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Persephone - 11.08.2007 - 13:19
Es funkelt der Tau
die Wiese sie glüht
und ich weiß genau
vor Leben sie sprüht
Die Schnecke sie kriecht
der Grashüpfer springt
das Blümelein riecht
ein Vögelchen singt
Man staune das Leben
erwächst überall
kann Freude uns geben
im Trauerfall
Es scheint alles schön
so friedlich perfekt
weder grob noch obszön
unsere Sinne es neckt
Doch - warum freut uns zu sehen
obgleich wir verstehen
den Mord der hier lebt - ?
die Gier die hier strebt - ?
Natur ist's natürlich
drum kaum ungebührlich
die Tiere sind frei
der Fraß einerlei
Also warum...
erfreut uns unsre Welt nicht?
unser Streben und Morden
wenn einer frisst den Andren auf...
Wieso erfreut uns nicht...
der Ölteppich, der schillernd und glühend
besiegte Firma, so kläglich wimmernd
der Supermarkt, in dem wir kaufen -
der Betonwald, durch den wir laufen?
Warum freut es uns nicht,
was für uns natürlich ist?
Es ist unser -
es ist nicht, was wir beobachten.
Es ist unser Leben.
Das Ghul - 11.08.2007 - 22:00
Nun ja, an Betonwald und Ölpest erfreuen wir uns deshalb nicht, weil sie eben nicht natürlich sind! Natürlich ist höchstens der Trieb, der hinter all diesen steht... und den wir (also die Menschen) ständig versuchen, zu verdrängen oder zu etwas anderem zu machen! Nicht umsonst ist die Unterscheidung Natur - Kultur eine menschliche Erfindung...
Persephone - 12.08.2007 - 12:36
Und diese Unterscheidung bezweifle ich eben - wir sind Teil der Natur, nicht außerirdisch oder übernatürlich, also sind auch alle Veränderungen, die wir hervorrufen, natürlich. Wir richten uns unsere 'Niesche' ein, wie die Ameise, wenn sie einen Hügel baut - der ist ja auch 'Kultur' und dennoch betrachten wir ihn als 'Natur'.
Nein, ich denke, wir finden die Nischen anderer Lebenwesen deshalb schön, weil es nicht unsere Nischen sind. Ganz einfach, weil wir in ihnen nicht leben müssen/können. Wären wír Ameisen, würden wir auch in die Häuser kriechen und versuchen, uns dort einzunisten ;)