Prävention eines Verlustes an Knochenmasse nach Immobilisation, z.B. bei
Patienten mit einer vor kurzem erlittenen Fraktur.
Die symptomatische Osteoporose der Wirbelsäule mit drohender
osteoporotischer Fraktur.
Der Morbus Paget.
Osteolyse in Folge von malignen Erkrankungen.
Der Morbus Sudeck ist nicht mehr in der Zulassung des Calcitonins. Hierdurch
wird jedoch die Breite der Anwendung nur marginal tangiert.
Die Produktpalette der WIEB Pharm GmbH bietet Calcitoninwieb in den
Packungsgrößen 5 und 50 Ampullen an. Die Applikation muss nicht in der
Praxis erfolgen, sie kann von in der Spritztechnik unterwiesenen Angehörigen
als auch von einem kompetenten Pflegedienst durchgeführt werden. Die
Schmerztherapie ist eine der vornehmsten Pflichten der ärztlichen
Versorgung, ebenso die Prävention osteoporotischer Frakturen.
http://www.aegwl.de/www.aegwl.de.data/Designs/newsletter/Calcitonin2a.jpg
Die Gabe von Kalzitonin beim Complex Regional Pain Syndrome Type I (CRPS IM. Sudeck) ist eine weit verbreitete Therapie, deren Nutzen jedoch kontrovers diskutiert wird. Im Rahmen einer prospektiven Untersuchung an 24 Patienten mit CRPS I der oberen Extremität sollte die Verträglichkeit der s.c. applizierten Dosis von täglich 0,5 mg Human-Kalzitonin über einen Zeitraum von 8 Wochen untersucht werden. Zur Abschätzung des Therapierfolges wurde die beobachtete Patientengruppe alle 2 Wochen klinisch evaluiert und mit einer Gruppe von weiteren 25 konsekutiv behandelten CRPS I-Patienten verglichen, die lediglich analgetische Medikation und Physiotherapie erhielten. Ergebnis: Im Hinblick auf alle erfassten Parameter (Spontanschmerz, Handkraft, Ödem, bilaterale Temperaturdifferenz, Handfunktion) trat im Verlauf der Kalzitoninbehandlung eine deutliche Besserung ein, die sich jedoch nur beim Ödem signifikant vom Ergebnis der Kontrollgruppe mit Spontanverlauf unterschied (p < 0,01). Unter der Kalzitoninbehandlung kam es jedoch bei 83 % (20/24 Pat.) der Patienten z. T. zu gravierenden, vor allem gastroenterologischen Nebenwirkungen, die in 3 Fällen (13 %) zu einem Abbruch der Behandlung führten. Schlussfolgerungen: Den zahlreichen und z. T. sehr unangenehmen Nebenwirkungen einer Behandlung mit s.c. Kalzitonin steht ein im Vergleich zum Spontanverlauf des CRPS I nur geringer therapeutischer Effekt gegenüber. Dementsprechend ist dieses Therapieregime bei der Therapie des CRPS I nicht uneingeschränkt empfehlenswert.