Miyako Kuroba
Im Land der Mysterien
Auf der Suche nach dem Kleeblatt
Das Taxi hielt mit einem leichten Ruck und Miyako zog einen Rucksack aus dem Wagen. Sie gab dem Fahrer einige Yen und bedankte sich höflich auf japanisch.
„Wow...“ Das 12-jährige Mädchen hielt ihren luftigen Hut damit er nicht weggeweht wurde. Eine warme Brise wehte vom Meer her. Das blonde Mädchen ging einige Schritte, dann stand sie mitten auf einer großen Brücke. Sie sah sehnsüchtig aufs Meer und seufzte. „Na dann“, meinte sie und stemmte sich auf. „Tokyo wartet!“, rief sie und streckte einen Arm in die Luft.
Nun konnte Miyako nichts mehr halten. Das Hotel, in dem sie sich ein Zimmer reserviert hatte musste sie nicht lange finden. Auf der Taxifahrt hatte sie es schon erspäht. Ihre Kenntinisse der japanischen Sprache reichten glücklicher Weise aus, um sich mit den Damen an der Rezeption zu verständigen. Eine halbe Stunde später schon lag Miyako auf ihrem weichn Bett und musterte ihr Zimmer. Ein Balkon bot einen perfekten, wunderbaren Blick über die Stadt, was für Miyakos Vorhaben perfekt war. Sie grinste und zog ihr Handy raus.
„Piep, piiiep“, Miyako machte den Piepton des Handys nach.
„Sophie Kis...“, das Piepen hörte auf. „Hey Soph“, unterbrach Miyako Sophie. „Ah, Miyako! Bist du schon in Japan angekommen?“, fragte das Mädchen Sophie neugirig.
„Na aber logo. Bin schon in meinem Zimmer. Es ist wirklich perfeto“, lachte das blonde Mädchen mit den leichten japanischen Zügen.
„Uhj, cool. Und die Sommerferien sind noch lang. Du hast also wirklich Zeit um Tokyo zu erkunden“
„Du sagst es, Sophie. Und was macht Österreich so ohne meine Wenigkeit?“
Sophie sagte nichts doch Miyako hörte, dass sie Fotos schoss. Diese schickte sie gleich an Miyako. Ihre Freundin war ganz normal, wie Österreicher eben angezogen sind^^. Auf dem zweiten Bild war ein T-Shirt zu sehen mit dem japanischen Schriftzeichen für Liebe. „Oh nein!“, rief Miyako. „Du, das kann doch nicht sein!“
Sophie lachte. „Tja, liebe Miyako, das kommt davon wenn man überstürzt von Österreich nach Japan abhaut und glaubt, nur weil die Großeltern nicht da sind, dass man alles machen kann. Zum Beispiel sowas wie die berühmtesten Diebe der Welt zu finden“
„Ha ha, weißt du Soph, das ist echt nicht witzig. Das T-Shirt ist mein absolutes Lieblingsdings...Lieblings-T-Shirt“ Miyako grinste.
Die Freundinnen laberten noch ein Weilchen, dann musste Sophie Rasen mähen.
Miyako streckte sich zufrieden.
„Ich hab zwar keine Ahnung wie ich Kaito finden soll, aber... Es ist auf jeden Fall ein schönes Gefühl wieder hier zu sein“, Miyako stand auf und ging auf den Balkon. Die Bewohner ihrer alten Heimat waren wohl in ihren Häusern, da es recht heiß war. Miyako sah nach und nach alles verschwommener. Als sie alles nur noch matt sah wischte sie sich die Tränen aus dem Gesicht, die über ihre Wangen rollten. Der Anblick Tokyos ließ in Miyako alles wieder hochkommen. Als ihre Eltern kurz nach dem Umzug von Japan nach Österreich, bei einer Bergtour ums Leben kamen. Wie die kleine Miyako in der Verwandtschaft herumgereicht wurde und schließlich bei ihren Großeltern landete, die sich aber nicht sonderlich um sie kümmerten. „Wären wir doch hier, in diesem wunderschönen Land geblieben...“ Miyako begann bitterlich zu weinen und ließ sich ins Bett fallen.
Es dauerte, bis sich das Mädchen wieder fassen konnte. Um an andere Gedanken zu kommen ging Miyako hinunter zum Buffet.
Curryreis gab es in Hülle und Fülle, was Miyako nicht sonderlich wunderte, dennoch sehr freute. Da Miyako Vegetarierin war und auch keinen Fisch aß begrenzte es ihre Auswahl beim Essen enorm, doch das angebot für ohne Fleisch und Fisch war auch Vorhanden.
Das blonde Mädchen setzte sich an einen kleinen Tisch, neben eine Karte von Tokyo die an der Wand hing. „So eine in klein werd ich mir auch besorgen...“, flüsterte Miyako.
Dann aß sie schnell ihr Essen um gleich danach einen der Angestellten nach einem Stadtplan zu Fragen. Miyako wurde ein einen Raum am anderen Ende des Hotels gewiesen. Dort war ein kleiner Laden mit allen Möglichen Mitbringsel, Souveniers und Stadtplänen. Miyako kaufte sich einen Stadtplan und ging dann raus auf die Straße. Der Wind der Autos kühlte ein bisschen, aber auch nicht wirklich. Miyako ging die Gasse entlang. Rund um sie waren große Wohnhäuser und am Ende der Straße konnte sie einen kleinen Park erkennen. Dieser war ihr Ziel.
Im Park war es schön kühl und schattig, deshalb waren viele Menschen dort. Die Vögel freuten sich über die vielen Besucher und flogen überall umher.
Miyako suchte sich eine freie Parkbank und setzte sich hin. „Hier ist's ja schön...“, schwärmte sie und schaute sich um. Da klingelte etwas neben ihr. Das Mädchen sah sich verwirrt um. „Mein Handy ist das nicht...“, murmelte sie. „Ah!“, Miyako hatte einen Pager hinter der Bank gefunden. „Muss wohl jemand verloren haben...“ Erst wusste Miyako nicht so recht was sie machen sollte, dann schrieb sie einfach eine Nachricht zurück, in der sie erklärte, dass sie den Pager gefunden hatte.
Der Besitzer des Pagers hatte sich gerade einen neuen gekauft um seinen Verlorenen ausfindig zu machen. „Das ist aber eine kostenspielige Suchart“, grinste Miyako und schrieb das zurück.
„Hör mal, können wir uns im Haido Einkaufscenter, in einer halben Stunde treffen?“, las sie eine spätere Antwort von dem Jungen, dem der Pager gehört vor. „Ja, klar“, war ihre Antwort darauf.
„Sooo, jetzt sollte ich nur wissen wie ich da in 'ner halben Stunde hinkommen soll...“, seufzte Miyako als sie an einer Ampel lehnte. Der Verkehr auf der Straße und auch zu Fuß ging nur langsam vorran, nur die Radfahrer kamen zügig vorwärts. „Hätte ich mir beim Hotel doch nur ein Rad gemietet“
Als die Ampel anwies, über die Straße zu gehen wurde Miyako von der Menschenmasse mitgezerrt. Mühsam befreite sie sich aus der Masse und bog in eine leere Gasse ab, wo sie stehen blieb. „Das kann ich vergessen! Ich komm nie rechtzeitig zum Einkaufscenter!“, sagte Miyako traurig und hob einige Steinchen vom Boden auf, die sie dann durch ihre Hand rieseln ließ. Eine Fahrradklingel ließ Miyako wieder aufsehen. „Hey du! Redest du zufällig vom Einkaufscenter in Haido?“
Ein Junge hielt mit seinem Rad genau vor Miyako. „Ähm, ja...“ „Das ist auch mein Ziel. Komm, setz dich auf den Gepäcksträger, ich bring dich schneller hin, als du Einkaufscenter sagen kannst“, lächelte der braunhaare Junge. „Öhm... okay, vielen Dank!“ Miyako setzte sich hinter den Radfahrer, und gleich darauf trat dieser in die Pedale. Es ging wirklich verdammt schnell voran. Schon nach einigen Ampeln erkannte Miyako ein paar Leute, die sie zuvor fast zerquetscht hätten und sie grinste. „Übrigens, ich heiße Minoru Miyamoto“, stellte sich der Junge in Miyakos Alter, mit den hellbraunen Augen und den braunen Haaren vor. „Und ich bin Miyako Kuroba“ , lächelte das Mädchen, das sich an Minoru klammerte.
Der braunhaarige Junge war verdammt nett, das stellte Miyako während der Fahrt zum Einkaufscenter schnell fest. Die Fahrt dorthin verging irgendwie zu schnell. Denn schon als sie dort waren verabschiedete sich Minoru und lief in das riesige Gebäude. Miyako wartete. „Wie soll ich ihn eigentlich erkennen...“, überlegte sie nach einigem Warten laut.
Da kam ihr eine Idee. Sie zog den Pager raus und schrieb dem Besitzer des Pagers eine kurze Nachricht. Nun musste sie nur schauen, wer in dem Getümmel einen Pager rauszog.
Doch es war so voll, das sie niemanden erkennen konnte.
Da schrieb ihr er Junge zurück und gleich darauf zuckte Miyako zusammen. „Hey“ Ein Junge stand hinter ihr. „Miyako?“, fragte er. „J ja..., hab ich dir gesagt, wie ich heiße?“, fragte Miyako verwirrt. „Jap, hast du“, lachte der Junge, dem der Pager gehörte. „Aber ich hab mich noch nicht vorgestellt. Ich heiße Koji, Koji Iwana. Du bist Österreicherin, oder Deutsche, stimmts? Auf jeden Fall musst du deutsch gelernt haben, hört man an deinem Akzent“, lachte Koji.
Miyako sah leich verwirrt in das hübsche Gesicht Kojis, der lächelte. Koji hatte schwarzes Haar und funkelnde, dunkelblaue Augen. „Ja, stimmt, aber eigentlich bin ich Japanerin... Also, der Vater meines Vaters war Deutscher, vermutlich sind wir deshalb auch vor zehn Jahren nach Österreich gezogen... Achja, hier, bevor ich's nich vergesse“, Miyako holte den Pager aus ihrer Tasche. „Hier, dein Pager“ „Danke, Miyako! Ähm... Ich brach ja keinen zweiten, also eigentlich... Kannst du den anderen hier haben“, Koji zog den zweiten Pager, den er sich gekauft hatte, um seinen alten wiederzufinden, und gab ihn Miyako. „Wow, danke“ „Keine Rede... Sag mal, hast du Lust schnell was Essen zu gehen? Ich muss mich ja noch ordentlich bei dir bedanken!“
Miyako und Koji gingen in ein Fast Food Restaurant und setzten sich an einen Tisch.
Neben dem Essen redten die beiden über alles Mögliche. Was Miyako nicht erzählte war der Grund, warum sie nach Japan kam.
Miyako erfuhr, dass Kojis Eltern ein großes Haus hatten, das etwas auserhalb von Tokyo lag, und eine Art Mini-Ranch im typisch europäischen Stil. Dazu hatten sie sieben Pferde, drei Hasen, ein großes Aquarium, zwei Kühe, einen Hund und eine Katze. Doch Kojis Mutter brachte immer wieder neue Tiere an, die meisten rettete sie und ihr Mann kann dann auch nicht mehr zu irgendwas Nein sagen.
Was Miyako sehr freute war, dass alle in Kojis Familie fließend deutsch sprachen, dass sie sich wenigstens hier nicht mit ihrem Grundwissen Japanisch reden musste.
Natürlich, es war schon genug um mit allen möglichen Leuten vernüftige Dialoge zu führen, aber ihr deutscher Wortschatz war dann doch um einiges Größer.
„Sag mal, willst du nicht mit mir mitkommen und dir unsere Pferde ansehen? Von denen scheinst du begeistert zu sein“, lächelte Koji. „Äh... ja... Woran erkennt man das denn bitte?“ Miyako musste lachen, als sie von Koji erfuhr, dass ihr Mund aufgeklappt war, als er von den Pferden zu reden begann.
Nach einer Weile verließen die beiden das Einkaufscenter wieder und fuhren mit einem Taxi bis zu einer Straße, die links und rechts von Kischbäumen bewachsen war. „Sakura...“, flüsterte Miyako leise und sah sich verträumt um.
Als Koji und Miyako am Haus Kojis Eltern ankamen sahen die beiden eine Frau auf einem Isländer, was Myiako sofort feststellte. „Oh, Koji! Äh... Wen hast du denn da mitgebracht?“ „Das ist Miyako, sie hat meinen Pager in einem Park gefunden und jetzt habe ich sie zu uns eingeladen...“
„Achso, okay. Fühl dich wie zu Hause, Miyako“
„Danke, Madam, das werde ich sicher“, lächelte Miyako. „Äh, Koji...“
Koji grinste: „Die Pferde sind auf den Weiden, komm“
Koji lief um das Haus herum, über eine Wiese, zu zwei Weiden, Miyako folgte ihm. Auf einer Weide waren zwei Pferde, auf der anderen drei. „Wo ist denn das siebte Pferd?“, erkundigte sich Miyako gleich. „P-chan hat eine kleine extra Weide. Er darf noch nicht zu den anderen Hengsten“ „Oh, das ist ein süßer Name! Wie heißen denn die anderen?“ Miyako war total begeistert. „Also, die Mustangstute heißt Beautiful Nightwind, die Andalusierstute Cassiopeya, meine Araberin Mitchico und unser Rennpferdchen Silver Moonsky. Ivi ist Mutters Isländerhengst, der Paint Hengst California Ocean gehört meinem Vater, und dann wäre da noch unser kleiner P-chan“
Miyakos Unterkiefer klappte auf. „Wahnsinn, das ist wie ein Traum... Reitest du auch?“, fragte sie, als sie sich wieder gefasst hatte. „Ja, Dressur und einfach so... Aber ich glaub nicht, dass ich ein guter Reiter bin, ich glaube viel mehr, dass ich eine wunderbare Partnerin habe“, dabei zeigte Koji auf die fuchsfarbene Araberstute.
Nun wurden auch noch die anderen Tiere vorgestellt, dann brachte Kojis Mutter Eistee und Kuchen, den die beiden in den wunderschönen, japanischen Garten aßen. „Sag mal, wo wohnst du eigentlich jetzt?“, fragte Koji neugirig, bevor er sich sein Glas Eistee nahm. „In einem Hotel in Tokyo...“
„Ist es da schön?“ „Hm... naja... noch lang nicht so wie hier“, Miyako sah verträumt zu dem plätschernden Bächleich, das durch den Garten führte.
Die beiden unterhielten sich noch kurz, dann sprang Koji auf, und lief ins Haus.
Es dauerte keine Minute als er wieder daraus kam, freudestrahlend. „Das Zimmer ganz oben wir gerade eingerichtet“ „Wow, danke!“, Miyako war total glücklich.
„Dann werd ich mir mal ein Taxi schnappen und zurück nach Tokyo fahren, meine Sachen packen“, meinte Miyako.
Drei Minuten später schon, saß sie wieder mal in einem Taxi. Sie war wirklich überglücklich. Vielleicht war Kojis Haus besser zum Diebeaufspühren geeignet. Aber nur vielleicht, denn ob es besser war, sollte sich ja herausstellen. „Ich glaub gar nicht, was für Eltern Koji hat! Die erlauben mir einfach, dass ich bei ihnen einziehe...“, dachte Miyako, immer noch ein bisschen ungläubig.
Das Taxi hielt genau vor dem Hotel das Mädchen stieg aus. Ihre Sachen hatte sie schnell wieder beisammen und sie war auch schnell wieder draußen. Die Damen an der Rezeption waren zwar recht verwundert, dass Miyako gleich am ersten Tag wieder auscheckte, aber das war auch schon alles. Langsam wurde es dämmrig und Miyako beeilte sich, ein Taxi zu finden.
Fünfzehn Minuten später war sie wieder vor dem Haus Kojis. Ihr wurde gleich das Zimmer gezeigt. Miyako war von dem ganzen Haus begeistert. „Deine Eltern müssen ganz schön reich sein“, sagte Miyako zu Koji, der auf dem Bett saß, während Miyako ihre Sachen wieder ausräumte. „Ja, kann man so sagen... Beide sind totale Pferdefreaks, vorallem mein Vater. Er hat schon unzähige Westernturniere gewonnen... Meine Mutter nimmt nur selten an Turnieren teil, liebt Pferde aber über alles. Um die Häschen, und eigentlich, um alle anderen Tiere kümmere ich mich“
„Ich hätte auch gerne einen Hasen... Hasen sind so unglaublich süß“, lächelte Miyako. „Stimmt, das sind sie wirklich“
Als Miyako fertig eingeräumt hatte gingen sie und der schwarzhaarige Junge runter, ins Esszimmer. Der raum war recht groß, eine Tafel stand in der Mitte. „Habt ihr oft Gäste?“, erkundigte sich Miyako. „Ja, fast ständig...“, seufzte Koji. „Ist nicht schön, wenn ständig fremde Leute in seinem Haus rumlaufen...“ „Aber, dass ich bei euch wohne geht doch in Ordung, oder?“, fragte Miyako leicht unsicher. „'türlich, sonst hätten meine Eltern doch nicht zugestimmt“, grinste Koji.
Zum Abendessen gab es Tortellini. Miyako erfuhr, dass ihre Mutter die italienische Küche liebte. „Europa-Fans“, dachte Miyako dabei grinsend.
Das Abendessen verging schnell, und danach half das blonde Mädchen mit den blauen Strähnen, die Pferde in ihre Ställe zu bringen. Dabei durfte sie auch P-chan in seine Box führen. „Oh, wow, ist der kleine schnuffelig!“, schwärmte Miyako. „Warum glaubst du, heißt er 'P-chan'?“, lachte Koji und streichelte den kleinen Shettyhengst.
Bald waren alle Pferde in ihren Boxen und auch die anderen Tiere versorgt und die zwei konnten wieder rein gehen. Nun war es schon ganz dunkel und Koji zeigte Miyako das Gästebad.
Müde ließ sich das Mädchen nach dem Waschen ins Bett fallen. „Ist das nicht irre? Ich bin in Japan, bei einer eigentlich völlig fremden Familie... Und das, obwohl ich nur in den Park wollte!“ Miyako war so müde, dass sie gleich einmal einschlief.
„Miyako?“ Jemand klopfte an die Tür. Miyako rieb sich verwundert die Augen und gähnte. „Was denn, ich bin müüüde!“, gähnte Miyako. „Äh, es ist zehn Uhr...“, kam Kojis Stimme durch die Holztüre. „Bitte, waaaas?!“ Miyako war sofort hellwach und sprang auf. Sie zog sich an und rannte ins Bad, wobei sie Koji fast überrant hätte. „Sag mal, wieso hast du so lang geschlafen? Hast du gestern nicht gesagt, und wärst eine von den Frühaufstehern?“, fragte Koji, der im Türrahmen zum Bad lehnte. „Das frag ich mich auch... Jetzt hab ich wohl das Rausbringen der Pferde und Kühe verpasst...“, antwortete Miyako traurig. „Ja, für heute schön, aber morgen kann ich dich ja rechtzeitig wecken... Achja, ich wollte mit Peachy ein bisschen spazieren gehen, willst du mit?“, munterte Koji Miyako auf. „Du geht's mit deiner Häsin spazieren?! Wie denn das?“ Koji lachte. „Peachy hab ich an die Leine gewöhnt, inzwischen können wir aber auch schon ohne eine Katzenleinen gehen“ Miyako sah ihn erstaunt an.
Zusammen gingen die beiden raus und Koji holte seine kleine Häsin aus dem Auslauf, den sie sich mit Yuri teilte, Zorro hatte einen eigenen Auslauf, verständlich.
Peachy freute sich, als sie ein Stück Kohl bekam, dann ging Koji vor und Miyako und Peachy folgten ihm. Die drei gingen zu einer großen Wiese, wie sie Miyako von Österreich sehr gut kannte. Nach kurzer Zeit hoppelte Peachy immer weiter nach vor, und wartete dann wieder auf die beiden. „Oh, wow, ist die kleine Maus süß“, grinste Miyako und streichelte Peachy, als sie wieder auf die zwei wartete. Koji zeigte Miyako ein paar Tricks, die die beiden einstudiert hatten.
Plötzlich kam ein setsames Geräusch von irgendwo. Miyako sah sich erschrocken um und auch Peachy spitzte ihre Ohren. „Was ist los?“, fragte Koji verwundert. „Äh... ich hab was gehört... Muss ich mir aber nur eingeblidet haben“, lenkte Miyako ab. Doch rund im sie war nichts, nur die Wiese. Als sie weiter gingen sah Miyako immer öfters um sich, doch nun war wieder alles still, Peachy war total glücklich und sprang manchmal richtig! Und Koji hatte so wie so nichts gehört und sah Peachy lächelnd zu. Die drei hinterließen einige Spuren im Gras, die sich Miyako ein bisschen ansah.
Ein Geräusch, als würde jemand an ihnen vorbei laufen. Miyako schrack hoch und meinte, im Augenwinkel einen Schatten zu sehen. Doch es war wieder nur Koji, wieder nur Peachy... Und am Himmel?! Miyako hob ihren Kopf. Der Himmel war strahlendblau, keine Wolke zeigte sich. „Wow, deine Augen glitzern voll“, meinte Koji, als er zu Miyako blickte. Miyako lächelte in Kojis Richtung, als sie hinter ihm einen Wald sah. „Sind wir weit gegangen, den Wald konnte man vorher noch gar nicht sehen“, staunte Miyako. „Das liegt daran, das es hier etwas hügelig ist, so weit sind wir gar nicht gegangen...“ Peachy knabberte ein Weilchen am Gras, Koji und Miyako sahen ihr nur zu.
Als Miyako glaubte, etwas im Wald gehört zu haben, wollte sie unbedingt wieder umdrehen.
„Na komm Peachy, gehen wir heim“, sagte Koji zu seiner hübschen Häsin und klopfte auf seinen Oberschenkel. Peachy kam anggelaufen und die drei gingen wieder zurück zu Kojis Haus. Dort angekommen setzte sich Miyako in den Garten und sah in den Himmel. „Ich hab mir das nicht eingebildet...“, murmelte sie.
Nach einer Weile fragte sie Koji, der gerade seine Koi Karpfen fütterte: „Sag mal, wo in der Nähe gibt es teure Sachen, auf die es ein Dieb abgesehen haben könnte?“ „Hm... Naja, also, in der Nähe gibt es einige Museen... und, gleich hier. Meine Eltern haben ein Armband aus der Antike, das ist schon ziemlich was wert...“ Miyako schreckte hoch und suchte nach Kojis Mutter.
„Ja, das Armband gehörte Prinzessin Norica. Sie war die einzige Prinzessin des Königreiches Noricum. Es ist nur wenigen bekannt, dass Prinzessin Norica jeh existiert hat. Sie dürfte eine sehr hübsche und verwöhnte Dame gewesen sein. Sie besaß edelsten Schmuck, darunter auch das Armband aus purem Gold, das mit Rubinen und Saphiren besetzt ist. Und genau das ist in diesem Haus“, erklärte Kojis Mutter. Miyako bekam ihren Mund nicht mehr zu. „Und, äh, ist das Armband gesichert?“, fragte Miyako nervös. „Aber sicher, in dem ganzen Raum, in dem das Armband ist, ist eine hochempfindliche Arlarmanlage, keiner würde daran vorbeikommen. Außerdem haben wir dann noch Jenairo. Sie sieht zwar nicht so aus, aber sie ist unsere Wachhündin. Keiner kommt an ihr vorbei“ Miyako war ein bisschen erleichteter. Sie schlenderte einbisschen durch Haus und Garten, als ihr etwas einfiel. „Sag mal Koji, habt ihr Internet?“, fragte sie den Japaner, der ihr gerade entgegen kam. „Ja, japanische, deutsche und amerikanische Tastatur“, grinste er. Dann führte Koji Miyako zu einem Raum, in dem einige Computer und anderes Zeugs standen. „Der in der Mitte müsste für dich perfekt sein“ Dann ließ er Miyako in dem dunklen Raum allein.
Koji hatte recht. Der Computer war einer, mit dem Miyako problemlos umgehen konnte. Sie suchte im Internet ein bisschen herum, als sie auf eine interessante Seite kam. „Sein Schatten...ah...“ Miyako überlegte kurz, machte etwas mit den Händen und sprang auf. „Oh mein Gott, das war er!“, rief sie aufgeregt. „Koji!“, rief Miyako. Dieser kam sofort angelaufen und sah Miyako komisch an. So wie Miyako geschrien hatte, dachte Koji, irgendetwas war passiert. „Was ist denn?!“ „Heute hat uns jemand verfolgt, oder belauscht! Das Geräusch hast du zwar nicht gehört, aber ich! Es klang so, als würde jemand, oder etwas über uns fliegen. Und dann habe ich einen Schatten gesehen. Der war nicht der eines Vogels! Und im Wald, da war auch jemand! Jemand, der fliegen kann, und uns, beziehungsweise dich belauschen wollte. Und wieso? Weil du in dem Haus wohnst, in dem ein richtig kostbares Armband der Antike ist!“, Miyako war aufgeregt, ihr Herz klopfte stark, sie ließ sich aber nichts anmerken. Koji sah sie komisch an. „Miyako, kein Mensch kann fliegen...“ „Doch! Kaito Kid!“, unterbrach ihn Miyako. „Bitte, wer?“ „Du weißt schon, Kid, Meisterdieb 1412. Du hast hundert pro schon was von ihm gehört!“ Miyako zeigte ihm ein Bild, das ein Reporter von ihm machen konnte. „Ja, stimmt... dieser Dieb, der so genial durch die Lüfte fliegt und alle Mädchen in seinen Bann zieht, wenn er fliegt... Was für ein Angeber...“, konnte Koji da nur sagen. Miyako stemmte die Hände in die Hüften. „Was soll das denn bitte heißen?“ „Ach nichts, gar nichts...“, Koji sah sich ein bisschen auf der Seite um, um auf ein anderes Thema zu kommen. „Und wieso sollte er uns belauscht haben?“, fragte er dann. „Er hat vermutlich gehofft etwas über die Sicherheit in diesem Haus zu erfahren. Aber ich bin mir sicher, das er es auf das Armband der Prinzessin Norica abgesehen hat, warum sonst sollte er hier rumfliegen?“
Koji seufzte. „Das ist was dran... Aber soweit ich weiß kündigt er seine Diebeszüge doch immer an, oder seh' ich da was falsch?“ „Nein, da hast du schon recht... Deshalb können wir jetzt auch nur warten...“ „Vielleicht war es ja auch nur ein überdimensionaler Vogel“, scherzte Koji, wofür er einen finsteren Blick von Miyako erntete, was sein Grinsen wieder verschwinden ließ.
„Sag mal, hättest du Lust mich ein bisschen in Tokyo rumzuführen?“, fragte Miyako. Die beiden saßen vordem Auslauf von Zorro und beobachteten ihn. „Ja, warum nicht?“
Die zwei Japaner standen auf, Koji gab schnell seinen Eltern bescheid, und schon waren die beiden mit Rädern auf dem Weg zur Stadt. Koji hatte zum Glück zwei Räder, sodass sie nicht erst auf die Suche nach einem für Miyako gehen mussten.
In der Stadt war es wieder mal zum Platzen voll. „Sag mal, wieso ist Japan unter der ganzen Massen noch nicht untergegangen?“, lachte Miyako. Koji hob die Schultern und musste dann auch lachen. Es gab schon einiges zu sehen, was Miyako aber besonders interessierte waren die Tantei-Schulen. „Das wäre vermutlich meine Schule gewesen...wenn...“, Miyako biss sich auf die Lippen und konnte nur schmerzahft eine Träne unterdrücken. „Du bist immer noch nicht darüber hinweggekommen...“, flüsterte Koji und legte seine Hand auf Miyakos Schulter. „Ich weiß nicht, was nach dem Tod ist, aber ich glaube schon, das man danach irgendwo weiterlebt. Ihr seit also nicht ewig getrennt. Vielleicht muss man den Tod als eine Art „Prüfung“ sehen, ob man es schafft, weiterzuleben, weiterzumachen, obwohl man ein geliebtes Wesen für immer verloren glaubt...“ Nun sahen beide bedrückt in den Himmel, doch Kojis Worte klange so... so glaubwürdig. Sie gaben Miyako wieder Mut, und sie meinte plötzlich: „Ich hab hunger, lass uns was mampfen gehen, ok?“ „Okay... Aber du bezahlst“, grinste Koji und schwang sich wieder auf sein Rad.
Koji wollte Miyako unbedingt ein europäisches Restaurant zeigen, obwohl diese sich schon auf japanische Küche gefreut hat. Doch da konnte man nichts machen.
Das Restaurant war wirklich ziemlich gut, und euch relativ billig.
Die beiden saßen auf einem gemütlichen Platz und aßen Pizza.
„Sag mal, als was siehst du uns?“, fragte Miyako aufeinmal. Als sie merkte, das Koji nicht richtig verstand, meinte sie: „Naja, ob du uns so als einfach nur Freunde siehst, als gute Freunde, beste Freunde, oder mehr...“ Koji sah Miyako eine Weile lang an. Dann holte er zu einer Antwort aus. „Gute Frage... Aber... es ist komisch. Ich kenne dich erst seit gestern... Und wir verstehen uns einfach grandios, habe ich das Gefühl. Ich sehe dich nicht wirklich als gute Freundin. Ich sehe dich vielmehr als „Schwester“...“
Miyako sah verwundert auf. „Ge-genau das hatte ich auch gedacht... Bester Freunde würden nicht im gleichen Haus wohnen“, grinste Miyako dann. „Stimmt. Aber verrückt ist das schon irgendwie...“ Koji überlegte kurz. „Leben jetzt eigentlich noch Verwandte von dir in Japan?“ „N-nein, ich glaube nicht. Aber mit Bestimmtheit kann ich das nicht sagen. Ich weiß nur dass meine Oma neben meiner Mutter noch eine Tochter hat. Aber... wer braucht die schon? Niemand wollte mich, als das mit meinen Eltern geschah. Nur meine Großeltern nahmen mich auf, dass ich in ein Heim komme wollten sie dann doch nicht... Obwohl es mich wundert wieso nicht... Wenn die beiden mal daheim sind machen wir zwar manchmal was, wir verstehen uns auch ganz gut, aber sie sind eigentlich ständig unterwegs. Genau wie jetzt, jetzt sind sie in Mexico und haben mich einfach in Österreich gelassen“ „Ja, und dann bist du nach Japan abgehauen“, lachte Koji. „Genau...“ Miyako seufzte.
Nachdem sich die beiden noch ein Eis bestellt hatten meinte Miyako: „Wenn wir jetzt beide der Ansicht sind, dass wir uns wie Geschwister benehmen, uns wie Geschwister sehen...“ „Ja, genau. Ich bin jetzt dein Bruder“, lachte Koji und auch Miyako musste losprusten.
Wenige Minuten später verließen sie das europäische Restaurant wieder und stiegen auf ihre Räder. „Fahren wir wieder heim, oder willst du nochwas sehen?“, fragte Koji. Miyako überlegte kurz, wollte dann aber doch wieder „heim“.
Dort wieder angekommen setzte sich Miyako wieder in die Wiese. „Glaub mir mein Lieber, mir entkommst du nicht...“, murmelte Miyako und blickte in den Himmel. Miyako war schon lange ein „Fan“ von Kaito KID da ihr etwas aufgefallen ist. Auf seinem Monokelband war ein Kleeblatt abgebildet, genauso wie auf ihrer Kette, die sie zu ihrer Geburt bekommen hatte und ständig trug. Ihre Eltern mussten auch Fans von ihm gewesen sein. So erklärte sich das Miyako.
Miyako legte sich in die Wiese und döste ein.
Als sie wieder aufwachte war es schon später Nachmittag. Das Mädchen beschloss sich das Armband der Prinzessin aus der Antike nocheinmal anzusehen.
Die Stimmung, die das Armband umgab, war mystisch, und doch so... unbeschreiblich. Miyako hatte das Gefühl eine Art Zeitreise zu machen, als sie sich die Saphire und Rubine ansah. Vorsichtig und langsam strich sie mit einem Finger über die Edelsteine. Dabei fiel ihr auf, dass ein Saphir und ein Rubin rund waren, die anderen waren spitz, und ekig. „Komisch...“, murmelte Miyako, dachte sich aber weiter nichts dabei. Was war aber daran auch schon ungewöhnlich?
Als sich Miyako weiter im Raum umsah bemerkte sie alte Bilder an den Wänden. Sie zeigten Feen, Einhörner, und andere magische Wesen, die alle um eine junge Frau saßen. Sie hatte langes, dunkelblondes Haar, trug ein goldenes Armband, das mit Rubinen und Saphiren besetzt war, in der anderen Hand waren einige seltsame Kugeln. Auf ihrer rechten Schulter saß eine grüne Fee.
Miyako bestaunte das Bild, vorallem das Armband. Dann sah sie langsam zu dem Arband das neben ihr lag. „Da-das ist ja genau das gleiche!“, staunte sie und lief runter um Frau Iwana nach dem Bild zu befragen. „Oh ja, du hast einen scharfen Blick. So soll Prinzessin Norica ausgesehen haben. Anscheinend soll sie Wächterin magischer Perlen gewesen sein und konnte magische Wesen sehen, die für das menschliche Auge unsichtbar sind“ „A-aber...“, Miyako verstand nicht ganz. „Prinzessin Norica war doch auch nur ein Mensch!“ Kojis Mutter lachte amüsiert. „Das glaubt jeder auf den ersten Blick, die meisten erkennen es gar nicht, doch der Künster des Bildes hat sie gesehen, und detailgetreu gezeichnet. Schau dir das Bild nochmal an“
Miyako lief verwundert wieder nach oben, in den Raum mit dem Armband und dem Bild aus der Antike. „Das geht doch gar nicht, das Bild hätte längst verblassen müssen, wenn es zu Lebzeiten Ihrer gemacht worden wäre... Aber es ist ganz scharf, der Künster muss sein Handwerk auf jeden Fall beherrschen, oder beherrscht haben“ Miyako sah sich die junge Frau, die auf dem Gemälde abgebildet war, sehr genau an, so, dass sie fast an der Leinwand klebte. „Ich sehe nichts... Sie sieht doch, abgesehen von den Einhörnern und Feen, ganz normal aus, wie man sich eben eine Prinzessin der Antike vorstellt...“, grübelte Miyako. „Ihre Ohren“, kam eine Stimme hinter ihr. Frau Iwana stand hinter ihr und lächelte. „Ihre Ohren...?“, Miyako wand sich mit ihrem fragenden Blick von der Dame ab und betrachtete mit diesem nun die Ohren der Prinzessin.
Miyako riss die Augen auf. „Äh... was...?!“ Sie hatte nun entdeckt, warum Frau Iwana keineswegs daran zweifelte, dass Prinzessin Norica kein Mensch war. „Ganz recht“, ächelte die Frau, sah aber leicht besorgt aus. „Die Ohren stellt man sich bei einer Elfe vor, nicht war?“
„J-ja, das kann man so ausdrücken...“, stammelte Miyako und sah sich das Bild nochmals, ungläubig, an. „Sie glauben also, dass Prinzessin Norica eine Elfe war und deshalb die Einhörern und Feen sehen konnte? Aber, dann müsste der Maler des Bildes doch auch eine Elfe sein, oder?“ „Das mag sein, mein Kind, das mag sein. Doch wir haben das Pech zu so später Zeit so leben. So werden wir nie herausfinden, welche Geheimnisse es in fast vergessenen Zeiten gab...“ Kojis Mutter blickte traurig auf das Bild und hob dann ihren Kopf.
Miyako wusste nicht ganz, was sie antworten sollte. Kojis Mutter hatte schon recht, in der Vergangenheit musste es viele Geheimnisse gegeben haben. Man braucht doch nur an die Ägypter zu denken. Und nun, wo man einen hohen stand von Technik, Forschung und Wissenschaft hatte hat uns genau das, der Fortschritt, gefangen. Vielleicht gab es diese Gehemnisse noch. Man hat nur verlernt sie zu erkennen... Aber, wer wusste das schon?
Miyako fühlte sich ziemlich hilflos. Sie fühlte sich wie eine Gefangene im Raum der Zeit. Kojis Mutter und sie standen immernoch vor dem Bild, als ein aufgeregter Junge ins Zimmer stürmte. „Mutter! Ivi und Cali sind abgehauen! Sie laufen jetzt auf der Wiese! Und Silver lässt sich auch nicht mehr beruhigen!“, rief Koji und rannte mit seiner Mutter so schnell sie konnten wieder raus. Einige Sekunden vergingen, bis auch Miyako begriff was los war. Sie eilte nach draußen, wo Kojis Mutter bergebens versuchte die Vollblutstute zu beruhigen. Koji und sein Vater ritten den beiden Ausreißern nach und versuchten sie wieder einzufangen. „Ganz ruhig, Silver! Alles ist gut“ Miyako war nun vor der wilden Stute und redete ruhig, aber bestimmt auf sie ein. „Alles ist gut“, wiederholte sie und versuchte Silver zu streicheln. Sie beruhigte sich kurz einbisschen, dann schlug sie erneut aus, sodass Kojis Mutter in Deckung ging. Miyako nahm entschlossen Silver am Halfter und führte sie in den Longierzirkel, der gleich hinter den Ställen war. Dort ließ sie die Stute im Kreis laufen. Nach einer Weile hatte sich die Lady wieder beruhigt und knabberte frech an Miyakos Schuh. „Hey, meine Dame, die Schuhe brauch ich noch“, lachte Miyako und lobte das Pferd. „Wahnsinn Miyako! Das hast du grandios gemacht“, wurde sie von Frau Iwana empfangen und gelobt. Miyako lächelte verlegen und brachte Silver Moonsky schnell auf die Weide.
Dann sah sie zu Koji und seinem Vater. Koji kam mit Ivi am Zügel schon zurückgeritten, Cali war schon fast nicht mehr zu sehen, er ritt hinter den Hügel und Kojis Vater folgte ihm.
Dort empfing Frau Iwana ihren Sohn und ihren Hengst glücklich.
„Koji, kannst du mir Cassiopeya bitte satteln?“, sagte Miyako schnell, ohne ihren Blick von Cali und seinen Verfolgern zu lösen. „J-ja klar... aber...“ „Frag nicht, schnell!“
Kurze Zeit später kam Koji mit der Andalusierstute zurück. Miyako schwang sich so schnell es ging in den Sattel und galoppierte gleich los. Koji sah ihr verwundert nach und kratzte sich am Kopf. „Wieso kann sie Cassi so gut reiten?“
Es dauerte keine Minute da hatten Miyako und Cassi die zwei Pferde und Kojis Vater eingeholt. Cassiopeya galoppierte gelassen an dem Ausreißer vorbei und überholte ihn locker. Der Painthengst zappelte schon leicht rum, das merkte Miyako. Nun nahm Miyako die Zügel kürzer und zog an ihnen. Die Andalusierin blieb sofort stehen und versperrte dem Hengst somit den Weg. Dieser blieb auch sofort stehen und trabte nun freudig auf die Stute zu. Beide beschnupperten sich, als Kojis Vater zu Miyako und den Pferden kam. „Das war ja genial“, lobte Kojis Vater Miyako. Er war total aus der Puste, die Mustangstute, mit der Herr Iwana losgeritten war ebenso. Miyako grinste verlegen. Ich habe auf einer Ranch reiten gelernt, auf der ein Painthengst genauso verrückt nach Spanierinnen war“, lachte sie nun und lobte Cassiopeya.
Der Painthengst kam nun zwischen die zwei Stuten und so trabte das Pferdetrio zurück zu Koji und dessen Mutter.
Als sie wieder zurückkamen waren alle sprachlos über das Talent und das Wissen Miyakos. Das Mädchen kratzte sich nur verlegen an der Wange und grinste breit.
„Aber was hat die drei eigentlich so erschreckt?“, fragte Miyako, als alle Pferde versorgt und in den Ställen waren und die vier Japaner im Garten saßen und grünen Tee tranken.
Koji hob die Schultern. „Vater und ich wollten einen Ausritt machen. Ich glaub, dann flog ein Vogel über uns, im nächsten Moment hörten wir Silver, Vater lief zu ihr und bevor ich die Zügel der beiden Hengste richtig fassen konnte lag ich schon am Boden, die zwei Herren rannten weg...“
Miyako sah auf. „Ein Vogel?“ Sie bekam große Augen und einen überlegenen Blick. „Sind die drei Pferde sonst auch so schreckhaft?“ „Nein, überhaupt nicht. Eigentlich haben alle unserer Pferde Nerven aus Stahl, abgesehen on P-chan und Mitchico, die beiden sind etwas schreckhaft“, lächelte Kojis Mutter. „Warum sind sie dann aber heute bei einem Vogel durchgegangen?“, fragte Miyako weiter und grinste immer breiter. „Keine Ahnung“ Koji sah ratlos aus. „Ich kann es euch sagen. Es war beim besten Willen kein Vogel. Und wenn es kein Vogel war kann ich verstehen, warum sie sich so erschreckt haben. Nicht jeder behält die Nerven wenn aus dem Nichts ein Mensch über einem rumsegelt“ Miyako grinste so breit, dass sich Koji fragte, wann sich ihre Mundwinkel treffen würden.
„Ein Mensch?!“, fragten Kojis Eltern verwundert. Koji selbst verstand schon um wen es ging und meinte. „Miyako hatte den Traum von einem fliegenden Mann, seitdem glaubt sie, dass er sie verfolgt“, log Koji und klopfte Miyako auf die Schulter. „Keine Sorge, Miyako, das war nur ein Traum“ Miyako sah ihn verwirrt und sauer an, sagte dazu aber nichts mehr.
Als Kojis Eltern wieder aufstanden und weggingen platze es aus Miyako heraus: „Was sollte das denn?! Von wegen fliegender Mann! Ich rede von KID!“ Koji sah sich um, ob seine Eltern bei dem Lärm auch nicht zurückgekommen waren. „Ich weiß doch, aber wenn ich meinen Eltern gesagt hatte, dass uns seit heute Früh vermutlich ein Meisterdieb, nein, DER Meisterdieb, verfolgt, was glaubst du hätten sie dann gemacht? Die Polizei hätten sie sofort gerufen! Die wäre dann die nächsten Tage hier, und, wenn Kid dann trotzdem kommt schnappen sie ihn doch sofort. Dann kommen sie dir zuvor, dann kannst du nicht mehr mit ihm reden!“, verteidigte sich Koji.
Miyako sah ihn mit halboffenem Mund an. „B-bitte, wieso sollte ich mit ihm reden wollen?“ Koji lachte. „Ich hab deine Kette schon gesehen, dazu willst du ihn doch sicher einiges Fragen, hm?“
Miyako nickte stumm und nahm den Anhänger, das Kleeblatt in die Hand. „Deshalb dürfen meine Eltern nichts erfahren... Obwohl es ja sowieso nicht sicher ist, ob KID wirklich kommt“
Koji verschränkte die Hände hinter dem Kopf und legte sich gemütlich in die Wiese. „Aber jetzt können wir sowieso nichts machen“, gähnte er dann. Miyako schüttelte grinsend den Kopf und ging anschließend ins Haus zurück.
Es war schon 20 Uhr vorbei. Nun begann draußen die Arbeit. Miyako hatte sich eigentlich darauf gefreut, aber jetzt hatte sie keine Lust mehr. Sie ging auf ihr Zimmer und holte sich einen Zettel und einen Stift.
„Also...“, überlegte Miyako laut. „Bei dem spaziergang mit Peachy kann er noch nicht viel 'rausgefunden haben... Und bei der Aktion vorhin mit den Pferden? Von da weiß er jetzt, dass die Familie Iwana Pferde und andere Tiere hat, die sofort Alarm schlagen würden wenn sie ihn sehen... also müsste er von der anderen Seite kommen... okay...“
Miyako machte eine grobe Skizze vom Haus. „Nja, das bringt uns jetzt auch nicht unbedingt weiter...“, gähnte Miyako und legte den Bleistift weg. „Von hier aus hab ich den besten Überblick“
Gähnend ging das Mädchen runter. Am Esstisch saß nur Koji, der Curryreis aß. „Ah, hey Schwesterchen“, grinste er mit vollem Mund. „Dein Reis steht da drüben“ Er deutete mit einem Stäbchen auf eine Schüssel die auch voller Curryreis war. „Danke“ Miyako setzte sich und tat es Koji gleich. Beide schaufelten den Reis in sich rein, kein schöner Anblick^^.
Den Rest des Tages passierte eigentlich nichs mehr. Die Tiere waren alle schon versorgt, gegessen wurde schon, mehr war eigentlich nicht mehr zu tun.
Miyako ging mit Koji auf ihr Zimmer. „Wenn heute irgendwas sein sollte, kein Wort, du weißt“, erinnerte Koji Miyako. „Ja... und, soll ich dich wecken, wenn ich etwas höre?“ „Hm... wenn du KID siehst schon, okay?“ „Klar“
Mit diesen Worten verabschiedeten sich Koji und Miyako „Gute Nacht“, Koji steckte nochmal den Kopf in die Tür. „Ja, gute Nacht“, lächelte Miyako und legte sich auf ihr Bett. Da stiefelte Shampoo ins Zimmer und legte sich frech neben Miyako. „Hey meine Süße. Du, eigentlich woll ich jetzt schlafen...“ Als Shampoo aber anfing zu schnurren und sie mit ihren großen bernsteinenen Augen ansah musste Miyako lachen. „Jaaa, okay, darf'st schon da bleiben“ Miyako kuschelte sich neben die Katze, unter die Bettdecke und schlief kurz danach ein.
„Miauuuu“ Miyako wurde munter und blinzelte verwundert in die Dunkelheit. „Hä?“ Sie musste kurz überlegen, dann fiehl ihr ein, dass Shampoo ja in ihrem Zimmer war. „Warte Madam, ich mach schon die Tür auf“ Miyako stolperte aus dem Bett und tastete sich zur Tür vor. „So, bitte sehr“ Miyako hörte wie die Katze aus dem Zimmer ging, sehen konnte sie s nicht. Sie wollte das Licht nicht anmachen. Vielleicht war KID ja da und würde wegen dem Licht sofort wieder abhauen.
Nun war Miyako wieder allein. Sie setzte sich ans Fenster und blickte nach unten. Jetzt konnte sie nicht mehr einschlafen, das war so bei ihr, wenn sie erstmal munter war würde sie das auch bis zur nächsten Nacht bleiben. Miyako seufzte. „Wie spät es wohl ist...“ Draußen schien nur der Mond ein bisschen. Es war kein Vollmond, es war aber schon kurz davor. Doch von dem matten Licht konnte Miyako die Uhrzeit nicht erkennen. „Na gut“, seufzte Miyako nochmals und schnappte sich ihre Taschenlampe, damit verkroch sie sich unter die Bettdecke und leuchtete dort auf ihre Armbanduhr. „Zwanzig Minuten nach Eins“, gähnte Miyako. „Oh mann“
Sie hüpfte wieder vom Bett runter und sah aus dem Fenster. Draußen war alles still. Von KID war keine Spur. Miyako sah etwas enttäuscht aus dem Fenster. Nichts.
Miyako legte ihren Kopf an die Wand und schloss die Augen.
Sie war fast davor wieder einzuschlafen- im Stehen. Da riss sie ein Knacken aus ihrem Dösen. Sie wirbelte herum und lauschte angestrengt. Wieder hörte sie etwas. Aber es war leiser. Schritte? Ja, es mussten Schritte sein, vom Dach! Miyako überlegte kurz und öffnete dann ihr Fenster. Es lag genau über dem Dach und von dort aus konnte man auch perfekt nach oben klettern. Sie stellte sich auf den Absatz und kletterte geschickt und so gut wie lautlos aufs Dach. Dort sah sie jemanden. Oder etwas? Eine weiße Gestalt, die etwas aufs Dach legte. „KID...“, flüsterte Miyako und sie bekam ein komisches Gefühl im Bauch. Sie stand vorsichtig auf und machte ein paar Schritte. Bis dahin hatte sie die weiße Gestalt nicht bemerkt, ihr letzter Schritt war allerdings zu laut. Die Person drehte sich verwirrt in ihre Richtung. „KID!“, rief Miyako entschlossen, bewegte sich allerings nicht weiter. „Mist“, murmelte KID leise, doch so, dass es Miyako verstehen konnte, die Nacht war komplett still. „Ich hoffe, sie entschuldigen mich, Miss“, sagte der Meisterdieb nun zu Miyako. Und lief auf den Rand des Daches zu. „KID, warte!“, rief Miyako und lief ihm nach. Doch sie war zu langsam. Kaito KID war schon vom Dach gesprungen und flog mit seinem Flugdrachen davon. „KID! Komm zurück!“, rief Miyako erneut und sankt auf die Knie. Der Dieb musste sie gehört haben, denn er drehte sich nocheinmal um und flog in ihre Richtung zurück. Er flog einmal rund um das Dach des Hauses und warf etwas weg, als er genau über Miyako flog. Danach verschwand er in dem Sternenhimmel der Nacht. „Eine Rose...“, murmelte Miyako und hob die Blume auf, die Kaito KID neben sie geworfen hatte. Miyako roch an ihr und seufzte. Traurig sah Miyako zu den Sternen. „Ich hab ihn gefunden, ihn gesehen. Mutter, Vater, ich habe Kaito KID getroffen“, rief sie in die Nacht.
Sie starrte noch einige Minuten in den Himmel, dann ging sie dorthin zurück, wo KID gestanden hatte. Dort lag ein weißer Zettel. Das Mädchen zog ihre Taschenlampe aus der Tasche und leuchtete auf den Zettel. „Bei Vollmond bekommt Prinzessin Noricas Armband einen Einblick in das Leben von Tokyo... KID“, las Miyako laut. „Also doch! Ich wusste es! Ich hab ihn endlich gefunden“, rief Miyako nun glücklich. Mit dem Zettel in der einen, der Rose in der anderen Hand und der taschenlampe wieder in der Hosentasche ging Miyako zum Dachrand zurück. Als sie jedoch nach unte sah wurde ihr schwummrig. „Ne, da geh ich heute nicht mehr runter“ Miyako ging wieder in die Mitte des Daches und lehnte sich an den Schornstein. „Morgen müsste Vollmond sein...“, überlegte Miyako und sie zum Mond hinauf, der nun fast Rund war.
Das Mädchen nahm die Rose und den Zettel fest in die Hand und sah in den Nachthimmel.
Nur kurze Zeit später schlief die Japanerin, die Rose und den Zettel umklammernd, am Dach des Hauses ihres Freundes, ein.
Verlorene Familie
Ein warmer Wind wehte um das Haus der Iwanas und fuhr Miyako durch die Haare.
Als sich die ersten Sonnenstrahlen des Tages den Tau Japans zum Glänzen brachten gähnte Miyako Kuroba und sah sich verschlafen um. Dann sprang sie mit einem heiseren Schrei auf. Alles schoss ihr wieder durch den Kopf.
Kaito KID, die kurze Begegnung auf dem Dach, die Ankündigung, und, dass sich Miyako nicht mehr vom Dach runter traute und auf dem Dach eingeschlafen sein musste.
Sie sah die Rose verträumt an und hielt sie in die goldene Morgensonne. Es war ein warmer Sommermorgen und Miyako, die die ganze Nacht über in einem kurzen T-Shirt am Dach verbracht hatte schüttelte es kurz, aber wirklich kalt war ihr nicht. Das Mädchen ging zum Rand des Daches und sah in den Garten hinunter. Niemand war da.
„Na toll, wie komm ich jetzt wieder runter?“, murmelte Miyako und kuschelte sich am Schornstein wieder ein. Sie beobachtete die Vögel, die fröhlich durch die Lüfte tanzten und die Wolken, die wie Wächter durch den Himmel zogen.
„KID...“, flüsterte Miyako und hielt sich dabei die Rose vor's Gesicht. Im Moment blieb ihr eigentlich nichts anderes übrig, als darauf zu warten, dass ein Mitglied der Iwana Familie munter wurde und sich nach draußen begab.
Vermutlich vergingen Stunden, in denen Miyako einfach nur in den Himmel blickte und manchmal aufstand um sich umzusehen.
Miyako schätzte, dass es so neun Uhr sein musste, als sie von unten ein Geräusch hörte. Sie sprang sofort auf, ging zum rand des Daches und sah sich unten um. Mit einem Ruck ging eine Türe auf und ein schwarhaariger Junge kam aus dem Haus. Die Katze Shampoo folgte ihm.
„Koji!“, rief Miyako glücklich. Der Junge sah sich unten verwundert um. „Auf dem Dach!“, lachte Miyako.
Koji sah verwirrt nach oben und entdeckte Miyako die am rand des Daches saß und ihm zuwinkte. Und das auch noch breit grinsend. Der Japaner sah seine „Schwester“ schief an, bis er dann auf die Idee kam zu fragen: „Äh... Miyako, was machst du da oben?!“ Miyako seufzte und verdrehte die Augen. „Lange Geschichte! Ich hoffe ihr habt eine Leiter oder so. ich will wieder ruuunter“
Koji lief zu den Ställen und kam mit einer großen Leiter im Schlepptau wieder zurück. Als er die Leiter aufstellte und Miyako vorsichtig runter kletterte fragte er. „Wieso gehst du nicht vom Dach, wie du gekommen bist?“
Miyako sah nochmal kurz traurig zu der Rose, die sie auf dem Dach lassen musste, die Ankündigung hatte sie eingesteckt.
Als das Mädchen wieder auf festem Boden war erklärte sie. „Ich bin in der Nach munter geworden und hab Geräusche auf dem Dach gehört... Da war ich natürlich neugirig und stieg durch mein Fenster aufs Dach um nachzusehen... Oben war aber nichts und als ich wieder in mein Zimmer gehen wollte traute ich mich nicht mehr runter... Also hab ich oben übernachten müssen...“ Sie lachte verlegen und kratzte sich an der Wange. Koji verdrehte die Augen und schüttelte den Kopf. „Du hast Nerven...“
Mehr Theater um diese „Sache“ wurde nicht gemacht und langsam begann der Tag. Alle Tiere wurden versorgt, und danach gefrühstückt. Wie der Morgen schon angekündigt hatte war es ein schöner Tag, nur vereinzelt ließen sich Wolken blicken.
Koji fiel auf, dass Miyako auffällig oft ihren Kopf hob und den Himmel unsicher mit den Augen absuchte.
„Du, Miyakoo? Kann es sein, dass du mir etwas verschweigst?“, fragte Koji neugrig und lehnte sich zu ihr nach vor. Miyako sah ihn unschudlig an. „Wie kommst du denn darauf?“ Dabei krazte sie sich wieder an der Wange. Koji hob die Schultern und seufzte. „Aus dir soll mal einer schlau werden“ Er legte am vorbei Gehen eine Hand auf Miyakos Schulter. Das Mädchen sah ihm verlegend lächelnd nach, bis er wieder im Haus verschwand und Miyako allein vor dem Teich mit Kojis Fischen stand.
Dann seufzte sie und ließ sich ins Gras fallen. „Auf jeden Fall muss ich verhindern, dass das Armband gestohlen wird, Kojis Mutter ist es wirklich wichtig... wenn ich das schaffe, wird schon alles gut gehen...“ Miyako überlegte sich alle Möglichen Situationen, dachte nach, und schüttelte dann nur immer wieder den Kopf.
Der Tag verging für Miyako unwirklich schnell. Das Abendessen hatte sie schon hinter sich, und langsam färbte die Sonne die Wolken orange und rosa.
Langsam kamen alle Tiere wieder in ihre Ställe, das Gegenstück zu dem Spiel in der Früh.
Um so dünkler es wurde um so mehr spürte Miyako ein seltsames Gefühl in ihrem Bauch. Nervös suchte sie immer wieder mit den Augen den Himmel ab, ob sich der Mond schon blicken ließ. Doch dieser hatte keine Eile von der Sonne beschienen zu werden.
Eine Stunde später verschwanden Kojis Eltern in ihrem Zimmer und Miyako folgte ihrem „Bruder“ in das seine.
Koji gähnte herzhaft uns ließ sich in sein Bett fallen. „Ich werd mich dann mal auf's Ohr hauen“ sagte er und gähnte nochmals. Miyako lächelte. „Ja, mach das. Ich werd noch ein bisschen zeichnen...“
Koji setzte sich auf und sah Miyako fragend an. „Was zeichnest du?“ Miyako hob die Schultern. Dann grinste sie: „Ich will versuchen mir Mangazeichnen beizubringen“ „Hey cool. Da bin ich mal gespannt, was du bis morgen schaffst“
Die zwei unterhielten sich noch kurz, dann wünschte Miyako Koji schöne Träume und verließ sein Zimmer.
In ihrem Zimmer hatte sie schon Papier und Stifte vorbereitet. Der Plan sah folgender Maßen aus: Miyako wollte so lange zeichnen bis Koji und seine Eltern wirklich eingeschlafen waren. Um das zu wissen schlich sie öfters vor die Türen und lauschte.
Um 22 Uhr wurde es dann still Miyako warf einen nervösen Blick aus dem Fenster. Der Mond war gerade „aufgegangen“ und umschloss die schlafende Präfektur in einem mystischen Licht.
Das Mädchen holte tief Luft und ging dann mit wackeligen Schritten in den Raum wo das Armband der Prinzessin noch ruhig lag. Vor der Tür stand Jenairo und beachte den Raum, so wie es ihre Aufgabe war, „Hey Jenny! Sag mal hast du Lust heute unterstützung beim Aufpassen zu bekommen? Von mir“, grinste Miyako und streichelte die Hündin.
Gemeinsam gingen sie in den Raum und Miyako setzte sich vor die kleine Säule auf der das Armband war und Jenairo machte es ihr nach.
Nun hieß es warten.