Lange sah es im Qualifying nach einem Sieg für Fernando Alonso aus, nachdem der Weltmeister in den beiden ersten Durchläufen jeweils die Bestzeit markierte. Als die noch übriggebliebenen zehn Fahrer in die letzte Qualifikations-Ausscheidung gingen, war es wieder der Weltmeister, der sich knapp vor seinem Ferrari-Rivalen Kimi Räikkönen behaupten konnte. Doch die Roten schlugen mit Felipe Massa zurück, der im letzten Moment dem McLaren-Mercedes-Piloten die Pole-Position entriss. Der Brasilianer, der in Australien noch vom Pech verfolgt war und mit neuem Motor von Platz 16 in das Rennen gehen musste, feierte seine vierte Pole-Position.
Nick Heidfeld konnte an seine starke Vorstellung in Australien, als er von Startreihe zwei als Dritter ins Rennen ging, anknüpfen, und platzierte sich mit Rang fünf wieder klar unter den Top Ten. Das interne Duell im BMW-Sauber ging somit an den Deutschen, für Robert Kubica reichte es zu Rang sieben.
Alles andere als rund lief es für Alexander Wurz im Williams, der sich auf Grund von Getriebeproblemen schon im ersten Umlauf verabschiedete. Teamkollege Nico Rosberg dagegen wusste zu überzeugen, kämpfte sich unter die besten Zehn und wird den Großen Preis von Malaysia als Sechster angehen. Schon beim freien Training setzte Rosberg als schnellster Deutscher mit der gleichen Platzierung ein Zeichen.
Ralf Schumacher verlor im Toyota das interne Duell gegen Jarno Trulli (8.), zeigte sich nach dem Qualifying aber dennoch nicht unzufrieden. Der Kerpener geht wie schon in Australien als Neunter ins Rennen.
Eine herbe Enttäuschung gab es erneut für Konstrukteursweltmeister Renault. Giancarlo Fisichella, im Vorjahr noch Polesetter und auch strahlender Sieger in Kuala Lumpur, schaffte den Sprung in die Top Ten nicht. Der Italiener muss sich mit Startplatz zwölf zufrieden geben. Teamkollege Heikki Kovalainen, in Australien als 13. gestartet, konnte sich zwar um zwei Ränge verbessern, mit Rang elf kann aber auch der Neuling nicht ganz zufrieden sein.
Zufrieden konnte auch Honda nicht sein, nachdem sich Rubens Barrichello - wie schon in Australien - erneut schon nach dem ersten Umlauf zurück in die Box begeben musste - Platz 19 für ihn und Rang 15 für Jenson Button.
1F. Massa
Ferrari
1:35,043
2F. Alonso
McLaren-Mercedes
1:35,310
3K. Räikkönen
Ferrari
1:35,479
4L. Hamilton
McLaren-Mercedes
1:36,045
5N. Heidfeld
BMW-Sauber F1 Team
1:36,543
6N. Rosberg
Williams F1-Team
1:36,829
7R. Kubica
BMW-Sauber F1 Team
1:36,896
8J. Trulli
Toyota
1:36,902
9R. Schumacher
Toyota
1:37,078
10M. Webber
Red Bull Racing
1:37,345
11H. Kovalainen
Renault
1:35,630
12G. Fisichella
Renault
1:35,706
13D. Coulthard
Red Bull Racing
1:35,766
14T. Sato
Super-Aguri
1:35,945
15J. Button
Honda Racing F1 Team
1:36,088
16V. Liuzzi
Scuderia Toro Rosso
1:36,145
17S. Speed
Scuderia Toro Rosso
1:36,578
18A. Davidson
Super-Aguri
1:36,816
19R. Barrichello
Honda Racing F1 Team
1:36,827
20A. Wurz
Williams F1-Team
1:37,326
21C. Albers
Spyker F1
1:38,279
22A. Sutil
Spyker F1
1:38,415
Weltmeister Fernando Alonso feiert in Malaysia seinen ersten Sieg auf McLaren-Mercedes! Der 16. Sieg seiner Karriere. Hamilton macht den Doppeltriumph der "Silbernen" perfekt, Ferrari-Pilot Räikkönen fährt knapp dahinter aufs Podium. BMW-Sauber-Pilot Heidfeld kommt auf einen hervorragenden vierten Platz, Polesetter Massa muss sich im Ferrari mit Platz fünf begnügen.
Alonso überholt Massa schon kurz nach dem Start und gibt fortan die Führung nicht mehr her.
Fernando Alonso sicherte sich nicht nur den Triumph beim Großen Preis von Malaysia, sondern übernahm auch gleich die Führung in der Gesamtwertung. Der Asturier hat nun 18 Punkte auf dem Konto, es folgen Räikkönen mit 16 und Hamilton mit 14 Zählern. Heidfeld rangiert als bester Deutscher mit zehn Zählern weiter an vierter Stelle. Im Konstrukteurs-Klassement liegt Mclaren-Mercedes mit 32 Punkten vor Ferrari (23) und BMW-Sauber (10).
Mit seinem ersten Sieg in einem "Silberpfeil" hat Fernando Alonso in der "Sauna" von Sepang die 18 Monate lange Durststrecke von McLaren-Mercedes beendet und seine Titelambitionen eindrucksvoll unterstrichen. Der letzte Sieg des britisch-schwäbischen Rennstalls datierte vom 9. Oktober 2005, als Kimi Räikkönen den Großen Preis von Japan für sich entschied.
Der letzte Doppelerfolg für McLaren-Mercedes liegt noch länger zurück: Am 25. September 2005 siegte in Brasilien der Kolumbianer Juan-Pablo Montoya vor Räikkönen.
Bei Temperaturen um die 35 Grad behielt der zweimalige Weltmeister aus Spanien kühlen Kopf und ließ die Konkurrenz von Ferrari weit hinter sich. Sein 22 Jahre alter britischer Teamkollege Lewis Hamilton bestätigte seinen starken Einstand beim Grand Prix in Australien und machte mit seinem zweiten Platz den Doppelerfolg für McLaren-Mercedes perfekt.
Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen, der in Melbourne noch vor Alonso und Hamilton gewonnen hatte, musste sich mit dem dritten Rang zufrieden geben. Der große Verlierer war Räikkönens Teamkollege Felipe Massa. Der Brasilianer, der zum vierten Mal in seiner Karriere von der Pole Position ins Rennen gegangen war, verpatzte den Start und fuhr nach zahlreichen Fahrfehlern nur als Fünfter ins Ziel.
Der Mönchengladbacher Nick Heidfeld kam indes wie schon in Australien auf den vierten Rang und bestätigte, dass BMW-Sauber derzeit die dritte Kraft hinter McLaren-Mercedes und Ferrari ist.
Pech hatte der Wiesbadener Nico Rosberg: Nach einem starken Rennen musste er in der 44. Runde an siebter Stelle liegend wegen technischer Probleme seinen Williams abstellen. Toyota-Pilot Ralf Schumacher blieb nach einer insgesamt enttäuschenden Vorstellung als 15. ohne Punkte.
Für Adrian Sutil aus Gräfelfing war das Rennen im Spyker schon nach wenigen hundert Metern nach einer Kollision beendet.
McLaren-Mercedes hatte einen fulminanten Start ins Rennen. Alonso zog an Massa vorbei, und der Brasilianer im Ferrari musste auch noch Lewis Hamilton ziehen lassen. Massa lieferte sich fortan ein heißes Duell mit dem jungen Briten, der die zahlreichen Angriffe aber hervorragend konterte. Während Alonso an der Spitze seine Führung gleich ausbauen konnte, riskierte Massa immer mehr, bis er mit großem Tempoüberschuss an Hamilton vorbeizog und anschließend von der Strecke abkam, durchs Gras fuhr und sowohl von Teamkollege Räikkönen als auch Nick Heidfeld im BMW-Sauber überholt wurde.
Räikkönen hing in der Folge hinter Hamilton fest, Massa hatte keine Chance an Heidfeld vorbeizufahren. Nutznießer war Weltmeister Alonso, der ungestört an der Spitze seine Runden drehte und den Vorsprung kontinuierlich ausbaute.
Alonso spulte in einem insgesamt ereignisarmen Grand Prix routiniert sein Pensum ab und blieb auch nach seinem zweiten Boxenstopp in der 40. Runde in Führung. In der Schlussphase versuchte Räikkönen noch einmal, an Hamilton heranzukommen, schaffte es aber nicht mehr, den Doppelerfolg seines ehemaligen Teams zu verhindern. Das Talent aus Großbritannien rettete sich nicht nur als Zweiter ins Ziel, sondern sicherte sich auch die Schnellste Runde des Rennens (22. Runde, 1:36,701).
1F. Alonso
McLaren-Mercedes
1:32:14,930
2L. Hamilton
McLaren-Mercedes
+ 17,557
3K. Räikkönen
Ferrari
+ 18,339
4N. Heidfeld
BMW-Sauber F1 Team
+ 33,777
5F. Massa
Ferrari
+ 36,705
6G. Fisichella
Renault
+ 1:05,638
7J. Trulli
Toyota
+ 1:10,132
8H. Kovalainen
Renault
+ 1:12,015
9A. Wurz
Williams F1-Team
+ 1:29,924
10M. Webber
Red Bull Racing
+ 1:33,556
11R. Barrichello
Honda Racing F1 Team
1 Runde zurück
12J. Button
Honda Racing F1 Team
1 Runde zurück
13T. Sato
Super-Aguri
1 Runde zurück
14S. Speed
Scuderia Toro Rosso
1 Runde zurück
15R. Schumacher
Toyota
1 Runde zurück
16A. Davidson
Super-Aguri
1 Runde zurück
17V. Liuzzi
Scuderia Toro Rosso
1 Runde zurück
18R. Kubica
BMW-Sauber F1 Team
1 Runde zurück
19N. Rosberg
Williams F1-Team
Hydraulikschaden, 44. Runde
20D. Coulthard
Red Bull Racing
Lenkungsdefekt, 39. Runde
21C. Albers
Spyker F1
Motorschaden, 8. Runde
22A. Sutil
Spyker F1
Unfall, 1. Runde