Claudia - 15.01.2004 - 11:15
Claudia hätte lt. Frauenarzt 100% ein Bub, eine Frühgeburt und gesund sein sollen. Er hat zwei Wochen vor der Geburt ihre Herzkammern abgemessen und bemeint, das alles ok sei. Dabei ist u.a. die Rechte Herzkammer mehr als die hälfte zu klein.
Am 17. Oktober 1995 war der errechnete Geburtstermin, deshalb mußte ich zur Kontrolle ins Krankenhaus. Ich hatte überhaupt keine Beschwerden. Mir wurde dann CTG gemessen und der Muttermund wurde kontrolliert. Auf einmal wurde die Hebamme panisch und meinte nur, das ich sofort in den Kreissaal müßte da der Muttermund schon 8 cm geöffnet sei. Super, dachte ich mir, jetzt bekommst Du Dein Kind. Im Kreissaal angelangt wurde ich wieder "angehängt", wobei die Hebamme meinte ob ich noch nichts spüre. Als ich es verneinte, meinte sie mit strenger Stimme:" Frau Toth halten sie nicht die Wehen zurück". ICh wußte beim besten Willen nicht wie sie das meinte. Dann wurde ich entlich aufgeklärt. Lt. Wehenschreiber hätte ich schon mitten in der Geburt sein müssen. Da ich aber eine sehr hohe Schmerzgrenze habe, hab ich eben nichts gespürt. Dies geschah alles um ca. 9 Uhr. Bis um 14:30 Uhr hatte sich nichts geändert, deshalb wurde ich an den Wehentropf angehängt. Zuerst ging der Herzschlag von Claudia unter 100, deshalb wollten sie mich schon abhängen. Da er sich dann doch wieder stabilisierte wurde der Tropf ums doppelte erhöht. Sie wollten damit erreichen, das die Wehen so stark werden das ich sie spüren kann.
In der Zwischenzeit ist es schon Abend geworden und ich habe noch immer keine Schmerzen, ich war nur sehr müde. Die Ärzte haben sich schon überlegt, ob sie den Kleinen nicht per Kaiserschnitt holen sollten. Es wurde beschlossen noch einwenig zu warten. Josef ist um 21:30 Uhr gekommen und wir waren dann allein im Kreissaal, da ich die einzige Gebärende war und beide Hebammen in ihr Kämmerchen verschwanden. Um 21:45 Uhr spürte ich dann meine erste Wehe. Die Abstände lagen bei 48 sekunden. Josef teilte dies den Hebammen mit, aber die meinten nur das es nicht sein kann, das die Abstände so kurz sind. Nachdem mein Mann etwas energischer wurde, kamen sie entlich zu mir.
So nun hatte also die eigentliche Geburt begonnen. ICh mußte mich auf die Seite drehen den oberen Fuß anwinkeln und hecheln. Wie ich mich dabei gefühlt habe brauch ich Euch sicher nicht sagen. Nebenbei wurde immer beim Gürtel herumgefummelt, da dieser immer verrutschte und der Herzschlag dann nicht mehr zu hören war. Außerdem bekam ich eine Sauerstoffmaske, da ich ja schon total ermüdet war vom warten. So richtige Presswehen hatte ich nie, ich wollte immer nur pressen wenn der Druck unten höher wurde. Zuerst ging ja alles normal los, ich durfte pressen, bis sie entlich den Kopf sahen, dann aber mußte ich sofort aufhören. Meine liebe Tochter wollte "cool" auf die Welt kommen. Sie hatte ihren Kopf auf ihre rechte Hand gestützt. Deshalb wurde sie wieder zurückgeschoben. Währenddessen mußte ich ganz ruhig und entspannt *haha* liegen. Es gab nur einen sehr kurzen starken Stich und dann ging wieder alles von vorn los. Der Arzt und die Hebamme legten sich auf meinen Bauch und drückten sie heraus. Um 0:18 Uhr war Claudia dann entlich da. Der Arzt verkündete uns: Herzlichen Glückwunsch sie haben ein Mädchen". Zuerst dachten wir, das er uns verarscht, da wir ja glaubten das es ein Bub wird. Wir hatten nicht einmal einen Namen für sie, deshalb bekam sie meinen. Die Nachgeburt war fast so anstrengend wie die Geburt, da sie sehr groß war. Danach wurde ich genäht.
Die Geburt dauerte nur 2,5 Stunden.
Claudia war dann ab sofort ständig bei mir. Bis zu Mittag. Da wurde sie zum waschen und wickeln geholt. Nachdem ich sie nach einer Stunde noch immer nicht zurück bekam, wollte ich nachschauen gehen. Da kam mir schon die Schwester entgegen und sagte mir, das Claudia blau geworden sei beim Schreiben und das sie sie deshalb nach Mödling überstellen wollen. Ich solle bitte Blutabnehmen gehen, da sie dies mitschicken. Außerdem solle ich mich von meinem Kind verabschieden. DAs war die Hölle für mich. Ich hab ab da an nur noch geheult. Josef ist sofort der Kleinen nachgefahren, aber als er in Mödling ankam war sie schon auf dem Weg ins AKH Wien. Währenddessen kamen meine Eltern zu mir um mir beizustehen. Die Ärztin kam zu mir und holte mich allein auf den Gang hinaus. Dort sagte sie mir wortwörtlich:" Ihr Kind hat einen starken Herzfehler und morgen oder übermorgen operiert." danach ging sie wieder uns ließ mich allein zurück. Als ich ins Zimmer zurückging merkte mir meine Mutter sofort an das etwas nicht stimmte. Als ich nur zu weinen begann, ging mein Stiefvater zu der Ärztin und wollte genaueres wissen. Dieser Trampel meinte aber nur, das das Kind sowieso nciht mehr lange leben würde. Gott sei Dank hat mir mein Stiefvater das nicht gleich gesagt, sondern erst nach 3 Jahren.
ICh durft am selben Tag noch nach Hause. Ich bekam eine Hebamme zugeteilt, die dann jeden Tag vorbeischaute. Josef holte mich nach dem AKH um 21 Uhr ab.
So eigentlich könnte ich jetzt noch weiter erzählen, aber das würde zu lange werden.
gisi - 15.01.2004 - 12:02
ich kann da gar nichts mehr darauf sagen,nur eines der liebe gott hat gewollt ,dass claudia bei euch bleibt.ich freue mich schon wenn ihr wieder in linz seid,der anlass ist nicht schön,aber es ist die letzte op für dein mäuschen und wenn du es erlaubst werde ich die beistehen,dass die wartezeit nicht zu lange für dich wird.
ich drück dich ganz fest.