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Kimi_Raikkönen - 11.01.2005 - 18:46

Montag ging der erste Teil des Straf-Prozesses um das 50-Millionen-Euro-Desaster des FC Tirol zu Ende: Die beiden Ex-Präsident Othmar Bruckmüller und Martin Kerscher wurden zu jeweils neun Monaten bedingter Haft verurteilt, über den früheren Vereinsmanager Robert Hochstaffl wurde ein Jahr bedingt verhängt. Die Schuldsprüche sind nicht rechtskräftig.

Welch chaotische Zustände beim FC Tirol geherrscht hatten, zeigte der letzte Verhandlungstag nochmals auf, als Rechnungsprüfer Gert Arnold als Zeuge aussagte: "Ich war nach der Erstellung des Rohberichtes fürs Spieljahr 1997/98 nicht mehr Rechnungsprüfer, weil ich keine Unterlagen bekam."

Die Sitzungsprotokolle der Klubverantwortlichen sprechen aber eine andere Sprache: Da wird die Anwesenheit Arnolds bei vielen Sitzungen ausgewiesen. Auch eine Wiederbestellung der Rechnungsprüfer ist festgehalten. Arnold: "Ich habe keine Protokolle erhalten. Sie sind auch falsch."

"Ich hätte bezahlt"
Für Verblüffung im Gericht sorgt auch Ex-Präsident Othmar Bruckmüller, in dessen Ära der Konkurs fiel und der mit persönlichen Haftungen das finanzielle Ende des Klubs immer weiter hinausschob: "Ich hätte alle Verbindlichkeiten bezahlt, wenn sie eingefordert worden wären."

Auch hier spricht das tatsächlich Geschehene eine andere Sprache. Jahrelang jagten Gläubiger verzweifelt und nur teilweise erfolgreich Außenständen beim Klub nach und noch heute sind knapp 30 Millionen Euro an Schulden offen.

"Ich wusste nichts davon"
Sein Vorgänger als Präsident, Martin Kerscher, der im Oktober 2001 abgelöst wurde: "Manager Robert Hochstaffl hat die Kostenexplosion im Jahr 2001 verschuldet. Ich wusste überhaupt nichts davon."

Ein Beispiel dieser Ausgabenexplosion: Der Spieler Markus Anfang bekam im Jahr 2000 drei Millionen Schilling vom Klub bezahlt. Im Folgejahr, als Kosten reduziert werden sollten, stiegen seine Einnahmen auf 13 Millionen S.

Ex-Manager Hochstaffl behauptet aber: "Kerscher hat alles gewusst und war immer einverstanden."

Überschuldung war lange erkennbar
Für Richter Anton Mayr steht allerdings fest: Ab Mitte 2001 hätte die Überschuldung des FC Tirol für jeden erkennbar sein müssen. Weil die Vereinsverantwortlichen aber noch ein weiteres Jahr Schulden angehäuft haben, haben sie den Tatbestand "grob fahrlässige Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen" zu verantworten.

Die beiden Ex-Präsidenten meldeten Berufung an, der frühere Manager Robert Hochstaffl erbat sich Bedenkzeit. Er wird nochmals vor den Richter treten müssen. Das Verfahren gegen ihn wegen Untreue wurde ausgeschieden und wird zu einem späteren Zeitpunkt gesondert verhandelt.

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Jetzt gibts aber wieder berufung und somit ist das nicht sicher. Der Prozess wird sich noch jahre dahinziehen.
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