Persephone - 28.12.2006 - 23:50
Wenn es dich gibt, dann bin ich schon seit langer Zeit dein. So viel Glück kann ein Mensch nicht haben...
Nicht soviel wie ich habe. Ich habe mich dir versprochen, vor unendlich langer Zeit - wie mir scheint.
Wenn es dich gibt. Falls.
Was ist, wenn du existierst? Werde ich nach meinem von Glück gesegneten Leben in die Höle kommen?
Viele sagen, dass es dich gibt. Sehr viele.
Meine Mutter auch. Wenn es stimmt, wenn es dich gibt, dann... nun, dann kann ich auch nichts mehr ändern, deine Verträge sind nicht aufzulösen. Und wenn du nicht existierst, dann bin ich ein Stück verrückter als ich bisher glaubte. So oder so, für jetzt ändert es nichts.
Es ist schon schwierig, die Sache mit dem Glauben. Entweder, man tut es, oder eben nicht. Ich liege dazwischen.
Ich weiß es nicht. Ich warte auf weitere Beweise. Gott gibt keine Beweise von sich, aber du schon, nicht wahr?
Nein, im Grunde glaube ich nicht an dich. Und trotzdem gehöre ich zu dir. Zur Dunkelheit, zu dem Bösen. Du bist eine Metapher, wie Gott vermutlich auch.
Du verkörperst unser 'Es', unsere Triebe, Begierden, unseren Egoismus, unseren Hass. Kälte, übermäßigen Ehrgeiz. Das Gegenteil zum göttlichen 'Über Ich'; Vernunft, Selbstbeherrschung, Freigiebigkeit, Liebe, Wärme und rechtschaffener Arbeitsamkeit.
Ich gehe meinen Weg, ob alle um mich herum untergehen oder nicht. Ich bin dein, selbst wenn es dich nicht gibt.
Macht mich das traurig? Nein! Sollte es dich geben, bekomme ich die Rechnung früh genug. Wenn nicht, habe ich ein umso schöneres Leben geführt.
Vielleicht ist es auch so vorgesehen, vielleicht gibt es grob zwei Kategorien von Menschen, Gute und Böse...
Aber das ist zu einfach. Außerdem existiert das Böse nicht.
Es ist Ansichtssache.