Die Gestalt, die die Treppen, welche direkt zum Kerker führten, mit schnellen, erhabenen Schritten hinunterstolzierte, war in einen schwarzen, seidenen Kapuzenumhang gehüllt. Man konnte nicht einmal das Gesicht des Mannes erkennen. Das Gewand wehte während des Gehens in der schwachen Brise, die die dichten Kerkermauern nur mit Bedacht hineinließen. Lord Voldemort, der gefährlichste aller Magier war erneut zum Höhepunkt seiner Macht angelangt, eigentlich hätte man ihm größten Respekt entgegenbringen sollen. Doch einiger seiner Anhänger wagten tatsächlich, sich aus dem Kreise der Todesser stehlen zu wollen. Nun, Draco Malfoy, der einzige Spross Lucius Malfoys musste eine Menge Mut gehabt haben, um dies jemals zu tun. Natürlich wollte der Dunkle Lord dem jungen Mann, den man im Hyde Park aufgeschnappt und hier her gebracht hatte, nicht durchgehen lassen. Malfoy sollte seine gerechte Strafe erhalten, doch alles nach seiner Zeit.
Nun stand Er, dessen Name nicht genannt werden durfte, vor einer hölzernen Türe,- so zog er seinen Zauberstab und ließ dieses Hindernis mit einem gelassenen Wink seiner Waffe ihm den Weg in das Innere des Kerkers freigeben. Schatten zogen sich an den Wänden empor, als der Dunkle Lord erhaben hereintrat. Hier konnte man den widerlichen Gestank von Schweiß, vermischt mit dem von Blut, wahrnehmen. Allerdings konnte Lord Voldemort niemanden bluten sehen. Stattdessen erblickte er einen jungen Mann, dessen blondes Haar ihm strähnig ins Gesicht hing. Es schien, als wäre er in Ohnmacht gefallen, dies konnte er jedoch nicht mit Gewissheit sagen. Die Handgelenkte Draco Malfoys waren mit schweren Ketten versehen, die Todesser hatten reife Arbeit geleistet!
Ruckartig warf Lord Voldemort die Kapuze seines massigen Umhangs in den Nacken. Zum Vorschein kam ein aschblonder Haarschopf und ebenmäßige, männliche Gesichtszüge. Die braunen Augen dessen blieben fanatisch an Draco hängen, als er näher trat. Direkt vor dem Malfoy hielt er inne, beugte sich zu ihm hinunter und nahm sein Kinn in die Hände. Unsanft zog er den Kopf des ohnmächtigen Mannes in die Höhe. Lord Voldemort war nicht sicher, ob Draco ihn hören konnte, dennoch sagte er mit eiskalter, erschaudernder Stimme: "Du hast mich, deinen Herrn, tückisch hintergangen. Du glaubtest, mir einfach so entkommen zu können. Aber wie du sicherlich weißt, ist dies nicht einfach, es ist unmöglich, Malfoy. Entweder dient man mir ein Leben lang oder man wählt den Tod. Doch mir scheint, du hättest genau dies nicht richtig zusammen gefasst." Abrupt ließ er das Gesicht Dracos wieder los und richtete sich zu seiner vollen Größe auf. "Doch das," fügte er eine Spur kälter hinzu. "werde ich dir früh genug erläutern."
Mit verächtlichem Blick und verengten Augen starrte er auf Draco herab... Da dieser nicht aus seiner Ohnmacht erwachte, wandte er sich ab und rauschte mit wehendem Umhang hinaus.
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