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Bulli - 30.01.2005 - 07:05

Staupe (S)
Eine hochansteckende und neuerdings wieder verstärkt auftretende, meist durch so genannte "Ost-Importe" oder Mitnahmen aus südlichen Urlaubsländern eingeschleppte Virusinfektion. Auch Marder, Frettchen oder Nerze erkranken daran, wie auch - in einer anderen Form - Seehunde. Infizierte Tiere scheiden Viren mit allen Körperflüssigkeiten aus und stecken damit andere Hunde an. Innerhalb einer Woche nach der Ansteckung bekommen die Hunde Fieber, bevor die eigentliche Krankheit ausbricht. Und das kann schnell und vehement vor sich gehen. Drei unterschiedliche, aber auch kombinierte Symptome treten dabei auf: Die Nervenform etwa durch Lähmungen, Bewegungs-, Gleichgewichtsstörungen oder auch Verhaltensänderungen. Die Darmform mit mehr oder weniger intensivem Durchfall. Die Lungenform durch schlichtes Husten bis zur Lungenentzündung. Die Stärke der Erkrankung ist sehr unterschiedlich - schon durch die schnelle Erkennung behandelbar, viele Tierärzte kannten bis vor kurzem die ausgestorben geglaubte Staupe gar nicht mehr - und kann bleibende Schäden hinterlassen: an den Zähnen (vorzeitiger Verfall), den Fussballen (zum Beispiel Hard-Pad-Syndrom und Rissigkeiten). Staupe kann tödlich sein.

Hepatitis contagiosa canis (H)
Eine durch Vireninfektion hervorgerufene, ansteckende Leberentzündung, die speziell Hunde, aber auch Füchse befallen kann. Füchse bekommen eine Gehirnentzündung. Hunde infizieren sich meist durch Kontakt mit anderen Hunden oder an deren Urin, Kot und Speichel. Einige Tage nach der Ansteckung zeigt sich Müdigkeit, verstärkter Durst bei vermindertem Appetit. Dadurch treten Bauchschmerzen auf, die durch einen gekrümmten Rücken oder durch eine ausnehmend starke Berührungsempfindlichkeit hinter dem Rippenbogen deutlich werden können. Auch Erbrechen, Durchfall und Bindehautentzündung sind Symptome, Krämpfe seltener. Vor allem bei Welpen verläuft die Hepatitis oft tödlich. Je älter die Tiere werden, desto glimpflicher kann die Erkrankung verlaufen. Eine Folge kann das so genannte "blue eye"-Auge sein, eine Hornhauttrübung, durch die das Auge undurchsichtig wird und wie ein Glasauge erscheint.

Parvovirose (P)
Auch Katzenseuche genannt. Eine sehr ernsthafte Virus-Infektion. Parvo-Viren befallen vor allem die Dünndarmzellen. Befallene Zellen werden zerstört. Folge ist ein starker, oft blutiger Durchfall, meist kombiniert mit Erbrechen. Bei Welpen in den ersten zwei Lebenswochen werden eher die Herzzellen angegriffen. Hier stehen Herzfehler im Vordergrund. Die Erkrankung endet in beiden Fällen oft tödlich.
Das grösste Problem bei der Parvovirose ist die monate- bis jahrelange Überlebensfähigkeit der Viren in der Umgebung. Die meisten Desinfektionsmittel, Hitze- und Kältebehandlungen sind wirkungslos, so dass die Erreger mit besonderen Massnahmen bekämpft werden müssen. Eine Ansteckung kann wegen der starken Widerstandsfähigkeit direkt über Artgenossen erfolgen, aber auch durch eine infizierte Umgebung. Katzen haben prinzipiell die gleiche Erkrankung. Die entsprechenden Katzenviren sind jedoch für Hunde nicht gefährlich.

Parainfluenza (Zwingerhusten) (Pi)
Wird durch die gleichlautenden Viren verursacht. Die Erkrankung setzt sich in den Luftwegen der Hunde fest und führt meist zu einem trockenen, heftigen Husten, der fast bellend klingt. Dieser gehört in den Komplex des Zwingerhustens. Der Zwingerhusten ist eine Erkrankung, die durch unterschiedlichste Viren oder Bakterien, meist mehrere gemeinsam, ausgelöst werden kann. Der Zwingerhusten tritt meist auf, wenn viele Hunde auf engem Raum Kontakt haben (Hundeschulen, Hundesportplätze, Agility, Hundepension, Tierheim) und eine Mischung der unterschiedlichsten Keime aller Hunde stattfindet.

Leptospirose (L)
Diese Erkrankung wird durch Leptospiren-Bakterien ausgelöst. Ansteckung durch Urin infizierter Hunde, aber auch über Ratten an Tümpeln, Seen oder feuchten Böden. Die Leptospirose kann Nieren- und Leberschäden hervorrufen. Infizierte Tiere können monate- bis jahrelang hin und wieder Leptospiren über den Urin ausscheiden. Diese Bakterien können auch andere Tiere und Menschen befallen! Der Hund ist aber besonders anfällig für diese Erkrankung.

Tollwut (T)
Alle Säugetiere und Vögel, auch Menschen sind durch diese bekannte Erkrankung gefährdet. Sie entzündet vor allem das Gehirn. Übertragen wird Tollwut (engl. Rabies) meist mit dem Speichel durch den Biss. Von der Bissstelle aus wandern die Viren an den Nerven entlang Richtung Rückenmark und anschliessend zum Gehirn, von dort aus zu den Speicheldrüsen, von denen aus das Unheil weiter übertragen werden kann.
Während der Erkrankung durchlaufen die Tiere drei mehr oder weniger ausgeprägte Phasen, die von Verhaltensänderung (wilde Tiere werden zutraulich) über Aggressivität zur Depression mit Lähmungen verschiedener Muskeln gehen. Die Erkrankung endet meist mit dem Tod. Es gibt jedoch auch - atypische - mildere Formen der Erkrankung vor.
Sind die Tiere...

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