen, Schnee, Sandstürme etc.)
- Kurvenreich, oder schnell ?
- Viele Sprünge, oder viele Steigungen und Abfahrten
2. Welches Auto fahrt ihr ?
- Abmasse (Breite, Länge, Radstand etc.)
- Leistungsdaten
- Gewicht
- Flügelwerk etc.
- Besonderheiten
3. Welchen Fahrstil habt ihr ?
- Aggressiv mit viel Drift
- Eher konservativ
4. Was wollt ihr in dem Rennen erreichen ?
- Ankommen ist das Ziel !
- Möglichst schnell sein !
Wenn ihr diese Grundlagen beantwortet habt, dann könnt ihr anhand diese Infos eure Einstellungen vornehmen.
Rallyefahrzeuge sind in der Regel viel leichter einzustellen als filigrane Vehikel wie Formel Rennwagen oder aber Sportprototypen.
Zwar sind Rallyefahrzeuge ebenso aufwendig gestaltet was das Innenleben angeht, aber schon aufgrund ihrer Umgebung viel gröber zu behandeln.
Im Rennstrecken Motorsport auf asphaltierten Strecken kommt es meist auf tausendstel Sekunden an.
Beim Rallyesport hingegen ist ein Rennen nicht verloren ehe die letzte Etappe gefahren ist, sogar wenn der Erstplatzierte über eine Minute Vorsprung hat :D
Rallyeautos sind im Allgemeinen viel robuster als Rundstrecken Rennwagen wie Prototypen oder Formel Rennwagen.
Daraus resultiert ein höheres Gewicht.
Rallyewagen sind im Normalfall darauf ausgelegt schnell zu beschleunigen. Höchstgeschwindigkeiten sind eher nebensächlich. Dies bringt die Charakteristik der Rallyestrecken mit sich.
Dort muss viel gebremst werden und ebenso oft beschleunigt.
Selten hingegen gibt es die Gelegenheit ein Vehikel richtig auszufahren.
Sehr schnelle Rallyes sind beispielsweise Griechenland, England (wenn es nicht regnet, siehe dieses Jahr) oder auch Finnland.
Ihr solltet also immer beim Einstellen als erstes schauen, wie sieht die Strecke aus.
Wenn ihr seht, „oh, die besteht fast nur aus Schotter und ein kleiner Teil aus Asphalt“, dann wählt ihr danach zuerst die Reifen aus.
Im Normalfall solltet ihr Reifen verwenden für das schwierigste Terrain, das euch erwartet.
z.B. Schotter – Asphalt – Sand, dann nehmt ihr Schotterreifen
z.B. Asphalt – Sand, dann nehmt ihr am besten Sandreifen.
Selbst wenn nur ein Bruchteil einer Asphaltstrecke aus Schotter besteht könntet ihr, wenn ihr auf Asphaltreifen setzt, euer Auto in einem Schotterbereich wegwerfen.
Das wäre sehr ärgerlich !
Ausnahmen sind:
1. Ihr kennt die Strecke und wisst, das ihr nichts zu befürchten habt.
2. Ihr seid exzellente Fahrer und wisst das ihr auf Sand auch mit Asphalt Reifen klar kommt.
3. Ihr müsst alles riskieren !
Im Real-Life müsst ihr mit sowas sehr vorsichtig sein.
Schotterpiste könnten in Bruchteilen von Sekunden durch spitze Steine einem Asphaltreifen killen.
Nachdem ihr eine Reifenwahl getroffen habt solltet ihr euch das Wetter ansehen (Eigentlich spielt das auch mit bei der Reifenwahl, denn nasser Schotter verhält sich anders als trockener Schotter und ja nachdem gibt es spezielle Reifen).
Beim Wetter sind Daten wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Sichtverhältnisse etc. sehr wichtig.
Wenn beispielsweise die Temperaturen sehr hoch sind, dann solltet ihr darauf achten, den Motor ziemlich niedertourig zu fahren.
Außerdem müsst ihr bei einem Servicepoint euren Kühler checken lassen.
Bitte nicht vergessen.
Bei einer extrem hohen Luftfeuchtigkeit (Beispielweise in England oder Neuseeland Rallyes) müsst ihr eure Elektrik im 1a Zustand halten.
Sichtverhältnisse sind wichtig bei der Wahl des Getriebes. Wenn eine Strecke von der Charakteristik sehr schnell ist, dann verleitet das zu der Annahme eine hohe Getriebeeinstellung zu wählen.
Aber wenn beim Wetter starker Nebel angekündigt ist mit Sichtweiten unter 50m oder so, was bringt dann das schnellste Auto ?? Höchstens ein paar Beulen :D
Bei solchen Bedingungen ist das sichere Fahren wichtiger. Bei schlechten Bedingungen holt man die meiste Zeit aus langsamen Ecken heraus, denn alle anderen werden mit Sicherheit ebenfalls nicht ihr Leben riskieren auf einer langen Piste, wo man den Einlenkpunkt nicht trifft einen Baum mitzunehmen.
Denkt daran wenn ich bei der Einstellung des Bremsdrucks seid. Variiert den Druck zwischen Vorder- und Hinterachse so, das ihr eher ein Untersteuern erreicht. Dadurch bricht das Heck auf dem nassen Untergrund nicht so leicht aus.
Denn ihr werdet teilweise ziemlich in die Pedale treten müssen um den Wagen zum Stehen zu kriegen.
Wenn ihr Nachtfahrten habt, solltet ihr unbedingt vermeiden mit eurer Front eine Berührung zu haben um die Scheinwerfer nicht zu gefährden.
Am Servicepoint unbedingt prüfen !! Sonst wäre eine Weiterfahrt zu gefährlich bei einer erneuten Nachtetappe !
Sandstürme, Eisregen und andere Besonderheiten bei bestimmten Rennen stehen manchmal in den Wettervorhersagen. Diese können Einfluss auf fast alles haben, Kühlung, Elektrik etc.
Wichtig ist dann bei solchen Bedingungen, Ruhe bewahren und versuchen das Beste daraus zu machen. Versucht vom Gas zu gehen wenn es zu riskant wird. Lenkt nicht zuviel, fahrt ruhig etwas langsamer durch die Kurven nur um zu verhindern, das ihr aufgrund von Eis oder widrigen Sichtweiten nicht von der Strecke rutscht.
Die Chance, das ihr trotz der schlechten Bedingungen mit einer guten Zeit ins Ziel kommt, ist hoch wenn ihr die Ruhe bewahrt, denn die direkt nachfolgenden Fahrer oder vielleicht sogar das gesamte Feld wird ähnliche Probleme haben.
Kommen wir nun nachdem wir Wetter und Straßenbelag hatten zum Thema Charakteristik einer Strecke.
Da gibt es endlos viele Varianten im Rallyesport. Und exakt das, macht diesen Sport so interessant ~SABBER~
Einen guten Fahrer zeichnet es aus, eine Strecke auf den ersten Blick einschätzen zu können.
Schaut als erstes auf die Länge, dann auf die Karte und schon könnt ihr euch ein Bild von der Anzahl langer Geraden und der Anzahl von Kurven machen.
Je mehr gerade Elemente es gibt, umso höher der Vollgas Anteil. Dem zu folge ist eine hohe Getriebe Übersetzung von Nöten.
Das trifft beispielsweise auf die Rallyes in Griechenland und Finnland zu.
Bei kurvenreichen Strecken wie beispielsweise Korsika, müsst ihr eine niedrigere Getriebe Übersetzung wählen.
Ich behalte mir meistens 3 Gänge sehr niedrig und die letzten 3 relativ hoch. So kann man sowohl langsame Kurven als auch lange Geraden relativ optimal fahren.
Was die Federung angeht kann man leider nicht aus dem Bild einer Karte heraus auf dem ersten Blick eine Aussage treffen.
Dazu müsst ihr sehen wie viele Sprünge, Bodenwellen, Schlaglöcher es gibt etc.
Erst aus diesen Informationen heraus könnt ihr entscheiden ob ihr eine Federung hart oder weich einstellt.
Die einzige Ausnahme ist eine reine Asphaltrallye. Dort könnt ihr generell die Fahrwerkshöhe etwas niedriger einstellen und auch die Federung etwas steifer gestalten.
Bei Schneegebieten stellt ihr die Fahrwerkshöhe höher ein und die Federung weicher.
Man kann sagen je weicher der Untergrund, desto weicher die Federung und desto höher die Fahrwerkshöhe. Damit solltet ihr recht gut zurecht kommen.
Wenn eine Rallyeetappe sehr viele Höhenmeter zu bewältigen hat, dann erkundigt euch wie die Strecke aussieht, mehr Steigungen oder mehr Abfahrten ??
Das hat eine Auswirkung auf die Wahl eures Getriebes und den Bremsen.
Wenn ihr beispielweise mehr Abfahrten habt, braucht ihr einen Motor, der eine relativ normale Getriebeeinstellung hat um unter Umständen das Motorbremsmoment besser nutzen zu können.
Das hängt auch stark vom Gewicht eures Fahrzeugs ab.
Die Bremsen sollten zudem stärker auf den Teil gelegt werden, wo das hauptsächliche Gewicht liegt. Das ist in der Regel vorne bei einem Rallyefahrzeug.
Wenn ihr einen Wagen habt der sehr viel Länger als breit ist, dann müsst ihr die Bremsbalance gut austüfteln, ansonsten überholt euch leicht das Heck :D
Bei kleinen Rallyefahrzeugen ist das nicht so tragisch wenn der Wagen zum Übersteuern neigt.
Bei mehr Steigungen als Abfahrten solltet ihr eine sehr niedrige Übersetzung fahren, um bei kleineren Fahrfehlern auf dem Anstieg schnell wieder Tempo zu gewinnen. Ansonsten könnt ihr die Etappenzeit vergessen.
Kommen wir nun zu den Besonderheiten bei den Fahrzeugen.
Wenn ihr die Wahl habt, dann nehmt immer ein Auto mit Allradantrieb, als einzige Alternative kommt im Rallyesport Frontantrieb in Frage, Heckantrieb ist äußerst problematisch und hat im modernen Rallyesport nichts verloren.
Ein Wagen mag noch so toll aussehen wenn er einen monströsen Heckflügel hat, doch im Rallyesport ist das nicht optimal.
Mal angenommen ihr habt einen Sprung, der Wagen hebt an der Front ab, der Heckflügel drückt das Auto hinten nach unten und der Wind fegt unter euren Wagen, schon fliegt ihr ab.
Daher haben Rallyewagen meistens sehr kleine Spoiler, die auf den Geraden die Traktion verbessern sollen.
Wenn es auf Strecken geht wo es permanent bergab geht mit vielen Kurven (Serpentinenmässig), dann kommt es zu solchen Vehikeln wie die Pikes Peak Version eines Suzukis :D
Die sehen dann schon ungeheuerlich aus, und das ist auch kein wirkliches Rallyeauto mehr, sondern eine extrem spezialisierte Rennversion.
So, nun zu guter Letzt kommen wir noch zum Thema „Fahrstil“.
Je nachdem ob ihr aggressiver fahrt oder konservativer, müsst ihr euer Fahrwerk Weicher oder härter stellen, die Bodenfreiheit vergrößern oder verkleinern, die Bremsbalance variieren etc.
Da kann ich euch per Ferndiagnose keine Tipps geben. Dazu müsste ich euch fahren sehen und könnte dann sagen, „okay, stelle das da ein und das da“.
Das Gleiche gilt auch für eure jeweilige Rennsituation. Wenn ihr es ruhiger angehen lassen wollt, dann heißt das im Prinzip, stellt den Wagen neutral ein, nur das ist bei jedem Fahrer anders.
Bin ja mal gespannt ob euch das ein bisschen helfen kann, wenn ihr mal in die Situation kommt ein Rallyefahrzeug einzustellen.
Gruss vom Passi !!!!
PS: Wenn ihr Fragen habt, dann stellt sie ruhig ! Sowas wie „mein Wagen bricht ständig aus, was kann ich tun“ oder so.
Zur Zeit zocke ich wieder Rallysport Challenge 2 auf der XBOX1 und habe mir diese Tipps mal alle ausgedruckt.
Ich möchte hier nicht der billige schleimer sein, jedoch bin ich noch nie so gut mit den Autos zurechtgekommen, wie nach dem Durchlesen Deiner "Tricks". Ich war selbst ein bisschen überrascht, wie sehr man mit Tuning bzw. Einstellungen schneller wird bzw. das Auto besser im Griff hat. Ich war da nämlich bisher ziemlich jungfräulich, was diesen Bereich betrifft.
Echt genial! :)
Ich hatte schon Angst, die Tipps bringen nur mir etwas :D
Jipiee :D
Viel Spass beim Gas geben !!!