"Das ist ein tolles Ergebnis für Nick", fand BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen Anerkennung für die Leistung seines Schützlings. Nico Rosberg im Williams als Fünfter und Ralf Schumacher im Toyota als Sechster komplettierten den überzeugenden Auftritt der deutschen Fahrer in der Qualifikation auf dem 4,381 km langen Hungaroring. Rosberg und Schumacher lagen nur knapp hinter WM-Titelkandidat Kimi Räikkönen. Alle vier rücken nach dem Urteil der Rennkommissare gegen Alonso um einen Rang nach vorne.
Mit einem ungewöhnlich langen Boxenstopp hatte Alonso kurz vor Ende des Qualifyings Hamilton der Chance beraubt, mit einer letzten schnellen Runde noch einmal im Kampf um die Pole Position zu kontern. Weil der längst abgefertigte Spanier den in der WM-Wertung führenden Briten beim Boxenstopp rund zehn Sekunden blockierte, fehlte dem die Zeit. "Es hat für Lewis um eine oder zwei Sekunden nicht gereicht", meinte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug.
Alonso verliert Pole
Für Felipe Massa, der beim Abschlusstraining noch zu überzeugen wusste, lief es beim Qualifying alles andere als rund. In der zweiten Phase ging dem Ferrari-Pilot nach einem Reifenwechsel der Motor aus, musste kurz zurück in die Box geschoben werden und hatte dann nur noch eine Runde zur Verfügung. Die genügte nicht, um sich noch unter die Top-Ten zu schieben. Massa geht von Rang 14 in den 11. WM-Lauf.
Von den hinteren Regionen starten Sebastian Vettel im Toro Rosso und Adrian Sutil im Spyker.
Vor dem elften von 17 Rennen führt Hamilton die Fahrer-Wertung mit 70 Punkten vor seinem Teamkollegen Alonso (68) und dem Ferrari-Duo Massa (59) und Räikkönen (52) an. Fünfter ist Heidfeld (36) an. Bei den Konstrukteuren ist McLaren-Mercedes (138) Erster vor Ferrari (111)und BMW-Sauber (61).
1 Fernando Alonso McLaren-Mercedes 01.19,674
2 Lewis Hamilton McLaren-Mercedes 01.19,781
3 Nick Heidfeld BMW Sauber F1 01.20,259
4 Kimi Räikkönen Ferrari 01.20,410
5 Nico Rosberg Williams F1 01.20,632
6 Ralf Schumacher Toyota 01.20,714
7 Robert Kubica BMW Sauber F1 01.20,876
8 Giancarlo Fisichella Renault F1 01.21,079
9 Jarno Trulli Toyota 01.21,206
10
10 Mark Webber Red Bull Racing 01.21,256
11 David Coulthard Red Bull Racing 01.20,718
12 Heikki Kovalainen Renault F1 01.20,779
13 Alexander Wurz Williams F1 01.20,865
14 Felipe Massa Ferrari 01.21,021
15 Anthony Davidson Super Aguri F1 01.21,127
16 Vitantonio Liuzzi Scuderia Toro Rosso 01.21,993
17 Jenson Button Honda Racing F1 01.21,737
18 Rubens Barrichello Honda Racing F1 01.21,877
19 Takuma Sato Super Aguri F1 01.22,143
20 Sebastian Vettel Scuderia Toro Rosso 01.22,177
21 Adrian Sutil Spyker 01.22,737
22 Sakon Yamamoto Spyker 01.23,774
Start- und Zielsieg für Hamilton
McLaren-Mercedes-Pilot Lewis Hamilton zeigte sich von den vielen politischen Nebengeräuschen völlig unbeeindruckt und gewann nach toller Leistung auf dem Hungaroring. Kimi Räikkönen im Ferrari verwies Nick Heidfeld auf den dritten Platz. Weltmeister Fernando Alonso, der vor dem Start strafversetzt worden war, kämpfte sich auf Platz vier vor. Ralf Schumacher wurde Sechster, direkt vor Nico Rosberg.
Weltmeister Alonso hat sich mit seiner umstrittenen Boxenblockade selbst ausgebremst und Silberpfeil-Rivale Lewis Hamilton ungewollt den Weg zum Sieg beim Großen Preis von Ungarn freigemacht. McLaren-Mercedes-Shootingstar Hamilton hat von der Strafversetzung seines Teamkollegen Alonso profitiert und sich mit seinem dritten Saisonsieg an der Spitze der Formel-1-WM wieder ein wenig abgesetzt. Zwei Wochen nach seiner ersten Nullnummer in der Königsklasse meldete sich das britische Wunderkind beim Großen Preis von Ungarn eindrucksvoll zurück, nachdem der Brite im Qualifying noch von Weltmeister Alonso behindert worden war.
Der Spanier, der vom ersten auf den sechsten Startplatz zurückversetzt worden war, belegte beim 11. von 17 WM-Läufen den vierten Rang und hat im Gesamtklassement mit 73 Punkten wieder sieben Zähler Rückstand auf Hamilton (80). Der hatte in Budapest trotz aller teaminternen Aufregung die Nerven behalten und "Iceman" Kimi Räikkönen im Ferrari mit 0,7 Sekunden Vorsprung auf Platz zwei verwiesen. Der Finne ist mit 60 Punkten jetzt WM-Dritter vor seinem Teamkollegen Felipe Massa (Brasilien/59), der als 13. leer ausging.
Während Alonso für das eigene Konto noch fünf Punkte rettete, ging McLaren-Mercedes in der Teamwertung leer aus. Dies hatten die Rennkommissare als Strafe für Alonsos Hinhalte-Einlage in der Qualifikation gegen den eigenen Teamkollegen bereits vor dem Rennen beschlossen. Zudem durfte wegen des möglichen Einspruchs kein Team- Offizieller den Pokal bei der Siegerehrung entgegennehmen.
Alle Deutschen im Ziel, drei in den Punkten
Aus deutscher Sicht war der Große Preis von Ungarn ein hervorragendes Rennen. Nick Heidfeld im BMW-Sauber kam nach einer Drei-Stopp-Strategie wie 2006 in Budapest als Dritter aufs Podest. Gemeinsam mit dem Mönchengladbacher sorgten der Kerpener Ralf Schumacher im Toyota mit seinem besten Saisonresultat auf Rang sechs sowie der Wiesbadener Nico Rosberg im Williams-Toyota als Siebter für ein klasse
Sebastian Vettel landete bei seinem Renndebüt für Toro Rosso auf Platz 16 und ließ sogar die Honda-Werkspiloten Jenson Button (Großbritannien, hinter Vettel liegend ausgeschieden) und Rubens Barrichello (Brasilien) hinter sich. Auch Adrian Sutil landete im schwer zu fahrenden Spyker-Ferrari als 17. noch vor "Rubinho".
Beim Start hatte Polesetter Hamilton den ersten Platz behauptet, Räikkönen schlüpfte an Heidfeld vorbei auf Rang zwei. Hinter dem BMW-Sauber-Piloten reihten sich Rosberg und Schumacher ein. Alonso verlor sogar noch zwei Plätze und musste sich danach mühsam wieder nach vorne kämpfen. Dabei war bis zu Alonsos erstem Stopp in Runde 17 hinter Schumacher auf Rang sechs zunächst Endstation. Der Kerpener kam nach seinem Reifenwechsel eine Runde später aber wieder vor Alonso auf die Strecke zurück. Hamilton blieb später beim Stopp auch vor Räikkönen.
Seinen zweiten Reifenwechsel absolvierte der Finne in Runde 46 vier Runden früher als Hamilton. Der 22-jährige Brite wurde von seinem Team schneller abgefertigt als Räikkönen und behauptete seine Spitzenposition. Alonso schob sich unterdessen beim Boxenstopp an Schumacher und Kubica vorbei und rettete zumindest Position vier. In der Schlussphase versuchte er noch, Heidfeld anzugreifen, kam aber an "Quick Nick" nicht mehr vorbei.
ERGEBNISSE
POSITION FAHRER TEAM ZEIT
1 Lewis Hamilton McLaren-Mercedes 1:35.52,991
2 Kimi Räikkönen Ferrari + 00.00,715
3 Nick Heidfeld BMW Sauber F1 + 00.43,129
4 Fernando Alonso McLaren-Mercedes + 00.44,858
5 Robert Kubica BMW Sauber F1 + 00.47,616
6 Ralf Schumacher Toyota + 00.50,669
7 Nico Rosberg Williams F1 + 00.59,139
8 Heikki Kovalainen Renault F1 + 01.08,104
9 Mark Webber Red Bull Racing + 01.16,331
10 Jarno Trulli Toyota + 1
11 David Coulthard Red Bull Racing + 1
12 Giancarlo Fisichella Renault F1 + 1
13 Felipe Massa Ferrari + 1
14 Alexander Wurz Williams F1 + 1
15 Takuma Sato Super Aguri F1 + 1
16 Sebastian Vettel Scuderia Toro Rosso + 1
17 Adrian Sutil Spyker + 2
18 Rubens Barrichello Honda Racing F1 + 2
AUSFÄLLE
RUNDE FAHRER TEAM AUSFALLGRUND
5 Sakon Yamamoto Spyker Fahrfehler
36 Jenson Button Honda Racing F1 Technischer Defekt
42 Anthony Davidson Super Aguri F1 Defekt nach Kollision mit Fisichella
43 Vitantonio Liuzzi Scuderia Toro Rosso Technischer Defekt