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Inkontinentia - 20.08.2006 - 18:46
Enuresis (das Einnässen) ist der allgemeine Fachbegriff für das unfreiwillige Verlieren von Urin in der Nacht (nocturna) oder am Tag (diurna).
Ein Enuretiker ist jemand, der das Problem des unfreiwilligen Verlierens von Urin hat.
Enuresis nocturna bezeichnet das unfreiwillige Verlieren von Urin in der Nacht, genauer während des Schlafs, also das Bettnässen.
Hierbei gibt es zwei wichtige Unterscheidungen:
primäre Enuresis nocturna: ist gegeben, wenn jemand von Geburt an nie länger als sechs Monate "trocken" gewesen ist.
sekundäre Enuresis nocturna: ist gegeben, wenn jemand schon längere Zeit (mind. aber 6 Monate) Nachts "trocken" gewesen ist, und nun wieder angefangen hat ins Bett zu machen.
Aber ähnlich wie bei der Enuresis ist die Inkontinenz das unwillkürliche Harnlassen am "falschen Ort". Der entscheidende Unterschied zwischen beiden Formen ist, dass bei der Inkontinenz eine krankhafte Veränderung die Ursache ist. Bei der Enuresis kann eine solch krankhafte Veränderung nicht festgestellt werden.
Die Unterscheidung ob primäre oder sekundäre Enuresis ist in so fern wichtig, da für beide meist sehr unterschiedliche Ursachen vorliegen. Ebenso ist die genaue Ursache für eine spätere Behandlung wichtig.
Anmerkung: Sowohl eine sekundäre wie auch eine primäre Enuresis können vorhanden sein, ohne das ein spezieller Grund dafür vorliegen muss!
Diese Definition wird durch die "American Psychiatric Association (APA)" noch etwas genauer formuliert:
Wiederholtes unwillkürliches oder willkürliches Entleeren von Urin während des Tages oder in der Nacht ins Bett oder in die Kleidung.
Mindestens zweimaliges Einnässen pro Monat bei Kindern zwischen 5 und 6 Jahren und mindestens einmal pro Monat bei älteren Kindern.
Das tatsächliche bzw. Entwicklungsalter des Kindes muss mindestens 4 Jahre betragen.
Die Störung ist nicht durch körperliche Störungen wie Diabetes, durch eine Entzündung der Harnwege oder durch Anfallsleiden bedingt (Quelle: APA 1987, DSM-III-R 1989, Diagnostic and statistical manuel of mental disorders. Übersetzung aus dem Buch von G. Haug-Schnabel, 1994, "Enuresis - Diagnose, Beratung und Behandlung bei kindlichem Einnässen".
Die „Wahl" des Symptoms hängt auch häufig davon ab, welche familiären Norm- und Wertvorstellungen herrschen, auf die das Kind in seiner Weise reagiert. Wenn das Kind ohnehin in Kampf und Streit mit seinen Eltern lebt, trachtet es meistens danach, sie in ihrem schwächsten Punkt zu treffen. Wird das Kind ständig auf ein bestimmtes Thema, z. B. auf das richtige Reden, Essen, Schlafen, auf Stuhl und Urin etc. hingewiesen, ist es wahrscheinlich, daß es in einem oder mehreren dieser Bereiche zu Störungen kommt.
Bettnässende Kinder haben oft das Gefühl, nicht genügend geliebt zu werden und von einer warmen in eine kalte Situation gekommen zu sein. Auf diese Empfindungen des Kindes mit Schuldgefühlen zu reagieren, bestärkt den Enuretiker in seiner inneren Einstellung des Zukurzgekommenseins.
KONGRESSE Urologie Definition und Einleitung Enuresis ist nicht der kindlichen
Harninkontinenz gleichzusetzen, die aufgrund anatomischer, neurologischer oder
urologischer Ursachen auftritt. Enuresis bedeutet einfach eine unwillkürliche
Blasenentleerung zur unrechten Zeit: Wenn das Ereignis nachts passiert, spricht man von
Enuresis nocturna ("Bettnässen"). Bei Harnverlustsymptomatik tagsüber spricht man
aufgrund der zeitlichen Zuordnung von Enuresis diurna, die allerdings nicht Enuresis mit
Tagessymptomatik meint. Diese große Gruppe der Enuretiker ist dadurch charakterisiert,
dass neben dem nächtlichen Einnässen noch eine Tagessymptomatik existiert, während bei
der monosymptomatischen Form als einziges Symptom die nächtliche Harnflut auffällt.
Diese nächtliche Polyurie ist vermutlich genetisch bedingt und auf eine unzureichende
Steigerung des antidiuretischen Hormons während des Schlafes zurückzuführen.
für Inko speziell interessant:
Enuresis mit Tagessymptomatik Wegen der zeitlichen Zuordnung der vorrangigen
Symptomatik wird diese auch Enuresis "diurna" genannt, wenngleich hier ebenfalls
nächtliches Einnässen vorliegen kann. "Frequency and urgency" sind klassische
Leitsymptome, typischerweise finden sich auch Haltemanöver (Fersensitz, Überkreuzen der
Beine, Zappeln) und Miktionsaufschub. Diese Kinder werden nachts auch durch Harndrang
geweckt - erreichen gelegentlich aber die Toilette nicht rechtzeitig - oder bemerken das
nasse Bett und stehen dann auf, um die Schlafstätte und/oder das Nachtgewand zu
wechseln. Anamnestisch werden auch uncharakteristische Nabelkoliken berichtet, eventuell
abgeschwächter Harnstrahl, "Stakkato-Miktion" (jetförmige Harnexpulsionen) oder Pressen
beim Wasserlassen. Lazy voider-Syndrom Dieses ist als eine Sonderform des ständigen
Miktionsaufschubes mit schwerwiegenden Folgen anzusehen. Nicht selten handelt es sich
dabei um - gesellschaftlich gut angepasste - Mädchen, die den Harndrang ständig
unterdrücken, sodass sie nur ein bis zwei Blasenentleerungen pro Tag haben. Die
unphysiologisch hohen intravesikalen Druckwerte führen gemeinsam mit unzureichender
Sphinkterrelaxation während der Miktion allmählich zu insuffizienter Blasenentleerung mit
zunehmender Restharnbildung. Harnwegsinfekte komplizieren die Situation. Manchmal ist
der Teufelskreis zunächst nur durch intermittierenden Einmalkatheterismus zu
durchbrechen. Generell ist ein spielerisches Toilettentraining mit regelmäßigen
Blasenentleerungen ("time voiding") unter optimaler Relaxation anzustreben.