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Achim - 07.10.2006 - 15:27

Doppel-Pole für Ferrari
Der Brasilianer Felipe Massa geht morgen beim Grand Prix von Japan von der Pole Position aus ins Rennen. Neben ihm in Startreihe eins steht Michael Schumacher. Renault hatte gegen die Bridgestone-Konkurrenz Nachteile, qualifizierte sich erst hinter den Ferrari und den Toyota. Alonso wurde im Qualifying Fünfter vor Teamkollege Giancarlo Fisichella.


Felipe Massa startet in Japan von Platz eins vor Teamkollege Michael Schumacher.
Im ersten Abschnitt des Qualifying sorgte Sakon Yamamoto im Super Aguri für einen frühen Aufreger, als er sich beim Anbremsen innerhalb seiner allerserten Runde drehte und der Bolide auf der Strecke stehen blieb. Barrichello wäre beinahe in das Auto gerutscht. Für Yamamoto gab es keine Hilfe mehr, außer der der Streckenposten, die ihn wegschoben.

Danach unterstrichen die Ferrari die hervorragende Form vom Morgen, als Michael Schumacher schon im dritten ferein Training die Konkurrenz schockte. Zunächst setzte sich der Kerpener an die Spitze, dann unterbot Teamkollege Felipe Massa die Bestzeit nochmal klar.

Michael Schumacher landete letzten Endes auf Platz 8, fuhr allerdings im Gegensatz zu Massa mit gebrauchten Reifen. Insgesamt hatten die Bridgestone-Teams klar die Nase vorn. Massa, Trulli, Rosberg und Ralf Schumacher - also ach drei Deutsche unter den ersten Vier - führten das Klassement an.

Coulthard, Doornbos, Speed, Sato, Monteiro und eben Yamamoto belegten die Plätze 17 bis 22 und schieden aus.

Im zweiten Turn der Qualifikation demonstrierten zunächst die Toyota bei ihrem Heimspiel Stärke. Jarno Trulli und Ralf Schumacher setzten sich - Bridgestone-bereift - an die Spitze. Dann zauberte Michael Schumacher eine Bestzeit auf den Asphalt, setzte sich mit 1,2 Sekunden Vorsprung vor die Konkurrenz.

Fernando Alonso und Giancarlo Fisichella waren die beiden Schnellsten auf Michelin, belegten zu diesem Zeitpunkt die Ränge fünf und sechs. Kimi Räikkönen, immerhin Vorjahressieger, kämpfte hart um die Qualifikation für die Top Ten. Robert Kubica im BMW-Sauber kam zweimal innerhalb von zwei Kurven von der Strecke und rutschte durchs Gras und leicht ins Kiesbett.

Am Ende des zweiten Abschnitts reichte es weder für Kubica noch für Räikkönen, sie schieden ebenso aus wie Albers, Liuzzi, Webber und de la Rosa. Beide McLaren-Mercedes also draußen. Alonso qualifizierte sich als Achtschnellster, wohingegen Michael Schumacher unangefochten die Bestzeit hielt. Alle vier deutschen Fahrer unter den besten Zehn, das gab es noch nie.

Im Kampf der besten zehn Fahrer um die Pole Position gaben alle von Beginn an Gas, da sie Angst vor Regen hatten. Jeder wollte sofort gute Zeiten auf sein Konto bringen. Massa hielt dabei Alonso ein kleines bisschen auf.

Trulli ließ als Erster neue Reifen aufziehen und setzte sich sogleich an die Spitze vor Heidfeld. Als die Ferrari aber ebenfalls neue Pneus bekamen, dominierten wieder die "Roten" aus Maranello. Dabei war Michael Schumacher schneller als Massa.

Renault kämpfte verbissen, Fisichella kletterte auf Rang vier, zwei Plätze vor Alonso. Auf drei und fünf, also jeweils vor den Franzosen, platzierten sich Trulli und Ralf Schumacher in den Toyota.

Circa drei Minuten vor dem Ende des Qualifying herrschte nochmal Hochbetrieb an den Boxen, gab es wieder frisches "Schwarzes Gold" in Form von nagelneuen Reifen für die Zeitenjagd. Nur Michael Schumacher blieb draußen.

Felipe Massa knackte mit frischen Reifen die Zeit von Michael Schumacher. Ralf Schumacher setzte sich noch vor Trulli. Beide Toyota distanzierten die Renaults. Nick Heidfeld startet im BMW-Sauber von Platz 9, Nico Rosberg im Williams von Rang 10.

Pos. Fahrer Team Zeit/
Ausfallrunde Ausfall-
grund
1 Felipe Massa Ferrari 1:29.599
2 Michael Schumacher Ferrari + 0.112
3 Ralf Schumacher Toyota + 0.390
4 Jarno Trulli Toyota + 0.440
5 Fernando Alonso Renault + 0.772
6 Giancarlo Fisichella Renault + 1.000
7 Jenson Button Honda Racing + 1.393
8 Rubens Barrichello Honda Racing + 1.879
9 Nick Heidfeld BMW Sauber + 1.914
10 Nico Rosberg Williams + 2.257
11 Kimi Räikkönen McLaren + 1.228
12 Robert Kubica BMW Sauber + 1.495
13 Pedro de la Rosa McLaren + 1.655
14 Mark Webber Williams + 1.677
15 Vitantonio Liuzzi Scuderia Toro Rosso + 2.344
16 Christijan Albers Spyker MF1 Racing + 4.151
17 David Coulthard Red Bull Racing + 2.653
18 Robert Doornbos Red Bull Racing + 2.803
19 Scott Speed Scuderia Toro Rosso + 3.268
20 Takuma Sato Super Aguri F1 + 4.067
21 Tiago Monteiro Spyker MF1 Racing + 4.110
22 Sakon Yamamoto Super Aguri F1 + 89.599

Achim - 22.10.2006 - 06:30

Eine Hand hat Fernando Alonso bereits am WM-Pokal. Mit einem Sieg in Suzuka sicherte er sich einen fast uneinholbaren Vorsprung für das Saisonfinale.
Bis zur 37. Runde lief alles nach dem roten Masterplan. Michael Schumacher führte den Großen Preis von Japan mit einem beruhigenden Vorsprung vor seinem Titelrivalen Fernando Alonso an. Dann der Paukenschlag: Mit einer zunächst leichten, dann immer heftigeren Rauchwolke beendete der siebenfache Champion sein letztes Rennen in Suzuka mit einem Motorschaden am Streckenrand. Alonso sagte danke und übernahm nicht nur die Führung im Rennen, sondern auch in der WM. Mit 126 zu 116 Punkten hat der Spanier seinen zweiten Titel vor dem Saisonfinale in Brasilien in Reichweite. Er benötigt in Sao Paulo nur noch einen einzigen WM-Zähler.

Dabei hatte alles so gut angefangen: Schumacher lag am Start hinter seinem Teamkollegen Felipe Massa, den er eingangs Runde drei problemlos überholte. Danach gab er die Führung bis zu seinem Ausfall nicht mehr ab. Alonso hatte es da schon schwieriger. Der amtierende Champion schnappte sich schon am Start Jarno Trulli und hing danach rundenlang hinter Ralf Schumacher fest, den er nach 13 Runden scheinbar spielend passierte. Die folgende Aufholjagd spülte ihn nach seinem ersten Stopp an Massa vorbei auf Rang zwei. Bis eben in jene 37. Runde, in der er den ausrollenden Spitzenreiter überholte.

Fernab des hochdramatischen Titelkampfes gab es einige wenige Highlights, die aber zumeist eher Tiefpunkte für die betroffenen Piloten waren. Der Start verlief weitestgehend ohne Probleme. Nur Rubens Barrichello kam aus der ersten Runde mit einem beschädigten Frontflügel zurück, den er sich wohl im Kampf mit Nick Heidfeld kaputt fuhr. Noch mehr ging später am Spyker von Christijan Albers kaputt. Der Niederländer hatte sich gerade im Oranje-Duell gegen Robert Doornbos durchgesetzt, als ihm seine Aufhängung und das gesamte Heck des Autos um den Helm flogen. Den Schlusspunkt des Rennens setzte Mark Webber, der seinen Williams in der Zielkurve in die Mauer fuhr.

Die volle Punktzahl von 10 WM-Punkten ging also an Fernando Alonso. Neben ihm standen der gegen Ende mit gebremstem Schaum fahrende Felipe Massa und Giancarlo Fisichella auf dem Podium. Damit konnte Renault auch seinen Vorsprung in der Konstrukteurswertung weiter ausbauen. In einem ansonsten langweiligen Rennen belegten Jenson Button, Kimi Räikkönen, Jarno Trulli, Ralf Schumacher und Nick Heidfeld die weiteren Punkteränge. Nico Rosberg ging als Zehnter ebenso leer aus wie Michael Schumacher. Dieser kam wenige Runden vor dem Rennende in der Ferrari-Box an und bedankte sich bei allen seinen Mechanikern und am Kommandostand bei den Ingenieuren - es schien fast so, als ob der erfolgreichste Rennfahrer aller Zeiten schon jetzt Abschied nahm; einen traurigen Abschied.

Pos. Fahrer Team Zeit/
Ausfallrunde Ausfall-
grund
1 Fernando Alonso Renault 1:23:53.413
2 Felipe Massa Ferrari + 16.151
3 Giancarlo Fisichella Renault + 23.953
4 Jenson Button Honda Racing + 34.101
5 Kimi Räikkönen McLaren + 43.596
6 Jarno Trulli Toyota + 46.717
7 Ralf Schumacher Toyota + 48.869
8 Nick Heidfeld BMW Sauber + 1:16.095
9 Robert Kubica BMW Sauber + 1:16.932
10 Nico Rosberg Williams + 1 Runde
11 Pedro de la Rosa McLaren + 1 Runde
12 Rubens Barrichello Honda Racing + 1 Runde
13 Robert Doornbos Red Bull Racing + 1 Runde
14 Vitantonio Liuzzi Scuderia Toro Rosso + 1 Runde
15 Takuma Sato Super Aguri F1 + 1 Runde
16 Tiago Monteiro Spyker MF1 Racing + 2 Runden
17 Sakon Yamamoto Super Aguri F1 + 3 Runden
- Scott Speed Scuderia Toro Rosso 48. Runde Steuerung
- Mark Webber Williams 40. Runde Dreher
- Michael Schumacher Ferrari 37. Runde Motorschaden
- David Coulthard Red Bull Racing 35. Runde Getriebeschaden
- Christijan Albers Spyker MF1 Racing 20. Runde Radaufhängungsbruch

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