Bulli - 28.09.2004 - 14:49
Ein unerschöpfliches Thema und wahrscheinlich das problematischste bei den Molossern. Einseitige Zucht auf Größe/Substanz/Kopftyp und falsche Aufzucht u. Haltung schlägt sich häufig nieder in Problemen im Bewegungsapparat.
Die Hüftgelenksdysplasie (HD) ist in der Rasse relativ weit verbreitet, jedoch in der absoluten Mehrzahl in den weniger ausgeprägten Graden (Übergang/leicht). Über den Grad der Erblichkeit entbrennen immer wieder Diskussionen, einig ist man sich größtenteils, daß die Veranlagung erblich ist, jedoch spielen auch Faktoren wie Aufzucht, Fütterung, Bewegung eine sehr große Rolle. Im SKG BMCS müssen alle zur Zucht verwendeten Hunde auf HD geröntgt werden und erhalten nur bei leichten Graden eine Zuchtzulassung.
Der Ellenbogendysplasie wird eine wachsende Aufmerksamkeit zuteil, in vielen Ländern ist die Untersuchung auf ED Pflicht, in der Schweiz noch nicht.
Keine Krankheit, sondern eine Verletzung ist der Kreuzbandriß, wobei beim Toben, Springen, plötzlichen Bewegungswechseln das Kreuzband im Knie reißt, was dem Hund starke Schmerzen und Lahmheit beschert und meist sofort operiert wird. Betroffen sind oft ältere oder übergewichtige Hunde, aber auch Junghunde im Wachstum. Kreuzbandrisse treten in bestimmten Linien gehäuft auf, man geht von einer Erblichkeit der Veranlagung dazu aus.
Desweiteren können, bedingt durch eine der o.g. Erkrankungen, Verletzungen, Fehlstellungen, durch falsche Aufzucht oder im Alter Entzündungen und degenerative Veränderungen der Knochen/Knorpel und Gelenke wie Arthritis, Arthrose, Osteochondrose usw. entstehen, die schmerzen und den Hund in seiner Bewegungsfähigkeit einschränken.
Probleme können auch auftreten mit Entzündungen der Zehenzwischenräume bis hin zu Ekzemen, bedingt durch Umwelteinflüsse, Allergien oder fehlerhaften Gliedmaßenstellungen und z. B. Spreizpfoten. Der betroffene Hund hat Schmerzen beim Laufen, bedingt durch Entlastung der betroffenen Gliedmaßen können sich Folgeerkrankungen (s.o.) einstellen.
Vielen dieser Probleme kann man mit einer verantwortungsvollen Auswahl der Zuchttiere, angepaßte Ernährung und Bewegung in der Jugend entgegenwirken. So sollten besonders im Wachstum befindliche Hunde (mind. 18 Monate) nicht überfüttert werden (Erwachsene natürlich auch nicht), ein ausgewogenes Qualitätsfutter ist ein Muß. Futterzusätze wie Mineralien, Vitamine usw. sollten sehr vorsichtig eingesetzt werden, da Überdosierungen ebenso fatale Folgen wie Mangel haben. Der junge Hund sollte seinen Bewegungsapparat nicht zu stark belasten (müssen), manchmal muß man ihn auch bremsen. Kontrollierte Bewegung ist für den Aufbau der Muskulatur und des Bewegungsapparates sehr wichtig, Überbeanspruchungen rächen sich jedoch später. Beim Junghund können öfter Lahmheiten auftreten (z. B. nach Überanstrenung, unphysiologischen Bewegungen), sind diese nach ein paar Ruhetagen nicht verschwunden, sollte der Tierarzt konsultiert werden. Experimente mit Schmerzmitteln bekämpfen zwar die Symptome, der Hund läuft wieder wie vorher, das Problem ist jedoch weiterhin da und kann sich verschlimmern.