Rachel Sparrow:
Rachel oder Raven wie sie von ihren Freunden auch genannt wird ist 16 Jahre alt. Sie ist der intelligente Kopf der chaotischen Bande und weiß so gut wie immer was zu tun ist. Jeremy ist ihr Freund und Jack ihr Vormund, da sie von der Regierung aus, ansonsten nicht mit ihren Freunden leben dürfte. Ihre Kampftechnik ist sehr beeindruckend. Wenn sie ihr Langschwert nicht benutzt, tun es auch ein paar gezielte Karatetritte.
Judith Holmes:
Judith oder einfach nur Jud ist mit ihren 18 Jahren ziemlich frech und ein bisschen egoistisch. Manchmal treibt sie es echt zu bunt und dadurch kommt sie leicht in Schwierigkeiten. Ihr älterer Bruder Ian hat immer ein Auge auf sie, damit sie nicht irgendwann in richtige Schwierigkeiten kommt. Wenn sie kämpfen muss, dann tut sie dass nur mit ihrem Bogen. Sie trifft immer ins Schwarze.
Jeremy Jordan Wood:
Jeremy Jordan wird nur JJ genannt. Er ist ein lustiger Typ von 18 Jahren, der alles nicht wirklich ernst nimmt. Das ganze Leben ist für ihn ein Spiel. Aber wenn man seinen Freunden blöd kommt, kann aus Spaß bitterer Ernst werden. Besonders wenn jemand Rachel angreift flippt er aus. Am liebsten kämpft er mit seinen beiden Kurzschwertern, die er immer perfekt einsetzt.
Jack Black:
Jack, oder auch Blacky genannt, ist eigentlich ein ganz lässiger Typ. Er ist 19 und ihm geht alles sonst wo vorbei, Hauptsache er hat seine Ruhe. Mit Ian streitet er sich öfters mal, wobei er aber nicht unbedingt den Kürzeren zieht. Er ist der Vormund von Rachel, aber das nimmt er überhaupt nicht ernst. Nur Jeremy schaut er ab und zu auf die Finger, wie auch JJ kann er richtig ausrasten, wenn jemand Raven was antun sollte. Er kämpft am Liebsten mit seinem Langschwert und bringt Raven einige Tricks bei.
Ian Holmes:
Ian ist der älteste der Gruppe. 19 Jahre alt und ein Monat älter als Jack. Er ist ziemlich ruhig und passt eigentlich auf den ganzen Trupp auf. Da hat er ziemlich oft die Hände voll zu tun. Mit Jack streitet er sich öfters, aber ein Blick seiner Schwester und er hält sich zurück. Auf die muss er allerdings sehr oft aufpassen, soviel Probleme wie sie meistens hat. Er kämpft ebenfalls mit einem Bogen, doch er benutzt zusätzlich einiges an Karatetechnik.
Die Adlerfeder
Die Sonne war kaum aufgegangen. Ein kühler Morgen hatte begonnen. Die kleine Stadt Maintain lag im sanft schimmernd im Morgenlicht. Das Meer glitzerte sanft und die Wogen schlugen leicht gegen die Wehrmauer der Hafenstadt. Im Hafen lagen nur wenige Schiffe und die ganze Stadt schien noch zu schlafen. Es war ein Tagesanbruch wie im Bilderbuch. Keine Hektik, kein Stress.
Doch plötzlich hörte man deutlich lautes Gerufe durch die engen Gassen klingen. Ein paar Vögel flogen erschrocken auf und verschwanden in den Giebeln der Dächer. Dann sah man die Übeltäter. Ein Mädchen von 18 Jahren rannte verstört die Hauptstraße hinauf. In ihren Armen hielt sie ein kleines Bündel. Hinter ihr her kam ein wütender Mann. Er schrie und fuchtelte mit den Händen herum. Das Mädchen stürzte kopflos weiter die Straße hinauf in Richtung Hafen.
Das Mädchen hatte schulterlange rotblonde Haare. Sie war mittelgroß und schmal, beinahe ein wenig zierlich. Sie trug bequeme Hosen und Lederstiefel. Ein Stoffhemd und darüber ein leichter Lederpanzer. Auf ihrem Rücken wippte ein Köcher und ein Bogen hin und her. Sie trug Handschuhe, die bis zum Ellenbogen hinauf gingen und ein leichtes graues Cape.
In der Natur hätte man sie kaum erkannt aber hier in der Stadt war sie mehr als auffällig.
Sie schien eine sehr gute Ausdauer zu haben, denn sie lief noch immer leicht atmend die Straße hinauf, während der Mann weiter zurück fiel. Sie war leicht sonnengebräunt und hatte ein paar Sommersprossen auf den Wangen. Haselnussbraune Augen und einen schönen zierlichen Mund. Zwischen ihren Augen waren eine kleine Stupsnase und über den Augen dünne kaum sichtbare Augenbrauen.
Das Mädchen rannte immer weiter, ohne zurück zu schauen. Vor ihr tauchte bereits der Hafen auf und sie steuerte auf ein kleines Schiff zu. Auf dem Bug stand der Name: Scarface.
Das Schiff schwankte leicht in den kleinen Wellen hin und her, es war in sehr gutem Zustand und sah noch sehr neu aus. Das Mädchen bremste abrupt ab und löste rasch die Leinen des Schiffes. Als sie gerade an Deck kletterte tauchte der Kopf eines 19 jährigen Jungen auf.
„Was hast du nun wieder angestellt, mit dir hat man nichts als ärger.“ Fauchte er wütend und half dem Mädchen aufs Deck hinauf.
„Lass mich nachher erklären Brüderlein, wir müssen erstmal hier weg.“ Antwortete sie außer Atem dem ebenfalls rotblonden Jungen. Er war größer als das Mädchen, hatte aber die gleichen Gesichtszüge. Über sein rechtes Auge zog sich allerdings eine Narbe. Ansonsten ähnelte er dem Mädchen bis ins letzte Detail.
Schnell rannte er zum Steuer hinüber, während das Mädchen mit gekonnten Griffen das Segel löste. Sofort setzte sich das Schiff träge in Bewegung.
„Du hast Glück, das diesmal alle an Bord sind, nicht wie letztens in Ravage.“, fuhr der Junge fort, „Was hast du nun getrieben?“ fragte er weiter, während er geschickt das Schiff aus dem Hafen manövrierte, während der Mann am Ufer tobte.
Das Mädchen lächelte unschuldig. „Nichts, ich hab nur das hier mitgehen lasen.“ Antwortete sie und zeigte dem Jungen das Bündel. Sie packte es auf und darin lag eine schöne lange Feder. Es war die Schwanzfeder eines Adlers, sie war schwarz und war schön geschwungen. Doch irgendetwas Mystisches und Geheimnisvolles schien von ihr aus zu gehen. Sie schien zu flackern als wenn sie Feuer gefangen hätte.
„Judith, ich hab dir schon tausendmal gesagt, dass du nicht klauen sollst, das bringt nur ärger und dazu auch noch so was.“ Maulte er sie an.
Judith schaute zu Boden. „Aber schau nur, sie scheint zu brennen, sie ist einzigartig. Sei nicht immer gleich so wütend, Ian.“ Erwiderte sie trotzig.
Ian rollte mit den Augen und nahm einen Kompass hervor, auch er trug einen Köcher und einen Bogen auf dem Rücken und war genauso gekleidet wie seine Schwester.
Plötzlich kam Bewegung in das Schiff. Die Tür zum Unterdeck öffnete sich und heraus kam ein zweites Mädchen. Sie schien 16 Jahre alt zu sein. „Was ist denn los?“ fragte sie leicht verwundert und sah die Geschwister an. Sie hatte dunkelbraunes Haar, ein sanftes Gesicht und tiefgrüne Auge. Ihre Lippen waren schön geschwungen. Auch sie trug ähnliche Klamotten wie die Geschwister, nur trug sie ein Schwert an ihrer linken Hüfte. Ian stand noch immer am Ruder und sah sauer zu Judith hinüber. Die lächelte. „Schau Raven, ich hab eine Adlerfeder ge…“ weiter kam sie nicht, denn Ian schnitt ihr das Wort scharf ab. „…stohlen.“ Vervollständigte er.
Jud warf ihm einen vielsagenden Blick zu und wandte sich Rachel wieder zu. „Schön, oder?“ fragte sie und gab ihr die Feder. Rachel sah sie genau an und ließ die Feder durch ihre Finger gleiten. „Wahnsinn.“ Sagte sie nur und gab die Feder wieder zurück. Jud lächelte stolz und verschwand dann zum Bug hinauf. Rachel blieb stehen, denn gerade kamen die letzten zwei Jungen an Deck.
Der eine schien um die 19 zu sein. Er hatte blonde kinnlange Haare und hatte ebenfalls ein Schwert an der linken Hüfte. Er trug anstatt eines Lederpanzers ein dünnes und leichtes Kettenhemd. Seine Augen waren meeresblau und das Gesicht makellos. Der ungefähr ein Jahr jüngere Junge neben ihm hatte kurzes wirres Haar, es war tiefschwarz. Die mandelförmigen Augen waren dunkelbraun und an der linken Wange war eine kleine Narbe zu sehen.
Er trug ebenfalls eine Kettenhemd und an beiden Seiten jeweils ein Kurzschwert. Ein keckes Lächeln lag auf seinen Lippen, als er Raven bemerkte.
„Hey Kleine.“ Begrüßte er sie und grinste Ian kurz zu. Raven wandte sich ihm zu und verzog das Gesicht zu einer Grimasse. „Klappe Jeremy Jordan Wood, pass lieber auf was du sagst.“ Erwiderte sie frech und verschränkte die Arme vor der Brust. Jeremy grinste noch immer, ließ sich nicht beirren. Er ging auf sie zu, zerwuschelte ihr die Haare und gab ihr dann einen Kuss. „Freut mich auch.“ Erwiderte er ebenso frech und ging zu Ian weiter. Raven verdrehte kurz die Augen und sah nun zu dem blonden Jungen. „Na Jacky Blacky.“ Meinte sie gut gelaunt und zog ihr Langschwert. Der blonde Junge reagierte sofort und zog seines ebenfalls. Geschickt wehrte er den Schlag des Mädchens ab. „Nicht schlecht Rachel, aber mal wieder zu langsam.“ Sagte er ruhig und lächelte. Er steckte das Schwert wieder ein, Raven tat es ihm gleich. „Ja ja, ich will dich ja nicht killen.“ Meinte sie nur und lief nach vorne zu Jud.
Jack gesellte sich zu den anderen beiden und sah leicht fragend zu Ian. „Warum sind wir abgefahren?“ fragte er und schaute auf das tiefblaue Meer hinaus, das versuchte mit seiner Augenfarbe schritt zu halten.
„Weil meine super Schwester mal wieder was mitgehen lassen hat.“ Knurrte er und schaute wieder auf seinen Kompass. Er korrigierte den Kurs leicht.
„Und wohin geht’s nun?“ wollte JJ wissen und starrte aufs Meer hinaus. „Naja zur nächsten Insel.“ Erwiderte Ian und gähnte kurz.
Weiter vorne auf dem Schiff begutachteten die beiden Mädchen die Feder. „Sie echt schön.“ Wiederholte Raven zum mindestens zehnten Mal. Jud nickte nur noch. Sie drehte die Feder in den Finger hin und her.
Immer noch schien die Feder diesen leichten Flammenschimmer zu haben. Jud sah die Feder genauer an, bildete sie sich das nur ein?
Sie nahm die Feder und legte sie vor sich auf den Boden. „Kommt es dir auch so vor, als ob sie beinahe brennt?“ fragte Jud Raven leise und sah sie unsicher an. Rachel wollte eben antworten da fing die Feder plötzlich richtig Feuer. Die Flammen fraßen sie förmlich auf und es blieb nicht mal ein Häufchen Asche zurück. Im gleichen Moment ließ Ian seinen Kompass fallen. Er war plötzlich heiß geworden.
Blacky und Jeremy sahen ihn verwundert an. Selber ein wenig verblüfft hob Ian den Kompass wieder auf. Ian starrte wie gebannt auf die Nadel, die wild im Kreis herum ging. Sie schien nie mehr anzuhalten, aber urplötzlich und unerwartet hielt sie an und wies auf einen ganz anderen Kurs.
Ian sagte nichts zu seinen Freunden, sie wurden ihn nur für verrückt halten. Ganz besonders Jack. Er lenkte das Schiff einfach in die richtige Richtung, vielleicht war das Schiff ja vom Kurs abgekommen.
Die beiden Mädchen starrten sich unsicher an. „Was war das?“ hauchte Raven leise und fuhr mit dem Finger über die Stelle, an der die Feder gelegen hatte. Judith schüttelte nur ratlos den Kopf.
Sie blinzelte ein paar Mal, da sie einfach nicht glauben konnte, was da soeben passiert war. Genau in dem Augenblick, als sie die Augen kurz schloss und wieder aufschlug lag die Feder plötzlich wieder vor ihr. Erschrocken sah sie zu Rachel. Die nahm die Feder und wickelte sie rasch in das weiße Tuch zurück.
„Sag bloß nichts zu den Jungs.“ Flüsterte sie scharf und gab Jud das kleine Bündel.
Diese nickte nur und packte das Bündel. Die beiden Mädchen erhoben sich und gingen langsam zu den anderen zurück.
Gerade als sie bei den Jungs standen, begann es neblig zu werden. Jack sah sich irritiert um. „Wo hast du uns hingebracht?“ fuhr er Ian wütend an und versuchte in dem Nebel was zu erkennen. „He, wenn du es besser kannst, kannst du gern das Steuer übernehmen.“ Warf er wütend zurück. Doch Jack antwortete nichts mehr. Er starrte nur durch den dichten Nebel vor ihm. Plötzlich tauchte eine lange dunkle Linie vor ihnen auf. Eine Küste.
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