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Dagmar - 18.06.2007 - 19:01

Gestern war es so weit und hier kommt der Bericht dazu:

Sie bespielen auch die rechte und linke Seitenbühne, also den Teil, der neben den großen Säulen liegt. Rechts z.B. die Bischofsszene (Der Bischof ist übrigens ganz in Schwarz gekleidet.) und Fantines Krankenlager, links das ABC-Café.
Die 2,5 Stunden waren viel zu schnell vorbei, trotz fehlender Pause wird es nicht anstrengend.

Die Sträflinge kommen von unten und den Seiten auf die Bühne, sie sind dunkelrot und beige gekleidet, z.T. mit dunkelroten Jakobiner-ähnlichen Mützen. Von den Aufpassern bekommen sie Brotkrumen aus Fässern zugeworfen, die nach Ende der Szene auf der Bühne liegen bleiben, aber irgendwann dann im Laufe des Stückes verschwinden.

Valjean hat als Sträfling eine Kurzhaarfrisur, von der es ja auch Fotos im Netz gibt, war mal etwas anderes als die langen Haare.

Die Herbersgsuche fehlt, gespielt wird nur die Szene mit dem Feldarbeiter / Bauern. Bei "Leichte Mädels" verkauft Fantine direkt die Haare, nicht vorher erst ihre Kette.

Viele Kulissenteile (Ich denke, alle bis auf die riesige Barrikade) werden von Menschen reingeschoben bzw getragen. So wird zum Beispiel zur Fabrikszene eine Mauer mit Tor von links und rechts von dahinterbefindlichen Menschen hereingeschoben.
Irgendwann in dieser Szene war das Orchester mal sehr dünn, aber ich weiß nicht, ob das so gewollt war oder nicht.

Bei der Konfrontation an Fantines Sterbebett greift Valjean auch in der Version zu einem Stuhl, den er zertrümmert. Allerdings hat er dafür zwei Versuche gebraucht und das was er dann in der Hand hielt, war nur ein ziemlich kurzer Stummel eines Beines. Da hätte er mal besser seinen langen Stock benutzt, der während der Zeit auf dem Bett lag.

Sie haben immer mal wieder ein paar Zeilen rausgelassen, z.B. "Was beim Fleischer mein Recht, ist bei Nutten wohl billig" von Bamatabois, Der Anfang von "Ein Karren geht durch". Bei "Wer bin ich" folgte direkt auf "Der Handel gilt für alle Zeit." "Und nun Javert tue Deine Pflicht...", da war ein Sprung drinne, zumindest, wenn man das Original im Kopf hat.

Die Gerichtsszene war stark vereinfacht, da stand Valjean alleine links an der Säule und hat seine Brust mit der Nummer entblößt.

Das Treffen von Valjean und Cosette im Wald an der Quelle war nicht dabei, und ich meine, daß der Handel mit den Thenardiers kürzer war, bin mir da aber nicht ganz sicher.
Die kleine Cosette war recht groß und ging Valjean bis zur Schulter, dabei ist Olegg doch eigentlich gar nicht so klein, oder?

Gavroche war ja eine Frau, was ich etwas gewöhnungsbedürftig fand: Die Stimme paßte zwar gut, aber die jungenhaften Bewegungen wirkten für mich etwas komisch, es hätte auch fast eine zweite Eponine sein können.

In der Paris-Szene nach "Schaut her" und dem Überfall hat Javert direkt mit "Den Kerl hier kenne ich gut, ich weiß genau, was er treibt", also "Schon wieder Pöbelgeschrei!..." ausgelassen, so daß Valjean auch sehr schnell nach Javerts Eintreffen verschwunden ist.

Enjolras hat sich von den anderen Studenten nur durch ein rotes Halstuch unterschieden, ansonsten war er genauso bzw sehr ähnlich gekleidet. Leider war Grantaire nur einer von vielen unter den Studenten. Er hat auch wie all die anderen direkt bei den Schlachten mitgekämpft - zusammen mit Valjean an der Seite Enjolras, der ja eigentlich sonst auch nur schießt, um Enjolras zu retten.

Als während des Überfalls auf Valjean's Haus Eponine versucht, die Band ihres Vaters davon abzuhalten, steigt sie auf die vor dem Tor stehende Bank und steht dann dort mit ausgebreiteten Armen. Das sah total witzig aus. :o)

Bei "Morgen schon" kam die Barrikade von beiden Seiten reingefahren. Zusammengesetzt aus ganz vielen Holzteilen, vor allem auch recht vielen Türen und Brettern.

Gavroches Ausflug auf die andere Seite der Barrikade ist nur sehr kurz, kaum verschwindet er hinter ihr, taucht er angeschossen mit einer Munitionstasche wieder auf und stürzt / fällt dann runter, wobei er aufgefangen wird und dabie sein Lied singt.
Nach der letzten Schlacht verschwindet die Barrikade mit der auf ihr liegenden Leichen zu den Seiten und Thenardier taucht auf, um die auf dem Boden noch liegenden Leichen auszurauben. Javert erscheint nicht am Ort des Geschehens, erst nachdem Thenardier abgegangen ist. Dadurch, daß es noch hell war, es also keine Lichteffekte gab, hat man nichts von der eigentlichen Kanalisationsszene mitbekommen. Da bin ich mal gespannt, wie es wirkt, wenn es dunkel ist, denn auf den Fotos ist da ja alles in grünes Licht getaucht.
Kaum ist Thenardier verschwunden, taucht Javert von hinten rechts auf, wo er schon gewartet hat und überrascht Valjean, der sich mit dem schwerverletzten Marius auf dem Arm sehr abmüht.

Dagmar - 18.06.2007 - 19:02

Mit dem Wegfahren der Barrikaden ist dahinter ein Steinbrückengeländer erschienen: Die Seinbrücke, von der Javert springt, indem er, nachdem er über das Geländer gesprungen ist, in einem Loch unter der Bühne verschwindet.

Bei "Dunkles Schweigen" gab es anfangs leider ein paar Probleme mit dem Micro, so daß Marius nur recht leise zu hören war. Dafür gab es dann anschließend wiederum etwas zu hören, was wir wohl eigentlich nicht hören sollten, denn vor der Hochzeitsszene erklang von irgendwo aus dem Backstagebereich: "Schleier?". Da war wohl ein Micro an, was eigentlich hätte aus sein sollen.

Zum Finale erschienen die toten Studenten in blutgetränkten Hemden / Kostümen.

Ich hab mich total gefreut, Olegg endlich mal wieder als Valjean sehen zu können, auch wenn ich andererseits sehr neugierig auf Yngve in der Rolle gewesen wäre. Auf der Hinfahrt hatten wir die Wiener CD gehört, und ich finde es beachtlich, daß Norbert Lamla schon vor 19 Jahren den Javert gespielt hatte. Bei ihm mußte ich übrigens immer wieder an Herrn Schmitt aus Rosi denken, wenn ich ihn auf der Bühne gesehen habe.
Auch die anderen Darsteller waren alle klasse gewesen, da stimme ich meinen Vorschreibern zu, sie waren alle sehr gut gewesen, nur von der Regie hätte ich gerne die Rolle des Grantaire besser ausgearbeitet gehabt, er war leider gar nichts besonderes, dabei ist er eine meiner Lieblingsrollen in dem Stück.
Sie hatten wirklich gute Einfälle, wie man mit recht wenigen Kulissenteilen jeweils eine passende Atmosphäre für die einzelnen Szenen schaffen kann.

Und wieder könnte man fast eine ganze Show damit zubringen, Jessie Roggemann zu beobachten. Vielleicht nicht eine ganze, weil sie doch so in einigen Szenen nicht dabei ist, aber wenn sie mit auf der Bühne ist, dann ist es wiedermal sehr interessant sie zu beobachten, vor allem bei "Herr im Haus", in der sie einen Besoffenen auf ihrem Schoß liegen hat, mit dem sie so alles mögliche anstellt. :o) In der Hochzeitsszene kurz vor Schluß ist ihr Tanzpartner der Schwule, dem sie dann entsprechend eine Szene macht.
Übrigens ist sie eine der wenigen Frauen, die sich hinter der Barrikade aufhalten.
Ich hatte gehöfft, daß sie so einige Solostellen bekommt, vor allem auch in der Fabrikszene, aber sie ist nicht diejenige, die Fantine ärgert und sie anschwärzt.
Bei "Leichte Mädels" darf sie "unten brennt's wie Feuer singen", und in der Hafenszene hat sie eine Peitsche in der Hand. Leider ist sie meistens auf der rechten Seite, ich saß aber ziemlich links, so daß ich sie nicht so gut beobachten konnte.

Sanni Luis ist als Mme Theardier auch klasse gewesen! Sie ist mal eine ganz andere Mme Theardier, nicht so stämmig, wie man's gewohnt ist. In ihrer ersten Szene ist sie ein kleines bißchen mit dem Text durcheiander gekommen, da hat sie zu Cosette gesagt: "Du tust, was ich gesagt...befohlen hab, mein Liebling Cosette!"

Zum Glück war es die ganze Zeit trocken, erst auf dem Rückweg auf der A3 fing es dann erst leicht und dann immer stärker an zu regnen, aber ich bin sehr froh, daß es während der Show trocken geblieben ist und wirklich schönes Wetter mit z.T. viel blauem Himmel war! Nun freue ich mich schon sehr auf die spätere Show, in der sie dann auch viel mit Lichteffekten machen können, das wirkt dann bestimmt noch ganz anders als bei Tageslicht. Nur schade, daß das dann schon die letzte Show dort sein wird.

Doro - 19.06.2007 - 08:49

Danke :) Das mit dem Schleier hab ich gar nicht gehört...*staun*
Nika - 19.06.2007 - 09:48

Darf ich widersprechen? ;)
Also Oleh fand ich natürlich auch klasse *schmacht* und Norbert als Javert ebenfalls (der Mann der kleinen Gesten - mehr braucht er aber auch nicht, weil er einfach mit seiner Stimme überzeugen kann). Aber den Rest... fand ich ziemlich farblos. Die Mädels waren okay, aber irgendwie nicht mal halb so überzeugend wie in Berlin, die Studenten konnte man auch nur auseinanderhalten, wenn man wusste, wer wer war, und die Thenardiers (ist bestimmt falsch geschrieben) kommen ebenfalls bei Weitem nicht an Berlin dran.

Dazu das Bühnenbild...mhm, mag sein, daß das besser wirkt, wenns dunkel ist, aber im im Vergleich zu "JCS", wo die nackten Steinmauern super passten, fand ichs jetz unpassen - da war die Dunkelheit und das schwarze von Berlin auch besser... *grumpf*

Dagmar - 19.06.2007 - 11:02

Mme Theardier fand ich klasse, Monsieur Th. hat mir auch nicht sonderlich gut gefallen, aber das ist eh nicht meine Rolle.

Klar, JCS ist numal einfach das optimale Stück für die Kulisse der Stiftsruine. Meinetwegen könnten sie das ruhig dauerspielen in Hersfeld (in der altbewährten Besetzung)! :D Aber im Vergleich mit Camelot kann Les Mis durchaus mehr als mithalten, finde ich.

Doro - 19.06.2007 - 11:07

In Tecklenburg war es aber besser umgesetzt!
Dagmar - 19.06.2007 - 11:16

Hm, weiß nicht. Das wirkte da durch die Dunkelheit eh ganz anders. *mal den August abwarte*
Doro - 19.06.2007 - 12:10

naja, aber auch so von der Inszenierung...
Dagmar - 19.06.2007 - 13:00

Findste? Die Barrikade hat mir in Hersfeld besser gefallen. Die fand ich beeindruckender.
Doro - 19.06.2007 - 13:18

zu viele Türen :)
Dagmar - 19.06.2007 - 14:22

:D
Aber ist doch irgendwo auch logisch, da Türen für zu benutzen, oder? Die waren bestimmt am leichtesten und schnellsten zu bekommen.
Doro - 19.06.2007 - 15:33

wenn man das soooo sieht!
Dagmar - 19.06.2007 - 22:33

Ebent! :)
Doro - 20.06.2007 - 08:24

;)
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