Nun wurde am Freitagabend in einem 45-minütigen Treffen im Rahmen des China-Grand-Prix' gewählt - Mark Webber bleibt Präsident, hinzu kommen Fernando Alonso und Ralf Schumacher, die Michael Schumacher und David Coulthard ablösen. Die drei werden die 'GPDA' in den kommenden zwölf Monaten repräsentieren.
Die Wahl Alonsos ist durchaus überraschend, hatte sich der Spanier doch bisher gern aus den 'GPDA'-Themen rausgehalten und auch an dem einen oder anderen Treffen nicht teilgenommen. Nach Informationen von 'autosport.com' hat Alexander Wurz ein Gruppenmail an den Weltmeister gesandt, mit der man ihn umstimmen konnte. Alonso hat es sich dann tatsächlich anders überlegt, angeblich vor allem deshalb, weil Michael Schumacher nicht mehr dabei ist.
Der 25-Jährige möchte in Zukunft erreichen, dass sich die 'GPDA' wieder vermehrt für die Sicherheit einsetzt und weniger in politische Themen verwickelt wird. Ex-'GPDA'-Präsident David Coulthard begrüßte das Abstimmungsergebnis: "Ich denke, dass es ein großartiges Team ist. Ralf war schon immer sehr proaktiv, ebenso wie Mark. Und es ist wichtig, den aktuellen Weltmeister dabei zu haben."
Auch Jarno Trulli begrüßt den Beitritt von Fernando Alonso: "Das ist sehr wichtig. Wir haben alle Druck auf ihn ausgeübt, denn es ist wichtig, ihn als Weltmeister an Bord zu haben. Das ist mit Sicherheit bedeutend." David Coulthard übrigens ist nicht ganz draußen, er wird von seiner Wahlheimat Monte Carlo aus die Tätigkeiten der 'GPDA' koordinieren, die im Fürstentum ihr Büro hat.
Tut mir leid, will damit niemanden angreifen :( !
Alonso selbst sagt, dass er "hineingestoßen wurde":
Der Renault-Pilot hat am Samstag nach der Qualifikation erklärt, dass er in diese Rolle "ein wenig hineingestoßen" wurde: "Das war nicht allein meine Entscheidung. Wir haben über nichts abgestimmt, aber alle stimmten zu und man war sich über die neuen drei Namen (Alonso, Ralf Schumacher und Mark Webber; Anm. d. Red.) einig."
"Ich denke, dass ich zustimmen muss, wenn die anderen Fahrer Druck auf mich ausüben, diese Rolle zu übernehmen, denn es ist ein Vergnügen, hier zu sein", so der 25-Jährige weiter.
Quelle: www.f1total.com
Frage: "Wie bist du gestern zum Job des Sprechers der Fahrergewerkschaft GPDA gekommen? Wie die Jungfrau zum Kind? Du prangerst zwar schon seit Jahren Sicherheitsprobleme an, aber wie kam es zustande, gleich der Sprecher und ein Direktor zu werden?"
Schumacher: "Von den alten Direktoren fällt einer aus (Michael Schumacher; Anm. d. Red.) und die anderen beiden wollten auch nicht mehr. Dann gab es eben drei Neue, die gewählt wurden. Die Vorschläge dazu kamen aus der Runde, und ich war halt einer von den drei Namen."
Frage: "Wer hat dich vorgeschlagen?"
Schumacher: "Keine Ahnung, das kam von verschiedenen Fahrern. Man hat gefragt und dann kamen die gleichen Namen raus."
Frage: "Zufrieden mit der Entscheidung?"
Schumacher: "Ja, schon. Ich mein, mir war schon klar, dass das nicht ganz so leicht werden wird, da jemand Neues zu finden. Außerdem ist es ja auch eine gewisse Verantwortung, die Sache voranzutreiben, die jetzt dort ist. Es gab ja auch einige Dinge, die wirklich etwas gebracht haben. Die Arbeit muss fortgesetzt werden. Die Idee ist gut und es liegt mir schon viel dran.
Frage: "Glaubst du, dass die anderen beiden genauso mitarbeiten wie du? Mussten sie überzeugt werden?"
Schumacher: "Ja, also bei Mark (Webber) war es relativ einfach. Bei Fernando (Alonso) war es ein bisschen schwerer, wobei ich sagen muss, dass auch er mit seiner Entscheidung sehr zufrieden ist. Er hat einfach ein bisschen Angst vor der Verantwortung gehabt, weil es ja drei Personen sind, die voranstehen und auch mit FIA kommunizieren. Das tut nicht jeder Fahrer ganz so gern. Aber letztlich wollen GPDA und FIA das Gleiche erreichen, daher mache ich mir da gar keine Gedanken. Das kann in keiner Weise für irgendwen negativ sein.
Kommunikation mit der Sporthoheit
Frage: "Fernando hat allerdings gesagt, dass er ein Stück weit zu dieser Entscheidung getrieben wurde."
Schumacher: "Das stimmt nicht ganz. Er wurde gefragt, ob er es machen möchte. Dann hat er ein paar Minuten überlegt und gesagt, dass er es machen möchte. Und dann ist er gewählt worden. Seine Situation ist derzeit besonders, zumal er auch das Team wechselt. Aber ich denke, dass er sich innerhalb von ein paar Wochen zurechtfinden wird. Er ist ja auch von der Art her jemand, der weiß, was er will."
Frage: "Wie wird gewählt?"
Schumacher: "Wie man will, mit Handzeichen oder auch schriftlich. Bei uns war es einstimmig ein Handzeichen."
Frage: "Du hast erwähnt, dass Fernando sich vielleicht vor der Kommunikation mit der FIA fürchtete. Hat er die Sorge, dass er von der FIA sanktioniert werden könnte, wenn er Ansprüche anmeldet?"
Schumacher: "Wir sind ja eine Gemeinschaft, und da gibt es sicher auch Dinge, die man nicht unbedingt nach außen trägt. Aber es ist nun einmal unsere Aufgabe, sinnvoll mit allen zu entscheiden und das durchzudrücken. Und ich muss ganz ehrlich sagen, dass es bisher nie Probleme gab, wenn man dann mit Max (Mosley) oder Charlie (Whiting) darüber gesprochen hat. Wenn sich jetzt jemand damit nicht auskennt, dann hat er eben ein bisschen Bedenken. Unsere Aufgabe ist die Sicherheit und manchmal einige Wohltätigkeitssachen. Und da kann eigentlich auch gar nichts Negatives daraus entstehen. Wenn Regeländerungen kommen, zum Beispiel im Qualifying, und wir werden gefragt, dann freuen wir uns natürlich auch darüber."
Frage: "Was ist die nächste Aufgabe, die für die GPDA ansteht? Die Sicherheit bei den Testfahrten?"
Schumacher: "Das ist etwas, was uns im Moment sehr am Herzen liegt, weil wir auch übernächste Woche wieder testen werden. Speziell diese Strecke (Jerez; Anm. d. Red.) hat geringe Standards. Aber auch von den Teams haben wir da die volle Unterstützung, bekommen auch die Daten FIA, denn es sind ja private Testfahrten der Teams. Dr. Cecarelli (Toyota-Teamarzt; Anm. d. Red.) hat das überwacht, wir wissen also, was wir beheben müssen."
Frage: "Wo genau liegen die Probleme in Jerez?"
Schumacher: "In Jerez ist es so, dass grundlegend nie genug Streckenposten da sind. Es gibt auch zu wenig Feuerwehrautos, und Autos, damit die Streckenposten schnell einsatzfähig sind, auch ein zusätzlicher Arzt fehlt noch. Das sind Sachen, die im Kostenverhältnis sehr gering sind, wenn man das durch die Teams teilt, die ja auch schon ihr Einverständnis gegeben haben. Wir müssen das jetzt nur umsetzen. Verantwortlich ist immer die Strecke, und das ist nicht immer ganz einfach, es muss ja auch in einer sinnvollen Art und Weise geschehen. In Jerez ist das auch nicht so einfach, weil sie sich das erste Mal damit auseinander setzen. Da muss man ihnen etwas Zeit lassen."
Schumacher wird sich GPDA-Meinung unterordnen
Frage: "Wirst du als GPDA-Sprecher zu Strecken, die du schon zuvor kritisiert hast - zum Beispiel Monaco -, genauso Stellung nehmen?"
Schumacher: "Das kann ich ja nach wie vor. Aber ich bin immer gerne in Monaco gefahren. Aber es gibt eine Meinung in der GPDA und die werde ich mit vertreten. Auch wenn das nicht immer meine persönliche Meinung ist. Es gibt halt gewisse Kurven und Rennstrecken, die einem Fahrer mehr oder weniger gefallen. Das wird immer so sein. Ich glaube, dass mir beispielsweise Indianapolis nicht ganz so gut gefällt wie den anderen. Das ist halt so, aber deswegen werden wir sie nicht aus dem Kalender streichen."
Frage: "Aber du hast ja immer sehr klar Stellung bezogen, auch zu Indianapolis. Besteht nicht die Gefahr, dass du in der neuen Position damit über das Ziel hinausschießt?"
Schumacher: "Ich werde eine Meinung haben, die werde ich dort auch vertreten, aber es ist ja nicht so, dass ich sie nach außen vertreten muss. Wenn die anderen Fahrer auch der Meinung sind, dann werden wir das vortragen. Wenn nicht, dann werden wir das lassen. Aber im Grund sind sich die Fahrer meistens sehr einig."
Frage: "Habt ihr eine Anlaufszeit, in der ihr drei neuen Direktoren euch trefft und absprecht?"
Schumacher: "Nein. Das läuft über das Büro. Aber wir sehen uns ja ohnehin jedes Rennwochenende. Da finden dann die Gespräche statt. Und wenn was außer der Reihe ist, was ja nun selten vorkommt, dann werden sich die drei Direktoren auf kurzem Wege treffen und miteinander ausmachen, nachdem es mit den Fahrern besprochen wurde."
Frage: "Wie weit seid ihr daran interessiert, auch die ganz jungen Fahrer - zum Beispiel die Freitagstester - mit einzubeziehen?"
Schumacher: "Das ist kein Thema, die werden bei uns mit einbezogen."
Frage: "Einige haben sich gestern beschwert, dass sie das Gefühl gehabt hätten, sie hätten dort nichts zu suchen gehabt. Gibt es da ein Kommunikationsproblem?"
Schumacher: "Ich denke nicht, dass es da ein Kommunikationsproblem gibt, vielmehr ein Interessensproblem. Jeder, der bei uns zu den Treffen kommen will, ist willkommen."
Frage: "Michael Ammermüller hat geäußert, dass er das Gefühl hatte, er hätte dort nichts zu suchen gehabt."
Schumacher: "Wir sind natürlich über jeden froh, der mitmacht und eintritt. Das ist bei Ammermüller jetzt erstmal sekundär, aber er wird jetzt drei Rennen lang auf jeden Fall einmal dabei sein. Aber er wird ja auch irgendwann einmal in die Formel 1 kommen - hoffen wir einmal für ihn. Jeder Freitagsfahrer hat das Potenzial, in die Formel 1 zu kommen. Und je früher sie dabei sind und eingebunden werden, desto besser ist es."
Frage: "Wie steht es mit anderen Fahrern? Ist Kimi Räikkönen beispielsweise Mitglied?"
Schumacher: "So weit ich weiß ist er Mitglied, kommt aber nicht zu den Meetings - ein stilles Mitglied. Auch wenn er mal da ist, dann ist er ein angenehmes passives Mitglied. Aber wenn man ihn braucht und ihm den Sachverhalt erklärt, dann ist er immer unterstützend."
Quelle: f1Total.com