Engel verführt man gar nicht oder schnell.
Verzieh ihn einfach in den Hauseingang
Steck ihm die Zunge in den Mund und lang
Ihm untern Rock, bis er sich naß macht, stell
Ihn das Gesicht zur Wand, heb ihm den Rock
Und f**k ihn. Stöhnt er irgendwie beklommen
Dann halt ihn fest und laß ihn zweimal kommen
Sonst hat er dir am Ende einen Schock.
Ermahn ihn, daß er gut den Hintern schwenkt
Heiß ihn dir ruhig an die Hoden fassen
Sag ihm, er darf sich furchtlos fallen lassen
Dieweil er zwischen Erd und Himmel hängt —
Doch schau ihm nicht beim F****n ins Gesicht
Und seine Flügel, Mensch, zerdrück sie nicht.
Bertold Brecht
Das Sonett entstand 1948 in Zürich und wurde von BRECHT
scherzhafterweise mit »Thomas Mann« gezeichnet.
Gewissen
Wer tanzt so spät, bei Bass und Licht?
Es ist der Raver, er schläft noch nicht.
Er jubelt, tanzt und wirbelt wild umher,
als gäbe es kein Morgen mehr.
Doch das Gewissen, es untersagt den Mut,
hör auf, hör auf! Es tut uns nicht gut!
Nimm sie nicht, die aufmunternde Medizin,
sie rafft uns beide noch dahin.
Dem Gewissen er musste es versprechen,
nie die Grenze zu durchbrechen.
Du hast es getan! Es wird nicht behagen,
ich kann es dir nicht noch mal sagen!
Es wirkt, es wirkt, es macht mich munter!
Nein, es vergiftet, wir gehen damit unter!
Der Puls der rast, die Beine fliegen,
du merkst du nicht, wie die Quellen uns versiegen?!
Die Euphorie, sie besiegt das Gewissen,
es hat ihn aus der Realität gerissen.
Es schreit noch auf, in letzter Not,
im Morgengrauen, das Gewissen ist tot.
Berthold Brecht
Freudvoll
Freudvoll
Und leidvoll,
Gedankenvoll sein;
Langen
Und bangen
In schwebender Pein,
Himmelhoch jauchzend,
Zum Tode betrübt,
Glücklich allein
Ist die Seele, die liebt.
J.W.Goethe
Gefunden
Ich ging im Walde
So vor mich hin,
Und nichts zu suchen,
Das war mein Sinn.
Im Schatten sah ich
Ein Blümlein stehn,
Wie Sterne blinkend,
Wie Äuglein schön.
Ich wollt es brechen,
Da sagt' es fein:
Soll ich zum Welken
Gebrochen sein?
Mit allen Wurzeln
Hob ich es aus,
Und trugs zum Garten
Am hübschen Haus.
Ich pflanzt es wieder
Am kühlen Ort;
Nun zweigt und blüht es
Mir immer fort.
(Johann Wolfgang von Goethe)
1
Wenn ich dir sag, wie man als Fohse liebt
So hör mir zu mit Fleiß und ohn Verdruß
Weil ich schon lang durch Kunst ersetzen muß
Was dir die Jugend einige Zeit noch gibt
Doch wisse, daß du desto jünger bleibst
Je weniger mechanisch du es treibst.
2
Mit Faulheit ist's bei jedem gleich verhunzt
Riskiert nur, daß er dich zusammenstaucht
Und er, wenn du ihn ...st, daß dir die Fotze raucht
Stinkfaul am Arsch liegt und "Mehr Demboh" grunzt.
Und nennt der Herr die beste Arbeit schlecht
Halt deinen Rand: der Herr hat immer recht.
3
Klug mußt du sein wie Pfaffen, nur genauer
Sie zahlen dir nicht das für dich Bequeme!
Und ihre Schwänze sind für dich Probleme
Genau wie Pfeifen für den Orgelbauer.
Jung ahnt man nicht, was alles daran hängt
Doch was ist eine Fohse, die nicht denkt?
4
Was seinem Weib nicht frommt, der Fohse frommt's
Drum - mußt du ihn hereinziehn auch am Strick -
Seufz, wenn er drinnen ist: "Ihrer ist dick!"
Und wenn's ihm kommt, dann stöhne schnell: "Mir kommt's!"
Denn bei den Jungen grad wie bei den Alten
Du mußt sie immerfort im Aug behalten.
5
Sag ihm, es macht dich geiler, wenn der Herr
Dein Ohr leckt. Leckt er's, stöhn: "Ich bin so scharf!"
Und glaubt er's, stöhn: "Ich bitt, daß ich mich strecken darf!"
Und dann: "Entschuldigen Sie, ich bin so naß parterre."
Daß ihr ein Herz und eine Seele schient
Er zahlt dafür, daß er dich gut bedient.
6
Nicht immer ist es schmackhaft, ungesalzen
Sich einen bärtigen Schwanz ins Maul zu stecken
Und ihn, als wär es Lebertran, zu lecken
Denn oft ist's saubrer, ihn dort zu umhalsen.
Und er verlangt nicht nur, daß er genießt
Sondern auch, daß du selbst erregt aussiehst.
7
Wenn du es je nicht schaffst, dich aufgeregt zu stellen
Halt deinen Atem an, als sitzt du auf dem Topf
Dann scheint's, als steige dir das Blut zu Kopf
Bequemer ist's, als wie ein Fisch zu schnellen.
Auch einen sanften Mann kannst du empören
Denkst du an Dinge, die nicht hergehören.
8
Vergiß nie, daß es sich um Liebe handelt
Vergißt du's doch, so fall nicht gleich aufs Maul
Und mache aus dem Saulus einen Paul
Ein Finger im Arsch hat manchen schon gewandelt.
Du hast noch nicht erlebt, was ihrer harrt
Der Fohsen ohne Geistesgegenwart.
9
Für unsereinen ist es eine harte Nuß
Sieht sie, daß ihre Fotz zu weit wird (wie bei mir)
So daß ein Mann gar nichts mehr spürt bei ihr
Und er sich um den Schwanz ein Handtuch wickeln muß.
So eine muß beizeiten daran denken
Ob ihr die Gäule was fürs Vögeln schenken.
10
Die Bürgermädchen, die auf Gartentischen
Die älteren Brüder längst zusammenhaun
Machen die Fotze enger mit Alaun
Um sich ewig einen Mann zu fischen.
Wo's angebracht ist, richte dich nach denen
Und: Was ist eine Fohse ohne Tränen?
11
Sehr viele Männer vögeln gern Gesichter
Das Weib muß oben so wie unten naß sein
Bei einem solchen darf es für das Weib kein Spaß sein
Er selbst erscheint sich umso ausgepichter.
Vor diesen also heuchle ruhig Qualen
Wo's angebracht ist. Denn auch diese zahlen.
12
Der Herr weiß selber selten, was er will
Du mußt es wissen! Tritt er in die Kammer
Weißt du: ist er heut Amboß oder Hammer?
Werd ich gevögelt, hält Er heute still?
Die Menschen zu erkennen, ist die Kunst
Das muß so spielend gehn, wie einer brunzt.
13
Die schlimmsten Leute sind die klugen Leute
Ich hätt oft lieber doch mit einem Hund geschlafen
Die klugen Leute, du, sind unsere Strafen
Die graben sich ein, das seh ich an mir heute
Ich selbst. Obgleich ich nie, was ich tat, gern getan
Ich tat doch keinem etwas Kluges an.
14
Doch wisse, daß ich selber mich verachte!
Wenn du, nachdem du lustlos unter Männern lagst
Einmal nicht ganz im Dreck verrecken magst
So mach es anders, als ich selbst es machte.
Wenn du einmal was Kluges findst, dann tu's
Hab ich es nicht geschafft, vielleicht schaffst du's.
Es heißt man braucht eine Minute um einen Menschen zu
bemerken, eine Stunde um ihn kennen zu lernen,
Ein Tag umi hn gern oder lieb zu haben...
Aber ein ganzes Leben um ihn zu vergessen!!!
Liebe ist groß, Liebe ist klein.
Liebe lässt Menschen oft allein.
Liebe ist dick, Liebe ist dünn.
Liebe ist manchmal wirklich schlimm.
Liebe ist hier, Liebe ist da.
Liebe ist einfach wunderbar.
Liebe ist dunkel, Liebe ist hell.
Liebe vergeht oft ziehmlich schnell.
Bist du alleine so lass mich dich lieben, dann wird die Liebe immer Siegen.
Bist du verlassen so komm zu mir, denn hier steht die Liebe vor der Tür!!!
Eine Morgenmail ganz kurz und klein,
hüpft gerade in dein Handy rein.
Sie wünscht dir einen schönen Tag,
dies mailt dir jemand der dich mag.
Bärchen grüßt dich aus der Ferne,
will dir sagen, Hab dich gerne.
Denk an dich so oft am Tag,
musst mir glauben, wie sehr ich dich mag!!
Anmutig, geistig, arabeskenzart
Scheint unser Leben sich wie das von Feen
In sanften Tänzen um das Nichts zu drehen,
Dem wir geopfert Sein und Gegenwart.
Schönheit der Träume, holde Spielerei,
So hingehaucht, so reinlich abgestimmt,
Tief unter deiner heiteren Fläche glimmt
Sehnsucht nach Nacht, nach Blut, nach Barbarei.
Im Leeren dreht sich , ohne Zwang und Not,
Frei unser Leben, stets zum Spiel bereit,
Doch heimlich dürsten wir nach Wirklichkeit,
Nach Zeugung und Geburt, nach Leid und Tod.
Hermann Hesse "Das Glasperlenspiel", Dezember 1932