ich kann dem nichts abgewinnen andere menschen in rollen zu drängen, die nicht zu ihnen passen oder die sie nicht wollen! da jeder mensch ein individum ist es es doch völlig normal, dass jeder eine andere denkensweise hat und einen anderen blickwinkel hat! aber heutzutage dreht sich alles nur noch ums materielle und um den gewinn und wer da nicht mitzieht wird schräg angeschaut! genauso ist es mit diesen bescheuerten modetrends!! für mich ist es total hirnrissig z.B. in einem winter einen mantel für ewig viel geld zu kaufen und ihn aber nicht mehr im nächsten anziehen zu können weil er nicht mehr "in" ist! ebenfalls mit den markenklamotten! warum soll ich für den namen mitzaheln wenn ich für das geld mindestens zwei hosen bekomme?? und das wird immer schlimmer! als ich noch zur schule war es noch nicht so schlimm mit den mobbing wenn man keine markenklamotten gehabt hat aber jetzt....
Oder noch eine andere Sichtweise, weniger tiefgründig: Vielleicht gibt es gar kein Mitläufertum, sondern nur verschiedene Menschentypen, und dadurch ergeben sich verschiedene Gruppierungen, einfach deshalb, weil man sich eben ähnelt? Klingt weit weniger arrogant, gefällt mir deshalb eigentlich auch besser... glaub aber trotzdem, dass meine oberen Ausführungen stimmen...
@Persi: Das Argument klingt zwar logisch, funktioniert aber in beide Richtungen. Trotzdem - und traditionsbedingt - ist die aggressivere Seite stets die Mehrheit. Von daher halte ich Selbstkritik (und die habe ich in deinem "Angriffs"-Argument jetzt einfach mal herausgelesen) in diesem Zusammenhang für deplaziert... "Umgekehrte Diskriminierung" gibt es schlichtweg nicht! Erinnerst du dich noch an unsere "These zur Toleranz"-Diskussion im Kindergarten?
Zurück zur Ausgangsfrage: Zum Begriff Mitläufertum fällt mir der Weg des geringsten Widerstandes ein. Opportunistische Lackaffen, die jeden Scheiß mitzumachen für ein Zeichen von Intelligenz halten. Zumindest für eine Vokabel, die gelernt werden muss. Und ja, viele davon lachen insgeheim sogar darüber. Unter Mitläufern übrigens sehr beliebt ist die Variante, sich selbst für die wahren Individualisten zu halten, weil man ja nur scheinbar mit der Gesellschaft d'accord geht... Soviel also zum Thema Intelligenz!
Ganz, ganz oft bin ich Mitläufer, weil ich einfach nicht die Power habe, mich aufzubäumen. So sieht das aus. Und manchmal auch einfach zu feige bin. Und oft erwische ich mich dabei, dass ich Dinge nicht tue, weil mir in der Kindheit permanent eingebläut wurde, das täte man nicht, das macht man nicht...blablabla. Hat sich gegen meinen Willen wohl eingebrannt.
Und zum Thema Mobbing: das geschieht meines Erachtens oft aus Angst heraus. Personen werden oft gemobbt, wenn sie den anderen aufgrund ihrer Andersartigkeit Angst machen oder sie zumindest unsicher werden lassen. Die Unsicherheit wird dann überspielt, in dem versucht wird, den "Angstauslöser" klein zu halten, zu unterdrücken oder es zumindest zu versuchen.
Extrem bleiche Haut und schwarze Haare im Sommer können anscheinend Leute schon irritieren. Diese Sonnenanbeterei ist eine ganz große Massenmitläuferei...am Strand liegen und sich schmoren, bis der Arzt kommt. Das ist für mich ein Grund für Mobbing ;-) Neija, das war jetzt eher ein unpassendes Beispiel, aber regt mich gerade wieder auf, dies Gebrutzel in Horden, bis es nach verbranntem Fleisch riecht...Sorry...musste mal raus. Ich werde oft und gerne gefragt - vor allem natürlich im Sommer - ob ich, während die anderen an den Strand gehen im Kühlschrank hocke..
Im Übrigen behaupte ich, dass... sobald man Freunde hat... man fast nicht vermeiden kann, eine gewisse Mitläuferschaft zu entwickeln!
Das sehe ich jetzt erst an mir, denn ich war lange Jahre einfach nur... Einzelgängerin.
Mit 12, als bei anderen das Interesse an Mode sowie für die 'Bravo' sprunghaft anstieg, suchte ich verzweifelt nach Römersandalen, weil das alte Rom mich faszinierte. Natürlich gab es keine, und ich landete bei einem hässlichen Kompromiss mit mir selbst, denn: jede äußerliche Individualität geht nur soweit, wie sie käuflich ist... oder man sie handwerklich zustande bringen kann, und ich hätte mir z.B keine Schuhe selbst herstellen können...
Dann gab es Zeiten, in denen ich bewusst vermied, und zwar einerseits und grundsätzlich das, was 'angesagt' war (selbst dann, wenn es mir gefiel), und zweitens dann auch Dinge, die mir zwar grundsätzlich zusagten, die nicht modern waren, die aber zuviel über mich verraten hätten - wie z.B. die Farbe schwarz.
Wenn es um Aktivitäten ging, habe ich mich ebenfalls komplett augeklammert, war bspw. als Einzige auf der Abifahrt nicht dabei, habe kein Foto im Abibuch und die ganzen Feierlichkeiten drumherum habe ich ebenfalls nicht mitgemacht.
Wieso? Alle zu doof, zu kindisch, jugendliche Saufgelage etc. waren einfach nur total bescheuert, wer Drogen nimmt ist dumm und geht verantwortungslos mit seinem Körper um, alle paar Wochen ein neuer Freund ist affig und überhaupt, all diese knutschenden Päärchen und Cliquengeschichten und keiner weiß wer mit wem und wieso und hechel hechel hechel, jeder hinter dem Rücken des anderen... alles doof!!!
So sah ich das, und verhielt mich dadruch ein ganzes Stück 'erwachsener' als heute...
Aber inzwischen glaube ich irgendwie... dass man all das in der Jugend auch braucht.(bin ich 23? ich bin 23)
Die Gruppenzugehörigkeit, im Denken, in der Optik, in Fehlern.
Das Ausprobieren, was zu einem passt. Und was nicht.
Dass es in manchen Entwicklungsstadien vielleicht eher schadet, zuviel aufzufallen, zu individuell zu sein, zu eigenständig...
(selbst wenn ich nie längerfristig gemobbt wurde, aber als Außenseiter verpasst man doch vieles an sozialen Kontakten und versäumt daher einiges an sozialer Kompetenz zu erlernen, was sich später bitter rächt, wenn man irgendwann gezwungen ist, mit Menschen umzugehen... sich anzupassen, zumindest ein Stück weit, in einer Gruppe zu funktionieren... dann beneidet man die 'kindischen, dummen Jugendlichen', die locker flockig kommunizieren, während man selbst kaum einen Ton herausbringt...)
Allerdings... sind diese Gedanken auch müßig, denn a) lässt sich die Zeit nicht zurückdrehen und b) würde ich, wenn ich es könnte, aller Wahrscheinlichkeit nach alles wieder genau so machen, wie ich es damals gemacht habe... weil es mir selbst und meinem Charakter entsprach.
Nicht, weil ich auf Teufel komm raus rebellisch sein oder mich aufbäumen wollte... sondern eher weil - na ja,zur Gruppenchefin hätten sie mich nicht ernannt, dafür war/bin ich zu hässlich - und mit dem Klischeeposten des lieben, akzepierten Moppelchens hätte ich mich nie zufrieden gegeben. Dann lieber ganz draußen.
LmaA - ihr könnt mich alle ma -
Also, ihr nicht... aber damals das, was meine 'Freunde' gewesen wären, wenn ich mich denn um sie bemüht hätte.
@ Dämonenherz
Dein Post beweist, dass du 'mehr' bist, als der Status Quo des Mitläufers.
Meine Meinung: solange man freiwillig mit der Herde geht, weil man keine Lust/keinen Nerv/ kein was auch immer hat, um sich dagegen zu stellen oder daneben zu stehen und dem Zug zuzugucken - finde ich Mitläuferschaft durchaus legitim!
Nur: dem Zug zu folgen und sich selbst zu belügen, man fände das ganz toll und täte nur, was man selbst will - das ist meiner Meinung nach ziemlich übel.
Aber- da du weißt, wann und dass du mitgehst, könntest du dich aller Wahrscheinlichkeit nach, wenn dir etwas absolut gegen den Strich geht - auch befreien.
Und damit gehst du, auch wenn es mit der Masse ist, doch immernoch deinen eigenen Weg.
deine Schilderungen aus der Schulzeit kommen mir nur allzu bekannt vor. So ähnlich habe ich mich auch verhalten. Und ich kann nur sagen, ja es rächt sich, dass man nicht gelernt hat, zu kommunizieren.
Leider muss ich bei fast jedem Thema etwas selbstkritisches einbringen. Kann einfach nicht anders. Sorry :-(
Deine Worte am Schluß haben mich ein wenig versöhnlicher gestimmt, was meine Betrachtung über mein Mitläufertum betrifft. Danke dir.