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Claire - 10.11.2006 - 15:47
So, dieses mal gibts keinen Dauergrins- und Schenkelklopf-Bericht von mir. Ich hoffe, ihr als mein treues Leserinnengefolge lest ihn trotzdem^^.
Claire - 10.11.2006 - 15:47
Mit schrillem Wiehern erhob sich der dunkelgraue Hengst auf die Hinterbeine und wirbelte mit den Hufen durch die klare Morgenluft. Seine Mähne peitschte wie ein wappenloser Banner, als er den muskulösen Hals ungeduldig vor und zurückwarf. Die rollenden Augen, aus denen ein ungebrochenes Feuer loderte, hatten etwas ungemein Herausforderndes, Wildes an sich. Und doch war es keineswegs Boshaftigkeit, die Mahir Al Samah sich derart gebärden ließ. Im Gegenteil. Der – selbst für seine Rasse - ausgesprochen lauffreudige Araber durfte heute zum ersten Mal seit Wochen wieder hinaus auf die Rennbahn. Kein Wunder, dass er fast verrückt wurde aus lauter Vorfreude darauf, endlich wieder in rasendem Galopp dahinjagen zu können! Ich wartete ruhig ab, bis die Vorderhufe des Fünfjährigen wieder den sicheren Erdboden berührten. Martin, der den anderen Führstrick festhielt, konnte nur den Kopf schütteln über Mahirs Verhalten. „Der Junge ist doch absolut durchgeknallt!“, sagten seine braunen Augen fast schon vorwurfsvoll, als ich ihn mit einem aufmunternden Lächeln ansah. Im Gegensatz zu Toby hatte er meine Liebe zu diesem unberechenbaren Wildfang, den wir gerade mit diversen Schwierigkeiten Richtung Oval führten, von Anfang an gebilligt. Toby wäre beinahe ausgeflippt, als er erfahren hatte, dass Mahir Einzug in meine zur Zeit ständig wachsende Herde gehalten hatte. Und das obwohl (oder vielleicht gerade weil, wer weiß das schon?) ich angekündigt hatte, den Hengst ausschließlich selbst trainieren zu wollen. Es würde mit gewissen Risiken verbunden sein. Das war mir klar. Gefährliche Situationen würden sich auf Dauer nicht gänzlich vermeiden lassen. Das war mir ebenfalls klar. Doch war die Arbeit mit Mahir denn tatsächlich riskanter als der Umgang mit meinen übrigen Pferden? War es nicht ebenfalls gefährlich, auf einem Temperamentsbündel wie Al Nadesch allein auszureiten? Hätte mir nicht genauso gut mit Amorina auf der Militarystrecke etwas zustoßen können? Oder mit der kleinen Summernight beim Training?
Claire - 10.11.2006 - 15:48
„Na komm’ schon, Mahir!“, befahl Martin schließlich mit strenger Stimme und riss mich damit aus meinen Gedanken zurück in die Gegenwart. Ich schnalzte mit der Zunge und schaffte es gemeinsam mit Martin, Mahir zum Vorwärtsgehen zu bewegen. Yayness! Doch der junge Hengst ließ sich nun kaum noch halten und wäre wohl am liebsten gleich losgerannt. Da wir beide jedoch eindeutig etwas dagegen hatten, links und rechts an den Führstricken mitgeschleift zu werden, protestierten wir erfolgreich gegen seine Ansätze, loszugaloppieren. Irgendwie gelang es uns, Mahir ohne größere Unfälle auf die Rennbahn zu bringen und so lange ruhig zu halten, bis ich aufgestiegen war. Nun ja, ruhig ist hier natürlich relativ zu verstehen... „Und du bist dir sicher, dass du das hier durchziehen willst?“, fragte Martin mich noch einmal skeptisch, als er mir die Zügel in die Hand drückte. „Ich meine, du musst wissen, was du tust. Aber es ist wohl nicht übertrieben, wenn ich mir ein kleines Bisschen Sorgen mache, oder?“ Manchmal ist es grauenhaft, wenn Männer derart verständnisvoll sein können und es trotzdem noch schaffen, einem Gewissensbisse zu machen. Anstatt einer Antwort nickte ich nur entschlossen und lenkte Mahir sicherheitshalber einige Meter von Martin weg. Der Araber war kaum noch zu halten. Also tat ich das einzig Naheliegende und ließ ihn laufen. Mahir explodierte regelrecht, als ich den Rennsitz einnahm. Von einem Augenblick auf den anderen verwandelte sich der ungeduldig herumtänzelnde Hengst in einen schmalen, grauen Blitz, der mit alptraumhafter Geschwindigkeit durch sämtliche Schichten des Universums jagte. Mir verschlug es erst einmal den Atem, so plötzlich traf mich der Gegenwind. Und der war wirklich äußerst heftig. Meine Augen begannen sofort zu tränen. Ich kniff die Lider leicht zusammen, da ich Mahir nicht auf gut Glück im Alleingang über die Bahn rennen lassen wollte. Der Rhythmus seiner kraftvollen Galoppsprünge, sein Schnauben und das Heulen des Windes waren die einzigen Geräusche in meinen Ohren. Unter die sich mein wild klopfender Herzschlag mischte, bis sie alle zu einer Einheit verschmolzen, zu jener Einheit, die ich untrennbar mit der Rennbahn verband und die man kaum in Worte fassen kann. Mahirs Mähne berührte mein Gesicht, so tief hatte ich mich über seinen Mähnenkamm gebeugt. Ich atmete seinen Geruch tief ein. Dem dunkelgrauen Haar haftete noch ein schwacher Duft von Heu und Pferdestall an. Als wir die erste Kurve hinter uns gelassen hatten, wurde Mahir noch schneller. Er schien mehr und mehr zum Leben zu erwachen. Als hätte er sich soeben aus einer lang andauernden Starre befreit und hätte nun Angst, jemals wieder stehen zu bleiben. Ich nahm ihn nicht zurück. Wieso auch? Ich genoss den irrsinnigen Ritt wohl fast genauso sehr wie er. Urplötzlich kamen mir einige Zeilen eines Gedichtes in den Sinn, das ich vor Ewigkeiten einmal irgendwo gelesen hatte. Wo und zu welcher Gelegenheit wusste ich nicht mehr. Titel, Verfasser, das hatte ich alles vergessen. Doch das war jetzt auch vollkommen unwichtig. Denn die ausschlaggebenden Verse hatte ich behalten, tief in den hintersten Winkeln meines Verstandes begraben. Und nun waren sie auf einmal wieder da. Atme! Tanze! Und erblühe! Sterbe für den Augenblick! Leidenschaft kennt kein Zurück...
Claire - 10.11.2006 - 15:48
Aus den Augenwinkeln sah ich Martin regungslos an der Absperrung stehen. Selbst durch den Tränenschleier hindurch konnte ich seinen Blick wahrnehmen, der fest auf mir zu ruhen schien. Ein jähes Gefühl der Zuneigung breitete sich in mir aus. Und es tat fast schon weh, so intensiv war es. Verdammt, wie ich diesen Kerl doch liebte...
„Lauf, mein Junge“, flüsterte ich mit heiserer Stimme Mahir zu, als wir uns der Zielgeraden näherten. „Gib alles was du hast!“ Mahir streckte sich noch einmal, als ich ihm den Kopf freigab. Er wurde schneller und schneller, er rannte, nein, er flog über das Gras auf die weiße Linie zu, die uns noch vom Sieg trennte. Mit donnernden Hufen legte er die letzten Meter zurück. Noch drei Längen, zwei, eine. Und wir hatten es geschafft. Atemlos zügelte ich Mahir in den Schritt und wischte mir erst einmal die Tränen aus den brennenden Augen. Martin sprang über die Absperrung, im Laufschritt kam er auf uns zu und half mir aus dem Sattel. Meine Beine zitterten tatsächlich, als ich die Füße wieder am Boden aufsetzte.
„Bist du jetzt zufrieden?“, fragte Martin leise, während er mich noch immer in seinen Armen festhielt. Ich wandte mich ihm zu und legte ihm die Meinen vorsichtig um die Hüften. Mahir puffte mich liebevoll in den Nacken, und ein angenehmer Schauer jagte mir den Rücken hinab.
„Ja, das bin ich“, lächelte ich und hatte zum ersten Mal seit sehr langer Zeit wieder das Gefühl, wirklich am Ziel angekommen zu sein.
Claire - 10.11.2006 - 15:49
Tjaja, das kommt davon wenn man sich in einem emotionalen Dauerhoch befindet... ;)
Anna - 10.11.2006 - 15:58
Emotionales Dauehroch?? Erzähl mal ;)
Subbaklassö-Bericht!
Claire - 10.11.2006 - 16:08
Hm, da ist nur mein werter Banknachbar daran schuld... hab mich mal wieder von ihm nach der Schule zum Bahnhof fahren lassen... ach ja, sitz du mal neben einem neunzehnjährigen, endsgeil aussehenden Typen der weiß Gott wie lieb zu dir ist und verlieb dich nicht in ihn^^.
Anna - 10.11.2006 - 22:54
Oh ja *knuddels* Schnapp dir den Kerl :D
Bibs - 11.11.2006 - 13:44
claire dieser bericht ist einer deiner besten! ehrlich! und ich würde es dir wirklich sooo sehr gönnen das du diesen mann kriegst!
Claire - 12.11.2006 - 09:43
Danke *kleinenLuftsprungmach* Ist mir einfach so aus den Fingern geflossen. Und natürlich sag ich noch mal gaaanz lieb dankeschön für Mahir, Bibs. Ist wirklich ein ganz ein Süßer :)
Jaja, wer weiß, was die Zukunft bringt... Ich lass mich überraschen... Und genieß den Augenblick
;) .
Anna - 12.11.2006 - 10:18
Jo, Carpe diem ;)
Claire - 12.11.2006 - 10:20
Carpe noctem *fg*...
Anna - 12.11.2006 - 10:22
was heißt Noctem? *nichtlateinerist* kenne nur diem *gg*
Claire - 12.11.2006 - 10:27
Auch Nichtlateiner und stolzdarauf bin *lol*.
Carpe noctem heißt "Nutze die Nacht" *scheinheiligesGrinsenaufsetz*...
Anna - 12.11.2006 - 10:36
*lol* Meimeimei an was für Sachen du da gleich denkst *tadel* erst ab 22 Uhr!
Claire - 12.11.2006 - 10:48
Pfüh, ich bin doch ein ganz ein braves Mädel *heiligenscheinaufsetz*
Bibs - 12.11.2006 - 11:32
klar claire! du bist genauso brav und unschuldig wie ich hm?!
Claire - 18.11.2006 - 16:10
Logo, mindestens :p .
Gina - 18.11.2006 - 17:47
:D Toller Beri - und viel Glück!
Claire - 19.11.2006 - 09:40
Danke :) . Mich hat's echt erwischt^^...
Anna - 21.11.2006 - 16:06
Uuuuuuund?
Claire - 24.11.2006 - 17:11
Es ist immer das Gleiche mit dem Kerl... wir flirten den ganzen Tag lang nonstop und schaffen es trotzdem, bis dato noch nicht zusammen zu sein %) ...
Anna - 24.11.2006 - 18:46
Na dann ergreif mal ganz frech die Initiative, Kerle checken nie wenn sie mal was sagen müssen *lol* *weißheitenpreisgeb* :p
Is aber ernst gemeint, ich würd eifnahc mal fragen
Claire - 26.11.2006 - 16:49
Und seine Freundin hetzt die gesamte Russenmafia des Nachbarstädtchens auf mich *angstkrieg* Ne Schmarrn, ich weiß ja dass ich endlich mal mutig sein muss... Wird schon noch werden ;) .