Frankfurt/Main - T-Mobile will die im Markt üblichen Subventionen für Handys kürzen. Damit werden Mobiltelefone für Kunden, die bei dem Marktführer einen Vertrag abschließen oder verlängern wollen, künftig teurer. Die Konkurrenz erwägt ähnliche Maßnahmen.
"Das Verhältnis zwischen Endgeräte-Subventionierung und Tarifen muss grundlegend überarbeitet werden", sagte T-Mobile-Chef René Obermann am Rande einer Veranstaltung in Bonn. Ein Sprecher des Unternehmens bewertete diese Äußerung als "Signal" dafür, dass es demnächst zu entsprechenden Kürzungen komme - und zwar vornehmlich bei Kunden mit Laufzeitverträgen (Postpaid).
Er verglich die sich anbahnende Entwicklung mit den starken Kürzungen der Handy-Subventionen für Kunden mit Guthabenkarten (Prepaid), die in den vergangenen drei Jahren stattgefunden haben. Die Mobilfunker haben bereits im vorigen Jahr in einem ersten Schritt im Postpaid-Geschäft die Zuschüsse für Mobiltelefone gesenkt. Allerdings liegen sie noch bei bis zu 200 Euro pro Kunde.
Die anderen drei Netzbetreiber dürften nachziehen. "Die Subventionen sind derzeit zu hoch", sagte ein Sprecher der deutschen Nummer zwei Vodafone. Allerdings gebe es noch keine konkreten Kürzungspläne. In Vodafone-Kreisen heißt es, nicht man selbst, sondern T-Mobile stünde "unter enormem Druck". Bei der Telekom-Tochter schmolz im ersten Halbjahr die Gewinnmarge stark ab. Zudem habe Vodafone die niedrigsten Aufwendungen bei der Kundenakquise. Dies lässt darauf schließen, dass Vodafone dem Marktführer offenbar den Vortritt lassen will.
Ein Sprecher des Branchenvierten O2 sagte: "Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Wir werden uns dem Markt anpassen." O2 freue sich überdies über jeden Kunden, auf den T-Mobile verzichte. T-Mobile-Chef Obermann hatte gesagt, sein Unternehmen müsse in Kauf nehmen, auf den einen oder anderen Kunden zu verzichten. Man werde sich verstärkt auf die "werthaltige" Klientel konzentrieren. Auch E-Plus deutete an, dass es die Handy-Subventionen reduzieren wolle, sollten die größeren Mobilfunkgesellschaften vorpreschen.
Der Branchendritte führt zum 1. Oktober ein neues System für seine "Time & More" genannten Bündeltarife ein. Kunden bezahlen demnach keine Grundgebühr mehr und dazu jedes einzelne Telefonat, sondern können ohne Grundgebühr vorab "Pakete" mit 50, 100, 200 oder 500 Minuten buchen. Die Düsseldorfer passen damit ihre Tarifstruktur weitgehend den Paketangeboten der drei anderen Netzbetreiber an, sind teilweise jedoch günstiger. Im Gegensatz zu den Tarifen der Konkurrenten können die E-Plus-Kunden jedoch ihre nicht abtelefonierten Minuten in den nächsten Monat herübernehmen. Gerade die ungenutzten "Restminuten" machen die Bündeltarife zu einem Gewinn bringenden Angebot für die Betreiber. E-Plus will durch sein Angebot offenbar vor allem neue Kunden gewinnen. Bestandskunden können allerdings auch die neuen Tarife buchen.
Die Absicht einer massiven Neukundenakquise dürfte auch hinter dem Startguthaben von 120 Euro stehen, das der Düsseldorfer Anbieter Abonnenten bis zum Jahresende gewährt. "Eine Subvention in dieser Höhe ist ein suizidaler Akt", sagt ein Branchenbeobachter. Startguthaben seien zwar durchaus üblich, allerdings nicht in dieser exorbitanten Höhe. In ersten Reaktionen sagten die drei konkurrierenden Netzbetreiber, sie planten keine vergleichbaren Aktionen.
T-Mobile könnte jedoch seine Tarife senken, denn CEO Obermann hat angekündigt, die Einsparungen bei den Subventionen in Tarifmaßnahmen zu investieren. "Allerdings nur zum Teil", wie ein Sprecher klarstellte. T-Mobile hat eine Millionen Pakettarif-Kunden, E-Plus macht keine Angaben.
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