Ich kann mir nicht helfen, aber wenn ich mir mein näheres Umfeld so betrachte (z.B. meine Klasse) dann sehe ich eigentlich keinen Wandel, sondern die Spaßgesellschaft schlechthin. Ich bin die Außenseitern, die irgendwie zu jedem Thema was weiß und alles interessiert und die Schule sowieso viel zu ernst nimmt (ja ja... ist ja auch nur ein Spaßverein der zur Zeitverschwendung dient...). Wenn ich sachliche Argumente gegen eine Abifahrt nach Ägypten bringe (nicht dass Ägypten nicht interessant wäre, aber na ja... ich würd gern lebend zurückkommen) dann bekomme ich sachen wie "aber da ist es ja soooo cool" und "da kann man supertoll ausgehen" zu hören (Hallo...?!?!? Rimini wäre billiger für nen Saufurlaub...).
Well however... davon mal abgesehen. Was denkt ihr, kann man meiner BWLprof Recht geben oder nicht?? Ändert sich die GEsellschaft tatsächlich zum besseren? Würd mich nur mal interessieren, was ihr davon haltet... (mit meiner Prof kann man da nicht drüber reden, für die zählt nur ihre eigene Meinung.)
Was sich am 11.9.2001 verändert hat, ist das Denken vieler Menschen - aber nicht unbedingt zum Besseren. Mir ist ein Mensch fast schon lieber, der nur an seinen persönlichen Spaß denkt als einer, der denkt, es wäre cool, Terroristen und mutmaßliche Terroristen abzuknallen und dann auch noch etwas für die Weltsicherheit zu tun.
Außerdem haben die letzten beiden Weltkriege im Nebeneffekt dazu geführt, daß die Unterhaltungsindustrie boomte - als Ablenkung vom alltäglichen Grauen. Die berühmten UFA-Durchhaltefilme wären da zum Beispiel zu nennen. Viele amerikanische Stars wurden nur dadurch "unsterblich", daß sie für die Truppen ihres Landes Sondervorstellungen in Kriegsgebieten abhielten (z.B. Bob Hope).
Der Wunsch nach Ablenkung ist gerade in Krisenzeiten (und in Krisenzeiten, die von Regierungen beschworen werden, wie es die Bush-Regierung seit dem Angriff auf das WTC tut) höher als sonst - wenn in den Nachrichten nur noch Horrormeldungen kommen, möchten die Menschen verständlicherweise auch ganz gern mal abschalten.
Wenn deine BWL-Professorin wirklich der Meinung ist, es wäre eine "Sinngesellschaft" entstanden, dann sollte sie sich doch mal wieder in die niederen Sphären des Lebens begeben und den Fernseher anschalten: nie liefen so viele sinnfreie Sitcoms und Talkshows wie derzeit. Natürlich hat auch die Nachrichtenberichterstattung zugenommen, aber das als Gegenpol zu den Sitcoms zu sehen halte ich für kurzsichtig: sie provozieren durch ihre reisserische Art der Darstellung von Gewalt, Tod und angeblichen Kriegserfolgen nur den Wunsch nach Ablenkung. Womit wir wieder bei der Spaßgesellschaft wären.
Vielleicht solltet ihr euch mal gemeinsam mit ihr "Fahrenheit 9/11" anschauen - der Film ist zwar nicht Moores bester, aber er zeigt recht deutlich die Verschleierung von Fakten und die Euphorie, in die viele gedrängt werden, bis es sie selbst negativ trifft, wenn ihre Kinder oder Ehepartner in sinnlosen Kriegen sterben. Kriege sind immer sinnlos, davon mal ab.
Es gab, gibt und wird auch leider immer nur eine kleine "Elite" geben, die sich ernsthaft mit dem Sinn und Zweck des Lebens und der Geschehnisse um sie herum beschäftigen. Der große Rest wird weiterhin die BILD lesen und den Scheiß auch noch glauben, der da publiziert wird. Intelligenz spielt dabei eine genauso große Rolle wie die Form der Sozialisierung. Ich kenne genug Menschen, die das Zeug zu mehr hätten, sich aber künstlich "dumm" halten, um den Abgründen nicht ins Angesicht zu sehen, vor denen sie zwangsläufig stehen, sobald sie über ihren eigenen Tellerrand hinaus schauen.
Tja. Ich bin Misanthropin. Das Leben mit anderen Menschen zusammen hat mich dazu gemacht.... als Eremitin wäre ich ein echtes Herzchen, aber sobald mir der erste Touri mit Socken und Sandalen über den Weg laufen würde, könnte ich für nichts mehr garantieren...