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Achim - 30.07.2006 - 08:52

Kimi Räikkönen auf der Pole
Kimi Räikkönen startet beim Großen Preis von Deutschland auf dem Hockenheimring von der Pole Position. Der McLaren-Mercedes-Pilot setzte sich im letzten Drittel des samstäglichen Qualifyings mit der schnellsten Zeit von 1:14.070 Minuten für die 4,574 km lange Runde auf Platz eins. Auf Platz zwei kam Michael Schumacher im Ferrari und Dritter wurde sein Teamkollege Felipe Massa. Weltmeister Fernando Alonso wurde nur Siebter.

In der zweiten Session erwischte es Heidfeld, Villeneuve, Trulli, Klien und Webber. Auch Nico Rosberg qualifizierte sich nicht für die abschließende Session, zeigte sich aber von seinem Unfall am Freitag gut erholt.
Im ersten Durchgang des einstündigen Qualifyings mussten Speed, Monteiro, Sato, Albers, Liuzzi und Formel-1-Neuling Yamamoto im Super Aguri die Segel streichen. Überschattet wurde die ersten Session von einem Unfall des Amerikaners Scott Speed, der in der Nordkurve von der Strecke rutschte und mit ziemlich viel Tempo in die Mauer krachte. Dabei hatte der Toro-Rosso-Pilot jedoch Glück im Unglück — der US-Pilot stieg aus seinem Boliden aus und schien weitgehend unverletzt. Seinem Start am Renn-Sonntag dürfte nichts entgegenstehen.
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Toyota-Pilot Jarno Trulli wird um zehn Startplätze zurückgesetzt. Der italienische Teamkollege von Ralf Schumacher musste vor dem Qualifying am Samstag einen Motorwechsel vornehmen lassen. Laut Reglement wird Trulli, der am Freitag seinen Vertrag mit dem in Köln ansässigen Rennstall Toyota um drei Jahre bis 2009 verlängert hatte, damit nach dem Qualifying um 10 Startplätze nach hinten versetzt.

Platz Fahrer Team Zeit
1 K. Räikkönen McLaren-Mercedes 1:14:070
2 M. Schumacher Ferrari 1:14.205
3 F. Massa Ferrari 1:14.569
4 J. Button Honda Racing F1 Team 1:14.862
5 G. Fisichella Renault 1:14.894
6 R. Barrichello Honda Racing F1 Team 1:14.934
7 F. Alonso Renault 1:15.282
8 R. Schumacher Toyota 1:15.923
9 P. de la Rosa McLaren-Mercedes 1:15.936
10 D. Coulthard Red Bull Racing 1:16.326
11 M. Webber Williams F1-Team 1:15.094
12 C. Klien Red Bull Racing 1:15.141
13 J. Trulli Toyota 1:15.150
14 J. Villeneuve BMW-Sauber F1 Team 1:15.329
15 N. Rosberg Williams F1-Team 1:15.380
16 N. Heidfeld BMW-Sauber F1 Team 1:15.397
17 V. Liuzzi Scuderia Toro Rosso 1:16.399
18 C. Albers MF1 Racing 1:17.093
19 T. Sato Super-Aguri 1:17.185
20 T. Monteiro MF1 Racing 1:17.836
21 S. Yamamoto Super-Aguri 1:20.444
22 S. Speed Scuderia Toro Rosso

Achim - 01.08.2006 - 00:13

WM-Kampf spitzt sich zu
Michael Schumacher gewinnt den Großen Preis von Deutschland vor seinem Teamkollegen Felipe Massa, der Ferraris 72. Doppelsieg perfekt macht. Fernando Alonso kommt als Fünfter über die Ziellinie. Demnach hat der Kerpener nun sechs Rennen vor dem Ende nur noch elf Zähler Rückstand in der Fahrer-WM und kann aus eigener Kraft seinen achten Titel holen!

Dritter auf dem Hockenheimring wurde Pole-Setter Kimi Räikkönen auf McLaren-Mercedes vor Jenson Button auf Honda.
Ralf Schumacher verpasste als Neunter die Punkteränge, musste während des Rennens aber insgesamt vier Mal an die Box. Zunächst hatte er eine Kollision mit Coulthard, dann zwang ihn die Rennleitung zu einer Durchfahrt wegen überhöhter Geschwindigkeit in der Boxengasse.
Nico Rosberg schied früh nach einem Unfall aus, als er mit seinem Williams-Cosworth in die Reifenstapel krachte. Nick Heidfeld musste seinen BMW-Sauber vorzeitig in der Gararge abstellen.
Michael Schumacher, mit seinem vierten Erfolg in Hockenheim nun auch alleiniger Rekordhalter auf der Traditionsrennstrecke, hat sechs Rennen vor dem Saisonende und nurmehr elf Zählern Rückstand auf Fernando Alonso nun die Chance, seinen 8. WM-Titel aus eigener Kraft zu schaffen. Gewinnt der Rekordchampion alle ausstehenden Rennen bei jeweils zweiten Plätzen des Asturiers, hätte Michael Schumacher am Ende einen Zähler Vorsprung in der Fahrer-WM-Wertung.
Alonso hatte zumindest einen ordentlichen Start hingelegt und war vom siebten auf den fünften Rang vorgefahren. Derweil hatte Schumacher jedoch seinen zweiten Rang souverän verteidigt und sich hinter den mit deutlich weniger Benzin und damit leichter ins Rennen gegangenen Räikkönen gesetzt. Bereits in der zehnten Runde musste der Finne aber erwartungsgemäß als Erster an die Box zum Nachtanken. Das hieß für Schumacher: freie Fahrt. Mit seinem brasilianischen Mitstreiter Massa baute der Kerpener seinen Vorsprung von der elften Runde an kontinuierlich aus.
Überraschend ging dann Alonso, der seit nunmehr drei Rennen auf einen Sieg wartet, schon eine Runde nach Schumacher (20. Runde) in die Box. Als Alonso wieder auf die Strecke zurückkehrte, hatte Schumacher mit 38,8 Sekunden sogar zwei Sekunden mehr Vorsprung als vor ihren Stopps. Das war die Vorentscheidung nach weniger als einem Drittel der Renndistanz.
Während der Aufwärtstrend von Ralf Schumacher im Toyota gebremst wurde, erlebten die beiden weiteren deutschen Fahrer Rosberg (Wiesbaden) und Heidfeld (Mönchengladbach) einen rabenschwarzen Sonntag. Williams-Pilot Rosberg flog in der ersten Runde von der Strecke ab und landete in der Streckenbegrenzung. "Das war meine Sache. Ich habe es vielleicht übertrieben", gestand der von Platz 14 gestartete Rosberg, der bereits beim Training wegen eines technischen Defekts in die Reifenstapel gekracht war. "Wenn man immer weiter hinten steht, versucht man das Risiko immer wieder neu auszuloten."
Landsmann Heidfeld stellte nach einem Crash seinen BMW in der elften Runde ab. "Ich habe im Gedränge einen Schlag hinten rechts bekommen. Die Reifen und Bremsen waren beschädigt. Es wäre zu gefährlich gewesen weiterzufahren", sagte Heidfeld, dessen Teamkollege Jacques Villeneuve die Laune bei BMW auch nicht verbessern konnte. Der kanadische Ex-Weltmeister zerlegte seinen Wagen offenbar nach technischen Problemen noch vor der Rennhälfte. "Das Rennen war für unser Team praktisch in der ersten Runde gelaufen. Beide Fahrer waren in der ersten Runde in Kollisionen verwickelt", sagte BMW-Motorsportchef Marion Theissen und sprach von einem rundum verkorksten Wochenende.
Das Heimspiel hatte auch für die "Silbernen" von McLaren-Mercedes denkbar ungünstig begonnen. Räikkönens Teamkollege Pedro de la Rosa musste seinen MP4-21 bereits nach drei Runden abstellen. "Wir wissen nicht, was passiert ist. Der Motor ist einfach abgestorben", klagte der Spanier, der seit dem Rennen in Magny-Cours vor zwei Wochen den abgewanderten Juan Pablo Montoya als Stammfahrer vertritt. Nach Angaben des Teams legte ein Elektrikschaden den Boliden lahm.
Pech für den Niederländer Christijan Albers und den Portugiesen Tiago Monteiro: Die Rennleitung hat beide Midland MF 1 wegen illegal flexibler Heckflügel nachträglich disqualifiziert.
In der Teamwertung holt Ferrari ebenfalls stark auf. Die Scuderia liegt mit 139 Punkten nur noch zehn Zähler hinter Renault. Dritter ist McLaren-Mercedes mit 77 Punkten.

Platz Fahrer Team Zeit
1 M. Schumacher Ferrari 1:27:51,693
2 F. Massa Ferrari + 0,720
3 K. Räikkönen McLaren-Mercedes + 13,206
4 J. Button Honda Racing F1 Team + 18,898
5 F. Alonso Renault + 23,707
6 G. Fisichella Renault + 26,544
7 J. Trulli Toyota + 48,131
8 C. Klien Red Bull Racing + 1:00,351
9 R. Schumacher Toyota 1 Runde zurück
10 V. Liuzzi Scuderia Toro Rosso 1 Runde zurück
11 D. Coulthard Red Bull Racing 1 Runde zurück
12 S. Speed Scuderia Toro Rosso 1 Runde zurück
13 M. Webber Williams F1-Team Motorschaden, 60. Runde
14 T. Sato Super-Aguri Defekt, 42. Runde
15 J. Villeneuve BMW-Sauber F1 Team Unfall, 32. Runde
16 R. Barrichello Honda Racing F1 Team Motorschaden, 19. Runde
17 N. Heidfeld BMW-Sauber F1 Team Defekt, 14. Runde
18 P. de la Rosa McLaren-Mercedes Elektrikschaden, 3. Runde
19 S. Yamamoto Super-Aguri Defekt, 3. Runde
20 N. Rosberg Williams F1-Team Unfall, 1. Runde
21 T. Monteiro MF1 Racing Disqualifiziert
22 C. Albers MF1 Racing Disqualifiziert

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