Weltmeister Alonso verspielte einen Vorsprung auf Räikkönen im letzten Streckenabschnitt. Auf dem dritten Platz folgt der Brasilianer Felipe Massa im Ferrari. Nick Heidfeld wurde im BMW-Sauber Vierter, Ralf Schumacher im Toyota Neunter. Nico Rosberg verpasste einen Platz unter den ersten zehn im zweiten Qualifikationsdurchgang um eine gute Zehntelsekunde und startet auf Platz 11. Debütant Markus Winkelhock aus Berglen-Steinach wird im Spyker vom letzten Platz ins Rennen gehen, vor ihm steht Teamkollege und Landsmann Adrian Sutil aus dem bayrischen Gräfelfing.
Großer Preis von EuropaErgebnis Qualifying
Der in der Fahrerwertung führende Lewis Hamilton raste im dritten Durchgang nach einem geplatzten Reifen und einer gebrochenen Felge von der Strecke und knallte im künftigen Schumacher-S in den Reifenstapel. Sichtlich angeschlagen stieg er aus seinem Boliden und musste im Krankenwagen zum Medizincheck transportiert werden. Nach einer ersten Untersuchung wurde er sicherheitshalber für eine Computer-Tomographie in ein Krankenhaus gebracht. Das Training war nach dem Unfall für 33 Minuten unterbrochen.
Am Abend kam dann von Teamseite Entwarnung: Dem Piloten geht es gut und er will beim Rennen mit dabei sein. Allerdings braucht Hamilton noch das Placet des FIA-Arztes bei der Abschlussuntersuchung am Sonntagmorgen. Zweifel am Start des 22-Jährigen hegt aber auch sein Rennstall nicht. "Das Team geht davon aus, dass das Ergebnis positiv sein wird", hieß es in einer Presse-Erklärung der Silberpfeile: "Lewis ist hoch motiviert."
Vor dem 10. von 17 WM-Läufen am Sonntag führt Hamilton die WM-Wertung mit 70 Punkten vor Alonso (58) und Räikkönen (52) an.
1 K. Räikkönen Ferrari 1:31,450
2 F. Alonso McLaren-Mercedes 1:31,741
3 F. Massa Ferrari 1:31,778
4 N. Heidfeld BMW-Sauber F1 Team 1:31,840
5 R. Kubica BMW-Sauber F1 Team 1:32,123
6 M. Webber Red Bull Racing 1:32,476
7 H. Kovalainen Renault 1:32,478
8 J. Trulli Toyota 1:32,501
9 R. Schumacher Toyota 1:32,570
10 L. Hamilton McLaren-Mercedes 1:33,833
11 N. Rosberg Williams F1-Team 1:31,978
12 A. Wurz Williams F1-Team 1:31,996
13 G. Fisichella Renault 1:32,010
14 R. Barrichello Honda Racing F1 Team 1:32,221
15 A. Davidson Super-Aguri 1:31,978
16 T. Sato Super-Aguri 1:32,838
17 J. Button Honda Racing F1 Team 1:32,983
18 S. Speed Scuderia Toro Rosso 1:33,038
19 V. Liuzzi Scuderia Toro Rosso 1:33,148
20 D. Coulthard Red Bull Racing 1:33,151
21 A. Sutil Spyker F1 1:34,500
22 M. Winkelhock Spyker F1 1:35,940
Einziger Gewinner des Wolkenbruchs war Markus Winkelhock: Der Formel-1-Debütant aus Berglen-Steinach fuhr noch vor dem Start in die Box und wechselte sofort auf Regenreifen. Innerhalb kürzester Zeit pflügte sich der 27-Jährige dank dieses taktischen Geniestreichs durchs gesamte Feld und übernahm die Führung.
Um Schlimmeres zu verhindern, brachen die Rennkommissare das Regen-Roulette in der vierten von 60 Runden ab. Nach 22 Minuten Pause schickten sie das auf 17 Fahrer geschrumpfte Feld erneut auf die Reise. Die Sonne hatte die Strecke schon teilweise abgetrocknet. Der am Samstag im Qualifying schwer verunglückte Hamilton hatte dieses Mal Glück: Obwohl er ebenfalls gestrandet war und mit seinem Silberpfeil schon am Haken des Abschleppwagens hing, durfte er wegen seines noch laufenden Motors wieder antreten.
Winkelhock ging vor Massa als Erster in den zweiten Teil des Grand Prix, wurde aber nach fünf Umläufen an der Spitze erwartungsgemäß nach hinten durchgereicht. In der 15. Runde musste der Sohn des 1985 bei einem Sportwagenrennen in Kanada tödlich verunglückten früheren Formel-1-Fahrers Manfred Winkelhock seinen Spyker an 16. Stelle liegend wegen eines Motorschadens abstellen. "Ich war etwas perplex, als ich P1 auf dem Boxenschild gesehen habe", sagte der Schwabe. "Führungskilometer - das kann mir keiner mehr nehmen."
Ralf Schumacher verabschiedete sich in der 20. Runde als nächster des deutschen Quintetts unfreiwillig: Heidfeld schob seinen neuntplatzierten Landsmann im Toyota in einer Kurve unabsichtlich ins Kiesbett. "Das war ärgerlich, weil unnötig. Pech für mich", sagte der Kerpener, der Heidfeld aber als fairen Piloten bezeichnete.
1F. Alonso
McLaren-Mercedes
2:06:26,358
2F. Massa
Ferrari
+ 8,155
3M. Webber
Red Bull Racing
+ 1:05,674
4A. Wurz
Williams F1-Team
+ 1:05,937
5D. Coulthard
Red Bull Racing
+ 1:13,656
6N. Heidfeld
BMW-Sauber F1 Team
+ 1:20,298
7R. Kubica
BMW-Sauber F1 Team
+ 1:22,415
8H. Kovalainen
Renault
1 Runde zurück
9L. Hamilton
McLaren-Mercedes
1 Runde zurück
10G. Fisichella
Renault
1 Runde zurück
11R. Barrichello
Honda Racing F1 Team
1 Runde zurück
12A. Davidson
Super-Aguri
1 Runde zurück
13J. Trulli
Toyota
1 Runde zurück
14K. Räikkönen
Ferrari
Hydraulikschaden, 36. Runde
15T. Sato
Super-Aguri
Defekt, 21.Runde
16R. Schumacher
Toyota
Unfall, 20. Runde
17M. Winkelhock
Spyker F1
Motorschaden, 15. Runde
18J. Button
Honda Racing F1 Team
Unfall, 2.Runde
19V. Liuzzi
Scuderia Toro Rosso
Unfall, 2.Runde
20A. Sutil
Spyker F1
Unfall, 2.Runde
21S. Speed
Scuderia Toro Rosso
Unfall, 2.Runde
22N. Rosberg
Williams F1-Team
Unfall, 2.Runde