Zeit: 15. Februar des Jahres 1613 in den späten Abendstunden.
Ort: Grafschaft Renfrewshire, Castle Rynedale.
Cast: James und Elise Hawthorne.
Es war ein stürmischer Abend. Der Himmel von dunklen Wolken verhangen. Elise Hawthorne konnte den Halbmond ebenso wenig zwischen den, sich im Wind wiegenden Ästen der Bäume sehen, noch die Sterne am Firmament.
Die seit einer Woche angetraute Frau des Earls of Rynedale stand seit einigen Minuten reglos am Fenster, den Blick fasziniert in die herannahende Nacht gerichtet.
Die junge Frau wollte eigentlich ihr Haar, dessen festen Zopf sie bereits gelöst hatte, kämen, doch das Spiel des Windes mit den noch kahlen Ästen, hatte Elise Blick gebannt und sie abgelenkt.
Sie fand einen Moment Zeit über das Abendessen nachzudenken, dass sie vor nicht mehr als einer halben Stunde eingenommen hatten.
Es war das erste gemeinsame Abendessen, das die frisch Vermählte mit der Familie ihres Mannes, die auf Rynedale Castle lebte, geteilt hatte.
Elise konnte nicht behaupten, dass sie sich nicht wohl gefühlt hätte, oder die Befürchtung hegte mit einem der Familienmitglieder nicht übereinzukommen.
In Wahrheit hatte sie sowohl den sehr aufgeschlossenen Keith, als auch die ebenso offene Hanna in ihr Herz geschlossen, sofern Elise, dass nach einer ersten Begegnung vermochte.
Auch Blake mit seinem interessanten Humor war ihr in guter Erinnerung. Er war neben Ryan der Einzige, den sie bereits zuvor kannte.
Während Blake bei dem Herbstball James begeleitet hatte, war Ryan ihr Trauzeuge bei der recht heimlichen Hochzeit vor einer Woche gewesen.
Elise wusste darum, dass Hanna dessen Frau war. Sie wusste auch das Charly und Robert Coltrane verheiratet waren, allerdings schienen diese sehr ruhig und Elise fiel es schwer die beiden schon jetzt einschätzen zu können.
Doch wenn sie den Abend zusammen nahm dann war er gut verlaufen und sie empfand das sichere Gefühl sich auf Rynedale im Kreise von James Familie zu Hause fühlen zu können.
Im Tiefsten ihres Herzens hatte Elise daran nie gezweifelt und doch war es beruhigend nun zu wissen, dass sie sich nicht geirrt hatte.
Ein Lächeln schlich sich in die feinen, nachdenklichen Züge, während ihre Hand mit einer festen Bewegung durch das wilde Haar fuhr, dass in Locken um ihren Hals und über die Schulter floss.
Wenn Elise, wie heute, einen geflochtenen Zopf getragen hatte, dann war ihr Haar anschließend meistens noch wilder und schwerer durch zukämen, als es dass ohnehin zu sein pflegte.
Sie wusste zwar darum, dass James ihr Haar liebte, aber sie selbst gab den Versuch es zu kämen nicht auf, selbst dann wenn er selten von Erfolg gekrönt war.
Als sie zu einem zweiten Versuch ansetzen wollte, vernahm Elise das drehen des Türknaufs. Während sich die hoch gewachsene, zierliche Frau in ihrem weißen Nachtkleid und auf nackten Füßen zur Tür drehte, sah sie die hoch gewachsene und stattliche Gestalt ihres Ehemannes eintreten.
Ein Lächeln bildete sich in ihrem Gesicht, als sie James Augen begegnete und Elise ließ die Hand mit dem Kamm sinken.
Anstatt etwas zu sagen, lief die junge Frau leichtfüßig und mit graziler Elleganz über den kalten Steinboden, die wenigen Schritte auf ihren Mann zu und umarmte diesen, indem sie ihre Arme um seinen Hals, ihren Körper an den seinen drückte.
Elise mochte das Gefühl seines warmen Körpers, so nah an dem ihren.
Sie liebte noch mehr, wenn er sie fest an sich drückte. Das Gefühl der Geborgenheit und Sicherheit, dass sie in diesen Augenblicken verspürte war tief und wirkte so unzerbrechlich wie nichts, dass sie jemals verspürt hatte, außer einem.
Die Liebe für den Mann, den sie seit einer Woche ihren Ehemann nennen durfte und von dem sie im Sommer dieses Jahres ein Kind erwartete.
Ihre Nase an seine Halsbeuge drückend, konnte Elise seinen Geruch in sich aufnehmen und sie genoss die Umarmung noch etwas länger schweigend, bevor sie sich entschied etwas zu sagen.
Sein Name war ein Flüstern, wie ein warmer Hauch, der James an seinem Hals und unterhalb seines Ohrs traf.
Sie konnte beinah spüren, wie sich seine Härchen aufstellten, während ihre Finger sanft seinen Nacken entlang fuhren.
Zu ihm aufsehend, lächelte Elise noch etwas breiter, ihre Stimme war dunkel und fest und dennoch von ihr eigener Sanftheit gezeichnet.
„Hast du erledigt, was du so dringend besprechen wolltest?“
James hatte sich nach dem Abendessen von ihr verabschiedet, weil er noch etwas mit Ryan zu besprechen habe und Elise war alleine in ihr Schlafzimmer vorgegangen.
Jetzt sah sie ihren Mann abwartend an, ohne mehr von ihm zu fordern, als er bereit war jetzt in dem Moment zu sagen.
Stimmung: :married:
James nickte knapp.
„Entschuldige, dass es so lange dauerte.“ Er wirkte angespannter, als die Nächte zuvor und löste sich aus Elise Umarmung. Auch nach der Hochzeit in seinem Gemach schlafend, wusste James seine Kleidung abzulegen, wie immer.
Er hatte seiner frisch Angetrauten den Rücken zugedreht, wusste darum, dass er ihrer momentanen Erscheinung noch weniger zu widerstehen vermochte, als er es sowie so in der Lage gewesen war. Die Manschettenknöpfe an den Ärmeln seiner Jacke lösend, warf er einen Blick über die Schulter und fing ihr rotblondes Haar auf, das im Kerzenlicht warm schimmerte. In der Art, wie es auf dem weißen Stoff ihres Nachtkleides über ihre Schulter fiel, fing es seinen Blick. Er wusste, dies würde auch in hundert Jahren noch geschehen, wenn ihr Haar von feinen, grauen Strähnen durchzogen wäre und sein Augenlicht spürbar nachgelassen hätte. Es lag auch in der Art, wie sie seinen Blick erwiderte.
Er lächelte leicht, widmete sich, den Ehering an seinem Ringfinger streifend, wieder dem Manschettenknopf, der nachgab.
„Ryan musste ein weiteres Mal unbedingt über die notwendige Erhöhung der Pächterabgaben sprechen.“
Er streifte seine Jacke in einer souveränen Geste ab, legte sie über die Lehne eines Stuhls. Bevor er auch sein Hemd ausziehen konnte, dessen Knöpfe er löste, drehte er sich zu dem breiten Bett, auf dessen Kante Elise saß. Er schluckte hart, der Anblick raubte ihm für einen Augenaufschlag den Atem.
James spürte das Verlangen in seiner Brust, dass seine Kehle herauf kroch und sie zuschnürte. Dabei zum Ausziehen des weißen Hemdes gezwungen, fand es den Weg in einem bestimmten Wurf hinter ihn zu seiner Jacke. Er lenkte seine Aufmerksamkeit ausweichend auf den Bund seiner Hose, lenkte mit Worten ab, das ihn Elise Nähe schon beim Abendessen beinah verzehrt hatte.
„Wie fühlst du dich auf Rynedale, nach einer Woche?“ Er lächelte flüchtig auf, dabei fieberhaft an der Schnürung der einfachen Kniehose hängend. „Es ist hoffentlich noch immer mein Bett, das du teilen möchtest.“
James gab solchen Aussagen keinen fragenden Unterton. Er erwartete keine Bestätigung, nahm sie dennoch gern entgegen. Viel mehr überbrückte er fließend die letztendliche Ankunft in seinem Bett.
Mit ihr, an seiner Seite.
Stimmung: :angespannt:
Elise fing seinen Blick bei seiner Antwort auf, der den ihren nur kurz streifte. Ihrer hingegen folgte ihrem Mann, der sich aus ihrer Umarmung gelöst hatte und begann sich auszuziehen.
In den anderen Nächten, die sie zusammen hier verbracht hatten, war das bisher nicht notwendig gewesen.
Elise und James hatten seit ihrer Hochzeit vor einer Woche heute Abend das erste Mal dieses Zimmer verlassen.
Elise fiel in der Art seiner knappen Worte und der konzentrierten Handbewegungen, die seine Manschettenknöpfe lösen sollten, deutlich auf, dass James angespannt war.
Seine Statur, die athletisch und kraftvoll war, wirkte selbst im warmen Licht des Kerzenscheins, der von dem Nachtschränkchen neben dem Bett kam, angespannt. Seine Haltung war gerade und James strahlte deutlich aus, so wie er ihr den Rücken zuwandte, dass die heutige Nacht anders war, als die Nächte zuvor.
Selbst der kurze Blick, den er ihr zuwandte, als er über die Schulter zu ihr sah.
Sie konnte das Flackern in seinen Augen, die im warmen Licht der Kerze, dunkler wirkten, deutlich sehen, wusste aber darum wie er den Blick wieder abwandte und auf seine Knöpfe richtete.
Was James jedoch plagte, war Elise nicht klar. Ryan und die Pächterzahlungen schloss seine junge Frau jedoch aus.
Elise war sich sehr sicher, dass diese Dinge ihren Mann nicht jetzt beschäftigten, selbst dann wenn sie darum wusste, dass ihn etwas beschäftigen musste.
Bemerkend, dass ihre Füße beinah eiskalt waren, so lange stand sie bereits auf den kühlen Steinen, trat Elise zum Bett und nahm dort auf der Kante Platz.
Sie beobachtete wie James seine Jacke über die Lehne eines Sessels hing.
Sie lächelte über seine kräftige Bewegung.
Elise war schon vom ersten Moment an, von James Art sich zu bewegen, fasziniert gewesen.
Seine Haltung trug seine Ausstrahlung wieder, so dass sie die Kombination aus Stärke, Sicherheit und Sanftheit, die sie in James Augen fand, ebenso in seinen Bewegungen ausmachen konnte.
Es hatte in der Art gelegen, wie er dagestanden hatte. Oder wie sie beide getanzt hatten. Der Moment da ihre Bewegungen, im Tanz vereint, auf eine Art zusammen gepasst hatten, die Elise damals ebenso fasziniert, wie erschreckt hatte.
Wenn sie all das auch jetzt fand, da er sich auszog, konnte sie darüber lächeln, denn all das was damals da gewesen war, war auch jetzt zugegen und würde es immer sein.
Jetzt durfte es hingegen den letzten vier Monaten auch sein, ohne dass sie Angst haben mussten, entdeckt zu werden.
Denn so sehr sie James faszinierte, so wenig faszinierend war die heimliche Liebe zwischen ihnen, die im Verborgenen statt gefunden hatte, für Elise gewesen.
Sie hätte es James nicht verraten, aber sie hatte jederzeit gefürchtet, man könne ihn entdecken.
Elise hatte sich geweigert sich auszumalen, wie ihr Vater reagieren würde und was er James alles im Affekt antun könne, sollte er sie beide erwischen, weil er frühzeitig und unangekündigt von seiner Reise durch die Grafschaft zurückgekehrt wäre.
Er war ebenso wenig glücklich gewesen, als er von Elise Schwangerschaft erfuhr, weil ohne dieses Druckmittel der Earl of Ayeshire niemals in die Verbindung zwischen seiner Tochter und James Hawthorne eingewilligt hätte.
Selbst das hatte er niemals wirklich getan, jedoch von ihrem Vater verstoßen, stand der Ehe nichts mehr im Weg, die sie vor einer Woche vollzogen hatten.
Elise kam dies alles viel länger vor.
Wenn sie James dabei zusah, wie er sein Hemd aufknöpfte, dann holte sie wie so oft das Gefühl ein, dass sie ihn bereits ihr ganzes Leben lang kenne.
Alles an ihm war so vertraut und jede Berührung, wenn auch nur flüchtig, löste in Elise gleichermaßen das Gefühl von tiefer Liebe und Sehnsucht aus.
Manchmal glaubte sie mit James reden zu können, allein dadurch, dass sie ihm in die Augen sah.
Oft fragte sich die junge Frau, wie es möglich war, dass sie seine Gedanken zu kennen schien und ob er ebenfalls die ihren kannte.
Immer wieder ertappte sie sich mit einem Lächeln dabei, dass sie sich in bestimmten Momenten beinah sicher war, er konnte.
Nachdem sie dem Flug seines Hemdes gefolgt war, sah sie wieder zu James, der mit dem Bund seiner Hose beschäftigt war, dabei weit unkonzentrierter wirkte, als noch beim Aufknöpfen seines Oberteils.
Elise Lächeln wurde auf kindliche Art breiter, doch, als James zu reden begann, fand sich schnell in ihrer Miene der aufmerksamen Ernst, der sich immer zeigte, wenn sie ihm zuhörte.
Seine Worte lösten etwas in ihr aus, dass sie erneut Lächeln ließ, jedoch nicht kindisch, sondern auf eine sehr sichere, bestimmte Art.
Sie erhob sich in einer fließenden Bewegung, so dass ihr Kleid nur leise raschelte, als sie auf ihren Mann zuging.
Seine Finger von der Schnürung lösend, besah sie sich konzentriert das Werk, dass er angerichtet hatte.
Die Knoten aufzupfend, antwortete sie James mit ebenso sicherer Stimme und warmen Lächeln, das man deutlich im Unterton hören konnte.
„Der Ring an meinem Finger war nicht Unachtsamkeit, James. Das ich in deinem Schlafzimmer bin ebenso wenig.“ Sie hielt kurz inne, sah zu ihm auf und lächelte ehrlich. „Auch wenn die vielen Gänge und Zimmer mich hätten verwirren können.“ Elise sah wieder zu der Schnürung und zog die Bänder geschickt auf. „Ich habe gefunden was ich wollte.“ Als sie fertig war sah sie, ohne von ihm wegzutreten, wieder zu James hinauf. „Und ich sehne mich nach nichts Anderem, James.“
Sie suchte in seinen Augen unabsichtlich nach dem Grund seiner Anspannung, nicht seiner Frage.
Aber sie fand keine Anzeichen für den Grund, der ihn womöglich beschäftigte.
„Was ist mit dir?“
Sie musste das nicht fragen, der Sicherheit wegen, aber sie konnte es fragen, weil sie seine Antwort gerne hörte.
„Hast du dich verlaufen, James?“
Stimmung: :geneckt:
NC-17
Sein Mund formte daraufhin ein vertrautes Lächeln. James Antwort blieb ein verhaltenes Blinzeln, während er nach ihren Fingern griff und die beiden schmalen Handrücken nacheinander an seine Lippen führte. Die weiche Haut fühlend, schmeckte er die Spur Salz auf ihrer Haut. Er roch die zarte Note ihres Wesens, der er schon verfallen war, bevor sich ihre Seelen berührt hatten.
Er sah auf, das blau seiner Augen suchte nach den feinen Linien ihrer Brauen und wussten darunter ihre Augen, die ihm sicher entgegneten.
„Elisabeth Anne Hawthorne…“, flüsterte er weich auf ihre Haut, küsste den Ehering an ihrem Finger. „Ich kenne alle meine Zimmer.“
James legte ihre Hände auf seiner Brust ab, seine dagegen auf ihren schmalen Rücken, der schien, als würde er zerbrechen können, sobald er nicht auf die Kraft achtetet, mit der er sie an sich drückte.
„Und ich weiß, wen ich liebe.“, gab er hingebungsvoll ehrlich preis. Sie waren sich beide der Bedeutung bewusst.
Er näherte sich ihrem Gesicht. Sie so nah nicht mehr ansehen könnend, teilten sie ihre Verbindung durch den Atem, den sie im Moment teilten.
Mein Atem ist dein Atem., hatte James ihr einmal gesagt. In diesen Augenblicken zweifelte weder sie noch er daran. Die Sehnsucht nach mehr als nur geteiltem Atem war schmerzhaft tief und doch so vertraut, weil beide sie teilten. Er hörte es in der Art, wie Elise die Luft bewusst zwischen ihren Lippen einzog und wieder entkommen ließ. Es lag ein Prickeln zwischen ihnen, das in all der verzehrenden Leidenschaft ewig hätte andauern können. Es war das Wesen der Leidenschaft. Der Grund, warum diese Bezeichnung so hart ausklang.
Die Qual, die keine war, weil man sie mit dem teilte, der sie verursachte. Dem einzigen, von dem sie ausgelöst werden sollte und der die Macht dazu besaß, aus stetigen Flammen ein Inferno zu zaubern.
James Lippen näherten sich denen seiner Frau. Nur leicht dafür den Kopf neigen müssend, war ihr Zusammentreffen, wie jedes Mal, wenn ihre Blicke sich berührten.
Seine Finger, die sich von ihren Rücken gelöst hatten, erfühlten Besitz ergreifend liebevoll die Leidenschaft, mit der sie nach ihm verlangte, so wie sein Körper und seine Seele es nach ihr dürstete, ohne dass sie seine Flammen ersticken sollte.
Er ließ nicht davon ab, über die Wölbung ihres Busens zu streichen. Durch den bestickten Stoff des Nachtkleides kitzelte die Verhärtung ihrer Brustwarze auf seiner Handfläche.
James Hände waren nicht gezeichnet vom Führen einer Waffe. Er hatte wenige Schwielen von harter, körperlicher Arbeit. Die Haut seiner Finger war fest und rau, gleichzeitig ging er mit seinen Händen so sanft um, dass jede seiner Berührungen weich sein konnte.
So, wie im Moment, in dem er seine Hand wieder von ihrem Oberkörper nahm und auf ihre Wange legte, um ihren Kopf zu führen. Er zeigte ihr, wie sehr er bereit war mit ihr zu teilen, was sie verband. Was in ihnen beiden widerhallte, dadurch dass er ihren Mund mit leichtem Druck gegen seinen presste, ihr dabei entgegen kam.
Er verging in der Form ihre Lippen, die sich gegen seinen Mund abzeichneten. Es war nicht nur ihr Geschmack, ihr Leben das sie so begehrenswert machte. Er empfand jede ihrer Linien als perfekte Ergänzung seiner.
Es war nicht nur die Art, auf die sie ihn liebte. Es war auch die Art, wie sie war.
Jene, die ihn vom ersten Moment an, in der ihre Augen sich bei der offiziellen Begrüßung des Gastgebers flüchtig begegnet waren, gefangen und seitdem nicht mehr losgelassen hatte.
Stimmung: :NC17:
NC-17
Elise nahm James Lächeln war und erwiderte dieses sanft. Es bedeutete viel, wenn er lächelte wie er es soeben tat.
Es bedeutete viel für sie und löste ein Ziehen in Elise Brust aus.
Sie schloss die Augen, um das Gefühl, dass sie beide ständig verband, aber in Momenten dieser Art von Nähe verzehrend sein konnte, abzufangen.
Elise unterdrückte nicht die Sehnsucht, die sie tief erfüllte, wenn sie beide einander so nah waren und das nicht nur im körperlichen Sinne, sondern sie genoss das Feuer, das begann ihren Körper zu verbrennen.
Das jedoch war manches Mal beinah unerträglich.
Erschwerte den Atem und tat mit jedem Herzschlag spürbar weh, auf eine Art die sich von jedem physischen Schmerz zu unterscheiden wusste.
Die Augen öffnete Elise erst, als sie James Stimme vernahm, der ihren Namen aussprach, sie dabei nicht in vertrauter Kurzform ansprach, sondern mit jeder Silbe ihres vollen Namens spielte, dabei bewusst seinen Familiennamen betonte.
Ihre Augen lagen zwar mit einem Lächeln, aber der festen Gewissheit auf ihm, sie wusste um die Bedeutung jeder einzelnen Silbe, die er gesprochen hatte.
Ihr Ehering, den er küssend streifte, funkelte warm im Kerzenlicht.
Das rotgold schimmerte intensiv und die vielen Blumenranken, die ihn schmückten, reflektierten den Lichtschimmer in unterschiedlichem Funkeln.
Die unterschiedlichen Zimmer seiner Burg, er kannte sie alle.
Elise hätte weder an dieser Offensichtlichkeit gezweifelt, noch an der tieferen Bedeutung, die für sie beinah ebenso offensichtlich war.
Aber so wie die seine Antwort offensichtlich und sicher war, war es die Ihre gewesen. Dennoch hatten sie beide Bedeutung, die darüber hinausging, zu wissen es war so.
Es war immer noch so, auch nach dem ersten gemeinsamen Familienessen und dem Auftritt in der, wenn auch familiären, Öffentlichkeit, in der sie beide nicht in ihrer eigenen Welt verbunden waren.
Nichts hatte sich an dieser geändert, jetzt da sie wieder hier zusammen waren und das bedeutete in diesem Moment sehr viel.
So viel, wie seine Worte, die besagten, James wusste wen er liebte.
Sie wusste um die Wahrheit, die sie ohne Worte wiedergeben konnte, denn ihre Antwort lag in ihren Augen, in jeder ihrer Bewegungen, in dem Atem, den sie teilten, wenn sie einander so nah waren, wie jetzt und sich nicht mehr ansehen konnten.
In der Nacht, da sie beide die Gewissheit geteilt hatten, nicht mehr als die verborgene Verbindung haben zu können, hatte James ihr die Verzweiflung genommen, die sie unerträglich schmerzhaft erfasst hatte, indem er ihr ins Ohr flüsterte, sie teilten den selben Atem. Sein Atem sei der Ihre.
Die Bedeutung damals schwebte auch jetzt da sie verheiratet waren greifbar über ihnen.
Er war ihr Atem. Er war ihr Leben und sie das Seine und nichts würde sich jemals daran ändern.
Elise hatte es immer gespürt, seitdem sie an James Gestalt, seinen Augen und jeder seiner Bewegung hängen geblieben war, indem sie nicht einfach fasziniert von etwas Unbekanntem gewesen war, sondern wieder erkannt hatte, was sie nirgendwo sonst gefunden hatte.
Sich selbst in seinen Augen sehen könnend und darum wissend das sie jeder seiner Gedanken erkennen konnte, weil sie ihn einfach erkannt hatte, hätte es keine Zweifel geben können, dass er der einzige Mann sein würde, den sie in ihrem Leben je lieben können würde.
Darum wissend, war die Leidenschaft die sich aufbaute, die Sehnsucht, die sie erfüllte kaum erträglich und doch so kostbar, weil Elise darum wusste, dass es James genau so ging.
Sie konnte das Knistern in der Luft spüren, sie konnte fühlen wie der Atem, den er ausstieß sich nach ihr verzehrte und antwortete darauf in derselben Verzweiflung, die ein Ende nehmen wollte, indem sie mehr als den bloßen Atem teilten und doch niemals die Sehnsucht verlieren würde, die sie ständig umgab, wenn sie in seiner Nähe war.
Sie verband sie beide auf eine intensive und starke Art, dass Elise sie immer wahrnehmen konnte und doch nicht an ihr verging.
An seinen Lippen schon, die die Seinen berührten, nachdem er sie zu ihnen geführt hatte.
Sie konnte James Druck spüren, konnte jeder seiner leidenschaftlichen Berührung auf ihrer Haut spüren, wie sie zuvor das Streicheln ihrer Brüste gefühlt hatte.
Während das letztere verzehrend gewesen war, weil es nichts gegeben hatte, dass sie dem entgegen zu setzen hatte, konnte sie in dem Kuss, den sie teilten, ihm wiedergeben, was er ihr schenkte.
Ihre Bewegungen flossen vertraut ineinander, waren eins, wie es nicht hätte anders sein können und sollen.
Sie konnte das Prickeln fühlen, dass sie verspürte, wie sie jede seiner Bewegungen bemerkte. Der Druck der mal fester, mal nur schneller, dann langsam verzehrend sein konnte.
Als sie sich damals das erste Mal geküsst hatten, Elise erinnerte sich gut daran, wie sehr sie das Gefühl erschreckt hatte, James auf diese intensive Art zu begehren.
Sie hatte erschreckt, wie sehr ihr Körper und ihre Seele sich nach ihm verzehrt hatten und sie bei jeder Berührung beinah den Verstand verlor.
Heute machten ihr diese Gefühle keine Angst mehr.
Wenn sie sich damals vertrauend von James hatte führen lassen und sich ihren Gefühlen hingegeben hatte, gab sie sich heute vertrauend ihm hin.
All dem was er war.
Alles das sie liebte, alles das sie teilen, in sich aufnehmen und nie mehr wieder loslassen wollte.
Ihre Hände strichen bestimmt und doch so leicht wie der Frühlingswind, der einen Hauch Wärme mit sich bringt, über seine Brust.
Sie konnte James Verlangen unter ihren Fingerspitzen fühlen, wenn sie seine Brustwarzen streifte.
Ihre Hände wanderten weiter, hielten auf Höhe seines Herzens kurz an, um das schnelle Schlagen kräftig gegen ihre Handfläche drückend, zu spüren.
Dann fuhren sie seinen Hals hinauf, in James Nacken und sein Haar.
Elise liebte wie sich seine Haut auf ihrer anfühlte, liebte wie sich seine Härchen aufstellten und sie das fühlen konnte.
Sie liebte das Gefühl seines Haares zwischen ihren Fingern.
In all dem ließ sie nicht davon ab James zu küssen.
Jedes Wort das gesprochen hätte werden können, mussten sie nicht aussprechen.
Sie verstanden sich blind.
Ihren Körper fester an den seinen drückend, musste Elise sich nicht viel an seinem Hals hochziehen, es reichte, das sie ihre Arme um diesen legte, um sich festzuhalten, als James sie hochhob.
Ihr Lachen war leise und nicht heiter, sondern auf weiche Art glühte in ihrer Stimme das wieder, dass ihre Körper verzehrte.
Das Bett umgab ihren Körper gewohnt weich.
Verhindernd das er sich von ihr fortbewegen könnte, ließen ihre Hände ihn nicht los, verlangte ihr Gefühl danach seine Lippen nicht nur zu schmecken, sondern ihn mit ihren Zähnen zu fühlen, ohne James dabei weh zu tun.
Das Gefühl war Passion und Leidenschaft in einem, jedoch immer mit Liebe nicht mit Gewalt verbunden.
Wenn ihr Atem stoßweise ging, bemerkte es Elise nicht, es war kaum möglich sich zu trennen um Luft zu holen.
Es wäre nicht möglich, weil sie beide es nicht wollen würden.
Ihre Lippen ließen nicht aus diesem Grund von ihm ab, sondern weil sie seinen Hals und James Ohr liebkosten, wie sie es auf ihre zärtliche Art immer wieder gerne tat.
In diesen Momenten war Zärtlichkeit mehr, war erfüllt von Leidenschaft, aber deshalb nicht weniger zärtlich.
James gab sie zurück, indem seine Hand die Haut ihres Oberschenkels hinauf streichelte. Der Schauer, der von seinen Fingern ausging, ließ sie lächelnd die Luft anhalten, während ihr Körper sich anspannte. Er entspannte sich mit ihrem seufzenden Ausatmen, während das Lächeln in ihren Zügen blieb.
James Augen suchend und findend, erkannte Elise in der Hitze, die in seinen Augen stand, dass das Feuer in ihm nur ihr galt.
Allein sein Blick ließ sie erschaudern und ihre Gefühle wurden zwar nicht undeutlich, aber sie flossen ineinander und verschwammen zunehmend.
Elise konnte seinen Atem auf ihrer Haut spüren, ohne sagen zu können, wo James gerade war.
Die Gefühle waren so überwältigend, wie ein reißender Fluss, er dabei überall zugleich.
Sie fand James Lippen hielt an diesen fest, wie an einem Anker, mitten in dem Strom, der alles wegzutragen schien, sie beide davontrug und zueinander führte.
In einer langsamen Bewegung, löste er ihre Verbindung der Lippen. Sie sah, wie das vertraute Blau seiner Augen im Begriff war, sich zu verändern. Für den Moment schien sich alles Bekannte, das Sanfte seiner Augen zu verlieren und James Blick schien unbekannt und eindringlicher.
„Elise… mein Schatz.“, flüsterte er mit ebenso veränderter Stimme, die nur noch zur Hälfte jene war, die sie kannte. Dennoch nickte sie ganz leicht, um James zu verstehen zu geben, er müsse nicht erneut sprechen, denn sie sah, wie sehr ihm dies immer schwerer zu fallen schien. Außerdem wusste Elise, was er zu sagen bereit war und fühlte die fortschreitende Veränderung ihres Mannes.
Sie hatte diese zuvor niemals gesehen. Als James ihr sein Geheimnis anvertraute, hatte Elise ihm dies ohne Beweise geglaubt. Die Wahrheit in seinen ehrlichen Augen war Grund genug ihm jedes Wort über seine Werwolfsnatur zu glauben.
Jetzt folgten ihre Augen, noch immer unter ihm liegend, ruhig und fasziniert wie James sich mehr und mehr zu eben jenem unbekanntem Wesen verwandelte, dass die Menschen als bösartige Legenden verurteilten und verabscheuten.
Elise erkannte keinen Grund dafür. Sie empfand weder Verachtung, noch Abscheu und auch keine Angst wenn sie sah wie sich in dem nachtschwarzen Haar, das sich an James Wange und Kinn entlang zog und zu Fell wurde, der rotgoldene Schein der Kerzen brach.
„Ich liebe dich.“, knurrte er undeutlich.
So wenig diese Worte mit dem zu tun hatten, wie er sie sonst aussprach, so hatten sie dennoch etwas nicht verloren.
Die Wahrheit dahinter.
Sie erkannte in den ausgewählten Worten, die er sich bemühte deutlich von sich zu geben, die Bedeutung, die in diesem Augenblick mehr bedeutete, als jemals zuvor.
Ohne dass es eine Frage war, wusste Elise, sie spürte dass der Moment an sich eine Frage war.
Ihr Blick lag unbewegt auf ihrem Mann und ihre Finger lösten sich von den Kissen. Ohne Furcht, mit Neugier und liebevoller Zärtlichkeit fuhr Elise mit einem Lächeln James, mit Fell überzogene, Wange nach.
Sein Fell war weich und gleichzeitig rau.
Wie sein Wesen.
Der Gedanke ließ sie schon wieder lächeln und in seine Augen aufsehen.
In diesem blau, dass scheinbar bis in die Unendlichkeit führte, wenn sie nur lange genug hineinsah, erkannte sie immer noch sich selbst. Sie erkannte immer noch die Liebe und die Sehnsucht die sie wie ein starkes Band auch jetzt zusammen hielt.
Elise empfand nicht, dass es eine Antwort gab, die in Worten hätte besser gefasst werden können, als in der vertrauten Geste, in der sie ihre Arme um seinen Hals legte und ihren Mann zu sich hinunter zog, um ihn zu küssen.
Er war ihr Atem, sie sein Leben und ohne das vorher geahnt zu haben, wollte sie dies mit jeder Faser wirklich teilen.
Elise wollte die Welt erleben wie James sie sah. Sie wollte mit den gleichen Augen auf die Dinge schauen und mit ihm zusammen das teilen, was er Sein nannte.
James Berührungen waren gröber, seine Küsse heftiger, auf eine Art, die Elise zuvor nicht erlebt hatte. Sie spürte, dass er versuchte, sich nicht fallen zu lassen. Sie ahnte weshalb.
Als ihre Hände über den schmalen Streifen Fell fuhren, der sich die Mitte seines Rückens entlang zog, konnte sie die Anspannung in jeder seiner Muskeln fühlen.
Auf ihr liegend, war seine Gestalt die, eines Menschen, sein Aussehen glich immer mehr einem Wolf.
Sie fand seine Lippen, gab sich der Kraft hin, mit der James sie berührte. In ihrer Tiefe, waren seine Stöße rau, dennoch konnte sie die Liebe darin, die sie verband, noch deutlicher als jemals zuvor spüren.
So unterschiedlich ihre Körper sein mochten, ihre Seelen waren gleich, in dieser Liebe vereint und fanden einen Rhythmus der über alles hinausging, was sie beide bisher geteilt hatten.
Die Augen zusammen gepresst, konnte Elise den Atem nur stoßweise und gepresst durch die Lippen entkommen lassen.
Ihre Hände hielten sich nun mehr an James fest, als in der Absicht in berühren zu wollen.
Es war mehr als die Leidenschaft, mehr als die Passion, die sie verzehrte. Es war die Nähe, die sie beinah erschlug und gequält stöhnen ließ, obwohl sie dies zu unterdrücken versucht hatte.
Als sie es jetzt tat war alles bereits verschwommen und es gab keine Möglichkeit mehr klar zu denken.
Alles was Elise noch fühlen konnte war James und den Zeitpunkt indem ihr Körper sich bebend ihm entgegen drückte, sie das Gefühl hatte genau von dieser Welle erdrückt zu werden, die ihr den Atem raubte.
Seine Zähne in ihrer Schulter nahm sie durch den Schleier der Zusammenkunft nur undeutlich war, fühlte den Schmerz jedoch langsam auf sich zukommen, wie eine Welle, die sie zu streicheln begann und heftiger wurde, je mehr der Nebel sie verließ, um anderem zu weichen.
„James…“
Ihre Stimme klang entfernt in ihren Ohren, galt jedoch in Liebe bewusst ausgesprochen ihrem Mann, den sie trotzdem sie kaum deutlich zu sehen vermochte, mit den Augen zu erfassen suchte.
Stimmung: :NC17:
James…
Immer wieder rief er sich selbst in der Schwärze seines Kopfes. Immer wieder hielt er an dem Namen fest.
James schlug die Augenlider auf, blinzelte, um zu Besinnung zu kommen. Sein Körper bebte noch von dem Schauder, der ihn hatte aufbäumen lassen.
Sein Speichel tropfte von den scharfen Backenzähnen auf die Reihe gelblicher Fangzähne. Da seine schwarze Nase in die Kissen gedrückt war, atmete er durch die Seiten seines aufgesperrten Mauls. Er schmeckte und roch das Blut, dass aus der Wunde an Elise Schulter quoll, in die er seine Fänge gegraben hatte.
Seine Pfoten lagen je rechts und links neben ihrem Körper. Tiefschwarz, zeichneten sie sich hart gegen den cremefarbenen Bezug des Bettes ab.
Er rief noch immer nach James, bewegte sich keinen Deut, während er nach ihm suchte. Seine spitzen Ohren hörten Elise angestrengten Herzschlag so deutlich, als würde er ihn fühlen. Er hörte ihren schweren Atem und immer wieder war da der Geschmack ihres Blutes der in seinem Kopf zu dunklem, blendendem rot wurde.
James fühlte für Augenblicke Ungewissheit. Das leidenschaftlich tiefe Rot schwebte zwischen Beute und der Essenz dessen, was Elise und ihn verband. Er suchte nach der Entscheidung, in der er fand, dass sie über alles, selbst über den Tod hinaus verbunden und versprochen waren. Solange seine Wolfsnatur diese nicht gefällt hatte, verharrte er. Mit einer unachtsamen Bewegung hätte er ihren sämtliche Knochen in ihrer Schulter gebrochen. Mit dem falschen neigen seines Schädels, hätten die scharfen Zähne ihre Haut und Fleisch zerschnitten.
Als hielte er etwas unheilvoll Kostbares in Händen, das gleichsam unendlich zerbrechlich war, fand der Blutgeschmack in seine Kehle. In der Mischung mit seinem Speichel, der unaufhörlich von seinen Lefzen floss, rann Elise Geschmack seinen Rachen hinunter.
Das brachte die Erlösung, die Antwort in der er plötzlich wusste, er hatte nicht nur ihr einen Teil von sich gegeben. Auch sie hatte ihr Blut mit ihm geteilt. James stechende Wolfsaugen schlossen sich, seine Zähne wurden kürzer, seine Pranken wandelten sich zu den kräftigen Händen, die er als Mensch hatte. Sein Fell ging zurück und seine spitzen Ohren schienen zu schrumpfen, bis sie wieder vollkommen an seinem Kopf angelegt waren.
Noch in der Verwandlung zurück tauchte er in das blutrot ein und fühlte, wie es nicht der Tod war, der ihn empfing. Er ließ es sich ausbreiten und dabei die Schwärze in seinem Geist verschlucken.
Es war die Liebe zu ihr, Elise.
Die Lippen um die Bisswunde geschlossen, trank er das Blut, das sie mit ihm teilte, um ihr zu sagen, er wäre auf immer mit ihr verbunden, so wie sie den Pakt mit ihm eingegangen war. Seine Liebe war so nah und greifbar, wie in all den Monaten zuvor nicht. Elise wimmerte leise und James tastete mit seinem Finger nach ihren Lippen. Er versuchte sie sanft zu berühren, fühlte dabei die Tränen, die aus ihren Augen rannen, auf ihren Wangen.
Er löste seinen Mund von der Wunde, die der Abdruck eines gewaltigen Wolfsgebisses war und wischte ihn fahrig schnell an seinem Unterarm trocken.
Seine nackten Körper auf ihre Haut drückend, stützte er sich so auf, dass sein Gesicht ihrem nah kommen konnte. Ihren schwachen Atem teilend, trafen seine Lippen ihre, ohne eine Erwiderung.
Anscheinend einer Ohnmacht nah, öffnete Elise angestrengt die Augen und er sah in das funkelnde goldbraun, dass erkennbar stechender geworden war. Sie würde seine Welt teilen. James lächelte, von einer Welle Glück und Zuneigung ergriffen, die er nicht fassen konnte, sondern die ihn von sonst so sicheren Beinen schwemmte.
Ihre Tränen küssend, mischten sie sich mit seinen.
„Elise…“, flüsterte er heiser. „Ich bin bei dir.“ Seine Arme unter ihren Körper geschoben, hielt er sie an sich gedrückt. Ihre Antwort war ein ersticktes Knurren.
„Wehr dich nicht dagegen.“ James lächelte sanft, während er ihr das auf ihre Wange flüsterte. Elise so innig im Arm haltend, bemerkte er die Veränderung ihres Körpers, die ersten Zeichen dafür, dass neues Blut in ihren Adern floss. Er trocknete ihre Tränen erneut mit Küssen.
„Es ist alles, wie es sein sollte.“
Ihre schmalen Hände formten sich zu einem Zustand, indem sie noch Finger besaß, diese aber wie Krallen gebogen von einem Schatten Fell überzogen waren. Ihr Körper durchlebte viele dieser kurzweiligen Zustände, gleichzeitig und in rasanter Geschwindigkeit.
Bei keiner Veränderung drang ein Laut über ihre vollen, weichen Lippen. James verschluckte jeden Ansatz eines Schreis mit seinem Mund, den er darauf gelegt hatte. Ihre Finger bohrten sich in seine Seiten, er bemerkte, wie ihre Fingernägel seine Haut zerschnitten und stöhnte, als die neu gewonnene Kraft in ihren Beinen ihm beinah den Unterleib zerdrückt hätte, um den sie diese geschlungen hatte.
Ihn festhaltend, bäumte sich ihr Körper in einem letzten Kraftakt auf und James brummte inbrünstig, erfüllt vom Schmerz, den diese Umarmung auslöste. Er unterdrückte den sich aufdrängenden Schrei, als er bemerkte, wie seine Rippen nachgeben wollten und die Luft in seinen Lungen knapper wurde.
„Elise…“, krächzte er erstickt. Nicht mahnend, sondern an ihn erinnernd. Er war bei ihr.
Alle Kraft in ihrer Umarmung verlor sich schlagartig und Elise sank leblos in die Kissen unter sich. In einer tiefen Ohnmacht schwebend, küsste er ihre Lippen und folgte dem Weg zu ihren Brauen, während seine Hand einfühlsam über ihre Wange, ihr Haar und ihre Schulter bis zu der Wunde strich.
Er war sich dem Gewiss, dass sie es schaffen würde. Die Augen schließend, legte er sich an sie geschmiegt, den Kopf auf ihre unversehrte Schulter bettend. Bevor er aber über dem Lauschen ihres, durch die Adern strömenden Blutes, in einem leichten Schlaf sinken konnte, riss die Zimmertür in einem gewaltigen Tosen auf. Sie schlug mit Krachen heftig an die Steinwand, James fuhr auf und herum.
Er kam nicht dazu, zu fragen, trotzdem ein sprachloses Was?! deutlich auf seinen Lippen stand.
„Halt ein!“, befahl ihm der Eintretende, mit einer wegwischenden Handbewegung.
„Ich will nicht stören.“, verkündete die schwarze Gestalt, deren zerzauste Locken feucht an seinem Kopf klebten. Der getragene, dunkle Samt stak vor Schlamm und Dreck. Er trat ein, bestimmt zum Fenster, während James nackt aus dem Bett stieg.
„Was ist passiert, Blake?!“ James Stimme war unwirsch, obwohl er ahnte, dass sein Onkel nicht grundlos in sein Schlafgemach stürmte und zielstrebig zu den, von schwerem Stoff verhangenen, Fenstern lief.
Blake ignorierte James Frage, hielt jedoch in Höhe des Himmelbettes an. James begegnete den dunklen Augen seines Onkels warnend, nachdem dieser mit gehobener Braue die nackte Angetraute gemustert hatte.
James glaubte verstanden zu haben, wie Blake etwas davon gewispert hatte, weshalb das jetzt sein musste. Doch er signalisierte kopfschüttelnd, er sage nichts. Die Warnung James reiche ihm, gab er unmissverständlich mit seinem Lächeln zu und hob den schwarzen Vorhang beiseite. James trat neben ihn, seine Blöße mit einem Laken verhüllend, dass er um seine Hüfte gewickelt hatte.
„Was ist los!“
Er folgte Blake knochigem Finger, der aus dem Fenster in die Ferne deutete.
“Da!“, knurrte er ungehalten.
James kniff die Augen zusammen, konzentrierte sich, um erkennen zu können, was Blake meinte. Noch immer geschafft von der bis jetzt verlaufenden Nacht, musste er viel Kraft aufbringen, seine Sinne zu beherrschen. Plötzlich riss er die Augen auf.
„Fackeln…“ Seine Feststellung wurde mit einem inbrünstigen Knurren Blakes bestätigt. Dessen hagere Gestalt, tauchte selbst hier beinah vollkommen im Schatten dieses Winkels des Zimmers ab. „Ja, Fackeln! Ich war in Inverton.“
James warf einen misslaunigen Blick zu Blake. Der warf dessen Blick nur unbeeindruckt zurück.
„Schau mich nicht so an, Junge.“ Mit einem strafenden Blick, sah er wieder auf den schwachen Lichtkegel am Horizont. „Es sind etwa dreißig bis vierzig Männer, bewaffnet mit Fackeln, Mistgabeln, Dreschflegeln. Manche haben Schwerter und Äxte…“
Den erwartenden Blick von Blake abfangend, weiteten sich James blaue Augen. Er packte seinen Onkel am Kragen und schleuderte ihn gegen die Wand neben dem Fenster. Mit einem Stöhnen prallte der gegen den Stein, der Aufschlag raubte ihm den Atem, um sprechen zu können.
„Blake! Was hast du getan!“, bellte er seinen Onkel wutentbrannt an, drückte ihm dabei die Kehle zusammen. „Du alter Narr! Das ist eine Meute und…“
James spürte, wie Blakes Hände an seinen Armen ruckten. Er wand sich in dem festen Griff und James war kurz davor, seinen Onkel für dessen Unachtsamkeit und Dummheit zu erwürgen.
„Ich sollte dir auf der Stelle das Genick…“
„Was ist hier los?!“, drang eine weitere Stimme fragend an James Ohr. Ohne sich umdrehen und nach der Stimme sehen zu können, hatte Tom Felton seine Hände zwischen James und Blake geschoben und trennte die beiden.
„Was soll das! Was seid ihr für Kinder!“
James traf auf Toms unverständigen Blick, während Blake, an der Wand lehnend seine Kehle rieb. Der Wolfskrieger hatte breite Schultern. Sein Morgenmantel war deutlich hastig übergestreift. Trotzdem Tom älter als Blake war, strahlte seine Haltung noch immer Kraft und Stärke aus.
„Was ist los? Weshalb wollt ihr euch umbringen!“
„Ich…“, Blake wurde von tiefem Husten unterbrochen. „Ich wollte niemanden umbringen.“
„Der Narr hat einen ganzen Mob auf uns gehetzt.“ James Finger zeigte bestimmt auf Blake, der die Arme hob.
„Nein! Wag dir, das zu behaupten, Junge!“
Er lächelte abwehrend süffisant. Tom schüttelte ungläubig den Kopf.
„Nenn mich nicht Junge, Onkel!“, drohte der halbnackte Earl of Renfrewshire seinem Verwandten. Blake Hawthorne schüttelte drohend den Kopf.
„Du solltest dich schämen, mir so etwas zu unterstellen!“
„Hört auf!“ Tom schob sich wieder zwischen die beiden Männer. „Beide!“
Er sah abwechselnd zu James und dessen Gegenüber.
„Es hilft uns nicht, wenn ihr euch gegenseitig an den Hals springt.“ James traf auf Toms graue Augen, die ihn offen nach dem Geschehen fragten.
„Was ist mit deiner Frau?“
„Ich habe es gerade getan.“
„Siehst du, er hat sie gebissen!“, brummte Blake empört und deutete auf seinen Neffen. „Ausgerechnet heute!“
Er schüttelte verzweifelt den Kopf. „Jetzt können wir sie unmöglich wieder gehen lassen. Und da behauptet ihr immer, ich wäre der Unvernünftige in der Familie.“
Blakes schwarzes Lächeln löste in James den Drang aus ungehalten aus tiefster Kehle zu knurren. Seine Stimme war eine verzerrte Mischung aus leidenschaftlicher Wut und zorniger Zurückhaltung. „Wir schicken niemanden zurück! Was hast du angestellt?!“
Toms Hände drückten gegen die Oberkörper beider Männer, da Tom kleiner als sie war, konnte James seinen Onkel nur über die Schulter des alten Familienfreundes erkennen.
„Verdammt! Sag mir, was du gemacht hast, Blake Hawthorne. Bevor ich dich in Stücke reiße!“
„So kommen wir nicht weiter.“, läuterte Tom Felton die beiden. Sein Versuch schien ungehört zu bleiben, doch bevor Blake etwas anbringen konnte, winkte James plötzlich ab.
„Es ist egal.“ Er entfernte sich einige Schritte. „Wir müssen uns vorbereiten. Es ist nun einmal geschehen.“ Er wandte sich seiner Frau zu, beugte sich zu ihr, die Decke über ihren nackten Körper legend. Tom löschte die noch brennenden Dochte der Kerzen zwischen seinen Fingerspitzen.
Mit Wolfsblut in den Adern hatten sie kein Problem, in der Dunkelheit zu sehen.
„Elise…“, sprach James seine Frau leise und zärtlich an. Sie reagierte nicht auf ihn, ihr schwacher Puls zeigte aber, dass sie noch am Leben war. Er küsste sie auf die Stirn. „Ich kehre gleich zurück.“
„Was soll der Lärm?“, unterbrach sie eine verschlafene Stimme. Keith fuhr sich durch die Haare, sein loses Hemd tragend und die schnell übergestreifte Hose am Bund zusammenhaltend.
„Keith!“, stellte Tom fest. Er näherte sich dem Jungen, während James einen abgeklärten Blick mit Blake teilte. Er sah den Schatten in dessen Ausdruck, der andeutete, Blake hielt etwas von der Wahrheit zurück, die James jedoch nicht bekümmern sollte.
„Keith, pack das nötigste zusammen. Es kann sein, dass wir heute Nacht aus Rynedale fliehen müssen.“, wies Tom ihn an. Die Augen des jungen Mannes weiteten sich.
James hatte sich erhoben, zog seine Hose und sein Hemd über.
„Aber sag vorher Robert und Charlotte bescheid.“ James lächelte trotz dem Ernst der Situation, auch Blake konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen.
Obwohl jeder dazu angehalten wurde, die Cousine des Earls Charly Coltrane zu nennen, ließ es sich Tom Felton, so stur wie er war, nicht nehmen, sie höflich beim vollen Namen zu nennen.
Keith nickte. „Gut, das mache ich.“ Bevor er verschwand, drehte er sich nochmals zu allen. „Wie viel Zeit bleibt uns?“
Blake versuchte es zu schätzen. „Eine Stunde vielleicht. Bestimmt aber weniger, Junge.“
Keith, der gerade einmal Achtzehn zu sein schien, verschwand aus der Tür. James band soeben die Schnürung seines Hemdes. Er fixierte seinen Onkel, als sei zwischen ihnen nie eine Meinungsverschiedenheit gewesen.
„Gib bitte Ryan und Hanna Bescheid. Ich glaube nicht, dass sie von dem Krach nicht sowieso wach geworden sind.“ Blake nickte, weit weniger aufgeschlossen, als sein Sohn es getan hatte. „Hanna soll sich meiner Frau annehmen und sie reisefertig machen. Dann pack auch du deine Sachen.“ Blake trat kommentarlos an den beiden Männern vorbei und verschwand im Dunkeln.
Tom sah zu James. „Glaubst du wirklich, wir werden gehen müssen.“
Der Earl nickte, zog seine Stiefel an.
„Ich hoffe, Blake hat uns alle nicht ins Unglück gestürzt.“
„Vielleicht können wir sie täuschen, indem wir das Licht gelöscht lassen und uns nicht anwesend zeigen.“
James schloss die Tür zu seinem Gemach hinter sich.
„Wir werden es versuchen.“ Er fasste Tom entschlossen in den Blick. „Versuch du etwas über sie herauszufinden. Nimm dir ein Pferd und reite ihnen entgegen. Aber bleibe unentdeckt!“
Tom nickte und band den Mantel, den er über seinen Kleidern trug mit einem Gurt zu.
James begleitete ihn die Treppe hinunter, blieb in der Halle stehen.
„Versuche herauszufinden, was sie beabsichtigen.“ James schnaubte hoffnungsvoll. „Vielleicht wollen sie nur über die Pacht reden oder den Kopf meines Onkels, auf einen Speer gespießt.“
Er packte den ihm entgegen gestreckten Arm Toms. Beide Männer verabschiedeten sich.
„Sei vorsichtig, alter Freund.“
„Das werden wir beide sein, James.“
Stimmung: :ahja:
Hanna konnte Geräusche aus dem Zimmer am Ende des Ganges hören, dass von Robert und Charly bewohnt wurde.
Doch sie wandte sich zwei Zimmer weiter in Richtung Treppe.
Sie öffnete die Tür zu James Hawthornes Gemach und dem seiner Frau.
Deren blasse Gestalt schimmerte im fahlen Licht vereinzelter Sterne totenbleich.
Aber Hanna konnte den wilden, immer wieder unruhig gehenden und manchmal ganz verklingenden Herzschlag von Elise deutlich hören.
Den Koffer nahe der Tür abgestellt wollte sie eintreten, als sie Keith den Gang entlang eilen sah. Auch er war reisefertig.
„Keith!“
Ihre Stimme klang angespannter, aufgeregter als sie beabsichtigt hatte.
Sie reichte ihrem Halbbruder ihren Koffer, der schon einen kleinen Koffer in seiner anderen Hand hielt, in dem sich seine eigene Habe befand.
„Nimm das hier für mich und verstau es im Wagen. Dann spann die Pferde an. Sei vorsichtig und schnell und wenn du fertig bist komm wieder hoch und zu mir.“
In ihren Augen stand deutlich, dass sie ihm später alles erklären würde, jetzt musste er sich beeilen.
Sie auch.
Sie eilte zu der bewusstlosen Frau, die leise wimmerte.
Ihre Hände hatten sich der Schmerzen wegen in die Laken gekrallt.
Hanna sprach leise auf das zierliche Mädchen ein, das so zerbrechlich wirkte.
Wie eine Mutter strich sie ihr das Haar aus der Stirn und riss dann in kräftigen Bewegungen eines der Bettlaken in Stücke.
Sie verband Elise Wunde hastig, aber durchaus so, dass sie würde aufhören zu bluten und sich nicht entzünden konnte.
Dann besah sie sich den reglosen Körper, der ab und an von schweren Krämpfen durchzogen wurde und zuckte.
Das und der unregelmäßige Atem, der immer wieder aussetzende Herzschlag, so wie das hin und wieder leise Wimmern, war alles was daraufhin wies, was die Frau gerade durchmachte.
Für Hanna machte es wenig Sinn Elise anzuziehen.
Stattdessen streifte sie der Frau in aller Anstrengung einen Reisemantel über.
Es war der, indem die junge Frau von James hier vor einer Woche als Ehefrau des Earl aufgetaucht war.
Dann wickelte sie ihr eine Decke um die zitternden Schultern.
Hanna spürte Keiths Anwesenheit in ihrem Rücken.
„James hat sie gebissen.“ Gab Hanna ohne Auforderung kurz und prägnant von sich.
„Du wirst sie vorsichtig hinunter tragen müssen und dann will ich das du mit ihr im Wagen auf mich wartest Keith. Hörst du?“
Sie ging auf ihren Bruder zu, der für sie immer einer gewesen war, egal wie ihr verwandtschaftliches Verhältnis sein mochte.
„Ich will dass jemand bei ihr ist. Sie hat große Schmerzen und ich weiß nicht ob sie es schafft. Kannst du das tun?“
Stimmung: :ernst:
Keith schloss soeben den kleinen Koffer, in den er ein weiteres Hemd und Pullover geworfen hatte. Weiterhin lagen in ihm einige kleine Bücher und Aufzeichnungen. Persönliche Sachen, Andenken und Dinge, die dem jungen Mann wichtig waren. Er schloss die Riemen und zog die dicke Lodenjacke über seinen Pullover. Sie sollte ihn in dieser Nacht warm halten. Wie viele weitere Nächte sie das musste, konnte Keith nicht wissen. Er wusste nicht einmal, weshalb sie flohen, aber vor ein paar Augenblicken war noch einmal Ryan in sein Zimmer gekommen, hatte ihm erklärt, er habe seine Frau angewiesen, sich um Elise zu kümmern. Er solle sich darum kümmern, den Heuwagen fertig zu machen, da es der einzige war, der für alle Bewohner von Rynedale platz bot.
Ryans Ernst hatte Keith darin bestätigt, es handle sich um etwas Wichtiges. Hätte seine Aufgabe nicht darin bestanden Hanna zu helfen, hätte er sicher versucht Robert mit seiner Frau zu helfen, die immerhin hochschwanger war.
So aber wusste er, Hanna sicher zwischen dem Schlafzimmer der Campbells und dem Zimmer seines Cousins anzutreffen.
Sie hielt ihn auf und drückte Keith ebenso ihren Koffer in die Hand. Er willigte auf ihre Anweisungen ein und trug das Gepäck nach unten.
Stimmung: :kick:
Er trat ein, ohne vorher anzuklopfen und entdeckte Hanna sofort. Als er näher kam erkannte er auch Elise, die jedoch bleich auf dem Bett lag. Seine Augen begegneten denen Hannas fragend.
Sie sagte ihm, James habe sie gebissen. Keith nickte und verspürte ein sehr tiefes, inneres Verlangen, zu äußern, wie unglücklich das in dieser Nacht gewesen war.
Er nickte, Hannas Hände auf seinen Schultern spürend.
„Natürlich.“ Er willigte ein, auch wenn er Hanna nicht allein gehen lassen würde. Vorerst aber würden sie beide nach unten gehen.
Nichts konnte so wichtig sein, dass sie ihr Leben unnötig riskierte. Und so wie Ryan geklungen hatte, könnte das durchaus geschehen.
Er nahm Elise, die in ihrer Ohnmacht schmerzvoll gepeinigt stöhnte, in die Arme.
„Du kommst doch nach.“, forderte er als Versprechen von seiner Schwester. Hanna nickte daraufhin.
Stimmung: :hurt:
1186490733]
Hanna gestand sich den kurzen Augenblick ein, indem sie Keith nachsah, wie er das bleiche Mädchen in den Armen nach unten trug und aus ihrem Blickfeld entschwand.
Dann mahnte sich Ryans Frau zur Eile.
Sie fand zwei Koffer neben den beiden Holzschränken, die im Gemach standen. Hanna legte beide auf das Bett, öffnete sie und wandte sich dann zu den Schränken.
Sie widmete sich zunächst den Dingen, die sie für den Earl of Renfrewshire zusammenpackte.
Darunter eine bunte Auswahl verschiedener Hemden dazu passend drei Jacken in verschiedenen Farben und Stil. Zwei warme Pullover, eine unscheinbare Überziehjacke. Außerdem vier Hosen, einige Socken, Unterwäsche und etwas für die Nacht. Oben auf legte sie ein paar Handtücher; Seife; Manschettenknöpfe, die sie fand; Haarbänder; Kamm und Schmuck, der sich in der obersten Schublade der Nachtkommode befand.
Den Koffer geschlossen widmete sie sich den Sachen für die junge Frau des Earl.
Hanna hatte sie wie alle Familienmitglieder beim heutigen Abendessen, dass erste Mal getroffen. Elise Hawthorne wirkte zerbrechlich und wie ein junges unschuldiges Mädchen.
Aber sie hatte Haltung. Etwas lag in ihren Bewegungen, in der Art wie sie das Gespräch geführt hatte, in dem Funkeln ihrer Augen, dass auf Stärke deutete, die scheinbar mit James harmonierte.
Hanna hätte das nicht leugnen können, auch wenn sie auf den ersten Blick nicht gleich verstanden hatte was James an dem Mädchen aus Ayrshire glaubte gefunden zu haben, auf den zweiten war es deutlich sichtbar und offensichtlich gewesen.
Sie passten einfach zusammen.
Hanna verschwende weder einen Gedanken daran, ob Elise die heutige Nacht oder die nächsten Tage überleben würde. Die Gabe konnte für einen Menschen selbst dann tödlich sein, wenn er vollkommen ruhig in einem warmen Bett in der Liebe seines Partners lag. Eine eisige Winternacht draußen in einem holprigen Heuwagen, auf der Flucht?
Wer konnte das wissen. Sie hoffte in der Zerbrechlichkeit, die sie besaß steckte mehr Zähes, als man auf den ersten Blick erkennen würde.
Hanna verschwendete weder einen Gedanken an Elise Tod noch einen daran, an was die junge Angetraute hängen konnte.
Sie packte für das Mädchen drei einfache Kleider ein, dazu zwei wirklich aufwendig gearbeitete Ballkleider und ihr Hochzeitskleid. Das hing außen am Schrank und Hanna nahm in weiblicher Intuition an, Elise wünsche es mit sich zu nehmen.
Dazu eine Auswahl an Korsetts, Unterhemdchen, Unterkleidern, Strümpfen, Unterwäsche und ein, zwei Nachtgewänder.
Der Schmuck war bereits in James Koffer.
Hanna sah sich noch einmal im Zimmer um.
Ihre Sinne konnten bereits den Geruch von menschlichem Schweiß in der Ferne wahrnehmen.
Sie schloss den Koffer hoffte das Mädchen verfügte nicht über mehr privaten Besitzt, welchen Hanna nicht kannte, dann eilte sie ohne die Tür des Gemachs zu schließen nach unten.
Stimmung: :angespannt: