In Umfragen vor den Anschlägen lag die mit absoluter Mehrheit regierende Volkspartei klar vor den Sozialisten unter ihrem Spitzenkandidaten José Luis Rodriguez Zapatero. Doch die Anschläge überlagerten alle Wahlkampfthemen und führten zu einer beispiellosen Mobilisierung der Bevölkerung gegen Gewalt und Terror. Niemand kann vorhersagen, wie sich das Blutbad und die Fahndung nach den Terroristen auf das Stimmverhalten auswirken wird.
Bestätigen sich die Hinweise auf eine Al-Kaida-Täterschaft, könnten die Wähler die Anschläge als Preis für das umstrittene Irak-Engagement Aznars werten. Der spanische Ministerpräsident hatte sich im Irak-Krieg zum loyalen Verbündeten von US-Präsident George W. Bush und dem britischen Premierminister Tony Blair erklärt, obwohl über 90 Prozent der Spanier in Umfragen den Krieg ablehnten und in zahlreichen Massendemonstrationen dagegen protestierten.
Aznars ETA-Verdächtigung könnte Wahl beeinflussen
Aznar hatte zunächst die baskische Untergrundorganisation ETA für die Anschläge verantwortlich gemacht. Danach wurden zunehmend Zweifel an der Urheberschaft der ETA laut. Die spanische Zeitung "El Pais" berichtete, die Regierung habe nur wenige Stunden nach den Anschlägen die Botschafter des Landes angewiesen, die Tat der baskischen Untergrundgruppe ETA zur Last zur legen. "Sie sollten jede Möglichkeit nutzen, um die Verantwortung der ETA für diese brutalen Anschläge zu bestätigen, um dabei zu helfen, jede Art von Zweifel zu zerstreuen, die interessierte Parteien möglicherweise verbreiten wollen", zitierte die Zeitung aus einem Vermerk der Außenministerin Ana Palacio. Die Regierung wies dies als Spekulation von sich.
Proteste gegen PP
Mit dem Auftauchen des Bekenner-Videos im Namen des Terrornetzwerks Al-Kaida haben die Proteste gegen Ministerpräsident Aznar und seine Volkspartei zugenommen. Bei der Stimmabgabe wurden Aznar und sein Spitzenkandidat Rajoy beschimpft. Demonstranten warfen der Regierung vor, mit der Unterstützung des Irak-Krieges einen Vergeltungsschlag islamischer Extremisten in Spanien provoziert zu haben.
"Wir hatten Nein zum Krieg gesagt", heißt es auf dem Transparent dieser Demonstranten
Hinter den Protesten steht die Befürchtung, dass die Regierung aus politischen Gründen verschweigen könnte, dass Islamisten die Urheber der Anschläge sein können. Damit würde auch die höchst unpopuläre Entscheidung von Aznar, den Irak-Krieg der USA zu unterstützen, zum Thema der heutigen Parlamentschaftswahl. Auf Transparenten in Madrid hieß es: "Aznar, wegen dir müssen wir alle dafür bezahlen" oder "Bush und Aznar tragen die Schuld". Bei den Anschlägen am Donnerstag waren nach jüngsten Angaben 200 Menschen getötet worden.
Ausschreitungen im Baskenland
Nach dem gewaltsamen Tod eines Bäckers im Zusammenhang mit den Anschlägen in Madrid kam es im Norden des Landes zu Ausschreitungen. In der baskischen Stadt Vitoria warfen Demonstranten mit Steinen und Flaschen auf Sicherheitskräfte. In Bilbao wurden Container in Brand gesetzt.
Die verbotene radikale Baskenpartei Batasuna hatte zu Kundgebungen aufgerufen, um gegen den Tod des Bäckers zu protestieren. Der Mann war am Samstag in der nordspanischen Stadt Pamplona von einem Polizisten erschossen worden, nachdem er sich geweigert hatte, einen Trauerflor für die Opfer der Anschläge in seinem Geschäft anzubringen. Der Beamte wurde festgenommen.
ETA weist Schuld an Anschlägen zurück
Die baskische Untergrundorganisation ETA wies unterdessen erneut die Verantwortung für die Anschläge in Madrid zurück. Sie habe nichts mit den Attentaten vom Donnerstag zu tun, erklärte die Organisation auf der Internetseite der baskischen Zeitung "Gara".
1. Bitte keinen Streit. ( Das könnt ihr über eure PM machen ! )
2. Wenn das nochmal vorkommen sollte verteile ich Mahnungen. ( Ich meine nicht dich Krabbenburger *** )
3. Es gibt neue Regeln. ( Die sind alle nachlesbar. )
PS: Ich werde alle diese Nachrichten löschen. ******